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Schmarotzer

Erstellt von Joerg_N, 13.07.2014, 13:41 Uhr · 103 Antworten · 11.728 Aufrufe

  1. #41
    Avatar von Chak

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    Zitat Zitat von siamthai1 Beitrag anzeigen
    abend, für die thais hast du jetzt ein schwarzes herz.
    Lieber hartherzig als ATM.

  2.  
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  3. #42
    woody
    Avatar von woody
    Zitat Zitat von Micha Beitrag anzeigen
    Gerade dann, wenn man sich eben nicht von nur einer Familie gänzlich vereinnahmen- und abschirmen lässt, kann man hier wie dort Kontakt zu den unterschiedlichsten Menschen finden. Man kann ihnen zuhören und man kann mit ihnen sprechen.
    Wer sagt denn etwas von Vereinnahmen und Abschirmen? Hast du Angst vor der Familie deiner kleinen Freundin? Befuerchtest du, dass du vereinahmt wirst?

  4. #43
    Avatar von x-pat

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    Zitat Zitat von berti Beitrag anzeigen
    darfst nicht vergessen: in vielen w-europ. Ländern hatten wir das Zeitalter der Aufklärung, des Humanismus, der Forschung, der Bildung u. Erziehung unter "wohlwollenden" Gesichtspunkten gepaart mit sozialer Kompetenz.
    Das ist sicher ein wichtiger Punkt. Die Gesellschaften Europas haben einen längeren Prozess durchlaufen in dem staatsbürgerliche Vertragswerke zur Interessenwahrnehmung verschiedener Gruppen und Individuen über Jahrzehnte ausgehämmert wurden. In Thailand gibt es so etwas nicht, d.h. der Staat hatte traditionell nie die Rolle als Protektor von Gruppen- und Gemeinschaftsinteressen.

    Dementsprechend ist die Interessenvertretung oft noch an traditionellen Mustern orientiert von Familienoberhäupten über Dorfvorsteher bis zum Provinzgouverneur. Dabei gilt leider häufig das Recht des Stärkeren.

    Zitat Zitat von Tanha Beitrag anzeigen
    Soweit ich das hier in Asien gelernt habe, ist bei Interessenverhandlungen jede Finte (auch unter der Gürtellienie) erlaubt. Wenn also jemand geliebt werden möchte, ist das nur eine Verhandlungsschwäche und diese wird legitim gnadenlos ausgenutzt.
    Das ist sicher eine Seite der Medaille, aber es ganz so unzivilisiert ist es auch wieder nicht, denn in Thailand gibt es etablierte Verhaltensnormen und Werte, die sich vor allem am Buddhismus orientieren. Zum Beispiel gibt es die Begriffe von Bunkhun, Kriangjai, Kamma, usw. die relativ allgemeine Verhaltensregeln konstituieren. Fallbeispiel: aggressive Forderungen an Familienmitglieder verstoßen gegen das "Kriengjai" Prinzip.

    Zitat Zitat von Tramaico Beitrag anzeigen
    Je netter und gutmuetiger jemand ist, umso verlockender ist er auch fuer Schmarotzer.
    Ich finde es eigentlich überhaupt nicht schwierig einen freundlichen Umgang zu pflegen ohne sich dabei ausnutzen zu lassen, aber ich kenne auch genügend Leute denen das außerordentlich schwer fällt. Daher treibt auch das Schmarotzertum in Thailand wildere Blüten als daheim. Dies hat vermutlich die selben Gründe, nämlich dass die gesellschaftlichen Regelmechanismen hier noch sehr rudimentär sind und die traditionellen Lösungen in der modernen Gesellschaft einfach versagen.

    Cheers, X-pat

  5. #44
    Avatar von benni

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    Zitat Zitat von Tramaico Beitrag anzeigen
    Sehe ich auch so. Muesste ich mich zwischen den Extremen entscheiden gefuerchtet oder geliebt zu werden, dann ziehe ich das Erstgenannte dem Zweitgenannten klar vor. Im Interesse eines harmonischen Daseins.

    Je netter und gutmuetiger jemand ist, umso verlockender ist er auch fuer Schmarotzer. Lebenserfahrung.
    es gibt sehr wohl Menschen, die oft aktives Verstaendnis fuer Notleidende zeigen und gleichzeitig nie auf die Idee verfallen wuerden die erweiterte Familie im Isaan zu sponsern.

  6. #45
    Avatar von rolf2

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    Zitat Zitat von benni Beitrag anzeigen
    es gibt sehr wohl Menschen, die oft aktives Verstaendnis fuer Notleidende zeigen und gleichzeitig nie auf die Idee verfallen wuerden die erweiterte Familie im Isaan zu sponsern.
    Wobei "Not" zunächst mal definiert werden muss, vom "Notleidenden" und vom möglichen Geldgeber.

    Nichts zu essen zu haben, ein undichtes Dach, teure Medizin oder ärztliche Behandlung oder.....(hier würde ich helfen)

    Abzahlung von Spielschulden, Ratenkrediten für Luxus, teurer Lebensstil, neuests Handy usw. (hier würde ich nicht helfen)

  7. #46
    Avatar von lucky2103

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    Ich muss sagen, dass das Thema sehr schwierig zum diskutieren ist, denn es gibt so viele Verhaltensmuster der Isaanies - mit unterschiedlichen Hintergründen.
    Insofern hat jeder Schreiber hier irgendwie recht.

    Um es ein wenig auf den Punkt zu bringen: Für viele (aber nicht alle) Isaanies ist das Geld der Ersatzgott, dem sich alles andere unterordnen muss. Ich denke, dass einige andere Members diese Sorte Isaanies kennt.


    Ich sehe da ehrlich gesagt einige Defizite bei den Leuten im Nordosten. Diese Menschen leben geistig teilweise in einer vergangengen Epoche.
    Viele ältere Isaanies können nicht lesen und schreiben.
    Die Analphabetenrate ist im Isaan mit am höchsten in TH - das sagt schon einiges.

    2-3 Kolleginnen meiner Frau hier in D werden von ihren Familien regelrecht erpresst uns ausgequetscht.
    Selbst, wenn sie überweisen, wird das Geld zweckentfremdet - lose-lose eben.

    Wenn ich dann auf FB Sachen lese wie "Meine Mutter liebt mich nicht, aber trotzdem liebe ich meine Mutter." lese, dann tut mir das irgendwie stellvertretend im Herzen weh.


    Was mich aber die 7 intensiven Jahre im Isaan gelehrt haben: Viele Einwohner dort haben ein Empathie- Problem.

  8. #47
    Avatar von benni

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    Zitat Zitat von rolf2 Beitrag anzeigen
    Wobei "Not" zunächst mal definiert werden muss, vom "Notleidenden" und vom möglichen Geldgeber.

    Nichts zu essen zu haben, ein undichtes Dach, teure Medizin oder ärztliche Behandlung oder.....(hier würde ich helfen)

    Abzahlung von Spielschulden, Ratenkrediten für Luxus, teurer Lebensstil, neuests Handy usw. (hier würde ich nicht helfen)
    muss auch nicht in Thailand sein. Es kann aus allgemein verstaendlichen Gruenden Einer mit einer Isaani verheirateten monatlich einem afrikanischen Patenkind/-dorf jahrelang laufend ueberweisen und nach Isaan zur erweiterten Family Null und Garnichts.

  9. #48
    Avatar von rolf2

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    Zitat Zitat von benni Beitrag anzeigen
    muss auch nicht in Thailand sein. Es kann aus allgemein verstaendlichen Gruenden Einer mit einer Isaani verheirateten monatlich einem afrikanischen Patenkind/-dorf jahrelang laufend ueberweisen und nach Isaan zur erweiterten Family Null und Garnichts.
    selbstredend, ich hab Glück mit meiner Thaifamilie gehabt, keinerlei Forderungen über all die Jahre. Vielleicht lags auch daran das ich mir die richtige Frau ausgesucht habe, die ist nämlich eher bescheiden, hält das Geld zusammen und ist eher geizig.

    Wenn sie im Dorf in thailand ist, kommen immer ein paar Leutchen vorbei in der Hoffnung auf Freibier und ein nettes Mahl, das würgt sie aber immer ab.

    Ihre Schwester hingegen, das Nesthäkchen der Familie, gibt munter aus und wird dementsprechend auch ausgenutzt, allerdings nicht von der Familie sondern von irgendwelchen Leuten im Dorf.

  10. #49
    Avatar von Claude

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    Zitat Zitat von lucky2103 Beitrag anzeigen
    Ich muss sagen, dass das Thema sehr schwierig zum diskutieren ist, denn es gibt so viele Verhaltensmuster der Isaanies - mit unterschiedlichen Hintergründen.
    Insofern hat jeder Schreiber hier irgendwie recht.

    Um es ein wenig auf den Punkt zu bringen: Für viele (aber nicht alle) Isaanies ist das Geld der Ersatzgott, dem sich alles andere unterordnen muss. Ich denke, dass einige andere Members diese Sorte Isaanies kennt.


    Ich sehe da ehrlich gesagt einige Defizite bei den Leuten im Nordosten. Diese Menschen leben geistig teilweise in einer vergangengen Epoche.
    Viele ältere Isaanies können nicht lesen und schreiben.
    Die Analphabetenrate ist im Isaan mit am höchsten in TH - das sagt schon einiges.

    2-3 Kolleginnen meiner Frau hier in D werden von ihren Familien regelrecht erpresst uns ausgequetscht.
    Selbst, wenn sie überweisen, wird das Geld zweckentfremdet - lose-lose eben.

    Wenn ich dann auf FB Sachen lese wie "Meine Mutter liebt mich nicht, aber trotzdem liebe ich meine Mutter." lese, dann tut mir das irgendwie stellvertretend im Herzen weh.


    Was mich aber die 7 intensiven Jahre im Isaan gelehrt haben: Viele Einwohner dort haben ein Empathie- Problem.
    Ich kenne nun eine Isaan-Lebensgeschichte sehr genau, genauer als mir lieb ist, und kann das obige nur unterschreiben. "Problems with family = problems with money" ist da eine Lebenskonstante, dennoch ist die Familie immer die Nummer 1 im Leben, egal, wie oft Druck mit Geldforderungen gemacht wurde. Das mag sich dann aendern, wenn die Gemahlin selber - weitweg von TH - eine gute Ehe fuehrt und eigentlich nicht mehr an der Familie interessiert ist.. Im besagten Fall des TS mit 12 Jahren Ehe find ich es daher richtig, dass der Ehepartner deutliche Worte ggue der Schwester gewaehlt hat.

  11. #50
    Avatar von x-pat

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    Schmarotzertum ist selbstverständlich nicht auf den Isaan beschränkt.

    Als wir nach Chiang Mai in ein Moo Baan zogen, waren die neuen Nachbarn zunächst scheissfreundlich. Nach einigen Wochen/Monaten kamen dann einige die sich Geld leihen wollten. Und das obwohl wir kein Schild mit der Aufschrift "Kreditinstitut" an unser Haus angebracht hatten. Nach einer pauschalen Absage an solche Anfragen waren manche Nachbarn schon weniger freundlich.

    Es brauchte danach weitere Monate um jene neu gewonnenen Freunde herauszufiltern, die eigentlich nur regelmäßige Taxifahrten in die Stadt benötigten, sonstige Hilfe, oder zu den gemeinsamen Essen gewohnheitsmäßig ihre Geldbörse vergaßen. Und siehe da, am Ende blieben erstaunlich wenige übrig.

    Cheers, X-pat

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