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Die Nöte einer ´mia farang´...

Erstellt von Kali, 29.06.2004, 12:23 Uhr · 17 Antworten · 2.632 Aufrufe

  1. #1
    Kali
    Avatar von Kali

    Die Nöte einer ´mia farang´...

    Ihr geht´s gut, dieser kleinen Frau aus dem Nordosten Thailands, diesem ehemaligen (und zukünftigen?) Siam. Seit fast drei Jahren mit ihrem Farang verheiratet, hat sie sich eingerichtet, hier in dem Land, in dem der Honig auf den Bäumen wächst und das Geld den Bach runter geht ;-D
    Nein, sie lebt nicht in den Tag hinein, doch für den Tag, ständig ein zufriedenes Lächeln auf dem Gesicht, ab und an eine mehr oder weniger ausgeprägte Falte auf der Stirn, wenn er nicht verstehen will, er, der Farang, mit dem sie nicht nur den Tisch teilt.

    Und so freut man (frau) sich, dass es nicht mehr lange hin (Dez. ´04) bis zum Besuch der Familie, weiter oben, im Nordosten Thailands. Freuen? Die Freude scheint manchmal etwas getrübt, denn es wartet was, Probleme nämlich, unausweichliche Probleme, die durch das ´Erwachsenwerden´ der Kinder einfach entstehen, überall auf dieser Welt. Auch der Farang, nämlich ich, denkt schon mal dran, dass der Besuch bei der Familie nicht so ganz komplikationsfrei. Nein, es ist alles besprochen, im Vorfeld, hier in Jöremany, da gibt´s Übereinstimmung. Am Versorgungsplan für Schwiegermutter und studierenden Stiefsohn wird nicht gerüttelt, da sind sie sich einig, der Farang und seine mia-thai.

    Doch auch im Issaan geht das Leben weiter, der Mönch (Stiefsohn) ist nicht mehr Mönch, hat im zarten Alter von 27 entschlossen, sich mit einem 40-jährigen Mädel zusammen zu tun, versucht so etwas wie eine Existenzgründung. Will heiraten, und seine Mutter, die mia-farang, will ihn natürlich auch ein klein wenig unterstützen. Doch: "Du wartest mit der Hochzeit, bis wir in Thailand sind !" hat sie ihm bereits telefonisch eingebläut.

    Auch der Studiosus konnte seinen Hormonen nicht widerstehen, hatte sich bereits vor fast zwei Jahren mit einem Mädel, einem noch nicht volljährigen, zusammengetan. Seiner Mutter und ihrem phua-farang wohlweislich verschweigend, wollte denen kein ´nak djai´. kein schweres Herz bereiten – so jedenfalls die offizielle Version. Obwohl, unbegründet seine vermutet tatsächliche Sorge, ich könnte die Studiumsunterstützung einstellen. Er ist jung, da muss was raus, und solange er vernünftig sein Studium beendet, ist das in Ordnung.
    Die Eltern des Mädels sahen´s anders, da war von Polizei die Rede und Verführung Minderjähriger und Knast. Erst eine Schlichtungskommission, bestehend aus Schwiegermutter und einer honorigen Persönlichkeit aus Ban Tab Kung, konnte es klären. Auch hier dürfte die Existenz eines ´pO: farang´, eines aus´m Westen, wo der Honig auf den Bäumen wächst und das Geld den Bach runter geht ;-D , nicht unwesentlich zur Entscheidungsfindung beigetragen haben.
    O-Ton Thai-Schwiegerpapa in spé: "Die Kinder sollen erst einmal die Schule beenden, und dann wird man sehen." Keine Rede mehr von Polizei und Verführung Minderjähriger und Knast. Vorläufige Verhandlungsbasis für das ´sin sod´ (Brautgeld oder Milchgeld oder so) 100.000 THB, wobei er mit verschmitztem Gesichtsausdruck ein weiteres Singha oder Cha:ng köpfte – so meine Phantasie.

    Da ist auch noch meine Schwiegermutter, also die Frau, die wo was die Mutter meiner Frau ist, lebt im Haus meiner Schwägerin, der bekannten, Suays Schwester, zusammen mit zwei kleinen Enkelinnen, Töchter von anderer Schwägerin hier in der Nähe, die immer noch darauf warten, dass ihr farang-pO: sie heim holt, nein, nicht ins Reich, aber zumindest nach hier. Sie werden weiter warten müssen, finanziell auf absehbare Zeit keine Chance dies zu realisieren.

    Das Leben geht weiter, auch im Nordosten Siams, und so macht sie sich Gedanken, hat mitunter ein beklemmendes Gefühl in der Magengegend, diese kleine, zufriedene Frau aus dem Issaan. An manchen Tagen gar nicht mehr im Tag lebend, sondern ganz einfach in Sorge, was da auf sie zukommen könnte. Keine Erfahrung im Umgang mit Schwiegermüttern ihrer Kinder, einfach nicht gewohnt, sich mit diesen thaigesellschaftlichen Verpflichtungen auseinander zu setzen. Doch sie will da durch, will ihren Kindern kein ´kai na:´, keinen Gesichtsverlust, bereiten.

    "Wir sehen, dass wir alles schnell hinter uns kriegen, und dann fahren wir durchs Land, gelle...!" schloss sie dann dieses Brainstorming am frühen Morgen ab, sagte natürlich ´na´ zum Schluss, das ´gelle´ ist schliesslich uns vorbehalten, gelle ??

    Womit wir wieder bei den Unterschieden wären. ;-D

    Sprach´s und packte die nötigen Utensilien für ein herzhaftes Som Tham zusammen, das sie heute Mittag mit ihrer Freundin einzunehmen gedachte.

    Doch mal etwas ernsthafter:
    Ich weiss, dass es Suay vor einem beabsichtigten Thailandaufenthalt nicht alleine so geht. Und auch der ein oder andere Teutsch-Ehemann wird sich so seine Gedanken machen, was beim nächsten Aufenthalt bei der Familie auf ihn zukommen könnte, auch, wenn viele es mit diesem krampfhaft aufgesetzten asiatisch erscheinen sollenden Lächeln überbrücken – man ist ja so cool, ´soll´ sie mal machen, ich halte mich da raus´.

    Unsere Marschrichtung steht jedenfalls, in vollstem Einverständnis mit Suay: Der 27-Jährige wird von uns beiden 20.000 THB zur Hochzeit bekommen, 10.000 von Suays Geld und 10.000 von meinem Geld. Wir werden mit den zukünftigen Schwiegereltern des studierenden 21-Jährigen sprechen, wobei es mir auf das Essen und auch die ein oder andere Kiste Bier nicht ankommen soll. Als Verhandlungsoption wird lediglich angeboten, dass wir, wenn Sohnemann das Studium beendet (vor. Sommer ´05) und eine Arbeit gefunden hat, in die Verhandlungen eintreten.
    Auch im Notfall werde ich mich sicher nicht zieren, etwas zur Beseitigung des Notfalles bei zu steuern.

    Und ich habe noch eine Vereinbarung mit Suay getroffen, nämlich die, dass sie mir stehenden Fusses übersetzt, was bei wichtigen Anlässen gesprochen wird, weil ich dieses Gefühl nur zu gut kenne, wenn eine auf´m Boden hockende Meute in einem Dialekt spricht, der mir wirklich immer noch ein wenig fremd ist.

    Es wird alles anders kommen, als ich es mir vorstelle, es werden Unwägbarkeiten auftauchen, von denen ich heute noch nicht einmal zu träumen wage. Allerdings macht mir dieses mit Suay besprochene Konzept ein gutes Gefühl, eine Richtschnur, von der ich denke, dass es auch meiner Frau in ihrer Unsicherheit ein gewisses Maß an Sicherheit vermittelt.

    Ihre grosse Sorge scheint zu sein, dass mich letztendlich diese – vermeintlichen – Probleme irgendwann dermaßen nerven, dass ich sie allein lassen könnte. Doch da konnte ich sie beruhigen, ich habe versucht ihr zu vermitteln, dass ich lediglich an ihren Sorgen teilnehmen möchte, und wenn ich etwas zur Lösung beitragen kann, dann werde ich das tun.
    Und so war sie´s zufrieden, nach dem Brainstorming, am Morgen des heutigen Dienstags

  2.  
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  3. #2
    pef
    Avatar von pef

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    Re: Die Nöte einer ´mia farang´...

    @Kali,

    aus eigener langjähriger Erfahrung, kann ich dir beipflichtet, was die Übereinstimmung (Richtschnur) betrifft. Die muss da sein, da es immer anderst kommt als man denkt. Dann kann man sich an der vorgegebenen Richtschnur mit Kompromissen helfen, ohne dass jemand sein Gesicht verliert.

  4. #3
    Avatar von DisainaM

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    Re: Die Nöte einer ´mia farang´...

    Nicht nur die Nöte einer ´mia farang´, Kali,

    sondern einfach die Familienprobleme.

    Denn diese,
    wenn eine auf´m Boden hockende Meute in einem Dialekt spricht, der mir wirklich immer noch ein wenig fremd ist.
    Meute ;-D ist Deine Familie (im Thai-sinne),

    und dazu gehören nunmal alle Probleme, ob es dieser Isaani Blues ist, oder einer, der zahlreichen anderen,

    Du wirst ihn mitsummen :-)

  5. #4
    Avatar von Ampudjini

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    2.482

    Re: Die Nöte einer ´mia farang´...

    Und ich kann aus noch nicht ganz so langjähriger Erfahrung sagen, dass diese Vereinbarung
    Zitat Zitat von Kali",p="146921
    nämlich die, dass sie mir stehenden Fusses übersetzt, was bei wichtigen Anlässen gesprochen wird, weil ich dieses Gefühl nur zu gut kenne, wenn eine auf´m Boden hockende Meute in einem Dialekt spricht, der mir wirklich immer noch ein wenig fremd ist.
    gut gemeint ist, aber die Umsetzung einem große Mühen abverlangt. Ich weiß nu ja nicht, wie ihr das so macht mit eurer eheinternen Kommunikation, aber ich kenne diese übersetzungswürdigen Situationen selbst auch, allerdings von der anderen Seite.

    Da geht es dann nicht mal um die Brautgeldverhandlung für die nahe Zukunft, sondern vielleicht auch nur darum, wohin einen das nächste Ausflugsziel führt. Da wird dann durcheinander geredet , jeder hat eine noch bessere Idee, da kennt einer noch dieses und jenes Restaurant auf der Strecke und meine Mutter sitzt daneben :-( , kriegt mit, dass es ums Wegfahren geht, will die Tasche packen und nur wissen ob die Zahnbürste mitkommt, oder wir wieder zu Hause übernachten und dann kommt die große Verwunderung... Wie? Es geht doch nur um heute Nachmittag, hab ich dir doch schon gesagt... :???:

    Ist natürlich ein triviales Beispiel, aber mancmal sind es nur Kleinigkeiten und man denkt dann, man hätte das schon weitergesagt/ übersetzt und am Ende stellt sich raus, dass man wohl doch was versäumt hat.
    Das Problem ist auch, dass ich manchmal in so einem Durcheinander nicht weiß, welche Sprache ich spreche. Oder aber mein Vater fasst dann alle Vorschläge zusammen, alles ist klar. Aber leider war das auch in Thai und meine arme Mama hat doch wieder nix mitbekommen. Dabei ist meinem Vater ganz klar, ich habe es doch gesagt!!

    Nee, nee. So einfach ist das jedenfalls nicht.

    Hab mir früher oft den Spass gemacht, alles was auf thai gesprochen wurde für meine Mutter zu übersetzen. Ich glaube, sie hat uns dann alle für bekloppt gehalten (5 Minuten Thairede, deutsche Übersetzung nicht 30 Sek). Und dann irgendwann die Erkenntnis, in mindestens 55% der Gespräche gehts ums Essen.

    Soweit der Einblick in unser früheres Thailand-Urlaub-Familienleben. Vorhang zu.

  6. #5
    waldi
    Avatar von waldi

    Re: Die Nöte einer ´mia farang´...

    Da geht es dann nicht mal um die Brautgeldverhandlung für die nahe Zukunft
    tja, niederboarische @jini

    in welchen bereich bewegen wir uns denn da so bei dir??

    das du wählerisch und aussortierend bist, wissen wir ja schon...

    also, mal raus mit der sprache...

    waldi

  7. #6
    Chak2
    Avatar von Chak2

    Re: Die Nöte einer ´mia farang´...

    Zitat Zitat von Ampudjini",p="146949
    Und dann irgendwann die Erkenntnis, in mindestens 55% der Gespräche gehts ums Essen.
    Genau, deshalb sind 55 % der Gespräche auch gar nicht einer Übersetzung würdig.
    Ich vermute mal, selbst bei so ernsthaften Disputen wie bei dem von Kali geschilderten Brautgeldverhandlungen, werden einige zwischendurch erbittert ausdiskutieren, was man denn nun als nächstes isst.

  8. #7
    Kali
    Avatar von Kali

    Re: Die Nöte einer ´mia farang´...

    Zitat Zitat von pef",p="146940
    ... mit Kompromissen helfen...
    ...genau darum und um nichts anderes geht´s mir

    Zitat Zitat von Ampudjini",p="146949
    ...Ist natürlich ein triviales Beispiel...
    Gerade diese trivialen Dinge sind´s, die die eigene Planung durcheinander wirbeln.

    Doch ich glaube, Ihr habt mich verstanden, das, worauf es mir ankommt...

    Zitat Zitat von DisainaM",p="146943
    ...Du wirst ihn mitsummen :-)
    ...vermutlich, obwohl ja noch eine Galgenfrist bis zum nächsten Jahr besteht :P

  9. #8
    Avatar von Olli

    Registriert seit
    09.01.2004
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    2.899

    Re: Die Nöte einer ´mia farang´...

    Kali
    wo ist das besondere was wir an dir lieben Kali
    Olli

  10. #9
    Avatar von matthi

    Registriert seit
    20.01.2003
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    1.150

    Re: Die Nöte einer ´mia farang´...

    Zitat Zitat von Olli",p="147053
    Kali
    wo ist das besondere was wir an dir lieben Kali
    Olli
    Es tut mir leid Olli, aber ich denke, Du hast selbst nicht verstanden.

    @Kali

  11. #10
    Avatar von Olli

    Registriert seit
    09.01.2004
    Beiträge
    2.899

    Re: Die Nöte einer ´mia farang´...

    @matthi
    erlebt dies nicht ein jeder wenn er mit seiner Mia gen LOS fliegt.
    Sind da nicht überall die gleichen gedanken was erwartet mich diesmal?
    Matthi ich verstehe schon :???:

    Olli

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