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Zuneigung unter Thais?

Erstellt von ILSBangkok, 03.07.2012, 05:26 Uhr · 165 Antworten · 11.634 Aufrufe

  1. #71
    Tramaico
    Avatar von Tramaico
    Yep, meine Geburtsort ist Rio de Janeiro und ich habe mich dort von 1961 - 1965 aufgehalten. Sohn deutscher Eltern, wobei der Vater vom internationalen Arbeitgeber damals fuer 6 oder 7 Jahre nach Brasilien versetzt wurde. Vattern sprach bis zu seinem Tod in 2008 fliessend Portugiesisch, Muttern spricht es aber ueberhaupt nicht bis auf ein paar Worte. So wie meine 2008 verstorbene, ebenfalls in Brasilien geborene Schwester. Grund ist, das wir damals in einer deutschen Gegend gewohnt hatten und praktisch nur zu Deutschen Kontakt hatten.

    Selbst wenn ich die Sprache damals drauf gehabt haette, haette ich sie sicherlich ein halbes Jahr nach Rueckgang der Familie nach Deutschland mit Sicherheit verlernt, weil Kinder eben genauso schnell verlernen wie sie lernen.

    Derzeit spiele ich mit dem Gedanken irgendwann mal bei der brasilianischen Botschaft vorbeizugehen und einen Pass auf Basis meiner brasilianischen Geburtsurkunde zu beantragen, wuerde vorher aber ein halbes Jahr oder so mich mit der portugiesischen Sprache befassen. Konnte mal frueher ein wenig Spanisch bedingt durch zwei Jahre Unterricht und auch durch den Job, also eine gewisse Basis ist auf jeden Fall vorhanden. Auch hatte ich fuenf Jahre Franzoeischunterricht. Darum bin ich zuversichtlich nach 6 Monaten Portugiesisch intensiv, mich bei der Botschaft auf angemessene Weise verstaendlich machen zu koennen, wenn der Bedarf erwaechst.

    Noch hat aber, wie schon erwaehnt, Verbesserung der thailaendischen Rechtschreibung hoeher Prioritaet, waehrend Portugiesisch mehr so Spass an der Freude waere.

    Das Coole bei den Brasilianern in Thailand ist ja, dass durch ein Abkommen ein brasilianischer Pass hier mehr Wert hat als ein deutscher. Brasis koennen sich z. B. im Land 90 Tage ohne Visum aufhalten, entgegen zu den 30 Tagen der deutschen Staatsbuerger. Also sollten die Deutschen mal ganz ausflippen (z. B. Besteuerung von Auslanddeutschen) und ich mich genoetigt fuehlen meine Staatsbuergerschaft abzulegen, dann wuerde ich auf Brasilianer umsteigen, jedenfalls solange, bis ich mich tatsaechlich ernsthaft an die Thematik thailaendischer Pass mache. Ist es nicht gut, wenn man Optionen hat?

  2.  
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  3. #72
    Tramaico
    Avatar von Tramaico
    Zitat Zitat von Micha Beitrag anzeigen
    Also ist demnach aus der Not eine Tugend entstanden?! Denn wenn ein junger Mensch en passant eine so weit entfernte und fremde Sprache mit auf den Lebensweg bekommt, ist das ganz gewiss nicht nachteilig.
    Sollten dann nicht alle verantwortungsvollen Eltern ihre Kindern mindestens zweisprachig aufwachsen lassen? Das heisst vor der Geburt notfalls eine weitere Sprache selbst erlernen und diese an den Nachwuchs weitergeben um ihm den Weg zu ebnen. These: Deutsche Eltern, die ihre Kinder nicht von Geburt an mit der englischen Sprache konfrontieren sind verantwortungslos.

    In Bezug auf Otto war es zwar vorteilhaft fuer seinen Sohn, aber die Not ist fuer Otto selbst eine Not geblieben. Er konnte in Thailand nie richtig Fuss fassen und ist ja letztendlich frustriert in die Heimat zurueckgekehrt. Keine Ahnung, ob hierbei nicht ausreichende Sprachkenntnisse oder der Unwille/Unfaehigkeit zur Integration massgeblich war. Nun ja, Andreas (Lucky) hat zwar die Sprache fliessend drauf, konnt aber irgendwie die asiatische Kultur nie so richtig verinnerlichen. Bin ja selbst mit der Intention nach Thailand gegangen, damit dieses meine Wahlheimat wird. Ist mir bis dato bestens gelungen. In zwoelf Jahren nur lediglich vier Tage in Deutschland gewesen, das fuer mich zwischenzeitlich Ausland ist. Ich war froh, nach diesen vier Tagen wieder in Bangkok zu landen. Das ist jetzt auch schon wieder mehr als vier Jahre her. Derzeit ist nur noch meine Mutter einziger Bezug zu Deutschland. Segnet sie das Zeitliche, dann breche ich saemtliche Bruecken ab und meine Mutter weiss dies auch und kann es zwischenzeitlich auch voll und ganz nachvollziehen. Sie weiss, dass ich durch und durch Bangkoker bin, nach 12 Aufenthalten hier und meint, dass sie froh sei, dass ich in Thailand und nicht den USA haengengeblieben bin.

  4. #73
    Avatar von x-pat

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    Zitat Zitat von ILSBangkok Beitrag anzeigen
    você fala português ou entendê o idioma?
    Hat er doch schon gesagt.

    Ich glaube zwar nicht, dass das Erlernen einer Fremdsprache Tramaicos Stieftochter auf andere Ideen gebracht hätte, aber man weiss nie wozu das einmal gut sein kann. Es ist in der Tat nicht ganz einfach mit dem Deutsch, da ich fast der einzige bin, der mit unseren Kindern Deutsch spricht, und das nicht immer ganz ernst genommen wird. Die Antworten kommen meist in Englisch oder in Thai. Die Kinder nehmen Deutschstunden und meine ältere Tochter hat auch mal ein Jahr im deutschen Kindergarten verbracht. Sie haben beide deutsche Pässe und besuchen Deutschland in (un-)regelmässigen Abständen. Falls sie später mal länger dort bleiben wollen, sind die Tore zumindest schon geöffnet.

    Aus meiner Erfahrung kann ich sagen, dass die meisten Expats ihre Muttersprache mit ihren Kindern sprechen. Die meisten tun das sogar viel strenger und konsequenter als ich, denn ich spreche meist Englisch mit ihnen. Das liegt einerseits daran, dass ich Englisch mag und andererseits ist Englisch eben die de facto Weltsprache. Wer im 21 Jahrhundert kein Englisch spricht hat sich ja fast schon selbst (krass ausgedrückt) zum Bildungsproletariat verdammt. Die Situation ist natürlich ein wenig anders wenn es sich nicht um die leiblichen Kinder handelt und die schon ein wenig aufgewachsen ist. Wenn sie einmal das Alter von 5-6 überschritten haben, ist es schwerer mit einer neuen Sprache anzufangen. Aber auch das hängt vom Einzelfall ab.

    Im Prinzip halte ich es für besser mit mehreren Sprachen aufzuwachsen, denn Sprachen sind nun mal Fenster zur Welt. Darum wachsen unsere Kids auch dreisprachig auf. Natürlich ist das ein wenig anstrengender. Wenn Kinder mehrere Sprachen auf einmal lernen, erreichen sie Fertigkeiten langsamer, und verwechseln auch häufig Dinge, aber am Ende zahlt es sich aus.

    Cheers, X-pat

  5. #74
    ILSBangkok
    Avatar von ILSBangkok
    Oh das wusste ich gar nicht. Muss meinen Pass erneuern. Gehen wir zusammen? :P

  6. #75
    Avatar von rolf2

    Registriert seit
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    Zitat Zitat von x-pat Beitrag anzeigen
    Im Prinzip halte ich es für besser mit mehreren Sprachen aufzuwachsen, denn Sprachen sind nun mal Fenster zur Welt. Darum wachsen unsere Kids auch dreisprachig auf. Natürlich ist das ein wenig anstrengender. Wenn Kinder mehrere Sprachen auf einmal lernen, erreichen sie Fertigkeiten langsamer, und verwechseln auch häufig Dinge, aber am Ende zahlt es sich aus.

    Cheers, X-pat
    sehe ich auch so, wobei Thai für Deutsche, und Deutsch für Thais recht exotische Sprachen ohne viel Nährwert darstellen....

    englisch, französisch und spanisch, meinetwegen noch chinesisch das sind die Sprachen mit denen man weltweit was anfangen kann


    aber Deutsch und Thai?

  7. #76
    Avatar von Micha

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    Zitat Zitat von Tramaico Beitrag anzeigen
    Sollten dann nicht alle verantwortungsvollen Eltern ihre Kindern mindestens zweisprachig aufwachsen lassen? Das heisst vor der Geburt notfalls eine weitere Sprache selbst erlernen und diese an den Nachwuchs weitergeben um ihm den Weg zu ebnen. These: Deutsche Eltern, die ihre Kinder nicht von Geburt an mit der englischen Sprache konfrontieren sind verantwortungslos.
    Das Wörtchen "en passant" hast Du dabei geflissentlich überlesen. Ich meinte nicht irgend welche hypothetischen Krampfdinger, sondern eigentlich die Situation, wo die Eltern den Kindern ohne jeglichen Zusatzaufwand den wertvollen Schatz einer echten Fremdsprache mitgeben können - so quasi nebenbei. Schade wenn jemand diese Chance leichtfertig verschenkt.

  8. #77
    Avatar von gerhardveer

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    Zitat Zitat von rolf2 Beitrag anzeigen
    aber Deutsch und Thai?
    Warum immer "weltweit"?
    Wenn dies die Sprachen der Eltern sind - wo liegt bei kleinen Kindern aus anderer Ehe, die man in die eigene übernimmt und erst recht bei den eigenen das Problem? Kleine Kinder saugen auf wie ein Schwamm und lernen die Sprache beider Eltern leicht, wenn die Eltern dies nicht verhindern. Soll man als Eltern den Kindern den Zugang zur einen Hälfte ihrer Herkunft verbauen, indem man etwas verhindert, was mit Leichtigkeit gelernt werden könnte? Sprache ist der Zugang zur Kultur - ich persönlich könnte es nicht verantworten, meinem Kind diesen Zugang zu verbauen!
    Da gebe ich x-Pat völlig recht...

    Zitat Zitat von Micha Beitrag anzeigen
    ... wertvollen Schatz einer echten Fremdsprache mitgeben können - so quasi nebenbei. Schade wenn jemand diese Chance leichtfertig verschenkt.

  9. #78
    Avatar von rolf2

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    @Gerhard

    ich sag ja nichts gegen Fremsprachen und deren Nützlichkeit, nur wenn ich Wahl zwischen verschiedenen sprachen habe, warum sollte ich dann Deutsch für ein in Thailand aufwachsendes Kind und Thai für ein in Deutschland aufwachsendes Kind wählen.

    Beide Sprachen sind doch eher provinziell und in einer immer mehr globalisierten Welt im Grunde Auslaufmodelle.

    Exotische Sprachen mögen ja auch ihre Berechtigung haben und für Nischen gut geeignet sein, englisch/spanisch und französisch sind aber Sprachen die weltweit von Wert sind, kann ja jeder halten wie er will.

  10. #79
    ILSBangkok
    Avatar von ILSBangkok
    @Rofl2

    Ich versthe was du meinst. Klar mach Thai in DE sowenig Sinn wie Deutsch in TH. Wenn jedoch die Eltern diese Sprachen beherrschen (meist), dann warum nicht gleich diese Sprache beibringen?

    Wir machen es so z.B:

    Grossmutter (1) spricht Thai mit dem Sohn
    Mutter spricht English
    Vater spricht Deutsch
    Grossvater spricht Portugisisch
    Grossmutter (2) spricht Deutsch
    Stiefgrossmutter spricht Portugisich

    4 Sprachig... und Franzoesisch lernt er dann in der Schule.

    Wichtig ist, dass jede einzelne Person mit ihrer Sprache konsequent ist und nur diese anwendet.

  11. #80
    Avatar von Micha

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    Zitat Zitat von rolf2 Beitrag anzeigen
    Exotische Sprachen mögen ja auch ihre Berechtigung haben und für Nischen gut geeignet sein, englisch/spanisch und französisch sind aber Sprachen die weltweit von Wert sind, kann ja jeder halten wie er will.
    Die passende Sprache ist da von Wert, wo man sich gerne- und vorzugsweise aufhält.

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