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Fernehe

Erstellt von Bajok Tower, 27.01.2011, 20:03 Uhr · 1.081 Antworten · 62.276 Aufrufe

  1. #911
    Avatar von Chak

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    16.509
    Zitat Zitat von woody Beitrag anzeigen
    Bist du denn gegen die Prügelstrafe in der Schule?
    Wenn du mich meinst dann bin ich ernsthaft (zumindest halbwegs ernsthaft) beleidigt, dass du überhaupt fragst.

  2.  
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  3. #912
    Bajok Tower
    Avatar von Bajok Tower
    Mich wundert bei unserem Luxus-Chak nichts mehr.

  4. #913
    Bajok Tower
    Avatar von Bajok Tower
    Fern-Beziehung
    und Wochenendbeziehung – Chancen und Belastungen


    Partnerschaft auf Distanz: die Ausgangslage

    Eine Beziehungsform, bei der die Partner räumlich voneinander getrennt leben, oft viele Auto-, Zug-, oder Flugstunden entfernt, ist keine Seltenheit. Im Zeitalter der Mobilität entstehen so für Partnerschaft und Familie ganz eigene Lebensbedingungen. Nicht nur Piloten und Flugbegleitpersonal, Fernfahrer, Seefahrer und ihre Angehörigen bzw. Partnerinnen und Partner, sondern auch Manager, Politiker, Journalisten, Studierende und viele mehr erleben häufig vom Partner räumlich getrennte Zeiten. Schätzungen gehen davon aus, dass mindestens jede achte Partnerschaft "auf Distanz" gelebt wird. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung spricht von 13,4 Prozent der Paare, die "entfernt zusammen leben".

    Die tatsächliche Zahl dürfte sogar um ein Vielfaches höher liegen, wenn zwei weitere Gruppen zusätzlich berücksichtigt würden: zum einen Angehörige jener Berufe, bei denen das Paar zwar nicht in zwei getrennten Haushalten lebt, aber bei denen ein Partner in den entfernten Zeiten in Gemeinschaftsunterkünften oder in Hotels wohnt, und zum anderen Personen, die nur ab und an, dann aber für Wochen oder gar Monate entfernt oder im Ausland leben. So geht man im Schnitt davon aus, dass bei Akademikern bis zu 25 Prozent im Laufe ihres Berufslebens "mindestens über Jahre hinweg" in einer Fern- bzw. Wochenendbeziehung leben.

    Unabhängig davon, ob die Distanz nun bewusst von den Partnern so gewählt wird oder ob berufliche bzw. private Rahmenbedingungen diese Entfernung erzwingen, stellen sich verschiedene Fragen immer wieder neu:

    "Können wir uns treu sein?" " Verändern wir uns und leben uns auseinander?" "Wie gestalten wir unsere unterschiedlichen `Alltage`, so dass der Partner/die Partnerin daran teilhaben kann?" "Und wie leben wir, stets aufs Neue, unser Wiedersehen so, dass die oft knapp bemessene gemeinsame Partnerschaftszeit für uns erfüllend ist und bleibt?"

    Die Fragestellungen besitzen gleichermaßen ständige Aktualität, sowohl bei Trennungen über Wochen und Monate als auch für Wochenendbeziehungen. In den vorliegenden Überlegungen wird daher nicht immer unterschieden, wie lange die getrennte Zeit dauert, auch wenn die psychische Belastung der Partner stark davon abhängig sein kann. Die hier aufgezeigten grundlegenden Bedingungen sind jedoch davon unabhängig.

    Die Kernprobleme der Fernbeziehung: verschiedene Alltags- und Erlebniswelten

    Ein Kernproblem der räumlich getrennten Beziehung ist die Tatsache, dass die beiden Partner bei jedem Wiedersehen aus meist gänzlich verschiedenen Alltagen kommen - und so bei der Rückkehr zwei verschiedene Lebens-Welten aufeinanderprallen. Die zentralste aller Herausforderungen ist es daher, eine eigene Art und Weise in der Kommunikation - und zwar sowohl für die Ferne, als auch für die Nähe - zu entwickeln. Das Paar muss versuchen, sowohl die je unterschiedlichen positiven und negativen Erlebnisse im Alltag, Befindlichkeiten, Erwartungen bzw. Hoffnungen, Ängste sowie Befürchtungen "mit-zu-teilen", um an der Erlebnis- und der Gefühlswelt des anderen teilhaben zu können.

    Auch wenn die Partner versuchen, den anderen nach besten Möglichkeiten am eigenen Alltag teilhaben zu lassen und den Alltag des anderen mitgeteilt zu bekommen, so bleibt doch das Kernproblem bestehen: Egal, ob nach einer Arbeitswoche oder nach Wochen und Monaten der Trennung, die beiden Persönlichkeiten müssen bei jedem Wiedersehen Erlebnisse, aber auch innere und äußerliche Veränderungen und Entwicklungen zusammenfügen zur gemeinsamen Erlebniswelt.

    Zentrale Erfüllungs- und Belastungsfaktoren der Fern-Beziehung

    Zentrale Erfüllungs- und Belastungsfaktoren in einer Partnerschaft sind die folgenden wichtigen Aspekte, deren Qualität in der Partnerschaft darüber entscheiden, wie zufriedenstellend bzw. erfüllend oder eben entsprechend belastet die Beziehung empfunden wird:

    Liebe (emotionale Verbundenheit)
    Gelingende Kommunikation (verbal und nonverbal)
    Geborgenheit (Intimität) und Vertrauen (körperliches Anlehnen, "Sich-fallenlassen-können"
    erfüllende 5exualität
    sowie die Kompetenz, zu lernen, gemeinsam Probleme zu lösen und die Bereitschaft sich immer wieder neu zu versöhnen

    Liebe steht für die grundlegende emotionale und geistige Verbundenheit und für die Basis des Paares. Damit sich die gegenseitige Wertschätzung sowie der Verzicht darauf, den Partner beherrschen zu wollen, gleichermaßen gemeint. Der gelingenden Kommunikation, sowohl in Worten als auch wortlos (in Gesten, Mimik usw.), kommt die herausragende Stellung in der Partnerschaft generell, in der Fernbeziehung im Besonderen zu. Die Schwierigkeit ist, dass eine gelingende Kommunikation "über die Distanz" noch nicht bedeutet, dass diese auch in der Nähe eine ähnlich gute Qualität erreicht. Viele Paare kennen den Satz: "Uns fällt es manchmal leichter, uns nah in der Ferne zu sein, als nah zu kommen, wenn wir zusammen sind." Die gegenseitige Geborgenheit (Intimität) und das Vertrauen stehen für das Gemeinsamkeitsgefühl (Wir-Gefühl) sowie für eine gegenseitige Verlässlichkeit. Sie ermöglicht, auch körperlich spürbar, ein "Sich-Anlehnen-und-Fallenlassen-Können". Darüber hinaus ist die eigene Form gemeinsamer, erfüllender 5exualität die vierte wesentliche Säule, die für die Erfüllung der Beziehung verantwortlich ist.

    Werden nun eine oder mehrere dieser Säulen auf Dauer in der Partnerschaft als nicht zufriedenstellend erlebt, so ist die Partnerschaft entsprechend belastet.

    Hier zeigt sich, neben den unterschiedlichen Lebens-Welten, eine weitere wesentliche Problematik der Fernbeziehung: Alle vier Dimensionen können während der örtlichen Trennung nicht auf "konventionelle" Weise, wie in einer "Nahbeziehung", ge- und erlebt werden. Sowohl die Kommunikation und die Geborgenheit bzw. die Intimität als auch eine erfüllende 5exualität kann in den Zeiten der Trennung naturgemäß nur auf meist defizitäre Weise, also "bruchstückhaft" bzw. einseitig erlebt werden. Wie sich also die Qualität der Liebe entwickelt, hängt auch stark davon ab, wie es dem Paar gelingt, sich über die Gedanken und die Gefühlswelt, über Erwartungen und Befürchtungen insbesondere in Bezug auf diese vier Säulen auszutauschen.

    Der Ablauf der Gefühlsentwicklung in der Fernbeziehung ("emotionale Entwicklungszyklen")

    Tatsächlich erleben viele Paare gewisse Abläufe und Gefühlsentwicklungen immer wieder auf ähnliche (analoge) Weise. So lassen sich Krisen- bzw. Trauerphasen im Ablauf der einzelnen Abschnitte der Fernbeziehung erkennen.

    1. Phase: Distanzierung, Rückzug und Verleugnung der Problematik (Isolation und Negation)

    2. Phase: Wut, Zorn, Traurigkeit bis hin zur starken Traurigkeit und schließlich im Idealfall langsame Akzeptanz des veränderten Zustandes

    3. Phase: Loslösung (Distanz) und die Annahme der veränderten Voraussetzungen (Akzeptanz) und daraus folgende zunehmende Neugestaltung der veränderten Situation. Hinzu kommt schließlich ein zunehmender Austausch mit wichtigen Menschen über die Konsequenzen (Interaktionen) bzw. die allmähliche Fähigkeit, wieder auf andere zuzugehen (Solidarität).

    In Phase 1 unmittelbar vor der Abreise distanzieren sich die Partner sehr oft voneinander - oder haben ein außergewöhnlich hohes Anlehnungsbedürfnis. Eine besondere Schwierigkeit liegt darin, dass nicht immer beide Partner ähnliche Erwartungen haben. Der Rückzug vom Partner bedeutet in dieser Phase oft nichts anderes, als dass die bevorstehende Trennung schon unmittelbar vorab "betrauert" wird (prospektive Trauer). Auch wenn eigentlich beide Partner die wenige verbleibende gemeinsame Zeit möglichst harmonisch gestalten wollen, so wirft der Abschied schon seinen Schatten voraus. Ähnlich wie vor einem anderem belastendem Ereignis (z. B. einer schweren Operation) oder auch in anderen Zeiten, in denen die Partner die gemeinsame Zeit besonders harmonisch und gefühlvoll erleben möchten (im Buch "Gelingende Fern-Beziehung ist die Rede vom "Weihnachtseffekt"), ist es für die Partner wichtig zu wissen, dass gerade in diesen Phasen oft gestritten und diskutiert wird - und sich die Partner evtl. voneinander distanzieren. Wichtig ist zu wissen, dass diese Konflikte (Disharmonien) nicht unüblich sind - und dass in diesen Zeiten nicht gezeigte Gefühle (Emotionen) in keiner Weise bedeuten müssen, dass die Gefühle generell fehlen würden.

    Für eine Wochenendbeziehung kann dieses Gefühl als "Sonntags-Gefühl" bei der Abreise bezeichnet werden. Denn spätestens Mittag beginnen oft die Planungen für die kommende Woche. Abreise- und Fahrtplanungen, aber auch das Vorbereiten der Logistik (wie z.B. von Mitfahrgelegenheiten, Wäsche vorbereiten etc.) belasten dann die verbleibende gemeinsame Zeit und sorgen nicht selten für ein Gefühl des Aufbruchs, das eine "Beklemmung" unter den Partnern hervorruft.

    In Phase 2 unmittelbar bei der Abreise und in den Tagen danach, erleben die Paare oft ein "Verlorenheitsgefühl" mit eventuell großen Gefühlsschwankungen ("emotionale Desorganisation"). Wut (auf die Fernbeziehung, auf den Partner, auf den Arbeitgeber usw.) oder Zorn und Traurigkeit gehen damit einher ("Sonntags-/Montagsgefühl"). "Warum tue ich mir das überhaupt an?", "Warum können wir/kann ich keine Partnerschaft wie alle anderen leben?", "Ist es das überhaupt wert?", sind nicht selten Fragen und Gedanken an diesen Tagen.

    Hat sich die Gefühlswelt in der getrennten Zeitspanne (Phase 3) langsam eingependelt, stabilisiert sich bei den Partnern auch der zunehmend souveräne Umgang mit dem neuen Alleinsein (vgl. Akzeptanz und Neugestaltung). Im Laufe der Trennungszeit erleben die Partner, je nach Austausch und Qualität der Beziehung, immer wieder auch Sehnsucht und Einsamkeit ("Jojo-Effekt" der Gefühle). Eine zunehmende Stabilität der Gefühle pendelt sich jedoch nach und nach ebenso ein. Die Partner können auch die Chancen und Freiräume erkennen und gestalten, das Selbstbewusstsein wird durch das Bewältigen der Trennung gestärkt. Schwierig ist diese Zeitspanne insbesondere für Partner, die einen deutlich weniger erfüllenden Alltag erleben.

    Kurz vor der Rückkehr beginnen die Planungen für die gemeinsame Zeit. Es werden Pläne für das Wiedersehen geschmiedet. Hier aber prallen - bei aller Vorfreude - unter Umständen die beschriebenen Lebens- und Alltags-Welten aufeinander. Trotz Befürchtungen, Erwartungen, Hoffnungen und dem Wissen um die angespannte Situation möchten beide Partner das Wiedersehen bzw. die Rückkehr natürlich möglichst harmonisch gestalten. Anstelle der erstrebten Harmonie "regieren" aber oft wieder, nachdem sich die erste Freude über das Wiedersehen eingependelt hat, Streit, Auseinandersetzung oder Disput. Dies führt nicht selten zu Enttäuschungen und dem Gefühl, sich auseinander gelebt zu haben bzw. sich fremd geworden zu sein. Aber auch hier ist es für die Paare wichtig zu wissen, dass dies normale Entwicklungen sind, die man überwinden bzw. dazu nutzen kann, sich weiterzuentwickeln - wenn man akzeptiert, dass das neue Aneinander-Gewöhnen Zeit braucht.

    Als zeitliche Faustregel gilt, dass das Wiedereingewöhnen der Partner etwa so lange dauert, wie die Trennung selbst - und bis zu 50 Prozent länger. Bei einer Trennung von vier Monaten (vgl. z. B. Auslandseinsätze für die Firma oder auch von Soldaten) kann der Zeitraum, um wieder ein neues, verändertes gemeinsames "Team" zu werden, etwa sechs bis neun Monate umfassen. Erst dann sind in der Regel alle wesentlichen Rituale, Zuständigkeiten und der Umgang miteinander neu eingespielt.

    Legt man diese Faustregel für die Fernbeziehung zugrunde, zeigt sich auch die besondere Belastung der Wochenendbeziehung. Einerseits sieht sich das Paar relativ oft, meist also jedes Wochenende. Darüber hinaus aber bleibt auf Dauer eine knapp bemessene, nicht immer ausreichende, gemeinsame Zeit, um die getrennte Phase, den Alltag aufzuarbeiten. Die eigentliche gemeinsame Partnerschaftsphase beschränkt sich, wenn sich die "Stürme" des Wiedersehens ("Freitags-Gefühl") gelegt haben, auf den Samstag und den eingeschränkten, meist nur halben Sonntag. Lediglich diese kurze Zeitspanne steht für die Aufarbeitung des Vergangenen und die Planung und Gestaltung des Kommenden zur Verfügung.

    Auf Dauer also besteht neben der Problematik, keinen gemeinsamen Alltag zu haben, die Gefahr einer "Veroberflächlichung" der Beziehung mit zu wenig Gelegenheit, Gefühle, Hoffnungen bzw. Erwartungen und Ängste bzw. Befürchtungen auszutauschen. Selbstverständlich sind die Entwicklungen je nach Grund, Dauer, Häufigkeit, Rahmensituation (z. B. Zusatzbelastungen durch psychische und physische Erlebniswelt) und Belastungen bzw. Erfüllung im getrennten Alltag verschieden. Auch die prinzipielle Beziehungszufriedenheit und -stabilität wirkt sich naturgemäß unmittelbar auf die Gefühlsentwicklung aus.

    Die Chancen und Gestaltungsmöglichkeiten der Fernbeziehung

    Lernt das Paar, sich mit den Belastungen der Partnerschaft auf Distanz zu arrangieren und die besonderen entstehenden Freiräume zu nutzen, bietet die Fern-Beziehung eine außergewöhnliche Chance, Partnerschaft intensiv und kreativ zu gestalten und zu erleben.

    Wesentliche Belastungen und Chancen bei Fern-Beziehungen sind demnach:

    Ein großer Anteil an gemeinsamer Lebenszeit, bleibt im wahrsten Sinne des Wortes auf der Strecke.

    Der eigene Lebensrhythmus schließt oftmals andere (Freunde und Verwandte) sowie Liebgewordenes (Hobby) aus.

    Die Entwicklung unterschiedlicher Lebenswelten zwischen den Paaren - und die Problematik, diese Unterschiede, je nach gemeinsamen Zeit-Frequenzen, stets neu als gemeinsame Beziehungswelt erringen zu müssen.

    Die außergewöhnliche Chance auf Selbständigkeit und Selbstbewusstsein in der Partnerschaft: Single-Zeiten wechseln sich mit intensiver Verbundenheit ab.
    Die Tatsache, dass gemeinsames Alltagsleben nur in den Zeiten des Wiedersehens gelebt werden kann. Partner können in den getrennten Zeiten kaum unmittelbar mit dem Lebenspartner rechnen.

    Bei Beziehungen, in denen ein Partner deutlich mehr Zeit in der gemeinsamen Wohnung verbringt, wird das Zuhause zunehmend unterschiedlich (meist sogar nicht mehr neutral, sondern positiv oder negativ) empfunden. Es besteht stets die Gefahr, dass ein Partner die gemeinsame Zeit als "Einbruch" in den eigenen Alltag empfinden könnte ("Erleichterung" wieder allein sein zu können im eigenen Reich). So spielen sich gemeinsame Rituale z. B. einerseits für die gemeinsamen Zeiten, andererseits für die getrennten Zeiten ein. Es besteht aber auch die große Chance der stetigen Verlebendigung und die Möglichkeit, einen "Alltagstrott der Beziehung" zu verhindern. Das einseitig Eingespielte, Langweilende im Alltagstrott ist immerhin eine der größten Gefahren für viele Beziehungen.

    Die Partner verändern sich während längerer Trennungen ("äußerlich und innerlich"). Kleinste Veränderungen werden intensiver (positiv wie negativ) wahrgenommen.
    Die Auswirkungen dieser Grundlagen auf die Partnerschaft variieren je nach Zustand der Beziehung (Stabilität und Beziehungszufriedenheit der Partner) sowie den Rahmenbedingen der Partnerschaft (Angehörige, Kinder, Belastungen bzw. Unterstützung im privaten und beruflichen Bereich usw.).

    Eine Auseinandersetzung zum Thema "Fernbeziehung und Kinder" bzw. eine ausführliche Auflistung von Erziehungstipps und Hilfestellungen zum Verhältnis Kinder-Eltern im Kontext einer Distanzbeziehung können Sie dem Buch "Soldat im Einsatz - Partnerschaft im Einsatz. Praxis- und Arbeitsbuch für Paare und Familie in Auslandseinsatz und Wochenendbeziehung" entnehmen. Auch wenn sich der Schwerpunkt dabei an Soldatenfamilien richtet, so sind alle wesentlichen Orientierungen übertragbar.

    Elf Regeln der gelingenden Fern-Beziehung

    1. Kommunikation und gemeinsam Probleme lösen lernen ist alles

    Überwinden Sie ihren "inneren ............" und tauschen Sie sich aus über Gedanken, Gefühle, Erwartungen und Befürchtungen. Nur so kann können Sie wissen "wer" beim Wiedersehen vor Ihnen steht und was in ihm/ihr vor sich geht. Telefon, Email, SMS: Alles zu seiner Zeit. Einen ganz besonderen Zauber aber hat alles Handgeschriebene: Briefe, Karten ...

    2. Schaffen Sie ein Wir-Gefühl und pflegen Sie Rituale

    Rituale schweißen zusammen, stärken das Wir-Gefühl und lassen manche Durststrecke besser "überstehbar" werden. Z. B. ein regelmäßiger, gemeinsamer Spaziergang bei jedem Wiedersehen lässt Raum für das wichtige "Aneinander-Gewöhnen". Wenn Ihnen der Abschied besonders schwer fällt, vermeiden Sie lange Abschieds-Zeremonien und kultivieren Sie Ihre eigene Art der Verabschiedung, die Ihrer Partnerschaft gut tut.

    3. Planen Sie sich Zeit-Inseln ein für Spontaneität und Nichtstun

    Überfrachten Sie die gemeinsame Zeit nicht mit zu vielen Erwartungen und Plänen. Lassen Sie auch Raum für sich selbst, für Erholung, für Streit und Versöhnung sowie Überraschendes. Tipp: Für "Erledigungen" könnte ebenso ein Extra-Wochenende im Monat eingeplant werden wie für ein Wochenende ohne jegliche Planung.

    4. Zeigen Sie sich, dass Sie auch getrennt "ein Team" sind

    Sie gehören zusammen - sowohl in der gemeinsamen als auch in der getrennten Zeit. Zeigen Sie das Ihrem Partner/Ihrer Partnerin mit kleinen Zeichen. Die Distanz ist nicht ihr "Feind", denn ohne gesunden Abstand kann es keine gesunde Nähe geben!

    5. Keine Angst vor Auseinandersetzung und Spannung beim Wiedersehen und Abschied

    Streit ist völlig normal, wenn er nicht verletzend ist. Die zwei Lebens-Welten der Fernbeziehung müssen erst stets neu zusammen- und auseinanderwachsen. Und vergessen Sie nicht: Auch Nahbeziehungspaare streiten! Nur vielleicht nicht an so absehbar zu erwartenden Gelegenheiten. Aber darin könnte doch schon wieder eine Chance für Sie liegen!

    6. Achten Sie auf sich selbst

    Nur wer sich selbst pflegt und verwöhnt, sowohl in den getrennten als auch in den gemeinsamen Zeiten, kann auch die Partnerschaft pflegen.Kultivieren Sie einen erfüllenden Alltag alleine! Wer überwiegend und auf Dauer auf den Partner/die Partnerin wartet, wird irgendwann erschöpft sein.

    7. Sehen Sie das Positive dieser Partnerschaftsform und nutzen Sie die Möglichkeiten

    Fernbeziehungen lassen besonderen Raum für Aktivitäten, für die in der "Nahbeziehung" kaum Platz wäre. Nutzen Sie sie z. B. für berufliche Verwirklichungen, Hobby, Weiterbildung, soziales Ehrenamt etc.

    8. "Verschonen" Sie Ihren Partner/Ihre Partnerin nicht

    Weder Konflikte noch Befürchtungen und Ängste und schon gar nicht Unerfreuliches sollte verschwiegen werden. Auf Dauer entfremdet das sonst die Partner.

    9. Vertrauen ist unerlässlich

    Vertrauen ist eine unverzichtbare Grundlage der Fernbeziehung. Ein Übermaß an Eifersucht ist meist mehr Selbstliebe als Liebe. Aber lassen Sie Ihren Partner/Ihre Partnerin auch spüren, dass auf Sie Verlass ist.

    10. Fernbeziehungspaare brauchen gemeinsame Zukunftsperspektiven

    Tauschen Sie sich immer wieder neu aus über gemeinsame Zukunftsvorstellungen, Sehnsüchte, Hoffnungen und Träume.Und klären Sie aufrichtig, warum und wie lange Sie die Distanzbeziehung überhaupt führen wollen/müssen. Dies ist umso wichtiger, da in vielen Fernbeziehungen der Grund für die Distanzbeziehung von nur einem Partner/einer Partnerin ausgeht.

    Fazit:

    Es ist nie einfach nur ein Wiedersehen, sondern immer ein Neuanfang

    Deshalb:

    Fangen Sie nie an aufzuhören – und hören Sie nie auf miteinander neu anzufangen!!

    Quelle: Fern-Beziehung?!

  5. #914
    Avatar von tira

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    17.260

    Cool

    Zitat Zitat von Bajok Tower Beitrag anzeigen
    ....Eine Beziehungsform, bei der die Partner räumlich voneinander getrennt leben,.....
    hmm,

    ... ob das einer, außer dir?, überhaupt alles liest

  6. #915
    Avatar von Yogi

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    Zitat Zitat von tira Beitrag anzeigen
    hmm,

    ... ob das einer, außer dir?, überhaupt alles liest
    Ich hab sofort, also nach dem ersten Satz, runtergescrollt. Ich hoffe das gibt Minuspunkte.

  7. #916
    Avatar von clavigo

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    Genau Yogi, ich hab' Jet Lag, kann nicht schlafen und muß mir dan diesen Tort antun... Meiner Frau tut BT's Frau jetzt schon leid ob dieser "Indoktrination" bezüglich des Lebens in Europa. Und das sagt sie nach 21 Jahren in D - okay mit längeren Unterbrechungen in SOA. Ich geh' jetzt und wein mich in den Schlaf ob solcher Hybris!

  8. #917
    Bukeo
    Avatar von Bukeo
    Zitat Zitat von Chak Beitrag anzeigen
    Dann ist ja gut, dann wird das wohl sicherlich bald keiner mehr machen, so wie Prostitution.
    ich kann nur vom Amphoe-Bereich hier sprechen - hier scheint das neue Gesetz befolgt zu werden.
    Wie es woanders aussieht, weiss ich nicht. Aber wenn die Eltern reagieren, prügelt auch in anderen Changwats kein Lehrer mehr. Das hängt von den Eltern ab.

    Prügeln bringt dem Staat kein Geld, daher dürfte es nicht im gleichen Mass toleriert werden, wie Prostitution.

  9. #918
    Bajok Tower
    Avatar von Bajok Tower
    Prügeln gab's früher auch in Deutschland. Einige Lehrer tun das auch heute noch. Hier in Berlin gab's mehrere Fälle. Kein Wunder dass dann auch einige Schüler aggressiv werden und zurückschlagen.

    Ich möchte ehrlich gesagt nicht, dass meine Kinder in Berlin aufwachsen.

  10. #919
    Avatar von thomas69

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    Zitat Zitat von Bajok Tower Beitrag anzeigen
    Prügeln gab's früher auch in Deutschland. Einige Lehrer tun das auch heute noch. Hier in Berlin gab's mehrere Fälle. Kein Wunder dass dann auch einige Schüler aggressiv werden und zurückschlagen.
    Bin mir ganz sicher, dass das nicht die alleinige Ursache ist. Und bei manchen Schülern würde ich auch gerne wieder die Prügelstrafe einführen.

  11. #920
    Avatar von michael59

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    Zitat Zitat von Bajok Tower Beitrag anzeigen
    Ich möchte ehrlich gesagt nicht, dass meine Kinder in Berlin aufwachsen.

    Ich möchte das auch nicht

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