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Touristenvisum für die Schweiz: Was sagen auf der Botschaft?

Erstellt von Shuai_ran, 05.05.2007, 19:37 Uhr · 8 Antworten · 1.852 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von Shuai_ran

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    Touristenvisum für die Schweiz: Was sagen auf der Botschaft?

    Ein guter Freund von mir hat im Urlaub mit mir und meiner Frau eine Thailänderin kennen gelernt und möchte sie nun einladen.
    Da ich mit meiner Frau das ganze Prodzedere auch zweimal durchgegangen bin, unterstütze ich ihn nun ein bisschen :-)
    Nun meine (bzw. seine) Frage: Was soll seine Freundin auf der Botschaft sagen, wenn sie gefragt wird, in welcher Beziehung sie stehen?
    IMHO sollte sie die Wahrheit sagen, also dass sie ihren Freund besucht. Meine Frau hat das auch so gemacht und ohne Probleme das Visum bekommen. Allerdings war meine Frau schon vorher mal in der Schweiz bei Verwandten (dabei haben wir uns kennen gelernt). Von da her ist seine Situation etwas anders.
    Das Problem ist, dass diverse Quellen, u.a. das Thail. Konsulat und ein Reisebüro, dass auf Tickets für Thais die in der CH Ferien machen spezialisierst ist, dringend davon abraten, zu sagen, dass man Freund/Freundin ist. Man solle vielmehr sagen, man sei gute Freunde o.ä.
    Ich finde einfach, dass das keinen Sinn macht, weil die "gute Freunde" Geschichte klingt schon so erfunden.... Ich bin der Meinung, dass man die Wahrheit sagen soll, denn es ist ja nicht verboten, eine ausländische Freundin zu haben und diese auch einzuladen. Es ist hingegen verboten, falsche Angaben zum Erlangen eines amtlichen Dokumentes zu machen.
    Er ist schon ganz verzweifelt, weil alle etwas anderes sagen, also, was ist eure Meinung dazu?

  2.  
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  3. #2
    Avatar von tira

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    Re: Touristenvisum für die Schweiz: Was sagen auf der Botsch

    Zitat Zitat von Shuai_ran",p="477572
    ....Ich bin der Meinung, dass man die Wahrheit sagen soll, denn es ist ja nicht verboten, eine ausländische Freundin zu haben und diese auch einzuladen.....
    jo,

    der meinung sind wohl die meisten hier

    doch was nutzt das, wenn welche glauben sich in der festung europa verbarrikadieren
    zu können. gut in der ch mag manches anders sein, abber abschottungsbestrebungen gibt es auch dort.
    in d iss es inzwischen so gut wie nicht mehr machbar, freundin x eben auf besuch
    zum besseren kennenlernen mit erfolgsaussichten einzuladen.

    gruss

  4. #3
    Avatar von Shuai_ran

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    Re: Touristenvisum für die Schweiz: Was sagen auf der Botsch

    Was soll man also auf der Botschaft sagen?
    Das Problem ist: Eine ca. 25 jährige, ledige junge Thai die von einem ca. 26 jährigen ledigen Schweizer eingeladen wird, muss ja fast die Freundin sein. Also wenn ich auf der Botschaft arbeiten würde und mir jemand so eine Geschichte auftischen würde, dann würd' ich's nicht glauben und das Visum auch nicht geben, denn wer lügt, hat was zu verbergen.
    Es gibt tatsächlich Leute, die ihm geraten habe, zu sagen, sie seien "nur" gute Freunde und er hat sie ein paar mal in TH besucht, auch einmal ihre Familie im Isaan (ja, dass machen ledige, europäische, platonische Freunde, die Familie der platonischen ohne Hintergedanken im tiefsten Isaan besuchen...) und weil die so gastfreundlich waren, will er sich revanchieren.
    Also wenn er so ein Visum bekommt und mit der Wahrheit nicht, dann frage ich mich wirklich, wie die Visa vergeben werden. Denn die Geschichte mit dem guten Kollegen ist sowas von an den Haaren herbeigezogen, dass man sie nicht glauben kann. Und wie bereits erwähnt, wenn die Lüge auffliegt, gibts sicher kein Visum.
    Mein Problem ist einfach, ist weiss nicht, was ich ihm raten soll. Er hat schon schlaflose Nächte, weil alle etwas anderes sagen.
    Meine Meinung dazu ist klar, aber es gibt soooo viele Horror-Geschichten von Leuten, die kein Visa bekommen haben usw. Nur muss ich sagen, die Leute, die meine Frau und ich kennen haben alle ein Visum bekommen. Das ist zwar mit Aufwand und ein paar kleinen Schikanen verbunden, aber am Schluss klappts doch (meistens). IMHO kommen diese Geschichten daher, dass oft Leute von Betrügern vor der Botschaft abgefangen werden, die behaupten, sie können das Visum durch Beziehungen "unter der Hand" bekommen und dann hauen sie mit dem Geld ab. Eine Kollegin der Freundin meines Freundes (oje, was für ein Satz:-)) hat gesagt, sie hat 20'000 THB für ein Schengen-Visum bezahlt und keines bekommen...Das schreit förmlich nach Betrug.
    Zitat Zitat von tira",p="477607


    doch was nutzt das, wenn welche glauben sich in der festung europa verbarrikadieren
    zu können. gut in der ch mag manches anders sein, abber abschottungsbestrebungen gibt es auch dort.
    in d iss es inzwischen so gut wie nicht mehr machbar, freundin x eben auf besuch
    zum besseren kennenlernen mit erfolgsaussichten einzuladen.

    gruss
    Und genau dass führt ja dazu, dass man "gezwungen" ist, relativ schnell zu heiraten. Wenn mit der restriktiven Visa-Politik versucht wird, Ehen zu verhindern, dann ging der Schuss nach hinten los.

    Ich bin der Meinung, dass jeder Mensch, sofern er es sich leisten kann und sich anständig verhält, in einem Land bleiben. Warum mach man nicht ein unbegrenztes Besuchervisum, wenn sich der Garant (also i.d.R. PartnerIn), dazu bereit erklärt, für Unterkunft, Versicherung etc. aufzukommen und die eigeladene Person sich verpflichtet, nicht schwarz zu arbeiten oder andersweitig gegen das Gesetz zu verstossen... Ich stelle mir das wie eine Art "Konkubinatsvertrag" mit Rechten und Pflichten für Garant und Besucher vor, das beide unterschreiben müssen. Solange dem Staat keine Kosten entstehen und keine illegalen Handlungen passieren, wäre das ja kein Problem und niemand käme zu schaden.

  5. #4
    Avatar von Liggi1

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    Re: Touristenvisum für die Schweiz: Was sagen auf der Botsch

    Ich würde zur Wahrheit raten. Die auf der Botschaft wissen doch Bescheid was läuft.

    Allerdings sollte sie sagen, sie kennt ihn schon seit 1 oder 2 Jahren und sollte auf keinen fall von ihrem Wunsch sprechen, für immer in CH zu bleiben oder zu heiraten. Der Rückkehrwunsch nach Thailand muß für die Botschaft erkennbar sein.

  6. #5
    Avatar von Shuai_ran

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    Re: Touristenvisum für die Schweiz: Was sagen auf der Botsch

    Zitat Zitat von Liggi1",p="477629
    Ich würde zur Wahrheit raten. Die auf der Botschaft wissen doch Bescheid was läuft.

    Allerdings sollte sie sagen, sie kennt ihn schon seit 1 oder 2 Jahren und sollte auf keinen fall von ihrem Wunsch sprechen, für immer in CH zu bleiben oder zu heiraten. Der Rückkehrwunsch nach Thailand muß für die Botschaft erkennbar sein.
    Ich glaube, den Wunsch verspürt sie z.Z. noch nicht. Sie (und er) müssen zuerst mal schauen, wie es mit ihrer Beziehung langfristig läuft (in den kurzen Ferien, wenn man sich lange nicht gesehen hat, läufts natürlich meistens gut, aber im Alltag siehts nochmals anders aus).
    Die Wahrheit, und dass habe ich ihm auch gesagt, heisst ja nicht, dass man alle zukünftigen Pläne ikl. Heirat und Kinder etc. auf den Tisch legen.
    Der Rückkehrwunsch wird ihr u.a. von ihrem Chef bestätig, da er ihr eine Erklärung austellt, aus der hervorgeht, dass sie längere Zeit unbezahlt Urlaub machen kann und nach der Rückkehr den Job wieder aufnehmen kann. Hinzu kommt, dass ihre ganze Familie in TH lebt.

  7. #6
    Avatar von songthaeo

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    Re: Touristenvisum für die Schweiz: Was sagen auf der Botsch

    sie kann doch sagen, dass sie als Touristin die Sehenswuerdigkeiten der Schweiz besuchen moechte.Wenn das nicht die Wahrheit ist :???:

  8. #7
    Avatar von Tommy

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    Re: Touristenvisum für die Schweiz: Was sagen auf der Botsch

    Zitat Zitat von Shuai_ran",p="477618
    Warum mach man nicht ein unbegrenztes Besuchervisum, wenn sich der Garant (also i.d.R. PartnerIn), dazu bereit erklärt, für Unterkunft, Versicherung etc. aufzukommen und die eigeladene Person sich verpflichtet, nicht schwarz zu arbeiten oder andersweitig gegen das Gesetz zu verstossen
    Genau DAS habe ich mich auch schon gefragt! Das Problem wird dabei sein, dass man damit Schleusern, die Frauen zum anschaffen importieren wollen, leider auch Tür und Tor öffnet. Wer soll denn kontrollieren, was die eingeladene Person macht?

    Gruß Tommy

  9. #8
    Avatar von Shuai_ran

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    Re: Touristenvisum für die Schweiz: Was sagen auf der Botsch

    Zitat Zitat von Tommy",p="477690

    Das Problem wird dabei sein, dass man damit Schleusern, die Frauen zum anschaffen importieren wollen, leider auch Tür und Tor öffnet. Wer soll denn kontrollieren, was die eingeladene Person macht?

    Gruß Tommy
    Heute ist es einfach so, dass Schleuser Scheinehen arrangieren und die Frauen dann anschaffen lassen. Ich habe schon von Beträgen um die 20'000 CHF (12'000 Euro)aufwärts gehört, die für Scheinehen gezahlt werde. Die Frauen müssen das Geld dann abarbeiten und das geht eine Weile.
    Was scheinbar auch gemacht wird, dass Frauen nach der (Schein-)Heirat eine Arbeitsbewilligung beantragen (für verheiratete Frauen ist Arbeit in einem Nachtclub o.ä. ja nicht verboten), die Frauen kriegen einen Arbeitsvertrag, auf dem ein guter Lohn steht, defacto gibts aber nichts und der Arbeitgeber zahlt nur die Sozialabgaben. Sobald die Frau lange genug gearbeitet hat, wird ihr gekündigt und sie kann Arbeitslosengeld beziehen. So profitieren beide und der Staat bezahlt.

    Das grosse Problem ist, dass es in der CH (im Rest Europas wirds nicht anders aussehen) keinen Vernünftigen Umgang mit dem Phänomen Prostitution gibt. IMHO sollte man Prostitution ganz verbieten oder klare Richtlinien schaffen. Aber die ganze Geschichte mit den strengen Visa-Richtlinien bringt gar nichts, so lange man sie mit Scheinehen aushebeln kann. Die ganze Geschichte ist sicher ein interessantes Thema und falls Interesse besteht könnte man das ganze in einem eigenen Thread behandeln.

    Um auf deine Frage zurück zu kommen: Falls die Frau (bzw. der Gast, kann ja auch ein Mann sein) bei der Schwarzarbeit erwischt wird (egal wo), sollte sie zurück geschickt werden und in Zukunft kein Visum mehr bekommen. Der Gastgeber soll, falls er davon gewusst hat, ebenfalls hart bestraft werden, am besten mit einer hohen Geldstrafe.
    Der Vorteil hier ist, dass man im Gegensatz zu Scheinehen eine gewisse Möglichkeit hat, Missbrauch aufzudecken.

    Zitat Zitat von songthaeo",p="477672
    sie kann doch sagen, dass sie als Touristin die Sehenswuerdigkeiten der Schweiz besuchen moechte.Wenn das nicht die Wahrheit ist :???:

    Das stimmt schon, allerdings kommt die Frage bestimmt, wer denn der Garant ist. Und da wird i.d.R. auch gefragt, in welcher Beziehung man zum Garanten steht.
    Spätestens das wird es kritisch, weil man ja immerhin eine Garantie für die Person abgibt.
    Bei meiner Frau war das so: Zuerst wurde sie von ihrer Cousine eingeladen. Dann haben wir uns getroffen, ich habe sie in TH besucht und wollte sie dann in die CH einladen. Da ich Student bin und zu dem Zeitpunkt weder Lohn noch eigene Wohnung hatte, haben meine Eltern die Garantie übernommen. Als meine Frau den Sachverhalt auf der Botschaft erklärte, musste sie das Familienregister vorweisen, um zu zeigen, dass beim ersten Mal tatsächliche eine Verwandte sie eingeladen hat, vorweisen. Ich musste meinen Pass faxen, um zu beweisen, dass ich wirklich der Sohn der angegebenen Garanten bin. Erst dann gabs das Visum. Von dem her gehen die Gespräche schon recht in die Tiefe und eine Erklärung in 2-3 Sätzen reicht nicht aus.
    Von da her muss man schon eine in sich stimmige und konsistente Geschichte erzählen - und die Wahrheit erfüllt diese Kriterien (es geht ja auch "extended truth")

  10. #9
    Avatar von Shuai_ran

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    Re: Touristenvisum für die Schweiz: Was sagen auf der Botsch

    NACHTRAG:
    Mein Kollege hat sich entschieden, die Wahrheit zu sagen. Das ist IMHO das einzig Richtige und falls der Antrag abgelehnt wird, hat man bessere Chancen auf einen Rekurs als wenn der Antrag wegen einer Lüge abgelehnt wird.

    Zu den Quellen, die zum Lügen raten: Es gibt zwar mehrere Quellen, die raten, ja nicht zu sagen, dass man Freund/Freundin ist, allerdings beziehen sich die Quellen gegenseitig auf einander und bei genauerer Betrachtung sind es 1-2 Quellen, die einfach immer wieder (z.T. falsch) zitiert werden. Hinzu kommt, dass es auf einer Page heisst: "Sagt ja nicht, dass ihr verlobt seid bzw. heiraten wollt." Das ist ja bei einem Touri-Visum klar, aber Freundin und Verlobte ist ja nicht ganz das gleiche. Eine andere Quelle hat dann einfach noch "Freundin" hinzugenommen und die Aussage dadurch verfälscht.

    Zum Ablauf des Interviews (hab heute meine Frau gefragt):
    Für thailändisches Verständnis nicht unbedingt höflich, d.h. es ist nicht so, wie man in einem guten/teuren Shopping-Center bedient wird, aber für europäische Verhältnisse normal (ich denke auch, dass je nach dem auf thailändischen Ämtern, je nach Wichtigkeit des Beamten, auch nicht gerade überfreundlich mit Antragsstellern umgegangen wird).
    Meine Frau hat mir auf Thai genau wiedergegben, wie und was gefragt wurde. Das ganze geschah in leicht militärischem Ton und ohne Höflichkeitspartikel (also kein Kha nach jeder Frage):
    -Name?
    -Wohnort?
    .
    .
    .
    -Wer hat Sie eingeladen?
    Antwort: Mein Freund
    -Warum macht er die Garantie nicht selber?
    Antwort: Er ist Student, seine Eltern übernehmen die Garantie
    -Können Sie eine Kopie seines Passports vorlegen
    Antwort: Ich kann ihn anrufen und er kann es faxen.
    -Wer hat sie das erste Mal in die CH eingeladen
    Antwort: Meine Cousine
    -Können Sie das Verwandschaftsverhältnis beweisen (Familienregister)?
    Antwort: Ja, aber ich muss die Dokumente zuerst besorgen...
    - Gut, wenn wir die Dokumente vorliegen haben, bekommen Sie das Garantieformular.


    Dann hat sie alles nachgereicht und das Visum erhalten.

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