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Hohle Köpfe...

Erstellt von Kali, 27.05.2005, 19:10 Uhr · 52 Antworten · 2.517 Aufrufe

  1. #11
    Avatar von Taoman

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    Re: Hohle Köpfe...

    Zitat Zitat von Mr_Luk",p="247877
    @Kali,

    was passiert wohl in ferner Zukunft mit denen die noch einen Funken Verstand übrigbehalten?
    ...genau das gleiche wie seit eh und jeh seit zig tausend Jahren!
    wer in der Lage ist die Dinge aus einer ganzheitlich, holistischen Perspektive zu betrachten und dies mit seiner individuellen Ausdrucksweise in seiner Kommunikation kund tut, ist sofort abseits des mainstreams und wird von der "Herde" als störend oder ver-rückt empfunden.

    Im Mittelalter sind viele dieser Menschen als Ketzer in Kerkern oder auf dem Scheiterhaufen umgekommen jedoch etliche haben überlebt.
    Heute stehen aus diesem Heer der überwiegend namenlosen einige als Helden in den Geschichtsbüchern wie z.B. Giodarno Bruno, Galiläi Galilai, Kopernikus, Sokrates u.a.

    Heute ist die Strafe der "Herde" bzw. der Gesellschaft etwas subtiler jedoch genauso brutal siehe Wilhelm Reich u.a.
    Wer heute keine tiefe innere Kraft hat geht psychisch ziemlich schnell in unserer Gesellschaft an seinem Klargeist kaputt.
    Deshalb ist es auch heute noch wichtig eine "tiefe und feste innere Basis" als Fundament zu haben welche als Quelle der eigenen Kraft dient.
    Ich bin zwar kein Buddhist im Verständniss von Otto Normal jedoch genau die "Essenz" des Buddhismus ist mein persönliches Fundament und dies abseits von intellektuellem Geschwafel sondern basierend auf eigenen Erfahrung.
    Dies tut gut denn die Herde kann mir mittlerweile wirklich nichts mehr schlimmes anhaben ;-D

    Ironisch und provozierend ausgedrückt, selbst in Einzel- oder Dunkelhaft würde ich mit diesem Fundament das "GANZE" in eine Meditationsübung umwandeln und könnte es solange die Nahrung ausreichend ist vielleicht überleben.

    Gruß taoman

    Im dem Augenblick, da ich die leise innere Stimme unterdrücke, werde ich aufhören, nützlich zu sein.
    (Ghandi)

  2.  
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  3. #12
    Avatar von Mr_Luk

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    Re: Hohle Köpfe...

    @Taoman,

    Das eigentliche Problem ist ´damals´ und heute nicht viel anders, - oder das Gleiche wenn man so will. Sobald etwas organisiert wird degeneriert es und wird zu einer mehr oder weniger grossen Last, Bedrohung oder bedeutet unter Umständen (wenn es sich um etwas wirklich Fieses handelt) den sicheren Tod für seine Gegner.

    Eine kleine Anekdote zur Erläuterung: der Teufel wandert mit seinem Gesellen über die Welt. Plötzlich zuckt der Geselle zusammen und blickt zum Teufel. "Sieh da Meister, da hat Jemand ein Quentchen Wahrheit gefunden!" Darauf der Teufel "Na und?" Der Geselle wird immer nervöser "Wir müssen etwas tun - lass es uns ihm sofort wegnehmen!!!" Der Teufel grinst nur hämisch: "Nein, nein, lass nur - alles mit der Ruhe, ich werde einfach nur dafür sorgen dass er es organisiert!"

    Keine Macht den Hohlköpfen! Aber auch keine Macht den Klugscheissern ;-D

  4. #13
    Avatar von Tschaang-Frank

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    Re: Hohle Köpfe...

    Keine Macht den Hohlköpfen! Aber auch keine Macht den Klugscheissern
    Da faellt mir unser ehemaliger Member Bernhard ein

    Hoch dem Hochmut
    Nieder mit der Niedertracht

    beim "Hoch dem Hochmut" musste ich damals etwas gruebbeln, wie diffiniert man den Hochmut, was will er uns sagen

  5. #14
    Avatar von Mr_Luk

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    Re: Hohle Köpfe...

    @Frank,

    Naja, ich wollte damit genau das sagen, - was ein "Hohlkopf" oder ein "Klugscheisser" ist - ist eben nur eine Frage der Perspektive, des Blickwinkels oder der Position des "Beobachters"

    Ich habe dem "Klischee" ein Klischee hinzugefügt, um beide zu neutralisieren, sozusagen

  6. #15
    Avatar von Ralf_aus_Do

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    Re: Hohle Köpfe...

    Meiner Meinung nach hat der Anteil von Hohlköpfen an der Menschheit keinesfalls zugenommen - ich halte Aussagen die meinen zu belegen moderne Medien verblöden die Menschheit für fahrlässig. Gerade habe ich in der - nun auch nicht für intellektuelle Glanzleistungen berüchtigten - ´Bild am Sonntag´ das Reich-Ranicki Interview gelesen, dieser behauptet beispielsweise am Computer stilsicherer zu schreiben als zuvor. Nun läßt eine Aussage keine empirischen Schlüsse zu, aber immerhin.

    Das subjektive Beobachten einer Zunahme an Hohlköpfen läßt sich auf anderem Weg recht einfach erklären. [highlight=yellow:85cdebc14e]Die Hohlköpfe wurden in den vergangenen Jahren Salonfähig.[/highlight:85cdebc14e] Bis vor Mitte der 90er Jahre wurden Menschen ob ihrer Fähigkeiten zu bejubelten Idolen. Die Medienindustrie experimentiert dann irgendwann mit dem Gedanken Menschen auf´s Schild zu heben, die etwas bräsiger als das Bevölkerungsmittel waren - erst daraufhin war es möglich, daß auch der blödeste das Gefühl bekam auch ´Superstar´ werden zu können - ganz ohne irgendwelche individuellen Fähigkeiten. Denkt einfach mal an Zlatko, Kübelböck, Feldbusch oder Paris Hilton, all diese sind industriell generierte Stars mit allenfalls mittelmäßigen Fähigkeiten und werden nicht trotz sondern gerade wegen dieser Beschrämktheit (die teilweise sogar gespielt sein mag) bejubelt.

  7. #16
    Avatar von Mr_Luk

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    Re: Hohle Köpfe...

    @Ralf,

    ich halte Aussagen die meinen zu belegen moderne Medien verblöden die Menschheit für fahrlässig.
    Richtig, diese Aussage ist genauso unsinnig wie zu behaupten Waffen wären gefährlich. Die Waffen haben nichts damit zu tun, es sind die Menschen die sie bauen und benutzen, die gefährlich sind. Waffen sind unschuldig, nur eine Verlängerung des menschlichen Willens. Man kann auch mit einem Bügeleisen (ein durchaus als nützliches Gerät eingestuftes Objekt) jemanden mit "Leichtigkeit" erschlagen, wenn man sich dazu entschlossen hat.

    Gerade habe ich in der - nun auch nicht für intellektuelle Glanzleistungen berüchtigten - ´Bild am Sonntag´ das Reich-Ranicki Interview gelesen, dieser behauptet beispielsweise am Computer stilsicherer zu schreiben als zuvor. Nun läßt eine Aussage keine empirischen Schlüsse zu, aber immerhin.
    Was heisst hier "immerhin" - das Problem ist eben dass Begriffe wie 'empirische Schlüsse', genau wie "Hohlmasse", sobald sie ein technisches Terrain verlassen nicht mehr brauchbar sind.

    Eigentlich reicht es ja, wenn die genauen Wissenschaften alles festnageln- und mit 'Formeln' bestätigen wollen. In der Soziolige funktioniert es, haftet es nicht mehr. Ausdrücke wie Subjektivität, Individualität, Perspektive sind Trumpf!

    Eine Richtung der modernen Soziologie ist seit geraumer Zeit dazu übergangen alle ihre überholten Einsichten zu deprogrammieren. Man geht dazu über, sich z.B. dem Zusammenhang zwischen Ausdruck (Wortschöpfung) und Bedeutung zu widmen. Denn 'Nomen est Omen' - Der Name ist eine Vorbedeutung, ist eine uralte Weisheit - die jetzt wieder aufgegriffen wird.

    Ein ganz extremes Beispiel ist der Ausdruck "Kindesmissbrauch" (abgeleitet von "child abuse") bei dem ganz deutich wird dass man eine ganz konkrete Vorstellung von etwas hat, das durch den Ausdruck selbst entsteht. Dass Kinderarbeit, Kinder schlagen, verprügeln, ihnen Gewalt antun, Kinder manipulieren, Kinder 5exuell (auf verschiedene Weisen) nötigen, gleich inhuman und immer verwerflich ist, - heisst noch lange nicht dass es sich stets um das GLEICHE handelt! Wenn ich diesen Begriff benutze, dann errege ich sofort eine Wirkung. Ein Zähneknirschen, Empörung, Auflehnung, Ekel, - Kurzum eine eindeutige Ablehnung!

    Eine solche Wortschöpfung führt zum einen dazu, dass alle glauben dass damit etwas 'Eindeutiges' gemeint ist-, das einstimmig abgelehnt- und als verwerflich eingestuft werden muss. Die detailierte Problematik der ganz verschiedenen Formen von "Kindesmissbrauch" wird damit aber gleichzeitig übertüncht. Solche Ausdrücke sorgen dafür dass diese Dinge eindeutig verworfen werden, - be- und verhindern aber gleichzeitig das Verständnis und die Analyse der Entstehungsgeschichte dieser Problematik.

    Anderes Thema: jetzt erst merkt man dass die "Dirty Harry" Filme, die als Vorlage für viele "shooter" gedient haben, eindeutig faschistoide Botschaften verbreiten. "Die Bösewichte gehören alle sofort erschossen!" Prozesse sind zu langwierig und zuviele entkommen der Justiz. Das Feindbild ist klar iund eindeutig, also was soll man lange zögern?!

    Eine solch eindeutige faschistoide 'Message' wird weiterhin in allen Computerspielen geduldet, ob es nun "Ego Shooter" oder Strategiespiele sind. ist im Grunde ganz gleich: ob es Alien, Gangster die Ostrogothen, Orks oder Vietkongs sind. Sie müssen alle restlos ausradiert, abgeknallt, verbrannt und ausgbombt werden. Bevor dies nicht erledigt ist, geben sie nämlich keine Ruhe. Der "Gegner" ist stets aggressiv, immer eine Bedrohung, ausnahmslos eindeutig schlecht. Es gibt keine Zeit zum Überlegen, jegliche Moral wendet sich gegen dich, entweder er oder ich, entweder die oder wir!!!

    Der Gedanke dass es eine Frage der Perspektive ist, eine Frage der Kausalität, der Geschichte, wer der Agressor, der "Böse" ist, steht nie zur Debatte. Alle 'agressiven' Phantasiewesen sind zudem eindeutig zu dem Zwecke ersonnen worden um dem "Bösen" ein noch eindeutigeres Gesicht zu geben. Es wird durch rafinierte Dämonisierung stest dafür gesorgt, dass das Feindbild in allen Details eindeutig und zweifelsfrei (schlecht) dargestellt wird!

    Die Weltherrschaft durch systematisches Ausradieren, Völkermord, ist in fast allen Strategiespielen Sinn und Zweck aller Operationen! Es gibt keine Genfer Konventionen, keine NATO, keine Welfriedensorganisation, man nimmt keine Gefangenen, verschont weder Tier noch Mensch. Allianzen und Diplomatie dienen nur dem Zweck später wieder aufgehoben zu werden um die "Weltherrschaft" auf Umwegen zu erreichen.

    Manche "Story" gibt auch den Frieden im Hintergrund als zu erreichendes Ziel an, um dem Spieler den letzten Skrupel zu nehmen. Aber das Spiel ist immer dann zuende wenn die Aleinherrschaft erreicht ist und alle Gegner tod sind. Ob durch das erreichen des "Ziels" in Zukunkft Frieden Herrschen wird, es keinen Hunger und Tod mehr geben wird, das erfährt der Spieler hingegen nie...

  8. #17
    Avatar von Ralf_aus_Do

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    Re: Hohle Köpfe...

    Zitat Zitat von Mr_Luk",p="248143
    Was heisst hier "immerhin" - das Problem ist eben dass Begriffe wie ´empirische Schlüsse´, genau wie "Hohlmasse", sobald sie ein technisches Terrain verlassen nicht mehr brauchbar sind.
    Das ist ´das Kreuz, das ich zu tragen habe´, versuche ich doch - und dort bin ich nunmal schwer erziehbar, ich kann es nicht lassen - Dinge die ich beobachte an dem technischen Wissen zu abstrahieren, eine Berufskrankheit. Ich habe hier ja schon an einigen Stellen für eine erweiterte Allgemeinbildung gesprochen, sehe es für jedermann als selbstverständliche Pflicht an, sich mit allgemeinen Themen zu beschäftigen. Durch meinen Beruf bewege ich mich allerdings dart wo es technisch wird auf ´sicherem Terrain´, komme also immer darauf zurück zu versuchen Sachverhalte auf der von mir recht sicher zu beherschenden ´technischen Ebene´ zu abstrahieren.

    Ich weise an dieser Stelle aber nochmals darauf hin, daß jeder sich mit politischen, soziologischen, philosophischen, geschichlichen Themen auseinandersetzen sollte, die wenigsten tun es. Viele meiner Berufskollegen sind entsetzt, wenn sie sehen, daß sich ein Ingenieur mit ´weichen Wissenschaften´ am Rande befasst, auch ist es ja so, daß dadurch daß ich nur wenig Zeit hierein investieren kann hier sehr schwach bin. Im übrigen halte ich auch das befassen von Geisteswissenschaftlern mit Technik nur dort für sinnvoll, wo es ihnen oder den Wissenschaften Nutzen bringt - alles andere wäre ein "In´s Handwerk pfuschen" - da bin ich aber mal wieder ganz Ingenieur.
    Zitat Zitat von Mr_Luk",p="248143
    Eine solch eindeutige faschistoide ´Message´ wird weiterhin in allen Computerspielen geduldet, ob es nun "Ego Shooter" oder Strategiespiele sind.[...]
    Tatsächlich nur in Computerspielen? Und auch tatsächlich in allen Computerspielen. Viele Brettspiele stellen eine abstraktion des Krieges dar, manche mehr, manche weniger; man beachte hier doch nur einmal ´Schach´ oder ´Risiko´, am 19-Zöller läuft das gemetzel lediglich realistischer ab. Auch befassen sich nicht alle Computerspiele mit Konflikten, ich habe eine Zeitlang recht gerne das Spiel ´Tetris´ gespielt, auch SimCity ist beispielsweise recht frei von faschistoiden Messages. Spiele beziehen ob am Computer oder nur mit dem Würfel (teilweise leider) ihren Reiz daraus, daß sie eine Kriegsabstraktion darstellen.

  9. #18
    Avatar von Mr_Luk

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    Re: Hohle Köpfe...

    @Ralf,

    Mr_Luk hat folgendes geschrieben:
    Eine solch eindeutige faschistoide ´Message´ wird weiterhin in allen Computerspielen geduldet
    Ralf hat folgendes geschrieben:
    Tatsächlich nur in Computerspielen?
    Ja, ein Lapsus von mir der zu einem Missverständnis geführt hat! Nein natürlich gibt's nicht in allen Computerspielen einen solchen, als "faschistoide Message" zu bezeichnenden Gehalt.

    Und auch tatsächlich in allen Computerspielen. Viele Brettspiele stellen eine abstraktion des Krieges dar, manche mehr, manche weniger; man beachte hier doch nur einmal ´Schach´ oder ´Risiko´
    Denn, Krieg oder Gewalt ist an sich nicht faschistoid! Btw: faschistoid heißt im Grunde "potentiell faschistisch", oder bezeichnet Haltungen, die totalitäre Merkmale von Faschismus aufweisen, aber nicht direkt mit dieser Ideologie verknüpf sind. Es hat lange Krieg und Gewalt gegeben bevor es totalitäre Regime und das was man als faschistisch bezeichnet, gegeben hat. Naja, das sind wieder diese geo-politisch-historischen Nuancen die man kennen sollte.

    In diesem Zusammenhang (faschistoid) kommt Krieg nicht nur wegen politischen Differnzen, tatsächlicher Bedrohung des eigenen Landes, oder aus wirtschaftlichen Gründen, respektive einer brisanten Mischung solcher Umstände, - sondern eben aus einer totalitären Überzeugung heraus zustande. Alles "Andere und Andersdenkende" das nicht den eigenen Zwecken dient, muss systematisch und gnadenlos unterdrückt, vertrieben und vernichtet werden!

    Es ist eine politische Denkweise, die eine andere (neue) aber niedere "Qualität" hat, die keinen Widerspruch duldet. Es ist halt eine ganz besondere Form der "Hohlköpfigkeit", wenn man so will die erdenklichst gefährlichste und tödlichste Form überhaupt. Und dazu kommt noch, dass sie, da sie sich philosophisch-ethisch nicht ausreichend zu rechtfertigen weiß, permanent auf Verblendung, Romantisierung, (sogar Pseudomythologie), Verführung, Täuschung, Intrige, Lüge, Drohungen, infame Propaganda und ähnliche Mittel zurückgreifen muss, um dieses doch krasse moralische Manko zu kachieren und davon abzulenken.

  10. #19
    Avatar von Ralf_aus_Do

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    Re: Hohle Köpfe...

    @Mr_Luk

    Wir liegen ja in unserer Meinung nicht so ´meilenweit´ auseinander. Faschistische Regimes gab es nicht nur unter dem Rgime ......., sondern weit davor und auch später. Wir müssen uns hierzu auch vor Augen führen, daß nur ein kleiner Teil der Menschheitsgeschichte so genau überliefert ist, Papier ist ja nicht nur geduldig, es zerfällt auch irgendwann. Auch in früheren Phasen der Menschheitsgeschichte wird es so gewesen sein, daß sich eine herrschende Minderheit über den Rest gestellt hat, eine massenpsychologische Erscheinung die Faschismus nun auszeichnet, Massenmedien erleichtern dies.

    Es gibt erhebliche Rechtsgüter, deren Bewahrung angestrebt werden sollte, ein hohes ist die Meinungsfreiheit. Hier fängt jedoch das ´die Katze beißt sich in den Schwanz´ Spiel an, es wird niemals eine befriedigende Antwort darauf geben, wo die Meinungsfreiheit beschränkt werden sollte. Die (auch in gewisser Hinsicht ´faschistische´) RAF sagte ´Terror kann man nur mit Terror bekämpfen´ und zeigte nur auf, keine Lösungen parat zu haben. Religionsangehörige bekämpfen Angehörige anderer Religionen, die .....-Diktatur machte ihre Hass-Triaden an allem ´jüdischen´ fest, das stalinistiche Russland sah im kapitalistischen Westen das Ungeheuer und umgekehrt, die Römer kämpften gegen die Barbaren, Christen versuchten zu ´missionieren´; ich sehe nur keine Unterschiede.

    Einzig und allein sehe ich den Zwang sich von einer ´gerechten Welt´ zu verabschieden und damit Güter wie das der Meinungsfreiheit aufgeben zu müssen.

  11. #20
    Avatar von Mr_Luk

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    Re: Hohle Köpfe...

    @Ralf,

    Wir liegen ja in unserer Meinung nicht so ´meilenweit´ auseinander. Faschistische Regimes gab es nicht nur unter dem Rgime ......., sondern weit davor und auch später.
    Wie weit sie auseinander liegen, ist nicht unbedingt der Punkt - zumindest interessiert mich die Perspektive aus der man Faschismus und "faschistoide" Botschaften und Tendenzen betrachtet, mehr.

    Wir müssen uns hierzu auch vor Augen führen, daß nur ein kleiner Teil der Menschheitsgeschichte so genau überliefert ist, Papier ist ja nicht nur geduldig, es zerfällt auch irgendwann.
    Ist das jetzt eine Andeutung, dass die Geschichte nicht gut oder richtig geschrieben wurde? Das verstehe ich nicht - das ist doch ein ähnliches Argument wie sie gerade eben von .......s gebraucht werden. Oder aber du verwechselst Politik mit Krieg und Unterdrückung, Ursache und Wirkung. Und, es geht ja hier nicht darum, was es eventuell schlimmeres gab - ist das was uns bekannt ist, etwa nicht schlimm genug?

    Rein politisch gesehen, oder besser gesagt aus einer autoritären Perspektive heraus betrachtet, besteht kein grosser Unterschied zwischen einer absoluten Monarchie und Faschismus. Aber der Faschismus hat sich ja noch über die Monarchie hinweggesetzt um die absolute Autorität zu erlangen! So gesehen war der Faschismus der Gipfel einer autoritären Perspektive.

    Der nächste politische Entwicklungsschritt in Richtung Liberalismus geht zur konstitutive Monarchie und Republikanismus. Worauf eine "repräsentative" Demokratie und ein sogenannter Wohlfahrtsstaat folgt. Kommunismus und Sozialismus ist in der Reihenfolge schwer einzuordnen, weil die politische Grundidee nie verwirklicht wurde. Zu Idealen wie einer wirklichen 'Meritokratie' (eine Art demokratisch generierter Verdienstadel) und moderatem Sozialismus ist es ja nie gekommen, weil die Menschen noch nicht reif dafür waren.

    Da sind wir jetzt bereits am Ende der bereits existierenden Formen von Politik und den Systemen angelangt - aber in der Theorie geht es noch ein bischen weiter. Eine echte partizipatorische Demokratie sowie ein "grass root Kapitalismus", wenn man so will der Kommunismus in seiner besten Form, hat es ja noch nie gegeben. Wird es auch nicht geben, solange die Bereitschaft zu rein physischer und ökonomischer Agression und Gewalt besteht. Eine solche positive Entwicklung wurde, und wird unter den gegebenen Bedingungen nicht toleriert.

    Eine transzendentale Gesellschaft, womöglich eine "Anarchie im positiven Sinne", die wieder auf eine rein pragmatische Gesellschaftsform zurückgreifen wird, in der sich autonome Gruppen friedlich, je nach Bedarf bilden und ohne politische Konflikte nebeneinander existieren und leben können, bleibt in dieser Welt mit Sicherheit eine Utopie.

    So, lieber Ralf, dann ordne den Faschismus jetzt nochmal politisch ein. Wäge einmal nachträglich seine Bedeutung, seine "Hohlköpfigkeit" und vor allem seine Perspektive und sein politisches Gefahrenpotential ab

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