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Fragen zu einer thailändischen Privatscheidung

Erstellt von Rossi, 21.06.2011, 10:51 Uhr · 21 Antworten · 3.836 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von Rossi

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    Fragen zu einer thailändischen Privatscheidung

    Hallo,

    weiß jemand ob eine thailändische Privatscheidung in Baden-Württemberg anerkannt wird?

    Rahmenbedingungen:
    - In Thailand geheiratet
    - Wohnort ist seit langem Bangkok (In Deutschland abgemeldet)
    - Im deutschen Ehevertrag ist für die güterrechtliche Wirkung deutsches Recht gewählt
    - Im thailändischen Ehevertrag ist Gütertrennung vereinbart

    Es handelt sich um eine einvernehmliche Trennung.

    Laut einem guten Übersetzungsbüro hier sei eine Privatscheidung mittlerweile kein Problem mehr und wird in Deutschland anerkannt. Auch sollten die beiden Eheverträge keinen Einfluss darauf haben.

    Kann das jemand bestätigen oder hat da jemand Erfahrung?

    Gruss,
    Rossi

  2.  
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  3. #2
    Avatar von waanjai_2

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    Ja, die einvernehmlichen Scheidungen vor dem Amphoe in Thailand werden auch in Baden-Württemberg anerkannt. Hierfür gibt es ein spezielles Verfahren: Anerkennung einer ausländischen Scheidung einer Vorehe, da nach deutschem Recht ausländische Ehescheidungen solange noch nicht in D rechtsgültig sind, wie sie noch nicht durch ein förmliches Verfahren anerkannt wurden. Das Verfahren kann vorsehen, dass das OLG den geschiedenen Ex anschreibt und von ihm bis zu einem vorgegebenen Termin eine Erklärung verlangt, andernfalls die Nicht-Beantwortung als Zustimmung gilt.

    Hier gibt es mehr Infos:
    Oberlandesgericht Karlsruhe - Allgemeine Hinweise

  4. #3
    Avatar von Rossi

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    Danke für die Info. Das klingt ja wirklich gut. Dann werde ich mal bei dem fuer mich zustaendigen Standesamt anrufen und dort direkt nochmal nachfragen. Sollte ja dann kein Problem sein. Ich wollte es nur vermeiden durch dummer Fragen Aufmerksamkeit zu erregen, weil ich nicht sicher war inwiefern die Eheverträge das ganze verkomplizieren könnten. Scheint ja nun aber nicht der Fall zu sein.

  5. #4
    Avatar von Chak

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    Deutscher Ehevertrag hei´t deine zukünftige war mit einem Deutschen verheiratet und hat auch hier gelebt? Dann sehe ich das weit weniger optimistisch als Waanjai, aus eigener leidvolle Erfahrung.

  6. #5
    Avatar von Rossi

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    Nein, das hast du falsch verstanden. Wir sind bei das erste mal verheiratet und die Eheverträge wurden zw. uns geschlossen. Es wurde mir jedoch auch in einem guten Übersetzungsbüro hier versichert, das der deutsche Ehevertrag hier nicht ins Spiel kommt und trotz der Existenz dieses Vertrages eine Privatscheidung von den Behörden in Deutschland anerkannt werden wird. Ich kann nur hoffen das das stimmt!

  7. #6
    Avatar von Chak

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    Da du ja auch in Bangkok lebst sollte das tatsächlich anerkannt werden.

    Aber verstehe ich das richtig, ihr habt zwei Eheverträge mit sich widersprechenden Regelungen?

  8. #7
    Avatar von waanjai_2

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    Das wirklich Relevante wird wohl sein: Die Ehe wurde in Thailand geschlossen und geführt und nun auch geschieden. Grundlage ist dann der thail. Ehevertrag mit der Gütertrennung. Weil? Es gibt hier eine Priorisierungs-entscheidung im thail. Recht.

    Die hat recht merkwürdige Konsequenzen. Ich habe z.B. einen Ehevertrag nach dt. Recht zur Heirat in D abgeschlossen. Darin ist vorgesehen, dass für die güterrechtlichen Wirkungen der Ehe das deutsche Recht gewählt wird. Das würde bei einer Scheidung in D von Relevanz sein.

    Seitdem wir jedoch in Thailand zusammen wohnen, kann meine Frau nach thail. Recht sich von mir scheiden lassen (auch einvernehmlich, so ich dem zustimme). Sie ist als Thai in Thailand dann nicht mehr an den deutschen Ehevertrag gebunden. Faktisch hat das dann zumeist die Konsequenz, daß keine Spezialanwälte mehr konsultiert werden, die jeder Partei vorrechnen würden, in welchem Land man sich scheiden lassen sollte. Und wenn - in diesem Falle - die Frau in Thailand für die Gütertrennung votiert hat, dann bekommt sie die auch. Und wird kaum erst nach D wollen, um sich die Zugewinngemeinschaft zu holen.

    Zumal es oftmals die dt. Ehemänner sind, die sich wundern, was eine Scheidung in Thailand bei vereinbarter Gütertrennung tatsächlich bedeuten kann. Da wundert man sich gar nicht über die Tatsache, dass alles Land, das je erworben wurde, zum Privatvermögen der thail. Frau gehört und häufig erstaunt man darüber, dass auch das neu gebaute Haus komplett der Frau gehört, weil nur sie in der Baugenehmigung genannt wird oder nur sie Vertragspartner der Baufirma wurde. Dann fängt bei vielen erst der Spaß mit der nachträglichen Rekonstruktion der Finanzierungsgeschichte an.

  9. #8
    Avatar von Rossi

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    Also mir wurde gesagt, dass bei gemischten Ehen das internationale Privatrecht gilt. Dieses sieht vor, das man im Ehevertrag wählen kann, welches Recht für die güterrechtlichen Wirkungen gelten soll. Das haben wir getan im dt. Ehevertrag. In Thailand sieht man das aber anscheinend anders, daher hat man hier noch einen th. Ehevertrag der dann gelten soll, sofern die gewünschte Wahl im dt. Ehevertrag nicht anerkannt wird. In beiden Fällen ist bei uns die Gütertrennung vereinbart. Auch besitzen wir hier weder Land, Haus oder Auto. Ich habe nicht einmal ein Konto hier. Das einzige was es zu teilen gibt ist der Haushalt und der hält sich auch sehr in Grenzen. Das meiste bekommt ohnehin meine Frau weil der Transport recht teuer wird. Es sollten also eigentlich nicht zu Problemen kommen.

  10. #9
    Avatar von Armin

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    Die ganze Geschichte ist bei dir sehr einfach.
    Du solltest nur bei der Scheidung auf dem Amphoe darauf achten zwei Zeugen mitzubringen, die alles bestätigen. Dann hast du eine Scheidungsurkunde, die auch in Deutschland anerkannt wird. Viel Glück für dein zukünftiges Leben!

  11. #10
    Avatar von Rossi

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    Danke Danke... das wird schon passen!

    Ich meine in Bangrak werden die Zeugen gestellt. Da unterschreiben einfach 2 Angestellte und fertig. War bei der Eheschließung zumindest so.

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