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Getrenntleben- und Ehegattenunterhalt

Erstellt von Knut_0815, 22.07.2013, 08:53 Uhr · 39 Antworten · 4.619 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von Knut_0815

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    Getrenntleben- und Ehegattenunterhalt

    Manchmal ist das Leben wie eine Achterbahn. Vor ca. 5 Jahren wurde eine Freundin von uns aus Udon von ihrem Ehemann, Deutscher, Lehrer, im wahrsten Sinne des Wortes in Thailand zum Amphoe geschleppt, um dort die Aufhebung der Ehe zu Protokoll zu nehmen und dann "ausgesetzt". Ich verwende bewußt nicht den Begriff Scheidung, da die beiden nach deutschem Recht nicht geschieden sind, wie wir zwischenzeitlich wissen. Eher weniger zufällig geriet sie an einen deutschen Anwalt, der sie das Staunen lehrte: Weder ist sie nach deutschem Recht geschieden, noch genügt dieses "Aussetzen" sonstigen deutschen Rechtsanforderungen. Unterhalt, Zugewinn, Rentenanwartschaften usw. Und der Hammer ist, daß er für sie nach fünf Jahren (!!!) Trennung Getrenntlebenunterhalt beantragt hat und damit wohl auch durch kommt. Nächsten Monat wird das vor Gericht verhandelt. Nun hat der Anwalt die Düsseldorfer Tabelle zur Festsetzung des Unterhalts herangezogen, bekam aber vom Gericht den Hinweis, da sie in Thailand lebe, sei nur ein ermäßigter Satz für den Unterhalt in Ansatz zu bringen. Daß eine solche Regelung besteht, ist ihm natürlich bekannt, aber er stellt sich auf den Standpunkt, die Düsseldorfer Tabelle sein zumindest analog anwendbar, da der Ehemann sonst ungerechtfertigt bereichert sei. Er hat sie nach Thailand geschleppt, sich dort von ihr getrennt (hatte ein Bargirl aus Pattaya) und sie unter Druck gesetzt in Thailand zu bleiben. Ohne jegliche Versorgung von seiner Seite aus (siehe oben). Sie, die gerne in DE geblieben wäre, verlor ihren Aufenthalt dort durch ihn usw. Nun steht der Anwalt auf dem Standpunkt, daß sie dadurch entreichert, der untreue Ehegatte ungerechtfertigt bereichert wäre und man sein hinterhältiges Verhalten nicht auch noch honorieren dürfe. Das wird sicherlich ein spannender Rechtsstreit (ich hätte schon gewettet, daß der Getrenntlebenunterhalt abgedonnert worden wäre), aber grundsätzlich interessiert mich einmal, um wieviel so ein reduzierter Unterhalt reduziert wird. Hat da jemand Kenntnis? Danke für die Antworten. PS: Ich werde in loser Folge weiter berichten.

  2.  
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  3. #2
    Avatar von michael59

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    die Frau ist doch wohl volljährig, darf wählen und schon alleine einen Vertrag unterschreiben oder?

    das mit den ermässigten Sätzen ist korrekt. Dann können die Ehepartner auch das Zivilrecht wählen das für ihre Scheidung gelten soll. Da sie in Thailand unterschrieben hat muss wohl zumindestens hier ihre Zustimmung zur thailändischen Rechtslage vorgelegen haben.Da entfällt das Trennungsjahr und der Versorgungsausgleich.

    Sie wird wohl kaum geltend machen können das sie auf dem Amphoe unter Drogen stand oder mit Gewalt gezwungen wurde.
    So wie du ihm etwas unterstellst, kann man jetzt auch davon ausgehen, dass das bei ihr auch nicht koscher ist. Es ist unvorstellbar das ein Farang eine Thai auf dem Amphoe zu irgendetwas zwingt. Jetzt ist sie einem RA in die Hände gefallen, der mit Prozesskostenhilfe dem Mann jetzt einen reinwürgen will. Je länger und je aufwendiger desto mehr verdient er an der Sache. Und sie bekommt Rache und Geld.
    Für beide eine WIN/WIN Situation. Auch eine Möglichkeit.

  4. #3
    Avatar von Knut_0815

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    Cool

    Ich habe nicht gesagt, daß sie gezwungen worden wäre. Es ist eine typische Isaan-Lady, ein paar Jahre Schule und gut. Er Lehrer, also Akademiker. Sie hatte (das sollte man jetzt mal nicht wörtlich nehmen) von Tuten und Blasen keine Ahnung. Normalerweise kann man Getrenntlebenunterhalt binnen sechs Monaten nach Trennung beantragen. Hier waren es Jahre der Trennung. Der Anwalt hat in seinem Antrag extra darauf hingwiesen, daß ihr die deutsche Rechtslage unbekannt und für sie erst dann zugänglich wurde, als sie das Gespräch mit dem Anwalt hatte. Daß nun ein einschlägiges Verfahren läuft, zeigt doch, daß das Gericht auf seine Argumentation einsteigt. Sie wird zu ihrem Recht kommen, nicht mehr und nicht weniger. Ja, er arbeitet auf Prozeßkostenhilfe, bekommt aber nur dann Geld, wenn sie Geld bekommt: Will sagen, in dem Umfang, in dem sie gewinnt. Daß sie ihm einen "reinwürgen" will, würde ich mal nicht so sehen. Die Gute ist über 50 Jahre und auch nicht mehr so fit...

  5. #4
    Avatar von tira

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    Zitat Zitat von Knut_0815 Beitrag anzeigen
    .....er stellt sich auf den Standpunkt, die Düsseldorfer Tabelle sein zumindest analog anwendbar, da der Ehemann sonst ungerechtfertigt bereichert sei. Er hat sie nach Thailand geschleppt, sich dort von ihr getrennt (hatte ein Bargirl aus Pattaya) und sie unter Druck gesetzt in Thailand zu bleiben. Ohne jegliche Versorgung von seiner Seite aus (siehe oben). Sie, die gerne in DE geblieben wäre, verlor ihren Aufenthalt dort durch ihn usw. Nun steht der Anwalt auf dem Standpunkt, daß sie dadurch entreichert, der untreue Ehegatte ungerechtfertigt bereichert wäre und man sein hinterhältiges Verhalten nicht auch noch honorieren dürfe......
    sorry,

    ...... m.e. iss genannter anwalt ne pappnase. aus eigener erfahrung das schuldprinzip iss in d gone!

    ein untreues verhalten spielt ggf. erbrechtlich, nicht jedoch scheidungsrechtlich ne rolle. sollte man als ra schon wissen

  6. #5
    Avatar von Claude

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    Naja, es muss nicht alles stimmen, was man so hoert.

  7. #6
    Avatar von Chak

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    Zitat Zitat von Knut_0815 Beitrag anzeigen
    Daß nun ein einschlägiges Verfahren läuft, zeigt doch, daß das Gericht auf seine Argumentation einsteigt.
    Nein, das heißt bisher lediglich, dass der Anwalt einen entsprechenden Antrag gestellt hat.

  8. #7
    Avatar von Cantor

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    Ich wette wir werden hier noch einige rechtsberatende Überraschungen erleben.

  9. #8
    Avatar von alder

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    Dass so mancher Rechtsverdreher auf sowas draufspringt ist sonnenklar.

    Beim Zauberwort "Prozesskostenhilfe" bekommen sie eine leichte ..........

    Halte uns mal auf dem Laufenden, ob ein deutsches Gericht auf einen solchen Quatsch eingeht.

  10. #9
    Avatar von michael59

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    Nun lieber Knut- du hast folgende Formulierung gewählt:

    "im wahrsten Sinne des Wortes in Thailand zum Amphoe geschleppt" und

    " und dann "ausgesetzt". "

    Das erlaubt eine solche Annahme.

    Wie gesagt- das Ehepaar hat das Recht eines der beiden Scheidungsrechte auszuwählen. Dem hat sie mit ihrer Unterschrift doch zugestimmt. Das sie sich keinen Rechtsbeistand gewählt hat ist doch wohl ihr Problem.

    Übrigens gilt dieses Wahlrecht auch wenn der gewöhnliche Aufenthalt hier in Deutschland ist. Deshalb habe deutsche Gerichte schon ausländisches schariageprägtes Recht angewandt obwohl die die Blödzeitung darüber aufgeregt hat.

  11. #10
    wasabi
    Avatar von wasabi
    Vor welchem Gericht wird verhandelt?

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