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Nachweis einfacher Deutschkenntnisse

Erstellt von socky7, 14.11.2007, 08:43 Uhr · 4.934 Antworten · 432.803 Aufrufe

  1. #3951
    Avatar von wingman

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    Zitat Zitat von Micha Beitrag anzeigen
    Hm, von mir aus könnten die Thailänder wesentlich heftigere Maßstäbe setzen - und zwar für jede Art der Einreise und gerne auch ohne jede Gegenleistung. Die Lebensqualität vor Ort würde dadurch gewiss nicht schlechter.
    Das werden sie nicht machen, da Thailand die Einnahmen der Touristen gern vereinnahmt. Da Thailand kein soziales Auffangnetz besitzt, erübrigen sich auch strengere Regeln. Wer kein Geld mehr hat, geht dort vor die Hunde wenn er niemanden dort kennt.
    Wer schwer erkrankt und keine Versicherung hat auf den wartet der Tempel.
    Also wozu strengere Regeln?

  2.  
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  3. #3952
    Avatar von Omega

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    Hallo, habe mal eine Frage zum A1 Zertifikat. Gibt es bei Visabeantragung eine Vorgabe, max. wie alt das Zertifikat bereits sein darf? Meine Freundin möchte jetzt schon Deutsch lernen, aber zum Visaantrag kommt es frühestens in einem Jahr.

  4. #3953
    Avatar von strike

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    Zitat Zitat von Omega Beitrag anzeigen
    Hallo, habe mal eine Frage zum A1 Zertifikat. Gibt es bei Visabeantragung eine Vorgabe, max. wie alt das Zertifikat bereits sein darf? Meine Freundin möchte jetzt schon Deutsch lernen, aber zum Visaantrag kommt es frühestens in einem Jahr.
    Siehe hier(Anwendungshinweise):

    Bei Vorlage von Sprachnachweisen über den niedrigsten Sprachstand „A1“, deren Ausstellung mehr als ein Jahr zurück liegt,
    ist wegen des in diesem Fall raschen Verlusts der Sprachfähigkeit stets die Plausibilität zu überprüfen.


    und hier (VwW):

    Bei Vorlage von Sprachnachweisen über den niedrigsten Sprachstand A 1 GER, deren Ausstellung mehr als ein Jahr zurück liegt, ist wegen des in diesem Fall raschen Verlusts der Sprachfähigkeit stets die inhaltliche Plausibilität der darin bezeichneten Sprachkenntnis zu überprüfen.
    Im Übrigen ist aus Gründen der Verhältnismäßigkeit zu beachten, dass der gesetzliche Zweck der Verbesserung der (sprachlichen) Integrationsfähigkeit nach dem Zuzug nach Deutschland grundsätzlich auch durch einen Spracherwerb erreicht wird, der nicht unmittelbar vor der Antragstellung stattgefunden hat.
    30.1.2.3.4.4 Ist im Rahmen der persönlichen Vorsprache des Ehegatten bereits offenkundig, d. h. bestehen keine vernünftigen Zweifel, dass dieser mindestens die erforderlichen einfachen Sprachkenntnisse i. S. d. Sprachniveaus A 1 GER besitzt, so bedarf es eines Sprachstandsnachweises nicht.

  5. #3954
    Avatar von franky_23

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    Omega, das passt doch, denn je nach Kurstyp wird der Kurs mehrere Monate dauern. Dann wäre es auch nicht schlimm, sollte die Freundin die Prüfung wiederholen müssen.

  6. #3955
    Avatar von socky7

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    Zitat Zitat von strike Beitrag anzeigen
    "Wer A sagt, muss nicht B sagen. Er kann auch erkennen, dass A falsch war."
    Dieser Leitsatz gefällt mir !
    Ebenso die Lebensweisheit von Rüdiger Nehberg:

    " Wer mit der Herde geht, kann nur den Ärschen folgen!"

    Zur Frage von Omega:

    "Hallo, habe mal eine Frage zum A1 Zertifikat. Gibt es bei Visabeantragung eine Vorgabe, max. wie alt das Zertifikat bereits sein darf? Meine Freundin möchte jetzt schon Deutsch lernen, aber zum Visaantrag kommt es frühestens in einem Jahr."

    hat strike schon alles gesagt.
    Mein Tipp wäre:
    Sofort mit dem Lernprozess anfangen, jedoch die Prüfung für das Zertifikat Deutsch A 1 erst in einem halben Jahr machen.

  7. #3956
    Avatar von Chris67

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    Moin,

    Zitat Zitat von strike Beitrag anzeigen
    Hier mal die Info zur Anhoerung:

    Experten uneins über Spracherfordernis beim Ehegattennachzug
    Innenausschuss (Anhörung)
    [...]
    Und hier: Deutscher Bundestag: Parlamentsfernsehen des Deutschen Bundestages gibt's die Anhörung als Live stream (Aufzeichnung). Dauert allerdings fast 2 Stunden, hab's mir selbst noch nicht angetan, aber wer interessiert ist, bitte sehr...


    Gruß, Chris

  8. #3957
    Avatar von socky7

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    Zitat Zitat von Chris67 Beitrag anzeigen
    Deutscher Bundestag: Parlamentsfernsehen des Deutschen Bundestages gibt's die Anhörung als Live stream (Aufzeichnung). Dauert allerdings fast 2 Stunden...
    Das ist eine sehr interessante Aufzeichnung der Anhörung. Man braucht nicht zwei Stunden, sondern nur die 9. bis 14. Minute, um die von strike in diesem thread aufgestellten Thesen bestätigt zu bekommen, wie z.B. vom Sachverständigen Prof. Dr.Thomas Groß von der Goethe-Universität in Frankfurt am Main,
    Professur für Öffentliches Recht, Umweltrecht und Verwaltungswissenschaft; Forschungsschwerpunkte sind Umwelt- und Planungsrecht, Migrationsrecht, Wissenschaftsrecht und Europäisches Verwaltungsrecht.

    sinngemäß:
    Es gibt pro Jahr mehrere tausend Fälle, in dem das vor Visaerteilung vorgeschriebene Zertifikat Deutsch A 1 verhindert eine Ehe zu führen (vgl. Artikel 6 Abs. 1 Grundgesetz).
    Nach Prof. Groß wird möglicherweise gesetzwidrig verhindert, dass das Grundrecht auf Führung einer Ehe nicht verwirklicht werden kann und zwar dort, wo man es möchte.
    Prof. Dr. Thomas Groß hält Sprachkurse nach der Einreise für das mildere Mittel und spricht sich für zusätzliche Härtefallklauseln aus, die verhindern. dass Ehepaare wegen des fehlenden Nachweises einfacher Deutschkenntnisse vor der Visaerteilung monatelang oder jahrelang getrennt leben.
    Der Sachverständige Prof Thomas Groß hält Nachbesserungen für erforderlich und betrachtet europarechtliche Fragen zu diesem Thema als entscheidend.

    Für unseren Super Moderator strike sollte die Ehrendoktorwürde beantragt werden !

  9. #3958
    Avatar von Chris67

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    Moin,

    Neues von der EU Kommission

    Wir erinnern uns: Beim EuGH stand eine Entscheidung über die (Un-)Vereinbarkeit der niederländischen Spracherwerbsregeln mit der europäischen Familienzusammenführungsrichtlinie an. Diese Entscheidung wird es nicht geben, da das Verfahren ohne Entscheidung beendet wurde. Jedoch hat die Kommission in ihrem Schlusswort sich eindeutig dahingehend geäussert, dass eine Nichterbringung der Voraussetzungen (Spracherwerb vor Einreise) nicht zwangsläufig zu einer Verweigerung der Familienzusammenführung führen darf, wenn diese sich aus den Familienzusammenführungsrichtlinien ableiten lässt.

    [...]Fazit: Eine Ablehnung allein wegen des Fehlens der Sprachanforderungen ist nach Auffassung der Kommission mit der Familienzusammenführungsrichtlinie unvereinbar. Es bedarf immer einer Einzelfallabwägung auf der Grundlage des Art. 17 der Richtlinie. Die Stellungnahme steht in einer nicht überraschenden Kontinuität mit der Entscheidung des EuGH zu der Lebensunterhaltssicherung. Es bleibt zu wünschen, dass das BVerwG auch bei den Sprachanforderungen seine Rechtsprechung korrigiert.
    Quelle: 1817-Kommission widerspricht dem BVerwG bei den Sprachanforderungen im Rahmen des Ehegatttennachzugs | Nachrichten Ausländerrecht: Europa und EU

  10. #3959
    Avatar von noritom

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    Zitat Zitat von Chris67 Beitrag anzeigen
    Moin,

    Neues von der EU Kommission


    So...... Und nun????

  11. #3960
    Avatar von Chris67

    Registriert seit
    16.01.2008
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    Zitat Zitat von noritom Beitrag anzeigen
    So...... Und nun????
    Nun, der Kommentar des EuGH zeigt, dass auch von offizieller Seite ernsthafte Zweifel an der Rechtmäßigkeit der Integrationspolitik, insbesondere an der Praxis der Bundesregierung zum Ehegattennachzug bestehen. Es ist also nicht so einfach, wie die Regierung es immer behauptet, und es ist nicht ausser Frage dass alles rechtmäßig und mit Europäischem Recht vereinbar ist, wie man es immer wieder in den Antworten der BR auf Anfragen der Opposition lesen kann. Auch das Urteil bes BVerwG ist eben nicht 100% wasserdicht.

    Berechtigte Kritik kommt eben nicht nur von Betroffenen oder deren Verbänden, denen man ja gerne vorwirft die Sache zu einseitig zu betrachten, und die man gerne mit Verweisen auf angeblich höher einzustufendes Allgemeinwohl abbügelt, sondern auch von renommierten Juristen, wie man auch schon in der öffentlichen Anhörung im Innenausschuss sehen konnte.

    Ich meine, das gibt Anlass zur Hoffnung, auch wenn die Mühlen der Bürokratie langsam mahlen...

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