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Heirat in Deutschland nach thailändischem Recht

Erstellt von Rolex, 16.10.2014, 19:43 Uhr · 15 Antworten · 2.023 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von Rolex

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    Heirat in Deutschland nach thailändischem Recht

    ...was bedeutet dies für mich

    Wir planen in Deutschland zu heiraten, ein notarieller Ehevertrag scheint vernünftig,
    u.a. sollen Gütertrennung, Versorgungsausgleich, Unterhaltsverzicht geregelt werden.

    Seit dem 21.06.2012 können Ehegatten mittels Ehevertrag vereinbaren, nach welchem Recht ihre Ehe geschieden wird. Ein deutsches Gericht wird dann die Ehe nach thailändischem Recht scheiden, z.B. ohne Trennungsjahr.

    Nun stellt sich für die Frage, was bedeutet eine Scheidung in Deutschland nach thailändischen Recht zudem?
    Gibt es auch Auswirkungen auf notarielle Vereinbarungen zu Gütertrennung, Versorgungsausgleich, Unterhaltsverzicht - sind diese Vereinbarungen gar hinfällig...?

  2.  
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  3. #2
    Avatar von Socrates010160

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    Ob ein Ehevertrag Sinn macht, ist von vielen Faktoren abhängig. Was willst Du schützen ? Vorhandenes oder zukünftiges Vermögen ?

    Versorgungsausgleich ist gesetzlich und kann nicht rechtsgültig ausgeschlossen werden. Unterhaltsverzicht ist im Trennungsjahr gesetzlich und kann nicht rechtsgültig ausgeschlossen werden. Für den Fall, dass nach Abschluss des Ehevertrages Kinder kommen, ist auch ein Unterhaltsverzicht rechtlich kaum haltbar.

    Gütertrennung bringt Deine Frau in eine nachteilige Lage, wenn Du vor ihr verstirbst und Du weitere Erben hast, da ihr bei Zugewinngemeinschaft von Haus aus 50 % zusteht, bei Gütertrennung nur 25 %.

    Ohne Details zu kennen, ist ein Rat nicht möglich.

  4. #3
    Avatar von J.O.

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    Zitat Zitat von Rolex Beitrag anzeigen
    ...Seit dem 21.06.2012 können Ehegatten mittels Ehevertrag vereinbaren, nach welchem Recht ihre Ehe geschieden wird....

    Das finde ich geil, falls es stimmt! Da kann man schon vor der Eheschließung bestimmen nach welchem Recht man geschieden wird?

    Ich kenne es von früher nur so, dass nach dem Recht geschieden wird in dem man den letzten gemeinsamen Wohnsitz hatte. Gibt es das nicht mehr? Um dann auch nach deutschem Recht geschieden zu sein muss dieses von einem deutschen Gericht anerkannt werden. Der Versorgungsausgleich wäre dann vom deutschen Gericht sozusagen nachträglich zur Anerkennung der Scheidung vorgenommen worden.

  5. #4
    Avatar von alder

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    Zitat Zitat von Rolex Beitrag anzeigen

    Wir planen in Deutschland zu heiraten, ein notarieller Ehevertrag scheint vernünftig,
    u.a. sollen Gütertrennung, Versorgungsausgleich, Unterhaltsverzicht geregelt werden.

    ?
    Dann wirds ja dieses Jahr noch was mit der neuen Yacht für deinen Notar.

    Was willste denn noch alles absichern und ausschliessen? Gütertrennung ist wohl in den allermeisten Konstellationen Quatsch, wenn man nicht gerade in die Quandt-Familie einheiratet.
    Ich stehe sowieso auf dem Standpunkt, dass 50% Zugewinn der Frau einfach zustehen. Das was du vorher hattest, bekommt sie sowieso nicht.

    Versorgungsausgleich. Das kann tatsächlich zum Problem werden, an das niemand denkt, der noch keine 45 Jahre ist.

    Wir konnten den Versorgungsausgleich (ca.150€) noch ausschliessen, der Richter hat dem gerade noch zugestimmt. Wenn jemand allerdings 20 Jahre verheiratet war, gutes Geld verdiente und die Frau nur als Hausfrau "beschäftigt", dann kannst du mal abhaken, dass irgendein Richter dem zustimmt. Es sei denn es wird eine adäquate Summe in Form einer Rentenversicherung für die Frau nachgewiesen.

    Das ist ja auch irgendwie logisch, der Millionär wirft seine Frau nach 30 Jahren raus und der Steuerzahler darf die Grundsicherung übernehmen.

    Trennungsunterhalt kann man sowieso nicht ausschliessen, also was soll das Ganze.

    Ist die Ehezeit kürzer als 3 Jahre, gib's sowieso nur Wasser. Man hat also genügend Zeit um zu prüfen, ob man nicht einer Heiratsschwindlerin aufgesessen ist.

    Ich hab gar nix gemacht, warum auch. Wenn ich abkratze soll meine Frau auch alles kriegen- die ganzen 3,50€

    Sollten wir nach etlichen Jahren doch darauf kommen, dass es besser ist getrennt zu sein, zahle ich ihr freiwillig eine Summe x und biete ihr an, auf die Scheidung zu verzichten und besser die Witwenrente zu kassieren als die 153€ Rente aus dem Versorgungsausgleich mit 67.

    Naja, macht was ihr wollt....

  6. #5
    Avatar von Rolex

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    Zitat Zitat von Socrates010160 Beitrag anzeigen
    Ob ein Ehevertrag Sinn macht, ist von vielen Faktoren abhängig. Was willst Du schützen ? Vorhandenes oder zukünftiges Vermögen ?

    Versorgungsausgleich ist gesetzlich und kann nicht rechtsgültig ausgeschlossen werden. Unterhaltsverzicht ist im Trennungsjahr gesetzlich und kann nicht rechtsgültig ausgeschlossen werden. Für den Fall, dass nach Abschluss des Ehevertrages Kinder kommen, ist auch ein Unterhaltsverzicht rechtlich kaum haltbar.

    Gütertrennung bringt Deine Frau in eine nachteilige Lage, wenn Du vor ihr verstirbst und Du weitere Erben hast, da ihr bei Zugewinngemeinschaft von Haus aus 50 % zusteht, bei Gütertrennung nur 25 %.
    Vorhandenes Vermögen und Zugewinn soll geschützt werden. Wir haben ein gemeinsames Kind, hierzu möchte ich das Sorgerecht nach einer möglichen Scheidung ebenso festlegen. Wenn wir schon beim Notar sind, dann wird eben auch der Versorgungsausgleich und der Unterhalt ausgeschlossen - was im Ernstfall rechtlich haltbar ist, das wird sich hoffentlich nie zeigen...

    ...es könnte jedoch nützlich sein, das wir beim Ehevertrag eine Scheidung nach thailändischem Recht festschreiben.

    Gütertrennung: Die sinnvollste Regelung ist oft nicht die blanke Gütertrennung, sondern eine modifizierte Zugewinngemeinschaft. Mehrere Varianten sind denkbar. So können die Partner zum Beispiel vereinbaren, dass der Zugewinnausgleich nur für den Fall einer Scheidung entfallen soll. Stirbt einer der Eheleute, greifen wieder die gesetzlichen Regelungen und sichern dem überlebenden Partner seinen Steuervorteil.



    Zitat Zitat von J.O. Beitrag anzeigen
    Das finde ich geil, falls es stimmt! Da kann man schon vor der Eheschließung bestimmen nach welchem Recht man geschieden wird?

    Ich kenne es von früher nur so, dass nach dem Recht geschieden wird in dem man den letzten gemeinsamen Wohnsitz hatte. Gibt es das nicht mehr? Um dann auch nach deutschem Recht geschieden zu sein muss dieses von einem deutschen Gericht anerkannt werden. Der Versorgungsausgleich wäre dann vom deutschen Gericht sozusagen nachträglich zur Anerkennung der Scheidung vorgenommen worden.
    Bei internationalen Ehen kann mit einem Ehevertrag festlegt werden, welches Rechtssystem im Fall der Scheidung federführend ist. Grundlage hierfür ist seit dem 21.06.2012 die europäische Verordnung Nr. 1259/2010, die sogenannte ROM III Verordnung.


    Was nun eine Scheidung nach thailändischem Recht durch das deutsche Gericht bedeutet, das war meine Frage

  7. #6
    Avatar von Rudigo

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    Bei einer Eheschliessung wird sicherlich eine Rechtswahl zur Ehe und nicht zur Scheidung getroffen. Rechtswahl für Ehe mit Auslandsbeteiligung Mehr dazu hier: Rechtswahl für Ehe mit Auslandsbeteiligung - frag-einen-anwalt.de

  8. #7
    Avatar von michael59

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    Sorgerechtsvereinbarungen für ein Kind sind in einem Ehevertrag nicht bindend- sie haben allerhöchstens Empfehlungscharakter.

  9. #8
    Avatar von sombath

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    Rolex
    wenn du hier richtig verheiratet sein willst , mußt du die Ehe hier eintragen lassen .
    Damit hast du eine Ehe nach deutschem Recht geschlossen und die kann nur nach deutschem Recht geschieden werden .
    Ich habe mich auch abgesichert , aber eine Frist von 5 Jahren gesetzt .
    Nach diesen 5 Jahren werden haben wir gesetzlichen Güterstand und die Absicherung ist ausgelaufen .

    Sombath

  10. #9
    Avatar von J.O.

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    Zitat Zitat von Rolex Beitrag anzeigen
    ... welches Rechtssystem im Fall der Scheidung federführend ist. Grundlage hierfür ist seit dem 21.06.2012 die europäische Verordnung Nr. 1259/2010, die sogenannte ROM III Verordnung.


    Rom III kannst Du m.E. knicken weil Thailand weder Mitglied der EU, noch Teilnehmer am Rom III Vertrag ist.

  11. #10
    Avatar von J.O.

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    Zitat Zitat von sombath Beitrag anzeigen
    Rolex
    wenn du hier richtig verheiratet sein willst , mußt du die Ehe hier eintragen lassen .
    Damit hast du eine Ehe nach deutschem Recht geschlossen und die kann nur nach deutschem Recht geschieden werden .
    Das stimmt so nicht. Es kommt nach wie vor auf den letzten gemeinsamen Wohnsitz an. Beispielsweise kann die Ehe in Deutschland oder sonst wo auf der Welt geschlossen worden sein und wenn wir den letzten gemeinsamen Wohnsitz in Thailand hatten kann die Ehe nach thailändischem Recht geschieden werden. Hat man mehrere gemeinsame Letzte Wohnsitze dann kann sich der der die Scheidung einreicht aussuchen was für ein Land und damit Recht er/sie will. Siehe Boris Becker in den USA.

    Dass die Scheidung in Deutschland der Bestätigung bedarf um auch in Deutschland rechtskräftig zu werden ist was ganz anderes. Da geht es dann nur noch um nach deutschem Recht unverzichtbare Ansprüche wie wiederum nur beispielsweise den Versorgungsausgleich.

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