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Haben die TELC GmbH und das Goethe-Institut bei den Sprachprüfungen Narrenfreiheit ?

Erstellt von socky7, 08.10.2012, 18:38 Uhr · 17 Antworten · 3.897 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von socky7

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    Haben die TELC GmbH und das Goethe-Institut bei den Sprachprüfungen Narrenfreiheit ?

    Vielleicht gibt einen unter uns, der mir bei folgender Angelegenheit weiterhelfen kann ?

    Eine Migrantin aus Südostasien, die vor einem Jahr zu ihrem deutschen Ehemann einreisen durfte (Ehegattennachzug) ist gerade im schriftlichen Teil der Sprachprüfung Deutsch B 2 mit insgesamt ganz knapp unter 135 Punkten durchgefallen. Den mündlichen Teil der Prüfung Deutsch B 2 hat sie mit der Note "sehr gut" bestanden.

    Die bisherigen Sprachprüfungen Deutsch A 1, Deutsch A 2 und Deutsch B 1 hatte sie alle mit der Note "sehr gut" bestanden.
    Die Asiatin hat nun bei TELC GmbH einen Antrag gestellt, den Ergebnisbogen dieser ominösen Prüfung zusammen mit ihrem deutschen Ehemann einsehen zu dürfen. Das wurde abgelehnt mit folgendem Schreiben:

    Sehr geehrte Frau X.,

    hiermit bestätigen wir den Eingang Ihrer Bitte um Ergebnisüberprüfung im genannten Fall.
    Wir werden die Prüfungsunterlagen zunächst aus dem Archiv anfordern und lassen die Auswertung und die Bewertungen von einem Fachreferenten überprüfen.
    Danach erhalten Sie eine Stellungnahme zu den Ergebnissen. In den meisten Fällen gibt die Stellungnahme Aufschluss zu den einzelnen Subtestergebnissen.
    Eine Diskrepanz zwischen den mündlichen und schriftlichen Prüfungsergebnissen ist keine Seltenheit bei diesem Prüfungsformat.
    Die Bestehensgrenze liegt in der schriftlichen Prüfung bei 135 Punkten (60%).
    Wir gehen davon aus, dass Ihr Prüfungszentrum Sie über die Rechtsgrundlagen, Bewertungsrichtlinien und die Prüfungsordnung informiert hat.

    Wir werden Ihre Anfrage annehmen und die Unterlagen überprüfen.
    Ergebnisüberprüfungen sind ein kostenloser Service der telc GmbH.
    Rechtliche Grundlage ist der Paragraph 11 unserer Allgemeinen
    Geschäftsbedingungen (www.telc.net<http://www.telc.net>).
    Die Herausgabe der Unterlagen - auch als Kopie - ist nach Paragraph 9
    der AGB nicht möglich. Es handelt sich
    um geheime Prüfungsmaterialien
    und inhaltliches Eigentum der telc GmbH.

    Die Anfragen werden normalerweise chronologisch nach Eingang bearbeitet. Im Moment liegt die reguläre Bearbeitungszeit bei ca. vier Wochen nach Eingangsdatum.

    Wir werden uns sobald wie möglich zu den Ergebnissen bei Ihnen zurückmelden.

    Mit freundlichen Grüßen
    C. L.

    Prüfungsverarbeitung
    Examination Administration
    Tel.: +49 69 95 62 ....
    Fax: +49 69 95 62 ....
    Internet: www.telc.net<telc GmbH - die Europäischen Sprachenzertifikate:*Home>

    telc GmbH
    Bleichstrasse 1
    60313 Frankfurt am Main

    Nach meiner Auffassung darf die Prüfungsverarbeitung bei TELC GmbH den Ergebnisbogen nicht als Kopie aushändigen, weil sonst die Prüfungsfragen in diesem Prüfungssatz in Umlauf gebracht werden könnten.
    Allerdings sollte es möglich sein , den Ergebnisbogen im Prüfungszentrum in Berlin unter amtlicher Aufsicht einzusehen. Aber wo finde ich die RECHTSGRUNDLAGE ?
    Wenn das verweigert würde, hätten das Goethe-Institut und TELC GmbH absolute Narrenfreiheit und könnten Prüflinge mit unzulässigen Fragen durchfallen lassen.


    Ich erinnere an die Pannenserie im Goethe-Institut Bangkok vom 21.12.2007 (vgl. mein Beitrag #106 im Mammut-Thread "Nachweis einfacher Deutschkenntnisse"):

    "
    Die Prüfung im Goethe-Institut Bangkok vom 21.12.2007 wurde am 4. Januar kostenlos wiederholt mit anderen Prüfungsaufgaben und diesmal ohne angeblichen Stromausfall.
    Drei Viertel der Prüfungsteilnehmer(innen) hatte am 4. Januar die Prüfung bestanden. Heute Vormittag wurden die Zertifikate Deutsch A 1 ausgestellt."

    Der viel zu schwierige Prüfungssatz zu Deutsch A 1, bei dem am 21.12.2007 genau 78 % der 100 Prüflinge durchgefallen waren, wurde vom Goethe-Institut München Anfang des Jahres 2008 aus dem Verkehr gezogen. Mit einem anderen Prüfungssatz hatten die gleichen Prüflinge, die zwei Wochen vorher durchgefallen waren, zu drei Viertel bestanden.

    (strike dürfte sich auch noch gut an den 21. Dezember 2007 erinnern, als die Prüfer vom Goethe-Institut Bangkok wie aufgeregte Hühner hin und her liefen und mit der Situation total überfordert waren.)

    Ich vermute, dass der Prüfungssatz von TELC GmbH zu Deutsch B 2 auch nicht einwandfrei ist - vermutlich tlw. Fragen auf Niveau Deutsch C 1 sowie einige hinterhältige Fragen, bei denen auch sehr gute Prüflinge zwangsläufig passen müssen.
    In diesem Falle waren in der Prüfung Deutsch B 2 acht von 13 Prüflingen durchgefallen.

    TELC Prüfungsordnung:

    § 11 Anfechtungen von Entscheidungen
    1. Anträge von Prüfungsteilnehmern und -teilnehmerinnen, in denen Entscheidungen von Prüfungszentren, Aufsichtspersonen, einzelnen Bewertern oder Bewerterinnen, Prüfern oder Prüferinnen oder der telc GmbH angefochten werden, müssen innerhalb von drei Monaten nach Bekanntgabe der Prüfungsergebnisse in Schriftform bei der telc GmbH eingegangen sein (Ausstellungsdatum des Zertifikats bzw. Ergebnisbogens).
    2. Der Antrag muss ausreichend begründet sein. Nicht ausreichend begründete Anträge kann die telc GmbH bereits aus diesem Grund zurückweisen. Der bloße Hinweis auf eine nicht erreichte Punktzahl ist als Begründung nicht ausreichend.

    Anm. socky7:
    Wie soll denn der Antrag ausreichend begründet werden, wenn der Prüfling keine Einsicht in sein Prüfungsergebnis bekommt ?

  2.  
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  3. #2
    Avatar von JT29

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    Zitat Zitat von socky7 Beitrag anzeigen
    Allerdings sollte es möglich sein , den Ergebnisbogen im Prüfungszentrum in Berlin unter amtlicher Aufsicht einzusehen. Aber wo finde ich die RECHTSGRUNDLAGE ?
    Den braucht man gar nicht einsehen, siehe Prüfungsordnung:

    § 4 Ergebnismitteilung
    1. Wer eine telc Prüfung erfolgreich absolviert hat, erhält ein Zertifikat.
    2. Wer die Prüfung nicht besteht, erhält einen Ergebnisbogen.



    Im Übrigen sollte man AGBs schon mal lesen, bevor man Geschäfte eingeht

  4. #3
    Avatar von socky7

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    Zitat Zitat von JT29 Beitrag anzeigen
    ...
    2. Wer die Prüfung nicht besteht, erhält einen Ergebnisbogen.
    Da hatte ich mich falsch ausgedrückt, denn der sog. "TELC-Ergebnisbogen", der ausgehändigt wurde, enthält nur die Punktzahl ohne Bezug zu den gestellten Fragen und den Antworten.

    Was wir brauchen, um das Prüfungsergebnis zu beurteilen, ist:

    a) Einsicht in die Prüfungsunterlagen mit den Fragen

    b) Einsicht in die Prüfungsmaterialien mit den Antworten, d.h. den Antwortbogen der Prüfungsteilnehmerin

    Wie soll denn die Anfechtung des Prüfungsergebnisses ausreichend begründet werden, wenn der Prüfling keine Einsicht in sein Prüfungsergebnis bekommt ?

  5. #4
    Avatar von franky_23

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    so wie ich das Schreiben las, gab es einen Antrag auf Überprüfung. Das hat mit einer Einsichtnahme nichts zu tun. Auch muss das Ergebenis der internen Überprüfung nicht bekanntgegeben werden.

    Wieso sollte eine Prüfung nicht in Umlauf geraten? Fast jede Abiprüfung ist im Handel frei erhältlich. Dann muss die Firma einen neuen Prüfungssatz erstellen. Ggf. kann auch mal ein Gericht einen solchen Passus für nichtig erklären. Aber denke nicht, dass es soweit eskaliert.

    Gab es überhaupt einen Antrag auf Einsichtnahme der Prüfung? Diese sollte am Prüfungsort möglich sein.

    Eine Prüfung soll Eigentum sein? Das würde eine Prüfung ja der gerichtlichen Überprüfung entziehen. Das ist ungewöhnlich.

    JT29. Du liest bei jedem Kauf die AGBen?

  6. #5
    Avatar von JT29

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    Zitat Zitat von franky_23 Beitrag anzeigen
    JT29. Du liest bei jedem Kauf die AGBen?
    Natürlich nicht bei Dingen des täglichen Bedarfs, aber ansonsten sehr wohl bzw. ich scanne kurz darüber und bei Verträgen grundsätzlich - hat uns vor manchen Überraschungen bewahrt (eine blutige Nase reicht).

  7. #6
    Avatar von socky7

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    Zitat Zitat von franky_23 Beitrag anzeigen
    ...Gab es überhaupt einen Antrag auf Einsichtnahme der Prüfung? Diese sollte am Prüfungsort möglich sein.
    Das sehe ich genauso wie DU.
    Ich habe mich noch einmal schlau gemacht. Es gab keinen Antrag auf Überprüfung, sondern auf Einsichtnahme - sinngemäß:

    "Mein Ehemann und ich möchten unter Aufsicht die Prüfungsunterlagen mit den Fragen
    sowie meinen Antwortbogen einsehen.

    Wir vermuten, dass in diesem Prüfungssatz zu Deutsch B 2 einige Fragen unzulässig waren sowie tlw. bereits auf Niveaustufe Deutsch C 1.
    Uns ist konkret ein Fall bekannt, dass das Goethe-Institut München einen bestimmten Prüfungssatz eliminiert hatte, weil er ungeeignet war und zur Folge hatte, dass auch zahlreiche gute Prüfungsteilnehmer(innen) durchfielen.
    Tatsache ist, dass ich die bisherigen Prüfungen für das Zertifikat Deutsch A1, Deutsch A 2 und Deutsch B 1 mit den Noten "sehr gut" bestanden hatte. Da stimmt vermutlich etwas nicht, wenn jetzt im schriftlichen Prüfungsteil zu Deutsch B 2 das Ergebnis unter 4 - liegt.
    Eine Anfechtung soll erst erfolgen, wenn unsere Einsichtnahme Ungereimtheiten ergeben sollten, welche die Punktzahl deutlich beeinflusst haben."



  8. #7
    Avatar von Franky53

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    bei den Prüfungen des WiFI Österrreich sind die Prüfungsaufgaben bekannt. Natürliich immer wieder verschiedene Texte.

    warum du mit der Frau Prüfung der Niveaustufen vornehmen solltest oder könntest ,ist mir unklar.bist du Sprachexperte.

    ich nehme an ,dass die Prüfungsaufgaben zugelaasen werden müssen.

    abgesehen davon ,einige Prüfungsaufgaben meiner Frau hätten wahrscheinlich 30-40% der Muttersprachler nicht geschafft.

  9. #8
    Avatar von franky_23

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    Ich würde der TELC eine Frist setzen für die Einsichtnahme! Wieso sollte davon keine Kopie möglich sein? ggf. mit einer Digicam.
    Auch sollte ein Lösungsvorschlag beiliegen.

    Mit deiner fachlichen Argumentation wirds schwierig. Wer sagt dir, dass B1 ggf. nicht zu einfach war, damit die Hürden für Integrationswillige und Einbürgerungswillige nicht zu hoch werden?

    Wo du was machen kannst ist, bei falschen zusammenzählen von Punkten, bei offensichtlichen Veränderungen der Korrektur. Bei offensichtlichen Fehlern. Sobald dies einen Bewertungsspielraum gibt wird es sehr sehr schwierig. Da müsstest z.B. Daten bekommen wie groß die Streuung bei der Prüfung war, bei den bisherigen Prüfungen. Eins muss dir auch klar sein. Bei A1 wird der Mittelwert aus allen gebildet die mal D lernen sollen, wollen, müssen. Jenseits von B1 gibt es eine andere Interessenslage.

    Auch darfst du nicht vergessen, dass auch ein Prüfling einfach mal einen schlechten Tag gehabt haben kann.

    Franky53. Eine Firma oder eine Organisation wird zugelassen. Fehler kann es immer geben. Du meinst, dass dann z.B. das Innenministerium oder das Kultusministerium jeden Prüfungssatz abzeichnet?

  10. #9
    Avatar von Franky53

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    in Österrreich zum Beispiel der Integrationsfond ,der auch das letzte Wort hat und dann das Zertifikat zustellt.
    die Prüfungsbögen werden samt den Aufzeichnungen des Interview dorthin geschickt ,dann ausgewertet ,bzw.überprüft und dann bekommt man das Zertifikat.

    wie du schreibst Fehler beim Auszählen können passieren.aber die Beispiele waren uns bekannt.
    z.B. Arzttermin : (wurde als Mailboxnachricht 2 mal vorgespielt) dann Notiz von..Adresse ,Uhrzeit ,mitzubringendes Dokument ,Ansprechperson , insgesamt 4 Punkte ..1 Punkt für die richtig aufgeschriebene Antwort.

  11. #10
    Avatar von franky_23

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    Wenn du das liest

    telc GmbH - die Europäischen Sprachenzertifikate:.Wer wir sind

    dann dürfte telc was ähnliches sein.

    Gegen eine solche Wertung wie du sie beschreibst, ist ja nichts einzuwenden. Das ist ja überprüfbar. Wenn jemand z.B. einen kleinen Text schreiben soll. Ob ein Prüfer dann 10, 9, 8 Punkte gibt, das dürfte dem Prüfer überlassen sein.

    Bei deinem Beispiel stellt sich eine andere Frage, ob eine solche Mailboxnachricht geeignet ist die Sprachfertigkeit zu prüfen, oder nicht eher die Gedächtnisleistung prüft. Auch da wird sich niemand dran aufhängen.

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