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Neue Integrationsverordnung

Erstellt von Sioux, 25.11.2007, 20:44 Uhr · 8 Antworten · 2.808 Aufrufe

  1. #1
    Sioux
    Avatar von Sioux

    Neue Integrationsverordnung

    Am Freitag hat das kabinett eine neue Richtlinie beschlossen. Leider habe ich diese noch auf keiner offiziellen SEite gefunden. Wird wohl ab Montag dort zu lesen sein. Hab auf verschiedenen sEiten Zusammenfassungen gefunden. Am ausfuehrlichsten in diesem Forum:
    http://astour.de/Forum/phpBB2/viewtopic.php?t=111


    Bundeskabinett beschließt Neufassung der Integrationskursverordnung
    ----------------------------------------------------------------------

    Die Bundesregierung hat heute den Entwurf einer Verordnung zur Änderung der Integrationskursverordnung beschlossen. Mit der Neufassung der Integrationskursverordnung werden die Ergebnisse der Anfang 2006 vom Bundesinnenministerium in Auftrag gegebenen Evaluation umgesetzt. Gleichzeitig erfüllt der Bund hiermit die im Nationalen Integrationsplan eingegangene Selbstverpflichtung, die Handlungsansätze zur Optimierung der Integrationskurse in das Sprachkurssystem zu überführen. Zur Finanzierung sind die Haushaltsmittel um 14 Mio. Euro aufgestockt worden. Damit stehen 2008 rund 155 Mio. EUR zur Verfügung.

    Der für die Integrationspolitik zuständige Bundesinnenminister Dr. Wolfgang Schäuble erklärt hierzu:


    "Wir haben die Praxis der Integrationskurse umfassend evaluiert. Mit der heute vom Kabinett beschlossenen Neufassung der Integrationskursverordnung werden die Vorschläge zur Verbesserung der Integrationskurse umgesetzt, zu denen wir uns beim Nationalen Integrationsgipfel verpflichtet haben. Sprache ist Voraussetzung von Integration. Wer mitreden will, muss die deutsche Sprache erlernen. Der Staat unterstützt Migranten darin. Wer neu zu uns kommt, hat grundsätzlich einen Anspruch auf Teilnahme an einem Integrationskurs. Andererseits ist zur Teilnahme verpflichtet, wer integrationsbedürftig ist. Die Evaluation hat das Sprachniveau B1 des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens für Sprachen als Mindestvoraussetzung für eine erfolgreiche Integration bestätigt. Sie hat aber auch ergeben, dass dieses Ziel noch immer zu wenige Teilnehmende erreichen. Ein Hauptanliegen der Neufassung der Integrationskursverordnung ist daher, den Anteil derer, die den Integrationskurs erfolgreich abschließen, deutlich zu steigern. Ich bin der festen Überzeugung, dass die neuen Rahmenbedingungen einen höheren Integrationserfolg bei den Teilnehmenden bewirken werden. Zugleich bauen wir Verwaltungsaufwand dort ab, wo er sich als nicht notwendig erwiesen hat. Mit einem Gesamtentlastungseffekt von rund 6,1 Mio. Euro leistet die Änderungsverordnung einen erheblichen Beitrag zur Senkung der Bürokratiekosten der Wirtschaft."

    Kernpunkte des Entwurfs zur Änderung der Integrationskursverordnung sind:
    Um den Kurserfolg zu steigern, sieht der Verordnungsentwurf die Einführung flexibler Stundenkontingente bis zu einer Höchstförderdauer von 1 200 Stunden und Wiederholungsmöglichkeiten vor.Integrationskurse für die Zielgruppen Jugendliche und Frauen sowie die Kurse für die Gruppe der Analphabeten oder Personen mit einem besonderen sprachpädagogischen Förderbedarf sehen ein Stundenkontingent von bis zu 900 Unterrichtsstunden im Sprachkurs vor.Intensivkurse ermöglichen es Teilnehmenden, die das Kursziel in weniger als den regulären 645 Unterrichtsstunden erreichen können, den Integrationskurs in nur 430 Stunden zu durchlaufen.Durch die Einführung eines bundeseinheitlichen Tests und die Erhöhung der Stundenzahl auf 45 Unterrichtsstunden wird der Orientierungskurs aufgewertet.Zur Steigerung der Lernmotivation der Teilnehmenden werden finanzielle Anreize in Form einer teilweisen Kostenbeitragserstattung bei erfolgreichem Abschluss geschaffen.Die Regelungen zur Prüfungsteilnahme werden geändert. Die ordnungsgemäße Teilnahme umfasst künftig auch die Prüfungsteilnahme. Ab dem 1. Januar 2009 wird ein skalierter Sprachtest eingesetzt, der differenziert das erreichte Sprachniveau von A2 bis B1 des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen für Sprachen nachweist.Teilnahmeverpflichtete, die Leistungen nach dem Zweiten Buch Sozialgesetzbuch beziehen oder die von der Kostenbeitragspflicht befreit wurden, werden die notwendigen Fahrtkosten erstattet. Im Übrigen kann Teilnahmeverpflichteten ein Fahrtkostenzuschuss gewährt werden.Weiterhin sieht die Neufassung eine erhebliche Entlastung der Kursträger vor, indem sie auf viele Routinemeldungen verzichtet und diese durch anlassbezogene Meldungen ersetzt. Auch wird - ganz im Sinne des Grundsatzes von "Fördern" und "Fordern" - stärker auf die Mitwirkungspflichten der Kursteilnehmer abgestellt.
    Mit dem im Januar 2005 in Kraft getretenen Zuwanderungsgesetz wurden erstmalig staatliche Integrationsangebote für Zuwanderer einheitlich gesetzlich geregelt. Die Integrationskurse des Bundes sind ein Grundangebot des Staates zur Integration für rechtmäßig im Bundesgebiet lebende Ausländer. Ziel ist es, Zugewanderte mit den Lebensverhältnissen in Deutschland vertraut zu machen und Kenntnisse der deutschen Sprache zu vermitteln. Eine wesentliche Änderung in der Sprachförderpolitik des Bundes war die Einführung der gesetzlichen Verpflichtungsmöglichkeit. Durch die Zulassung von rund 1.800 Kursträgern ist ein bundesweites Angebot an Kursen sichergestellt. Ziel des Sprachkurses ist der Erwerb "ausreichender Sprachkenntnisse", wie sie mit B 1 der ersten Stufe der selbstständigen Sprachverwendung auf der Skala des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens für Sprachen beschrieben sind. Der Orientierungskurs soll beim Zuwanderer das Verständnis für das deutsche Staatswesen wecken.

  2.  
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  3. #2
    Avatar von phi mee

    Registriert seit
    03.11.2004
    Beiträge
    7.508

    Re: Neue Integrationsverordnung

    Wenn das entsprechend umgesetzt wird und auch in der vollen Bandbreite z. B. bei den Volkshochschulen angeboten würde, fänd ich das absolut Klasse.

    Wozu brauchen wir dann aber die Schei.se mit dem A1 vor der Einreise zur Hochzeit oder Familienzusammenführung? :kopfhau:
    Es sollte lieber mal dafür gesorgt werden, dass vorhandene Gesetzte/Möglichkeiten auch vernünftig umgesetzt werden.
    Ich denke da immer an den Akt für meine Frau in einer Großstadt wie Essen überhaupt an einen Alphabetisierungskurs zu kommen.


    phi mee

  4. #3
    Fetzen
    Avatar von Fetzen

    Re: Neue Integrationsverordnung

    Davon ab, dass auch ich die Verpflichtung diesen A1 Kurs zu besuchen für schikanös halte, wird er aber von den Sprachschulen anerkannt. Es wird nochmal ein Kurztest durchgeführt, denn wie soll die Schule sonst den tatsächlichen Kenntnisstand ermitteln. Danach werden die Teilnehmer entsprechend ihren Kenntnissen in die Kurse eingestuft. Das Geld ist also nicht zwangsläufig verloren, alleine die daraus resultierende längere Trennung ist für mich der springende Punkt. Dass man Leute, die hier schon Jahrzehnte leben zum Nachweis zwingt halte ich ebenfalls für falsch.

    In der vorletzten Prüfung war eine Frau, die schon seit 10 Jahren in D lebt, die sich dem A1 noch unterziehen musste. Meine Mutter hat eine Frau kennengelernt, die bereits seit 16 Jahren hier lebt und 2 Kinder mit deutscher Staatsbürgerschaft hat, die auch zu diesem Test geladen wurde. In solchen Fällen wird es schwachsinnig, allerdings stellt sich mir schon die Frage warum diese Frauen erst den Kurs besuchen mussten und sich nicht gleich zur Prüfung angemeldet haben. Wenn es die letzten 10, bzw. 16 Jahre nicht zu so viel gereicht hat, dann stellt sich mir die Frage nach dem Sinn eines Integrationskurses wirklich nicht mehr.

    Grundsätzlich finde ich allerdings, dass diese Integrationskurse schon seit 50 Jahren nötig gewesen wären. Ob die Form, wie es jetzt passiert so toll ist, darüber lässt sich sicher streiten. Das man die Prüfung nun bestehen muss finde ich sinnvoll, denn ich bin davon überzeugt, dass es so einige Kandidaten/innen gibt, die sonst nur ihre Stunden abreißen würden. Jetzt sind die Leute gezwungen auch tatsächlich mitzuarbeiten und einen Beitrag zu leisten.

    Nur mal so, weil die anderen Threads zu dem Thema schon unlesbar lang geworden sind:
    meine Frau hat einen Bachelor in Marketing, den Master hat sie leider auf Druck ihrer Familie sein lassen. Sie kann ein grammatikalisch schlechtes Englisch und folgerichtig das Alphabet. Sie hat sich also zu dem Kurs angemeldet und (von sich aus, ich habe kein Wort dazu gesagt) beschlossen ihn in 4 Wochen zu machen. Nach dem 1ten Tag meinte sie: very easy.
    Folglich hat sie sich die nächsten 14 Tage kein Bein raus gerissen, bis ich ihr klar machen konnte, dass das kein Spiel ist. Die letzte Woche habe ich ein paar Hausaufgaben bekommen (fürchterliche Schreibfehler, teilweise völliges Unverständnis dessen, was gefordert wurde) und sie korrigiert zurück geschickt. Ich meine, was will man nach so kurzer Zeit erwarten, allerdings machte ich mir aufgrund dessen keine Hoffnungen, ebenfalls nach dem, was ich hier so gelesen habe. Jetzt hatte sie also 14 Tage richtig gelernt und ein paar Mal mit mir am Telefon deutsch gesprochen und diesen Kurs als Eine von Dreien mit 70% abgeschlossen. Die restlichen 17 von ca 70 lagen darunter.

    Dass es viele Menschen gibt, die kein Sprachtalent haben will ich nicht bestreiten. Meine Frau bekommt es aber sicher nicht geschenkt (wenn ich da an ihr Englisch denke; i´m look; you wait me here; I will told you) und sie ist sicher auch keine Nobelpreis Verdächtige, genau so wenig wie ich. Das meine ich keinesfalls abwertend, denn sie ist ein wunderbarer Mensch, aber darum geht es hier nicht.
    Nicht Alphabetisierte lasse ich mal außen vor, aber irgendwie frage ich mich schon, was die anderen in 8, oder gar 12 Wochen so tun. Den letzten Kurs haben von 20 gerade mal 2 bestanden, darunter die oben erwähnte Frau, die seit 10 Jahren hier lebt. Ein paar Frauen haben ihr gegenüber die Aussage getätigt, sich jetzt an andere Nationalitäten halten zu wollen (ich sage zum Glück für ihre deutschen Opfer), weil ihnen das zu schwer ist.

    Mit einer davon war sie in näherem Kontakt, die ungerührt sagte, dass sie hier nur eine Scheinehe führen wollte. Da ihr der Kurs zu schwer war hat sich sich einen Iren geschnappt (sie kann kein Englisch und meine Frau diente als Dolmetscherin) und ihn beim 2ten Treffen nach der Heirat und Arbeitsmöglichkeiten gefragt. So wirklich unglücklich macht mich die neue Regelung nach solchen Erkenntnissen nicht.

    Wenn es dann noch Forenmitglieder gibt, die der Meinung sind, dass ein Faktum wäre, dass Sprachkurse nur für den Staats- und Verfassungsschutz dienen, um Telefone abhören zu können, dann sei die Frage erlaubt, wie lächerlich es noch werden kann. Ist Deutsch so eine Art Virus, der die Heimatsprache aus dem Wortschatz tilgt? Meine Frau spricht jedenfalls nach wie vor fließend Thai.
    Und wenn zusätzlich noch Aussagen kommen, wie die soll ruhig Ahnungslos bleiben, damit ich sie besser unter Kontrolle habe und ich sie bei einer Scheidung abzocken kann, weil sie ihre Rechte nicht kennt, dann wird mir übel. Genau gegen solcher Art Machenschaften zielt dieses Gesetz, egal ob von ausländischer, oder inländischer Seite.

    Gruß

    Fetzen

  5. #4
    Avatar von Ampudjini

    Registriert seit
    03.04.2002
    Beiträge
    2.482

    Re: Neue Integrationsverordnung

    Ohje, jetzt vermischt sich das hier wieder.

    Fetzen, kann Dein Beitrag in den entsprechenden Thread - auch wenn er unuebersichtlich geworden ist - verschoben werden? Wenn die Themen sich auch noch vermischen wird es noch unuebersichtlicher und es geraet alles durcheinander. Meine Antwort verschiebe ich dann gleich mit.

    Zitat Zitat von Fetzen",p="545560
    So wirklich unglücklich macht mich die neue Regelung nach solchen Erkenntnissen nicht.
    Wahrscheinlich muss man das live erlebt haben, um es glauben zu koennen und so eine Einstellung zu bekommen.

  6. #5
    Fetzen
    Avatar von Fetzen

    Re: Neue Integrationsverordnung

    Kannst du den Beitrag teilen? Wenn ja, dann lass' doch den 1ten Absatz hier und verschieb' den Rest.
    Oder du verschiebst ihn ganz und ich kopiere den Absatz hier noch mal rein, einmal doppelt wird ja nicht so schlimm sein, oder?

    Vielleicht hast du Recht damit, dass man es erlebt haben muss. Ich mag mir gar nicht vorstellen, wie viele Leute schon böse erwacht sind, nachdem sie endlich hier war. Vielleicht hat das im Laufe der Jahre überhand genommen und bei den Behörden sah man den Zeitpunkt gekommen einschreiten zu müssen, vielleicht ist meine Einstellung auch falsch. Wenn man allerdings einen Sachbearbeiter auf dem AA darauf anspricht, dann hören die gar nicht mehr auf zu erzählen.
    Wie gesagt, den Test vorab finde ich schlecht, den Kurs an sich befürworte ich, vor allem, weil ich tagtäglich mit seit vielen Jahren hier ansässigen Ausländern zusammenarbeite und es sehr häufig auf Grund mangelnder Sprach- und Kulturkenntnisse zu Problemen kommt.

  7. #6
    Avatar von socky7

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    3.076

    Re: Neue Integrationsverordnung

    Bundesinnenminister Dr. Wolfgang Schäuble :
    "Die Evaluation hat das Sprachniveau B1 des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens für Sprachen als Mindestvoraussetzung für eine erfolgreiche Integration bestätigt."
    Soll das bedeuten, dass unsere thailändischen Ehefrauen am Ende der Integrationskurse auch noch die Sprachprüfung Deutsch B 1 ablegen müssen ?
    http://www.goethe.de/ins/th/ban/lrn/stf/deindex.htm
    "Zertifikat Deutsch B 1 : Kann über Erfahrungen und Ereignisse berichten, Träume, Hoffnungen und Ziele beschreiben und zu Plänen und Ansichten kurze Begründungen oder Erklärungen geben."

  8. #7
    Avatar von Grumpy

    Registriert seit
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    Beiträge
    534

    Re: Neue Integrationsverordnung

    Sprachkenntnisse sind schön und gut und sollten ja auch sein. Aber was in letzter Zeit so fabriziert wir von unseren Politikern, da wird wild um sich geschossen ohne über etwaige Folgen für die betroffenen nachzudenken. Eigentlich ist es in diesem Staat nicht mehr auszuhalten...

    Grumpy

  9. #8
    Avatar von ReneZ

    Registriert seit
    08.06.2005
    Beiträge
    4.327

    Re: Neue Integrationsverordnung

    Was Deutschland schon von einigen (nicht allen) anderen
    Europäischen Ländern unterscheidet, ist dieser
    Reglementierungswut, woran sich inzwischen fast jeder
    hier gewohnt hat.

    Bevor ein Ausländer einreist, soll er X-Hundert Wörter
    beherrschen, und nach N Jahren Y-Tausend.

    Von 'Leben und leben lassen' bleibt da nicht viel mehr
    übrig.

    Gruss, René

  10. #9
    UAL
    Avatar von UAL

    Registriert seit
    23.08.2003
    Beiträge
    8.198

    Re: Neue Integrationsverordnung

    Zitat Zitat von Sioux",p="545378
    Am Freitag hat das kabinett eine neue Richtlinie beschlossen. Leider habe ich diese noch auf keiner offiziellen SEite gefunden...
    Hier kann man sich jetzt in die offizielle Version einlesen: http://www.bundesregierung.de/Webs/B...ungsrecht.html

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