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"Rabenmütter"?

Erstellt von Chak3, 11.06.2007, 11:51 Uhr · 128 Antworten · 7.082 Aufrufe

  1. #101
    Kali
    Avatar von Kali

    Re: "Rabenmütter"?

    Zitat Zitat von Thaiman",p="491975
    [...]Vielleicht wegen der Narrenfreiheit?
    Der Sohn ist mittlerweile 29 und lebt in Thailand mit einer 42-Jährigen zusammen. Ob er früher Narrenfreiheit genoß, kann ich nicht sagen.
    Resignation?
    Irgendwie schon, allerdings auch konsequent, denn er hatte - abgesehen von seiner Mönchszeit - ständig Mist gebaut.

    Mit unseren psychologischen Kategorien kann man natürlich schnell die möglichen Ursachen konstruieren, wobei sein im November 2004 tödlich verunglückter Bruder bei gleicher familiärer Entwicklung genau das Gegenteil von ihm war.

    Alle drei Knder Suays waren allerdinbgs im Familienverbund aufgewachsen, wobei Suay und ihr Mann allerdings häufiger aus Arbeitsgründen auswärts waren. Ein im Issaan allerdings nicht ungewöhnlicher Umstand - heute noch mehr als noch vor 10-20 Jahren.

  2.  
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  3. #102
    Godefroi
    Avatar von Godefroi

    Re: "Rabenmütter"?

    Zitat Zitat von Monta",p="491825
    @Achim, sorry das ist mir zu wenig...
    Monta - ich kann verstehen dass du eine Meinung haben und sagen möchtest, das ist bei mir genauso. Und ich zweifele in keiner Weise deine Kenntnisse und Erfahrungen an, aufgrund derer du sie dir bildest. Ich sehe den reinen Fakt sicher kaum anders als du. Ich bewerte nur die Konsequenzen, die daraus zu ziehen sind, anders.

    Man kann meines Erachtens zum einen Leute nicht verurteilen, die sich in ihrem eigenen kulturellen und moralisch-ethischen Kontext ehrenwert Verhalten, es sei denn der ´Fehler´ ist offensichtlich (z.B. weil eine Unmenschlichkeit). Und selbst dann muss man noch zugestehen, dass Menschen durch Erziehung oder Umwelt so indoktriniert werden können, dass sie diese Aspekte nicht erkennen. Und da ich nicht weiss, wie ich auf massive Indoktrinierung reagieren würde, bin ich mit Bewertungen des Verhaltens anderer zurückhaltend.

    Zum anderen empfinden diese Leute ja echtes Mitgefühl für den toten Sohn, der sein Leben verloren hat, und auch für die trauernden Eltern. Nur sind beim Mitgefühl gegenüber den Eltern im Vergleich zu unseren kulturellen Breiten zwei Prioritäten verschoben. Ein Aspekt, der bei uns tertiär wäre spielt in Thailand eine grössere Rolle als bei uns. Deshalb tritt ein anderer Aspekt etwas zurück.

    Aber nüchtern betrachtet sind nunmal in Thailand die Eltern im Alter direkt abhängig von ihrem Kind und können im Fall des Todes des Kindes in grosse Not geraten. Die Entscheidung, Kinder zu bekommen und grosszuziehen ist also auch als Entscheidung zum Aufbau einer Altersvorsorge zu verstehen. Das ist keine eiskalte Berechnung sondern Notwendigkeit, weil anderweitige Altersversorgung noch schwieriger zu erzielen ist.

    Auch bei uns würden Eltern, die finanziell direkt von ihrem eigenen Kind abhängig wären, sich im Fall des Todes des Kindes neben dem Leid über den Verlust des geliebten Menschen auch um ihre finanzielle Zukunft sorgen. Bei uns ist die Sorge für die Eltern nur umverteilt, um ein sichereres soziales Netz zu schaffen - damit eben der Tod eines Kindes nicht das soziale Elend der Eltern im Alter bedeutet.

    Unser Staat hat unsere Alterssicherungssysteme so konfiguriert, dass wir uns im Alter wahrscheinlich keine existienziellen Ängste machen müssen. Bei Thailändern ist das eben nicht in dieser Weise und Häufigkeit der Fall. Deshalb sind für sie neben den rein menschlichen die versorgerischen Aspekte wichtiger als sie es bei uns sind.

    Deshalb verurteile ich niemanden. Die Fakten sind nun einmal wie sie sind. Ich bin mir sicher, dass sich in Thailand die Gewichtungen hinsichtlich der Aspekte in der Trauer ganz von alleine verschieben würden, wenn die Bedeutung des Kindes in der Altersversorgung der Eltern sich ändern würde. Und möglicherweise gäbe es auch in unseren Breiten eine Änderung im Trauern hin zu eine höheren Anteil der versorgerischen Aspekte, falls bei uns einmal die Rolle der Kinder bei der Versorgung der Eltern direkter würde als sie es derzeit ist.

  4. #103
    Godefroi
    Avatar von Godefroi

    Re: "Rabenmütter"?

    Zitat Zitat von Chak3",p="491849
    ...als Begründung kann ich akzeptieren, als Rechtfertigung ...nicht. Wenn das der gängigen Moral entsprechen soll ...dann ist das eine in meinen Augen verkommene Moral ...zur Frage steht eigentlich nur, warum ist das so?
    Ob es der gängigen Moral entspricht, das ist natürlich nur eine Annahme von mir aufgrund der dargelegten Umstände und Fakten. Bitte lies auch mein Posting an Monta.

  5. #104
    Avatar von Pee Niko

    Registriert seit
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    2.792

    Re: "Rabenmütter"?

    Zitat Zitat von Achim",p="491992
    [...]
    Man kann meines Erachtens zum einen Leute nicht verurteilen, die sich in ihrem eigenen kulturellen und moralisch-ethischen Kontext ehrenwert Verhalten, es sei denn der ´Fehler´ ist offensichtlich (z.B. weil eine Unmenschlichkeit). [...]
    Dann würde mich mal interessieren, wie du das Verhalten der leiblichen Mutter meiner Frau beurteilst, die ihre 4 Kinder aus 3 verschiedenen "Beziehungen" einmal quer durch Thailands Topografie bei den Vätern zurückgelassen hat?
    Oder maßt du dir auch in diesem Fall aus Gründen den unterschiedlichen kulturell-/moral-ethischen Verhaltensweisen kein Urteil zu?
    Die "Mutter" hat zu keiner Zeit auch nur ein Pfifferling zum Lebensunterhalt ihrer Kinder beigetragen; im Gegenteil, Kontakte waren nicht erwünscht.

    Erst jetzt, wo sie so langsam in ein Alter kommt, in dem man an die Altersversorgung denkt, hat die Kontakt zu einigen Kindern aufnommen.

    Der Lösungsansatz, den Chak bis dato vergeblich erhofft, leigt m. E. auf einer anderen Ebene.
    Vielleicht müssen wir Männer uns von dem Gedanken der angeblich vorhandenen absoluten Mutterliebe einmal freimachen, denn so weit scheint er nicht her zu sein.

  6. #105
    Avatar von phi mee

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    Re: "Rabenmütter"?

    Zitat Zitat von Pee Niko",p="492004
    Erst jetzt, wo sie so langsam in ein Alter kommt, in dem man an die Altersversorgung denkt, hat die Kontakt zu einigen Kindern aufnommen.
    Dann hoffe ich, dass deine Frau schon einen Großteil unserer Denkweise angenommen hat und ihre Mutter sie jetzt auch mal gepflegt am A.... lecken kann.

    Das ist etwas was ich manchmal nur schwer in den Kopf kriege, wenn sich Töchter z. B. im Alter um den leiblichen Vater kümmern, der die Frau und kleine Kinder vor Jahren einfach im Stich gelassen hat.

    Sowas höre ich auch manchmal bei meinen Stieftöchtern heraus und habe meine Standpunkt dazu deutlich klar gemacht.


    phi mee

  7. #106
    Avatar von Pee Niko

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    Re: "Rabenmütter"?

    Zitat Zitat von phi mee",p="492011
    Dann hoffe ich, dass deine Frau schon einen Großteil unserer Denkweise angenommen hat und ihre Mutter sie jetzt auch mal gepflegt am A.... lecken kann.
    [...]
    Eigentlich erwarte ich stündlich die Kontaktversuche.
    Besonders vor dem Hintergrund, dass die vermeintlich beste "Partie" ihrer Kinder, die erstgeborene Tochter, die nach Holland "gemacht" hat, nach ihrer Scheidung nun selbst ihr Geld verdienen muss und nicht weiter bereit ist, ihre sauer verdienten Kröten "Mutti" in den Hals zu werfen.

    GottseiDank hat meine Frau eine ähnliche Denkweise, wie die von dir vorgeschlagene, Nobert. Aus diesem Grund wird wohl kein großartiger Diskussionbedarf entstehen.

  8. #107
    Kali
    Avatar von Kali

    Re: "Rabenmütter"?

    Zitat Zitat von Chak3",p="491545
    [...]Warum kommt das gerade dort so häufig vor? [...]
    Vielleicht, weil es keine hemmende Gesetzgebung gibt.

    Bei uns ist so ziemlich alles - auch in Bezug auf Kinder, Aufsichts- und Fürsorgepflicht, Pflege und Adoption, gesetzlich sanktioniert - allerdings auch die Fürsorgepflicht des Staates, inkl. Jugendhilfe, Unterhaltsvorschuss, Sozialhilfe, Kindergärten usw.

    Interessant wären auch statistische Daten über die gesellschaftliche Herkunft dder Mütter, welche ihre Kinder abgeben, Einkommensverhältnisse usw.

    Vielleicht ist der prozentuale Anteil gar nicht so unterschiedlich, wenn man auf der Basis Vergleiche anstellen könnte

  9. #108
    Avatar von phimax

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    Re: "Rabenmütter"?

    OT

    big_cloud bedankt sich beim FR...
    ...bedanke ich mich mal bei euch.

    Dieser Thread zeigt, wie es imho sein sollte

  10. #109
    Avatar von Thaiman

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    2.168

    Re: "Rabenmütter"?

    Zitat Zitat von Pee Niko",p="492004
    Vielleicht müssen wir Männer uns von dem Gedanken der angeblich vorhandenen absoluten Mutterliebe einmal freimachen, denn so weit scheint er nicht her zu sein.

    Und auch da sollte man wirklich nicht den Fehler machen und alle Mütter über einen Kamm scheren.
    Es fällt natürlich speziell hier in diesem Forum, das ja Thailand bezogen ist, besonders auf, weil viele von solchen Extremen betroffen sind.
    Ich würde mal oberflächlich sagen, auch hier regiert der Oberbegriff "Sanuk".
    Soll bedeuten, was interessiert mich das gestern, mit allem was dazu gehört (Kinder) schau einfach nach vorne da sieht es viel besser aus.
    Auch was die Altersversorgung anbelangt, sicherer als bei einem Farang, ist dieses Problem nicht vom Tisch. ;-D

  11. #110
    Chak3
    Avatar von Chak3

    Re: "Rabenmütter"?

    Zitat Zitat von Kali",p="491980
    Alle drei Knder Suays waren allerdinbgs im Familienverbund aufgewachsen, wobei Suay und ihr Mann allerdings häufiger aus Arbeitsgründen auswärts waren. Ein im Issaan allerdings nicht ungewöhnlicher Umstand - heute noch mehr als noch vor 10-20 Jahren.
    Nein, das war vor 20 Jahren schon genauso. Eine meine VErmutungen ist,d ass das Problem deshalb nun in die nächste Generation geht.

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