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Bier..

Erstellt von koksamlan, 26.01.2004, 17:15 Uhr · 5 Antworten · 1.753 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von koksamlan

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    Bier..

    Der folgende Text entstammt dem "Cockatoo Handbuch" (bin mir bei dem Titel nicht mehr sicher), ich hoffe ich ecke bei niemanden an ..
    Ich finde den Artikel recht amüsant:

    [hr:537fab506c]
    .. für viele ein Grundnahrungsmittel, zumindest aber selbstverständlicher Begleiter eines gelungenen Mahles. Die gilt für Europäer, besonders Deutsche seit Jahrhunderten und seit ein paar Jahrzehnten auch für Thais. Ob es die Dose Singha-Bier in der Hand des einfachen Arbeiters auf der Straße ist oder eine Flasche Importbier, die ein Geschäftsmann in einem noblen Club konsumiert, Bier ist längst allgegenwärtige Thaikultur.

    Selbst in wirtschaftlich schweren Zeiten wird neben dem beliebten Spirituosen Mekong und Sangthip weiterhin der teure Gerstensaft getrunken. Ein Ende des Booms ist nicht abzusehen.

    Die Biergeschichte Thailands begann exakt am 4. August 1933, als Phya Bhirom Bhakdi eine Braulizenz erhielt. Historisch gesehen war dies auch der Startschuss für die Boon Rawd Brauerei, deren Löwenbier (auf Thai Singha, gesprochen aber nur "Singh") einen gewaltigen Erfolg vor sich haben sollte. Ob das Wappentier übrigens ein Verweis zur deutschen Löwenbrauerei sein sollte, ist auch heute, nach 65 Jahren erfolgreicher Produktion, nicht bekannt. Fest steht jedenfalls, dass die Singha-Brauerei mit rund 80 Prozent am thailändischen Biermarkt den Löwenanteil hält!

    Der älteste Sohn des Gründers Phya Bhirom Bhakdi, Khun Prachuab Bhirom Bhakdi, war der erste Braumeister Thailands. Vom renommierten "Doemens Institut", der heutigen Fachakademie in München-Gräfelfing wurde ihm 1936 nach erfolgreicher Ausbildung der Titel "Diplom-Braumeister" verliehen. Als Khun Prachuab am 1. Juli 1993 starb, hinterließ er ein Unternehmen mit dem gigantischen Jahres-Bierausstoß von sage und schreibe 350 Millionen Liter.

    Mittlerweile haben sich in Thailand starke Wettbewerber etabliert, wie die Thai Amarit Brauerei mit den Marken Kloster und Amarit, die Carlsberg-Brauerei mit den Marken Carlsberg und Chang und die Thai Asia Pacific-Brauerei mit der Marke Heinecken.

    Die in diesem Buch vorgestellten, auch hierzulande immer beliebter werdenen Mikro- oder Gasthausbrauereien sind keine eigendliche Konkurrenz zu den Riesen. Sie füllen eine ehemals trockene Marktnische.

    Das "Deutsche Reinheitsgebot für Bier" aus dem Jahre 1516 wird auch hierzulande als Marketinginstrument eingesetzt. Eigentlich wird in dieser ältesten verbrieften Form des Lebensmittelrechts nichts weiter verlangt, als dass zum Bierbrauen nur Malz, Wasser, Hopfen und Hefe verwendet werden sollen. Mittlerweile ist die Biotechnologie aber so weit fortgeschritten, dass weltweit alle nur möglichen vergärbaren Substrate auch vergoren und in geschmacklich vertretbare Formen gebracht werden können.

    So produziert man mit Hilfe ausgefeilter Technik in Japan bereits Bier direkt aus Getreide, also ohne Malz. Andernorts werden bis zu 20% durch Reis oder Mais ersetzt. Das ist auch soweit legitim, weil die zugesetzten, bei der Bierherstellung (Würzegewinnung) notwendigen Enzyme beim Kochen eh wieder inaktiviert werden.

    Thailand braut anders

    Produktdifferenzen zwischen thailändischen und deutschen Bieren gibt es natürlich. Diese beruhen aber weniger auf grundlegenden Unterschieden in Technologie oder Rohmaterial, sondern sind einfach kundenspezifisch bedingt.

    Ein thailändisches Bier, gebraut nach dem Reinheitsgebot, wird auch unter strenger Einhaltung von Rezeptur- und Hygienevorschriften hergestellt. Es wird aber nicht, wie bei uns, einer mindestens vierwöchigen *Reifung *und Lagerung unterzogen werden, einfach weil es kein kundenseitiges Erfordernis dazu gibt.

    Ein typisch hopfenstarkes Bier, zum Beispiel das beliebte Pilsener, reift bei etwa null Grad zwischen vier und acht Wochen in deutschen Lagerkellern. Dabei werden unerwünschte Geschmacksstoffe, z.B. Diacetyl, abgebaut und andere feine Aromastoffe gebildet. Ganz nach dem Käuferwunsch wird das Resultat ein schlankes, ausgewogen gehopftes, perfekt ausgereiftes Produkt sein.

    Gerade das aus Talsperren gewonnene Wasser Thailands wäre geeignet, Biere solcher Brauart herzustellen. Nur wissen die Thais eine ausgesprochen deutliche und fein abgestimmte Hopfennote traditionell gar nicht zu schätzen. Um einen möglichst hohen Ausstoß zu erzielen, ist es daher üblich, die Hauptgärung durch erhöhte Temperatur zu beschleunigen und Reifung wie Lagerung zeitlich sehr zu begrenzen.

    Das Resultat sind demzufolge Biere von grober Charakteristik! Höhere Alkohole, die sich bei warmen Gärtemperaturen verstärkt bilden, sind dann für die Kopfschmerzen verantwortlich, die sich bei übermäßigem Genuss am anderen Tag einstellen. Angebliche Kenner, die ihren Brummschädel auf irgendwelche Beimischungen im Bier zurückführen, haben vom Prozess des Brauens in Wirklichkeit wenig Ahnung. Die Unterschiede der Gärungstechnologien haben übrigens mit dem ursprünglichen Reinheitsgebot nichts zu tun.

    Dem tropischen Klima zum Tribut werden thailändische Biere mit einer höheren Stammwürze gebraut, der Malzanteil wird also einfach erhöht. Dadurch hat die Hefe während der Hauptgärung mehr Substrat (Zucker) umzusetzen und bildet mehr Alkohol. Typischerweise rund 6 Vol %. Diese höhere Alkoholmenge ist hauptsächlich Stabilisator und verhindert das frühzeitige (nicht-biologische) Zusammenbrechen des Bieres, was bei Transporttemperaturen über 50 Grad unvermeidbar wäre.

    In Thailand wird der Gerstensaft auch intensiver gefiltert, wodurch zwar etwas Geschmack verloren geht, aber der im Vergleich hohe Alkoholgehalt (Alkohol gilt als Geschmacksverstärker) kompensiert diesen Verlust. Kurz charakterisiert ist das thailändische Bier gut,stark und kompromisslos.

    In Gasthausbrauereien weicht die Produktion hier wie in Europa von jener der Industriebetriebe deutlich ab. Die Philosophie lautet einfach "Brauen und Trinken". Daher spielt eine möglichst lange Haltbarkeit keine Rolle. Wenn, dann wird nur von der Braustätte in naheliegende Lokale geliefert, nicht aber auf Flaschen abgefüllt, über tausende Kilometer transportiert und eventuell monatelang in Supermärkten gelagert.

    Biere der Mikrobrauereien sind naturtrüb, die Hefe ist also enthalten und nicht herausgefiltert. Dies macht auch den eigentlichen geschmacklichen Reiz aus, egal ob beim Weiß- oder beim Lagerbier.

    Wer nach reichlichem Genuss Verdauungsprobleme hat, dem sei gesagt, dass dis gesund und völlig normal ist. Denn größere Mengen von Hefe, die ja im Bier nicht etwa abgestorben, sondern nach Abschluss der Gärung und beim Absenken auf möglichst kalte Lagertemperatur nur etwas gehemmt ist, finden im Körper Nahrung und arbeiten kurzfristig weiter.

    Deutsche führen traditionell schon seit den siebziger Jahren die Statistiken der Thailand-Besucher an. Nun sind es auch immer mehr deutsche Braumeister, die es in das Land des Lächelns zieht. Unter ihrer Aufsicht wird Anfang 1998 bereits in acht sogenannter Microbreweries Bier in deutscher Qualität hergestellt.

    In den Gaststätten selbst herrscht urige, bayerische Atmosphäre vor. Regelmäßig wird man von freundlichen Thais in Dirndl und Lederhosen bedient, die den Gerstensaft oft auch in Steinkrügen bringen. Die Speisekarten werden von Würsten aller Art beherrscht, dicht gefolgt von Spanferkel, Sauerbraten und Schweinshaxe. Sauerkraut fehlt nirgends, und selbst frische Brezen bekommt man überall.

    Ein neuer Trend? Gar eine neue Kultur? Uns deutschsprachige Biertrinker kann´s nur freuen.

  2.  
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  3. #2
    Avatar von alhash

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    17.12.2001
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    4.824

    Re: Bier..

    "...sind dann für die Kopfschmerzen verantwortlich, die sich bei übermäßigem Genuss am anderen Tag einstellen"

    Jetzt weiß ich endlich woher meine Kopfschmerzen nach dem Genuss von Chang-Bier kommen


    Ein nüchterner Koffeeinvollgepumpter
    AlHash

  4. #3
    Mandybär
    Avatar von Mandybär

    Re: Bier..

    Hallo Freunde,

    in ganz Thailand gabs übrigens im Jänner kein Singha-Bier mehr für ca. 3 Wochen.(Ausser Restbeständen )
    Offiziell war die Begründung, daß die Fabrik gereinigt werden muß was jedoch keiner so richtig glauben kann.
    Weiss ev. wer mehr drüber.
    Böse Zungen behaupten ja, daß im Singha dubiose Haltbarmacherchen drinnen sind, vielleicht hat die Gesundheitsbehörde ?? die Produktion gestoppt.
    Das wär nämlich meines wissens die erste Brauerei die deswegen seine Pforten schliesst und auch nicht vorproduziert.

    Grüße
    Mandybär

  5. #4
    PETSCH
    Avatar von PETSCH

    Re: Bier..

    jetzt weiß ich endlich, woher nach dem
    Genuß(?) von singha damals meine Kopfschmerzen kamen

    Daher: CHANG THE BETTER WAY

  6. #5
    Avatar von HPollmeier

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    27.08.2003
    Beiträge
    1.959

    Re: Bier..

    Noch besser:

    Milch ab Fabrik


  7. #6
    Chak
    Avatar von Chak

    Re: Bier..

    Ich weiß was du mit den Haltbarkeitsmachern meinst. Immer wieder höre ich diese Behauptung, in Singha wäre Formaldehyd enthalten. Meiner Meinung nach ist das eindeutig ein Märchen.

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