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Wir bauen ein Haus in der Provinz

Erstellt von Teddy, 20.02.2011, 06:15 Uhr · 663 Antworten · 116.657 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von Teddy

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    Wir bauen ein Haus in der Provinz

    Wir bauen ein Haus in der Provinz Udon Thani. Es soll kein Thaihaus werden, sondern ein Haus, das der Umwelt entspricht und wenig Energie verschwendet. Es soll sich auch positiv in die Landschaft einordnen lassen.


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    Hier ist unser Ausgangspunkt: Dieses Heim hatten wir im Jahre 1990 erbaut. Damals war es noch sehr schwierig entsprechende Baumaterialien zu bekommen. Nachdem wir im Jahre 2000 ganz nach Thailand gezogen sind, bemerkten wir, dass es um das Anwesen herum sehr laut und schmutzig geworden ist. Die Jugend hatte sich gewandelt. So zogen wir es vor außerhalb einen Neuanfang zu wagen.




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    Außerhalb des Dorfes stand seit längerer Zeit ein Grundstück zum Verkauf, wir besichtigten es und der Kaufvertrag wurde geschlossen, auf wen? Das wird sich so mancher Fragen?
    Wir kauften es auf den Namen unserer Tochter, so brauchten wir keine Probleme zu befürchten.



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    Nun waren die ersten Arbeiten angesagt, das Grundstück in einen anderen Zustand zu versetzen, dazu gehörte die Entfernung des Mülls, der überall herumlag. Nach dem Säubern hatten wir schon einmal einen besseren Überblick. Nahe der Strasse befand sich ein seichter Tümpel, dieser brachte mich auf die Idee, hier einen großen Gartenteich anzulegen.


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    Das war dann auch die erste Arbeit, ein Bagger wurde bestellt, der Preis ausgehandelt, Geheißen hat es je m³ gewachsener Boden 18 Bath, die Rechnung sah am Ende anders aus, sie belief sich auf das Doppelte „Amanzing Thailand“




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    Nun das Becken war ausgehoben, für die Planierarbeit bestellten wir ein anderes Unternehmen, der Preis wurde für Arbeitsstunden ausgehandelt. Diesmal ging es mit rechten Dingen zu. Der Arbeitsraum war sehr solide und sauber hergestellt.



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    Der Arbeitsraum wurde nun sauber planiert und wir konnten das Schnurgerüst erstellen und den Grundriss des hauses festlegen.



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    Nun war es an der zeit die Fundamentgraäben ausheben zu lassen. Diese hatten einen Querschnitt von 40 cm Breite und 50 cm tiefe. Ich achtete darauf dass die Fundamente durchgehend sind und auch ineinander verzahnt waren.



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    Mittlerweile wurden auch die Baustahlkörbe für die Fundamente gebunden



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    am 1. Januar 2007 war es dann soweit, es war ein sehr guter Tag um einen Hausbau zu beginnen. Es fand nun eine feierliche Zeremonie statt. Viele Bewohner sind zu diesem Akt gekommen.


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    der Schwiegervater war der Zeremonienmeister, nach dem feierlichen Akt wurde dann auch gemeinschaftlich gegessen.

    Am folgenden Tag wurden dann die restlichen Baustahlkörbe für die Säulen aufgerichtet und an den Fundamentkörben befestigt.
    Nun konnte die Fertigbetonlieferung bestellt werden. es wurde die höchste Qualitätsstufe bestellt natürlich wasserdicht. Am nächsten Tag wurde die Schalung für die Bodenplatte gemauert, hierzu nahmen wir die Betonhohlblocksteine. So brauchten wir kein Holz für die Schalungen zu verschwenden. Danach wurde die Baustahlarmierung für die obenauf liegende Bodenplatte gebunden. Die Thais wollen immer die Bodenplatte zwischen die Fundamente giessen, das lehnte ich strickt ab. So konnte dann wieder die nächste Fuhre mit Fertigbeton bestellt werden. Die Bodenplatte haben wir mit 15cm Dicke gegossen. ( Thais brauchen nur 6 - 8 cm )



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    Das UG ist nun bereits hochgemauert, zweischalig. Diese Seiten, die später mit Erde angefüllt wurden sind alle mit Beton und entsprechender Armierung ausgefüllt. Als Abschluß wird ein durchgehender armierter Ringanker gegossen. Nun können die Fertigbetonpaneelen auf Mass geliefert werden. Danach wird eine weitere Baustahlmatte mit 6 mm Baustahl gebunden.



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    Das UG ist nun fertiggestellt, die Außenwände werden nun zwei cm dick verputzt und danach mit Innertol gestrichen, damit kein Wasser in das Mauerwerk eindringen kann. Später wird die Südseite mit Erde angefüllt, damit die weiteren Bauarbeiten leichte von der Hand gehen.



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    Die Geschoßdecke ist betoniert, es kann weiter gemauert werden



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  2.  
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  3. #2
    nfh
    Avatar von nfh

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    Guten Morgen,
    schöner Bericht-wann geht es weiter?
    gruß.Norbert

  4. #3
    Avatar von Teddy

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    wir bauen ein Haus in der Provinz

    Nun sind wir mittlerweile mit dem EG fertig, es wird die Leichtbau- Zwischendecke eingefügt. Nun kann das mauern im OG weitergehen. Es werden die Giebelwände sowie die Kniestöcke auf die erforderliche Höhe gemauert. Den Dachfirst lasse ich als armiertem Betonunterzug herstellen. Nun kann auch mit dem Dachstuhl begonnen werden. Dieser wird ebenfalls mit Formstahl hergestellt und geschweißt.
    Als Dacheindeckung habe ich Eternitplatten gewählt, weil sich die Betonpfannen sehr stark erhitzen und des Abends die Hitze in die Räume abgeben
    Als sehr wertvollen Tipp möchte ich dir noch mitgeben, achte stets darauf, dass die Thais eine richtige Mischung herstellen, auf jedem Zementsack ist eine Mischtabelle, die auch du verstehst.
    Einen sehr gravierenden Fehler muss ich immer wieder feststellen, wenn Thai´s mauern, auch bei über 30 Grad im Schatten werden die Steine nicht genässt, das heisst im Klartext, der Mörtel kann gar nicht mit den Steinen abbinden, weil der Mörtel einfach „verbrennt“ Du kannst am nächsten Tag die Mauer wieder abheben. Sollte vielleicht ein stärkerer Wind kommen, so fällt die ganze Wand um und du ärgerst dich !!!

    Nun auch beim verputzen muss die Wand richtig angefeuchtet werden, damit der Putzmörtel nicht zu schnell trocknet. Es ist bei diesen Temperaturen auch sehr zu empfehlen dem Putzgemisch einen Verzögerer hinzuzufügen
    Hier ist ganz besonders darauf zu achten dass die Thais keine Mischung anmachen eins zu zwei. Sie sollen sich an die Mörtelvorgaben auf den Zementsäcken halten.
    Zuviel Zement bildet nach dem Putzen Trockenrisse, hier läuft später das Wasser in die Wände.



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    Nun ist es an der Zeit die Giebelwände und Kniestöcke zu mauern



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    Ein Blick in das Obergeschoss, bald kann man mit der Dachkonstruktion beginnen. Sie wird aus Formstahlö hergestellt
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    nun wird einmal die Ostseite eingerüstet und verputzt, wie schon beschrieben ist es sehr wichtig die Wände vor dem verputzen sehr gut zu wässern, damit der Putz nicht so schnell zieht, er braucht seine Zeit zum verbinden.
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    Das ist nun das Projekt, so wie ich es mir vorgestellt habe.
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    Nun kommt die Gartenanlage, sie nimmt auch eine sorgfältige Planung ein. Die Erde muss erst mühsam rekultiviert werden. hierzu bediene ich mich vor allem Humus, Reisschale, Reisstroh, so beginnt ein großer Kraftakt. Die Thai´s meinen, leg dich lieber hin, in dem Feld kommt sowieso nicht, die Arbeit ist umsonst.

    Ich habe in den Kinderjahren jedoch etwas anderes gelernt von meinen Eltern und Verwandten. Dieses Wissen wende ich nun an.

  5. #4
    antibes
    Avatar von antibes
    Danke auch für den interessanten Bericht.

  6. #5
    Avatar von Teddy

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    Das war richtige Knochenarbeit, die reisschale einzuarbeiten. In der roten Erde kommt ja sonst nichts. Zubetonieren wie viele Thai´s möchte ich den Garten nicht!



    Die Hunde sind immer gerne dabei.



    Das Blumenhaus ist auch im Aufbau, doch die erde lässt zu wünschen übrig, immer wieder kultivieren



    Im Blumenhaus gibt es auch noch sehr viel zu tun



    die ersten Orchideen haben schon ihren Platz



    Mittlerweile sieht die Anlage schon ganz manierlich aus


    Auch das Grün des Rasens hat sich gefestigt



    Die Hunde fühlen sich wohl, sie tummeln gerne im Garten sowie auch im Gartenteich.



    Nun haben wir ein schönes Gesamtbild, hier kann man relaxen und sich wohlfühlen



    Wir geben dem Heim den Namen “Zur Fischerhütte”


    So eine herrliche Blume darf in der Anlage natürlich nicht fehlen.



    Was meinst du, ist das nicht eine herrliche Anlage geworden, Die Thai´s hatten immer behauptet hier wächst nichts. Ich habe das Gegenteil bewiesen.



    Hier habe ich sehr viel Wissen eingesetzt, sehr viel Arbeit, ich muss sagen, es hat sich gelohnt.



    Die Papayagewächse haben bei mir einen besonderen Platz, denn es ist Nuturmedizin



    Letztes Jahr haben wir Citronensträucher gepflanzt, bei guter Kultivierung sind sie angewachsen und haben sich sehr schön entwickelt



    Blick in die Anlage



    das Blumenhaus hat nun auch Form angenommen



    Das ist ein Traum. Morgens auf der Terrasse den Kaffee geniesen und diesen Ausblick !!

  7. #6
    Avatar von Micha L

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    Schöner Bericht und schönes Haus - gratuliere.

    Das Dach ist unschwer als deutsch-thailändische Kombination zu erkennen.

  8. #7
    Bajok Tower
    Avatar von Bajok Tower
    Hallo Teddy,

    baut die thailändische Brigade überall in Isaan und was hat das Haus (ohne Grundstück) gekostet?

  9. #8
    Avatar von Tschaang-Frank

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    Sieht gut aus.
    Bis auf ein paar "handwerkliche" Tips schreibst du nichts weiter ueber "Schwierigkeiten" !?
    Wie lief es mit den Arbeitern, musstest du ihnen staendig im "Nacken" haengen und aufpassen, wurde soweit sauber und ordentlich ge-, verarbeitet ? Hat dein Zeitpaln mit den Jungs geklappt oder oefters nach dem Motto "Kommste Heute nicht, kommste Morgen.."
    Was dich der Spass (Material und Arbeitslohn getrennt) gekostet hat wuerde mich auch interessieren (wenn du es verraten moechtest)

    Das Foto mit den vielen Hunden war nicht noetig - meine Frau liegt mir jetzt wieder in den Ohren - die liebt Hunde

  10. #9
    Avatar von Chumphon

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    Zitat Zitat von Tschaang-Frank Beitrag anzeigen
    Das Foto mit den vielen Hunden war nicht noetig - meine Frau liegt mir jetzt wieder in den Ohren - die liebt Hunde
    Meine Frau leider auch.

  11. #10
    Avatar von Teddy

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    Wie lief es mit den Arbeitern, musstest du ihnen staendig im "Nacken" haengen und aufpassen, wurde soweit sauber und ordentlich ge-, verarbeitet ? Hat dein Zeitpaln mit den Jungs geklappt oder oefters nach dem Motto "Kommste Heute nicht, kommste Morgen.."


    Hallo Tschang-Frank Nun möchte ich ein wenig auf deine Fragen eingehen. Es ist unbedingt notwendig dass du immer anwesend bist, die Thai´s arbeiten sehr gerne nach ihrem Schema, das ist nicht gut, dafür werden sie nicht bezahlt. Wenn ich etwas will muss es Qualität sein.
    Einen großen Fehler den viele Thais machen ist, sie halten sich nicht an die Vorgaben der Mörtelmischungen. Es wird prinzipiell eine Mischung angemacht ein Teil Zement und zwei Teile Sand, Wasser dann sehr oft auch zuviel.
    Bei Temperaturen von über 30 Grad müssen die Steine vor dem Verabeiten gewässert werden, damit das Wasser nicht zu schnell dem Mörtel entzogen wird. Bei mir waren Thais, sie waren sehr vernünftig und haben sehr großes interesse gehabt etwas hinzuzulernen. Anderen wiederum musstest du klarlegen, so wird es gemacht und nicht anders, sonst verlässt du die Baustelle.
    Wenn im Dorf jemand gestorben ist, dann waren sie solange nicht anwesend, bis der Tote verbrand war. Wenn die Pflanzzeit war, die Farmen mussten bewarbeitet werden, so habe ich eine Pause eingelegt, das war kein Problem. Musste ich in die Stadt um Material einzukaufen so war für diesen Tag Pause angesagt. Ohne Aufsicht keine Arbeit. Das ist leider in Thailand notwendig.

    Auch ich habe viele Hunde, denn auch sie sind meine Freunde hahahaha !!!

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