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Das kulturelle Ereignis in Ketsch

Erstellt von Jakraphong, 08.06.2003, 23:31 Uhr · 5 Antworten · 1.791 Aufrufe

  1. #1
    Jakraphong
    Avatar von Jakraphong

    Das kulturelle Ereignis in Ketsch

    Gestern Abend in Ketsch
    Um sich ungefähr ein Bild machen zu können, wo liegt denn dieses Ketsch überhaupt? So auf der gedachten Linie zwischen Altrheinarm, Brühl und Antwerpen. Alles klar!
    Das Provinzereignis schlechthin, die Superparty mit den Superstars zu Superpreisen und das alles für einen guten Zweck.

    Thaipartys haben irgendwie ihren Reiz verloren zumindest diese, wenn Frau oder Mann aus Wiesbaden, Stuttgart oder Wanne-Eickel anreisen, und Ihre Eintrittskarten die im Vorverkauf 25 € gekostet zu Hause haben liegen lassen. Da hilft kein Jammern und kein Zetern, es muss nachgekauft werden. 30 € kosten die Karten an der Abendkasse.

    „ Sawadee Krap, tut mir leid ich kann Ihnen vor 24:00 Uhr (Mitternacht) keine Ersatzkarten verkaufen, sie sind alle reserviert für die Gäste die, die Anfahrt nicht gefunden haben oder deren Ehepartnerinnen sich nicht zwischen Tanga oder traditionellen Thaifestkleidung entscheiden konnten.

    “Kein Problem für uns, wir können ja zwischen den beiden Flügeltüren hin und her laufen um wenigstens einen kleinen Überblick auf die schwitzenden Partygäste zu haben“

    Diese Halle zu finden schien mir persönlich das größte Problem zu sein. Zwischen Freischwimmbadausgang ganz hinten links und der Veranstaltung des Ketscher Karnevalvereins „Ketscher Diwwe“ ein Haupteingang überdimensionalen Ausmaßes, der direkt zu den Superstars hinein führt in die bierwarme Atmosphäre schwitzender, vor Vorfreude kreischender Teenys, die 5 Stunden warten mussten um endlich ihren Superstar Frau Jintara aus dem Isaan sehen, hören und später auch anfassen durften.

    Wenn ich Veranstalter gewesen wäre, hätte ich den Minnegesang des Alleinunterhalters nicht an den Anfang der Veranstaltung platziert sonder an das Ende, denn dessen traurige Gesänge haben den Eindruck vermittelt die Party sei bereits vorbei und ein letzter Blick über die Müllberge auf und unter den Tischen verbreitete ungewollt die Stimmung die sich hier schwer übermitteln lässt. Sie kennen das bestimmt alle, wenn man so gegen Ende einer Veranstaltung vorsichtshalber mal in seiner Hosentasche nach dem rechten schaut. „Ah, er ist noch da, der Autoschlüssel.“

    Als wahrer Retter in der Not hat sich doch die Gegenveranstaltung des Kanevalvereins herauskristallisiert. „Diwwe sind übrigens Töpfe, für diejenigen die der kurpfälzischen Sprache nicht ganz mächtig sind. Oben in der Halle ein warmes Shingabier 2,50 €, unten vor der Halle ein Schoppen kühles Bier 2 €, oben in der Halle eine Portion Chillisalat mit Meeresfrüchten für 5 €, unten vor der Halle Handkääs mit Musik und Brot für 2.5 € usw. Klar, dass viele die Gelegenheit ausgenützt und schnell mal unten was frisches zu sich genommen haben.

    Die genannten Preise für Essen und Getränke sollen nicht dazu dienen, ein Negatives Image der Party zu übermitteln, im Gegenteil schließlich soll Frau/Mann bei dieser Hitze keine eiskalten Getränke in den leeren Magen schütten, rein aus gesundheitlichen Gründen versteht sich. Merkwürdig nur, dass keiner an den Hunger der Farangs gedacht hat, Essen nur für Thais und das mit ganz besonders ausgeprägter Schärfe.

    So sehr viel waren es dann auch nicht, das Verhältnis dürfte so zwischen 70:30 gelegen haben, sehr zur Freude neugieriger Männerblicke, da ist ab und zu auch mal ein kleiner Blick auf tätowierte Bauchnäbel oder auf feucht gewordene weiße T-Shirts freigeworden. Niemand sollte hier meckern können, jeder ist auf seine Kosten gekommen.

    Akopads hat es diesmal nicht gegeben, die Band hat relativ laut versucht zu rocken, schließlich musste ja die Hammondorgel der Karnevallisten übertönt werden. An der Akustik, sollte der Veranstalter wirklich was ändern, schließlich ist das Problem seit Jahren bekannt.

    Und jetzt das absolute Topereignis. Es ist 23:30 Uhr, die Königinnenwahl ist ausgefallen, die Tombola findet gegen 2:00 Uhr statt, gesagt hat es keiner und die meisten Leute sind schon vorher abgehauen oder anständig formuliert früher abgereist.

    Frau „Jintara“ tritt auf die Bühne, übrigens dieselben Klamotten an, wie auf dem Livekonzert Ende des letzten Jahres in Bangkok zusammen mit Bird Thongchai. Ein süßes, kleines, zierliches Persönchen mit weißer Haut und wunderschönen großen Augen, nein keine Powerfrau wie Blondie, aber mit einem Lächeln auf den Lippen, die mein Herz höher schlagen ließ. Ich liebe Frau Jintara als Mensch sozusagen, nicht als Sängerin, und wenn schon, dann nicht in dieser Halle und nicht bei dieser Hitze.

    Mir hat es insgesamt recht gut gefallen, hatte ja auch kein Ticket, aber mit Presseausweis kommt man überall hinein, das hat sich seit Peter Kraus, Heinte Simon und Catarina Valente nicht geändert.

    In diesem Sinn, „fanthaa die mai“

    „Nächstes Jahr gehen wir wieder hin, egal wer versucht zu singen, ich schwöre es“.


    Jakraphong

  2.  
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  3. #2
    Avatar von Peter-Horst

    Registriert seit
    29.06.2002
    Beiträge
    2.314

    Re: Das kulturelle Ereignis in Ketsch

    Hi Jak,

    meine Erfahrungen mit den div. Thai Parties haben mich
    dazu bewogen meine Frau alleine zu diesen Verantaltungen
    gehen zu lassen, in der Zeit hab ich mit Freunden ein paar
    Wein gedrunken.

    Deinem Bericht zu folgen war das ne sehe gute Entscheidung.

    Gruß Peter

  4. #3
    Avatar von heini

    Registriert seit
    22.05.2001
    Beiträge
    1.254

    Re: Das kulturelle Ereignis in Ketsch

    tja günter........
    dafür das thaifest in heidelberg ausfallen zu lassen, war sicher ne weise entscheidung.........!
    gruss heini

  5. #4
    Jakraphong
    Avatar von Jakraphong

    Re: Das kulturelle Ereignis in Ketsch

    Haste recht heini
    Dafür haben wir, Uwe Gräser, Paul Kohler und meine Lustlosigkeit auch einen wunderschönen Abend unter freiem Himmel mit Biergartenatmosphäre, Rockmusik aus den 60ern und jede Menge Pattayatips erlebt und genossen. Beim Anblick bestimmter Gäste, ist mir zeitweise die Luft weggeblieben, aber ansonsten alles in Chilli!

    Gruß Jakraphong
    Ps. Stellaris mit Freunden war auch auf der Party, ich schätze seine nette Art übrigens sehr. Über das ausgefallene Fest auch nur noch einen einzigen Gedanken etc. wäre reine Zeitverschwendung.

  6. #5
    Avatar von Jinjok

    Registriert seit
    05.07.2001
    Beiträge
    5.556

    Re: Das kulturelle Ereignis in Ketsch

    :bravo: Jakraphong
    Schöner Bericht für die Lokalteilkolumne des Forums. Ich fühle mich, als wäre ich selbst dagewesen - nur weniger durchgeschwitzt müde und genervt. :-) Ich hoffe der Veranstalter bekommt eine Kopie davon.
    Jinjok

  7. #6
    Jakraphong
    Avatar von Jakraphong

    Re: Das kulturelle Ereignis in Ketsch

    Am falschen Platz gepostet.
    Verzeiht mit Nörgler!
    ;-D

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