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Nachweis einfacher Deutschkenntnisse

Erstellt von socky7, 14.11.2007, 08:43 Uhr · 4.934 Antworten · 431.671 Aufrufe

  1. #2471
    Avatar von strike

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    Re: Nachweis einfacher Deutschkenntnisse

    ....so ganz allein und verloren sind wir mit unserer Meinung denn doch nicht.
    Und die befürchtete Karikierung beim Thema Zwangsehe trifft zu.

    Gruss,
    Strike

    Eine äußerst kritische Zwischenbilanz zieht der Paritätische ein Jahr nach der Reform des Zuwanderungsgesetzes. In einem heute in Berlin veröffentlichten Bericht warnt der Verband vor den gesellschaftlichen Folgen der restriktiven und zum Teil zutiefst inhumanen Regelungen, die alle Integrationsbemühungen konterkarierten. Er fordert deutliche Nachbesserungen insbesondere im Bereich der Familienzusammenführung, des Bleiberechts und bei der Bekämpfung von Zwangsheiraten.

    "Die Praxis zeigt, dass das aktuelle Zuwanderungsgesetz gegen grundlegende Regeln der Humanität verstößt", kritisiert die Verbandsvorsitzende Heidi Merk. "Wenn Menschen zugemutet wird, mehrere hundert Kilometer zu reisen, um einen Sprachkurs und -test zu absolvieren und dafür ein Mehrfaches ihres Monatseinkommens aufzubringen, damit sie ihrem Ehegatten nachreisen dürfen, kann das nicht als human bezeichnet werden."

    Mit den Regelungen des Zuwanderungsgesetzes seien in vielen Fällen mühsam erreichte Integrationserfolge zunichte gemacht worden. Weder sei es mit der Reform des Zuwanderungsgesetzes gelungen, die so genannten Kettenduldungen wie beabsichtigt abzuschaffen, noch würden Zwangsehen wirksam bekämpft, kritisiert der Verband in seinem Bericht und verweist auf nach wie vor über 50.000 langjährig in Deutschland lebende Geduldete. "Der Status der Duldung bedeutet für die Betroffenen und ihre Familien ständige Unsicherheit und permanente Angst vor einer möglichen Abschiebung und das über Jahre hinweg. Eine Politik, die einerseits die Überalterung der Gesellschaft beklagt und andererseits Familien mit Kindern, die gut integriert sind und zum Teil ausschließlich deutsch sprechen, Steine in den Weg wirft, ist unglaubwürdig", so Merk. "Die Regelung, wonach bei einer Zwangsverheiratung und Verschleppung ins Ausland die Aufenthaltserlaubnis nach sechs Monaten erlischt oder wonach Frauen, die sich in Deutschland aus einer Zwangsehe vor Ablauf von zwei Jahren lösen, ihren Aufenthaltstitel verlieren, hält die Frauen in Abhängigkeit statt ihnen wirkliche Hilfe zu geben", so Merk.

    Der Paritätische fordert unter anderem die Abschaffung der Sprachprüfung als Voraussetzung für den Ehegattennachzug, eine neue Bleiberechtsregelung ohne Stichtagsregelung und mit differenzierten Ausnahmeregelungen für Alte, Kranke und Menschen mit Behinderungen sowie wirksame Maßnahmen zur Stärkung der Rechte der von Zwangsheirat betroffenen oder bedrohten Frauen. Deutlichen Nachbesserungsbedarf sieht der Verband darüber hinaus bei der zu restriktiven Härtefallregelung sowie dem Asylbewerberleistungsgesetz.


    http://www.ad-hoc-news.de/drucken.html?art_id=19222028

  2.  
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  3. #2472
    Avatar von strike

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    Re: Nachweis einfacher Deutschkenntnisse

    .......keine Ahnung ob das Thema noch irgend jemanden interessiert.

    Hier die erfreuliche - und sicher absolut fundierte, weil vom GI stammende - Nachricht, dass weltweit ungefähr 80 Prozent aller Schüler der vorbereitenden Kurse in den Goethe-Instituten in ? Tagen, Wochen, Monaten die Zertifizierung A1 bestehen:

    Wie hoch sind die Bestehensquoten für die Prüfung „Start Deutsch 1“
    an Goethe-Instituten weltweit im Durchschnitt (bitte differenzieren
    nach vorheriger Sprachkursteilnahme oder nur Prüfungsteilnahme)?

    Die durchschnittliche Bestehensquote liegt weltweit bei Prüfungsteilnehmern
    ohne vorherigen Besuch eines vorbereitenden Sprachkurses des Goethe-Instituts
    bei ungefähr 50 Prozent. Bei Prüfungsteilnehmern mit vorheriger Teilnahme
    an einem vorbereitenden Sprachkurs des Goethe-Instituts beträgt die
    Bestehensquote weltweit ungefähr 80 Prozent.
    Insgesamt ist ein leichter Anstieg der Bestehensquote der erstgenannten Prüfungsteilnehmer
    festzustellen. Ein Grund hierfür kann die inzwischen bessere
    Unterrichtung vieler Prüfungsteilnehmer über den genauen Prüfungsinhalt aufgrund
    zusätzlich geschaffener Informationsangebote des Goethe-Instituts (z. B.
    Wortschatzliste, Internet-Informationen) sein.


    http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/16/101/1610198.pdf

    Also nur keine Zurückhaltung: Qualität hat seinen Preis und zeigt dann aber auch entsprechende Ergebnisse - meistens
    Obwohl: immerhin waren es nur 30 Prozent weniger, die es ohne GI geschafft haben.

    Aber: warum sollte man den Zahlen jetzt wieder trauen, nachdem es monatelang Zahlen gab, die Insider und mit der Materie Vertraute schmunzeln liessen?

    Gruss,
    Strike

  4. #2473
    Avatar von franki

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    Re: Nachweis einfacher Deutschkenntnisse

    Naja, 'durchschnittlich' mag es ja stimmen. Aber für eine Thai mit wenig Schulbildung ist es sicher eine hohe Hürde. Meow besucht nun den Deutschkurs eine knappe Woche und heute hat sie mir geklagt, das sie wegen den vielen 'Hausaufgaben' (immerhin - das Wort kann sie!) schon Kopfschmerzen hat.

    Gruß von Franki.

  5. #2474
    Avatar von garni1

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    Re: Nachweis einfacher Deutschkenntnisse

    @Strike, bitte beachten: Die Prozentzahlen sagen, von 100 Personen ERHALTEN 80 das Zertifikat. Ob beim ersten oder 50. Versuch, spielt KEINE Rolle.
    Die restlichen 20, haben aufgegeben! Keine Prüfung mehr, kein neuer Versuch, kein neuer Kurs, nix.
    Gruß Matthias

  6. #2475
    Avatar von

    Re: Nachweis einfacher Deutschkenntnisse

    Die Antwort ist an Arroganz kaum zu überbieten, aber war ja auch nicht anders zu erwarten. Seis drum.

    Am interessantesten ist die angehängte Grafik, das ist wirklich der Hammer und sollte eigentlich dem Letzten die Augen öffnen.
    Auch wenn die Regierung es beschönigen will indem sie nicht die Länder sondern die Vertretungen angibt.
    [/img]

  7. #2476
    Avatar von wingman

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    Re: Nachweis einfacher Deutschkenntnisse

    Eines dürfte inzwischen auch dem letzten Member klar geworden sein, die A1 Prüfung ist für unsere Frauen harter Tobak. Da nutzt alles Schönreden der involvierten Parteien nichts.
    Einer Frau vom Land (wie der meinen) oder aus dem Isaan fällt das ganze extrem schwer, man kann getrost vom Leidensweg sprechen.
    Meine Frau war kurz davor nach der dritten erfolglosen Prüfung aufzugeben.
    Es wird bestimmt so manche Frau geben die aufgibt. Was mich betroffen macht, denn die Aufgabe bedeutet auch eine gescheiterte Beziehung.
    Unsere Beziehung ist durch die ganzen Hürden sehr stark geworden und ich bin stolz auf meine Frau das sie nicht aufgeben hat .

  8. #2477
    Avatar von strike

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    Re: Nachweis einfacher Deutschkenntnisse

    Zitat Zitat von garni1",p="631227
    @Strike, bitte beachten: Die Prozentzahlen sagen, von 100 Personen ERHALTEN 80 das Zertifikat. Ob beim ersten oder 50. Versuch, spielt KEINE Rolle.
    Die restlichen 20, haben aufgegeben! Keine Prüfung mehr, kein neuer Versuch, kein neuer Kurs, nix.
    Gruß Matthias
    Hallo garni1,

    Du hast mein " in [highlight=yellow:979322c832]?[/highlight:979322c832] Tagen, Wochen, Monaten " bemerkt?

    Im übrigen ist von Bestehensquote die Rede.
    Da kann und wird die Referenz die Zahl der Prüflinge sein.
    Deine Darstellung "Die restlichen 20, haben aufgegeben!" würden ja 100 Prozent Bestehensquote der Absolventen einer Prüfung unterstellen.

    Eine wirklich präzise Aussage ist aber die Antwort der Bundesregierung - nach Information durch das GI - nicht.

    Wie auch immer, meine Meinung zu dem Thema ist ja hinlänglich bekannt.
    Und die hat sich auch nicht geändert.
    Leider ist Ironie in der Schriftlichkeit nicht immer erkennbar

    Gruss,
    Strike

  9. #2478
    Avatar von garni1

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    Re: Nachweis einfacher Deutschkenntnisse

    @strike, falsche Denke!
    Wingmans Frau hat einen Antrag auf A1 gestellt.
    Monatelang fiel sie unter NICHT BESTANDEN, dann hat sie es geschafft. Erfüllung 100%.
    Wenn hundert einen Antrag stellen, Prüfungen ohne Beschränkungen abgelegt werden dürfen, gibt es nur BESTANDEN oder AUFGEHÖRT. So wie Wingmans Frau auch hinwerfen wollte. Die einzelnen Prüfungen und Resultate, sind völlig gegenstandslos!
    Also haben 80% das Zertifikat erhalten und 20% eben nicht. Nach wievielen Versuchen spielt keine Rolle. Die 20% könnten ja weiter machen, niemand hindert sie daran.
    Die einzelnen Prüfungsergebnisse sind Statistiken, sagen nichts über die Anzahl der Versuche aus. Wingman hat seine Frau doch selbst in die nächst mögliche angemeldet.
    Wie würde man den Frau Wingman bewerten wollen? Antrag Ja, Bestanden Nein?, Quatsch. Sie hat bestanden, wenn auch nach Monaten, sie gehört zu den 80%. Wenn es jetzt keine weiteren Anträge mehr gebe, könnte es eine abschließende Statistik geben. Denn immer mehr würden bestehen, und der Rest tritt nicht mehr an. Am Tag X könnte man das Endergebnis melden. Anders geht es auch gar nicht. Es gibt keine Noten oder Bewertungen, nur das Ergebnis. Bis zum BESTANDEN ist das ganze schwebend, danach 100% erfüllt. Bei Nichterscheinen über einen vorab definierten Zeitraum, ist es ein NICHT BESTANDEN. Also zu den 20% gehörend.
    Ganz einfach @strike. Welche Anstrengungen und "Leiden" damit verbunden sind, spielt in einer Statistik halt keine Rolle.
    Gruß Matthias

  10. #2479
    Avatar von strike

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    Re: Nachweis einfacher Deutschkenntnisse

    Zitat Zitat von garni1",p="631335
    @strike, falsche Denke!
    ......
    Zugegeben: Deine Argumentation hat etwas für sich.
    Aber dennoch halte ich eine solche Interpretation - die wohl tatsächlich die gültige ist - für verwirrend.
    Naja, nicht so weit weg von Binärlogik: 1 oder 0.

    Man lernt nie aus.......

    Gruss,
    Strike

  11. #2480
    Avatar von nguang

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    Re: Nachweis einfacher Deutschkenntnisse

    Ich glaube, wie garni1, dass erwähnte 100 % alle Prüflinge (als Personen) darstellen. Jede Person, die irgendwann mal die Prüfung besteht, wird als 100% iger Erfolg gewertet. Egal, wie viele Prüfungswiederholungen dazu notwendig waren. Wer die Prüfung ein- oder mehrmals abgelegt, jedoch nie bestanden hat, zählt – vorerst - zu den „Nichtbestehern“. Langfristig gesehen sagt diese Zahl dann ungefähr aus, wie viel % der Prüflinge letztlich kapitulierten.


    Antwortteil aus derselben, von strike genannten Quelle:

    „Nach dem Aufenthaltsgesetz soll die Voraussetzung der Kenntnis einfacher Deutschkenntnisse beim Ehegattennachzug nicht von individuellen Lerngewohnheiten und -fähigkeiten, den Mitteln und der verfügbaren Zeit des Ehegatten abhängen, soweit nicht die gesetzlich vorgesehenen Ausnahmen vorliegen. Der Gesetzgeber fordert vor dem dauerhaften Zuzug aus dem jeweiligen Herkunftsland nach Deutschland grundsätzlich für alle zuziehenden Ehegatten entsprechende Bemühungen zur sprachlichen Integrationsvorbereitung.“
    Soll heißen: Es ist für viele unserer Volksvertreter völlig normal, dass eine gemeinsame Eheführung in D nicht möglich ist, wenn der ausländische Ehegatte, aus welchen Gründen auch immer, das so genannte A1-Niveau im Herkunftsland nicht erreicht - auch wenn er/sie sich, wie gefordert, lang und ausdauernd darum bemüht hat.

    Und bei Zwangsheirat in einem der dafür bekannten Länder?
    Was mit den so verheirateten Frauen geschieht, wenn sie die A1-Prüfung einmal oder gar mehrfach nicht bestanden haben, das überlasse ich der Phantasie jedes Einzelnen!

    Meine Frau (39) hat, motiviert und fleißig , incl. Alphabetisierung, 6 Intensivkurse belegt, 3 Kurse zur Prüfungsvorbereitung absolviert, einen Monat mit mir zusammen gebüffelt und bis zum Erfolg vier Mal die Prüfung abgelegt , davon zwei Mal mit 59 Punkten. Dazu musste sie 8 Monate in Bangkok ein Zimmer anmieten, konnte in dieser Zeit kein Geld verdienen. Allein die Ausgaben für GI, Lernmittel, Zimmer und Prüfungen summierten sich so auf knapp zwei ihrer üblichen Jahresnettogehälter. :-( Die üblichen Lebensunterhaltskosten fielen natürlich zusätzlich an.

    Erwähnen möchte ich noch, dass sich Vokabular und Grammatik während ihres nun dreimonatigen Aufenthaltes in D, ohne Schulbesuch, enorm verbesserten. In Thailand wäre wohl ein weiteres Jahr Intensivschulung beim GI notwendig gewesen, um einen entsprechenden Kenntnisstand zu erreichen. Zugegebenermaßen war dies nur auf Grund der vorhandenen Vorkenntnisse möglich.

    Unsere Politik hat sich beim Aufenthaltsgesetz (mal wieder) nicht mit Ruhm bekleckert. Meinen Vermutungen zur Folge sollte mit diesem Gesetz dem ungezügelten Nachzug zu türkischstämmigen, in Deutschland lebenden Ausländern, etwas Einhalt geboten werden.
    Damit sich die neue Gesetzgebung dem betroffenen Personenkreis besser „verkaufen“ lässt, wurde deren Anwendung auch auf deutsche Staatsbürger ausgeweitet. So nach dem Motto: „Wir wissen gar nicht warum Ihr Euch aufregt, das Gesetz bezieht sich doch auch auf den Familiennachzug zu Deutschen.“ ;-D

    Dem interessierten, jedoch juristisch nicht gebildeten Leser des neuen Gesetzes wurde durch die verklausulierte Formulierung: „§ 30 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 und 2, Satz 3 und Abs. 2 Satz 1 ist in den Fällen des Satzes 1 Nr. 1 entsprechend anzuwenden.“ die Absicht verschleiert, die für zu Ausländer nachziehenden Personen geltenden Bestimmungen auch für den Nachzug zu Deutschen anzuwenden.

    Auch bin ich der Meinung, dass dies anfangs so nicht geplant war, sondern nachträglich in das Werk aufgenommen wurde um …. siehe oben unter „Argumentations- und Verkaufshilfen“.

    Um jedoch nicht gegen geltendes EU-Recht zu verstoßen, mussten ausländische EU-Bürger davon ausgenommen werden. Natürlich wollte man auch die Bürger anderer Industrienationen, Investitionswillige usw. nicht verprellen und schuf für diese die bekannten Ausnahmeregelungen.

    Durch diese ganzen „Rücksichtnahmen“ entstand dann, bewusst (einigen Wenigen, die das Gesetz formulierten) oder unbewusst (den Meisten), die jetzige Situation der m.E. rechtswidrigen Inländerdiskriminierung.

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