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Problem: Familiennachzug

Erstellt von Bangkok Dangerous, 14.06.2004, 12:46 Uhr · 38 Antworten · 4.541 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von Bangkok Dangerous

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    Problem: Familiennachzug

    So,

    wir wollten dieses Jahr unsere Tochter, 11 Jahre, mit nach Deutschland nehmen. Möglichst während des Urlaubes, was aber nicht geklappt hat, da der Antrag für das Visum wohl knapp 3 Wochen in Berlin lag. Tja, schon mal damit Pech gehabt. Was dann aber kommen sollte, war/ist noch wesentlich schlimmer.

    Aus dem Urlaub wieder hier, hatten wir eine Postkarte vom Ausländeramt der Stadt Erlangen im Briefkasten: Vorlage von einem guten Dutzend Bescheinigungen (darunter: Mietvertrag, Nachweis/Kontoauszug über die Mietzahlungen, Verdienstbescheinigungen von mir und meiner Frau, Zustimmung des leiblichen Vaters usw.).
    Die beiden Problemfälle sind die Verdienstbescheinigungen von mir und die Zustimmung des leiblichen Vaters. Da ich seit April arbeitslos bin (ab Juli aber wieder Arbeit habe, unter anderem auch eine Bescheinugung meines zukünftigen Arbeitgebers inkl. Arbeitsvertrag; außerdem würden meine Eltern für den Fall der Fälle eine Verpflichtungserklärung abgeben), hat sich das Ausländeramt als erstes daran aufgehangen (kein Geld - da vom Arbeitsamt gesperrt wegen eigener Kündigung und Abfindung; die Aussicht auf Arbeit reicht denen nicht aus, mir könnte ja während der Probezeit gekündigt werden; außerdem können die Eltern für die Tochter nicht garantieren, da ja laut Gesetz meine Frau für den Unterhalt der Tochter sorgen müßte). Allerdings ist das das kleinere Problem.

    Da der leibliche Vater der Kleinen sich aus dem Staub gemacht hat (vor 7 Jahren bereits), hat meine Frau dieses Jahr auf dem Amphur eine Sorgerechtsbescheinigung machen lassen. Dort haben dann vier Leute (meine Frau, zwei Cousinen und der Dorfvorsteher) ausgesagt/bestätigt, daß meine Frau seit Jahren die alleinige Sorge über die Tochter ausübt; im übrigen weiß auch kein Mensch, wo der Typ sich genau aufhält (irgendwo in Bangkok, aber wo gnau weiß nicht mal seine Mutter). Dieses Dokument haben wir ebenfalls übersetzen lassen. Das Ausländeramt weigert sich aber weiterhin, dies so anzuerkennen, es könnte ja sein, so deren Argumentation, daß bei Ausreise des Kindes aus Thailand der leibliche Vater dies als Entführung ansehen könnte. Allerdings waren meine Frau und der Typ nie verheiratet (was auch so in dem Dokument festgehalten ist).

    Hatte von Euch jemand auch derartige Probleme bzw. kennt den juristischen Hintergrund in Thailand (dahingehend, ob eine solche Argumentation überhaupt zulässig ist, wenn die beiden nie verheiratet waren und er sich eh nie um die Kleine gekümmert hat)?

  2.  
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  3. #2
    woody
    Avatar von woody

    Re: Problem: Familiennachzug

    So wie du es beschrieben hast, dass der Vater sich aus dem Staub gemacht hat, ist es wohl am häufigsten anzutreffen.
    Was den Nachweis des Sorgerechts angeht, so ist es wohl auch die gängige Praxis und dein Ausländeramt muss die thailändische Sorgerechtsbescheinigung anerkennen.
    Wenn dein Ausländeramt weiterhin Schwierigkeiten macht, wende dich an den Ausländerrat oder -Beauftragten in deiner Stadt oder an einen Rechtsanwalt, dann klappt es schneller.
    Vergiss nicht das du einen Rechtsanspruch auf Familienzusammenführung hast, der aus der Verfassung abgeleitet ist.

  4. #3
    Avatar von Bangkok Dangerous

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    146

    Re: Problem: Familiennachzug

    Danke schon mal. Hast Du einen Verweis für den Rechtsanspruch?

  5. #4
    Avatar von dr_farnsworth

    Registriert seit
    07.03.2004
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    528

    Re: Problem: Familiennachzug

    Schau an, noch ein Erlanger...

    Alle, mit denen ich bis jetzt gesprochen hab, haben mir erzählt, dass das Ausländeramt Erlangen ganz nett sein soll, wenn man als Deutscher hingeht. Als Ausländer soll der Laden problematischer sein... Aber angeblich ist es in Nürberg schlimmer.

  6. #5
    Uwe
    Avatar von Uwe

    Re: Problem: Familiennachzug

    @Bangkok Dangerous

    Die voran gegangene Auskunft ist schlicht falsch. In Deutschland gilt naemlich deutsches und nicht thailaendisches Recht.

    Und danach ist voellig unerheblich, ob ein sorgeberechtigter Vater sich aus dem Staub gemacht hat oder nicht. Das muss dann vorher, bevor die Kleine kommen soll, gerichtlich festgestellt und dem Vater das Sorgerecht entzogen werden. Solange das nicht der Fall ist, habt Ihr die Ar...Karte gezogen.

    Ihr habt nur noch zwei Wege: Den Vater suchen (zugegeben, in einer 9-Millionen-Stadt ohne Melderegister kein leichtes Unterfangen) und ein huebsches Trinkgeld fuer den Verzicht zahlen oder prozessieren. Das dauert, abgesehen davon weiss ich nicht, ob es auch nach thailaendischem Recht moeglich ist, einer abgetauchten Partei oeffentlich zustellen zu lassen. Musst Du mal googlen.

    So oder so. Die Ar...Karte bleibt bei Euch. Denn beides wird viel Zeit kosten. Und bei 12 Jahren faellt nach deutschem Auslaenderrecht in aller Regel die Klappe fuer die Kleine.


    @woody

    Wo hat denn Deutschland eine Verfassung? Das ist ja das Neueste, was ich hoere. Habe ich was verpennt?

  7. #6
    woody
    Avatar von woody

    Re: Problem: Familiennachzug

    Zitat Zitat von Uwe",p="141933
    ....
    Die voran gegangene Auskunft ist schlicht falsch. In Deutschland gilt naemlich deutsches und nicht thailaendisches Recht....
    Das ist Unsinn. Die Sorgerechtsbescheinigung wird von einer thailändischen Behörde nach thailändischem Recht ausgestellt.
    Und das ist nun mal eine Bescheinigung der Ampurverwaltung.
    Diese Bescheinigung wird auch von der thailändischen Passbehörde und von der deutschen Botschaft in Bangkok verlangt und geprüft und muss vom Ausländeramt anerkannt werden.

  8. #7
    woody
    Avatar von woody

    Re: Problem: Familiennachzug

    Zitat Zitat von Uwe",p="141933
    ...
    @woody

    Wo hat denn Deutschland eine Verfassung? Das ist ja das Neueste, was ich hoere. Habe ich was verpennt?
    Sieht ganz so aus, dass du ein VerPenner bist.

  9. #8
    Avatar von Holgernator01

    Registriert seit
    07.04.2004
    Beiträge
    185

    Re: Problem: Familiennachzug

    @ Bangkok Dangerous

    Die Einverständniserklärung kannst Du geschickt umgehen. Deine Frau soll sich in LOS das alleinige sorgerecht übertragen lassen. Dauert vielleicht 1/2 Stunde. Zeugen mitnehmen, die bestätigen, daß der Vater sich nicht um das Kind gekümmert hat und auch nicht dafür aufgekommen ist. Eine Namensänderung auf den Namen der Mutter könnte auch hilfreich sein.

    Grüße aus MUC

  10. #9
    Uwe
    Avatar von Uwe

    Re: Problem: Familiennachzug

    @woody

    Ist ja richtig, dass sie nach thailaendischem Recht ausgestellt pp. wird. Aber darum ging es in meinem Beitrag ueberhaupt nicht, schau mal richtig hin.

    Und, was ist mit der Verfassung, habe ich gepennt?

  11. #10
    waanjai
    Avatar von waanjai

    Re: Problem: Familiennachzug

    Zitat Zitat von woody",p="141942
    Zitat Zitat von Uwe",p="141933
    ....
    Die voran gegangene Auskunft ist schlicht falsch. In Deutschland gilt naemlich deutsches und nicht thailaendisches Recht....
    Das ist Unsinn. Die Sorgerechtsbescheinigung wird von einer thailändischen Behörde nach thailändischem Recht ausgestellt.
    Und das ist nun mal eine Bescheinigung der Ampurverwaltung.
    Diese Bescheinigung wird auch von der thailändischen Passbehörde und von der deutschen Botschaft in Bangkok verlangt und geprüft und muss vom Ausländeramt anerkannt werden.
    Ich kann der Aussage von woody nur vollinhaltlich zustimmen.

    1. Ohne Sorgerechtsbescheinigung kein Reisepaß fürs Kind ohne Zustimmung des leiblichen Vaters (der ja abgetaucht ist). Da das Kind wohl schon einen Reisepaß hat, ist wohl auch die Sorgerechtsbescheinigung o.k.

    2. Natürlich sind die Sorgerechtsbescheinigungen die allerbesten, die auf einer entsprechenden - auch evtl nachträglich durchgeführten - einvernehmlichen Regelung (d.h. Verzicht des Vaters) im Protokoll des Scheidungseintrages (Scheidungsregistereintrag) beruhen. Aber wenn es der Amphoe klargemacht werden kann/konnte, dass der leibliche Vater unauffindbar ist, dann reicht das geschilderte Prozedere aus, auch gegen den Willen des Vaters das alleinige Sorgerecht bei der Mutter zu verankern.
    In diesem speziellen Fall waren Mutter und Vater nie verheiratet - zumindest nicht miteinander. Da dürfte es noch ungleich leichter sein, dass alleinige Sorgerecht bei der Mutter zu verankern.

    3. Dies wurde bereits mehrfach beschrieben.

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