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Deutsch als Vorraussetzung für Ehegattennachzug?

Erstellt von bromo, 27.08.2007, 20:12 Uhr · 406 Antworten · 23.421 Aufrufe

  1. #261
    Avatar von Samuianer

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    Re: Deutsch als Vorraussetzung für Ehegattennachzug?

    Diese Gesetzesnovellierung bezueglich "Deutsch als Vorraussetzung für Ehegattennachzug" in Verbindung zum "Auslaenderabwehrrecht" halte ich in Anbetracht der Menschenrechte fuer Menschenrechtsfeindlich!

    Diese Gesetzesnovellierung scheint auf ein ganz besonderes Problem ausgerichtet zu sein. Diesem Problem traut sich wohl keiner direkt entgegen zu treten, also: Rundumschlag!

    Und trifft somit eben Alle!

    Mal abgesehen davon, ich fand es recht beeindruckend wieviele Thai-Frauen bei meinem letzten Besuch in D. mit im Flieger sassen.

    In TXL angekommen, wurde ich (ungewollt) Zeuge wie eine Thai-Frau mit Begleitung von Zollbeamten/Bundesgrenzschutz aufgrund ihres deutschen Passes nach Wohnort, ob was anzumelden sei, Beschaeftigung etc. befragt wurde.

    Schweigen......und Gemurmel!

    Frage mich ob es ueber solche und aehnlich gelagerte "Faelle" Statistiken gibt, die diese Gesetzesnovellierung angeregt haben?

    Will aber auch anhaegen das ich in Berlin einigen "zugereisten" Auslaendern begegnet bin, die ausreichend in Deutsch kommunizieren konnten.

    Fast Alle wiederum wiesen einen nicht von der Hand zu weisenden Akzent ihrer Herkunft auf!

    Dann waere der naechste logische Schritt, in der Durchsetzung des "Auslaendrabwehrrechts", "akzentfreies Deutsch als Vorraussetzung"?



    Wird noch spannend mit Deutschland, Deutschland... warum nicht? "Thailand den Thais"! Wird ja von den Buergern auch als normal empfunden.

  2.  
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  3. #262
    Avatar von kcwknarf

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    Re: Deutsch als Vorraussetzung für Ehegattennachzug?

    Da ich zwischendurch geschlafen habe, noch ein paar Anmerkungen zu Vorwürfen in meine Richtung:

    Du bist anti Dtschland eingestellt
    Aber erst durch solche Gesetze geworden. Was mich besonders nervt ist die Großkotzigkeit des Landes. Deutschland fühlt sich als Vorbild in der Welt. Das beste Sozialsystem, die beste Bildung, die beste Demokratie, Exportweltmeister und außenpolitsich natürlich auch überall gern gesehen.
    Lange habe ich das auch geglaubt. Und umso mehr ist man halt enttäuscht. Ist wie beim Fußball. Deutschland ist wie der FC Bayern. Doch nun spielt das Land nur noch UEFA-Pokal, weil die Fassade so langsam bröckelt und das wahre Gesicht hervorkommt.
    Mal ein Beispiel, was man oft hört: die Welt erwartet, dass Deutschland in Afghanistan und anderen Krisenherden präsent ist. Komisch, dass ich auf keiner Reise von Fremden auf die Schulter geklopft wurde mit den Worten: "Toll, dass das eure Soldaten machen". Im Gegenteil: die einzigen beiden Lobeshymnen von Fremden erhielt ich, als sich Gerhard Schröder gegen die USA stellte und eben keine Soldaten in Kriege schicken wollte.


    was in Dtschl. abläuft, kannst du aus Bangkok wohl kaum beurteilen..
    Kannst du nicht wissen, aber aus beruflichen Gründen bin ich hier in Thailand mehr informiert als ich es vorher in Hamburg war - eben, weil ich viel mehr Zeit habe, unterschiedliche Online-Zeitungen zu lesen, deutsche TV-Sendungen zu schauen und mit Deutschen zu telefonieren.
    Schließlich muss ich ja über meine Zielgruppe möglichst gut Bescheid wissen.

    Und das ist auch gar nicht so schlecht. Fand ich schon beim Bundespräsidenten gut, dass er sicherlich damals aus den USA einen wesentlich freieren Blick auf Deutschland hatte und die Fehler sah.

    Anders herum nehme ich auch die Kritik zu Thailand aus dem Ausland wesentlich ernster, als hier einige wohl vermuten.

    Sie wird behandelt werden. Du wirst Dtschl. zu schätzen wissen, wenn dir an der Frau was liegt.
    Mag sein, dass sie behandelt wird. Aber sicher nicht kostenlos. Ohne Versicherung muss ich dann die Kosten trotzdem übernehmen, oder sind die deutschen Ärzte mittlerweile so sozial. Wäre mir neu.
    In Zukunft wird sich das aber eh ändern. Das ist ja auch wieder so ein beklopptes neues Gesetz: Zwangskrankenversicherungen. Da ich ja noch meinen Wohnsitz in Deutschland habe, muss ich spätestens ab nächstes Jahr Versicherung zahlen, obwohl ich gar nicht in Deutschland lebe und durch meine thailändische Versicherung im Urlaubsfall auch in Thailand versichert wäre.

    Wie soll ich das Land mit solchen Gesetzen zu schätzen wissen?

    Viele Thais gehen ins Ausland um sich zu verbessern..was ja nun kein Geheimniss ist.
    Für diesen Personenkreis macht das neue Gesetz durchaus Sinn. Ebenso für Studenten: ohne sehr gutes(!) deutsch wird man den Vorlesungen sicher nicht folgen können.
    Aber es gibt auch Menschen, die heiraten aus Liebe. Und gerade eine Partei, die ein C im Namen hat, sollte akzeptieren, dass es noch Menschen mit wahren Gefühlen gibt, die nicht nur an Geld, Macht und Größenwahnsinn denken.

  4. #263
    carsten
    Avatar von carsten

    Re: Deutsch als Vorraussetzung für Ehegattennachzug?

    Zitat Zitat von Loso",p="520077
    Zitat Zitat von Chak3",p="519997
    Andere Länder wie beispielsweise GB machen ihren Bürgern schon lange große Schwierigkeiten die angetraute heim zu holen.
    Schwierigkeiten ist ja ein dehnbarer, man kann auch sagen nichtssagender Begriff. Ich kenne mich da auch gar nicht aus. Kannst du mal ein paar Beispiele aus anderen EU-Ländern nennen?
    Es gibt aber auch das Gegenteil:
    Ich lebe als Deutscher (Staatsbürger) in Italien, um meine Frau mit hierher zu nehmen hat es null Schwierigkeiten gegeben. (Letztes Jahr, Visa-Antrag im Juli 2006).
    Die Auskunft der italienischen Botschaft in BKK war, bei Verheirateten ist die Visa-Erteilung für Ehegattennachzug ("motivi famigliari") eine reine Formsache, was letztendlich wirklich so war.
    Sie bekommt jetzt auch (aktuell beantragt) schon einen höheren Aufenthaltstitel (erster war eine "permesso di soggiorno", für ein Jahr, jetzt bekommt sie eine "carta di soggiorno" für unbegrenzte Zeit).
    Jetzt wird einmal die Polizei (carabinieri) bei uns zuhause kommen, um zu kontrollieren, ob wir wirklich zusammenleben, danach wird die carta di soggiorno ausgestellt. Sprachkenntnisse? interessiert hier niemanden, nicht einmal beim Erwerb der Staatsbürgerschaft.

    edit: tippfehler ausgebessert

  5. #264
    Odd
    Avatar von Odd

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    Re: Deutsch als Vorraussetzung für Ehegattennachzug?

    Zitat Zitat von kcwknarf",p="520128

    Und das ist auch gar nicht so schlecht. Fand ich schon beim Bundespräsidenten gut, dass er sicherlich damals aus den USA einen wesentlich freieren Blick auf Deutschland hatte und die Fehler sah.
    Die Geschichte kenne ich gar nicht. Erzaehl einmal mehr

  6. #265
    Avatar von kcwknarf

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    Re: Deutsch als Vorraussetzung für Ehegattennachzug?

    Zitat Zitat von Odd",p="520131
    Die Geschichte kenne ich gar nicht. Erzaehl einmal mehr
    Köhler war vor seiner Amtszeit als Bundespräsident von 2000 bis März 2004 geschäftsführender Direktor des Internationalen Währungsfonds (IWF) in Washington D.C., USA. Er lebte also rund 5 Jahre außerhalb Deutschlands, was bei seiner Kandidatur als Bundespräsident damals ja auch bei einigen Politikern und Journalisten kritisch gesehen wurde. Angeblich würde er ja gar nicht mehr wissen, was in Deutschland abgehe.

    In Interviews und Reden hat er aber immer wieder betont, dass er stets einen Blick auf Deutschland gehabt habe und eben auch einen unabhängigen. Dadurch hat er Dinge bemerkt, die schief laufen. Ich kann mich noch an eine seiner ersten Reden erinnern, in der er den Parteienkrieg in Deutschland kritisierte. Anstatt ans Land zu denken, würden die Parteien nur an den nächsten Wahlerfolg denken. So waren sinngemäss seine Worte. Die CDU/CSU, die ihn ja als Präsidenten vorgeschlagen hatte, bekamen ja besonders ihr Fett weg, wenn man zwischen den Zeilen las.

    Wörtlich sagte er dann auch (habe gerade mal gegoogelt, um nichts falsches zu sagen): "was Deutschland jetzt vor allen Dingen braucht, nämlich eine Diskussion und einen Prozess der Veränderungen nicht nur in der Wirtschaft"
    Und:
    "Er drängte darauf, Ängste zu überwinden sowie Selbstvertrauen zurück zu gewinnen, wünschte sich ein „Deutschland der Ideen“ und forderte eine kinderfreundlichere Gesellschaft."

    Diesen fundierten Sachverstand, den er aus der Ferne gewann, machten ihn für mich bis vor wenigen Wochen zum besten Bundespräsidenten, den Deutschland je hatte. Mit einem Schlag hat er sich diese Auszeichnung zunichte gemacht (zumindest bei mir). Man könnte fast denken, der Mann lebt jetzt schon wieder zu lange in Deutschland

  7. #266
    Sioux
    Avatar von Sioux

    Re: Deutsch als Vorraussetzung für Ehegattennachzug?

    @kcwknarf, das was du ueber Horst Koehler schreibst ist richtig. Er war aber bereits seit September 1998 Praesident der europaeischen Bank fuer Wiederaufbau und Entwicklung in London.

    Und in dieser Zeit auch bereits sehr stark mit Afrika befasst. Ist ja auch heute noch sein Lieblingskontinent.

    Umso mehr ist es bedauerlich, dass ein soch weltoffener Praesident die Verfassungsprobleme nicht gesehen hat. Er muesste eigentlich am besten die Schwierigkeiten des deutsch lernens in anderen Laendern kennen.

    Sioux

  8. #267
    Avatar von Samuianer

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    Re: Deutsch als Vorraussetzung für Ehegattennachzug?

    Zitat Zitat von kcwknarf",p="520133
    ...Diesen fundierten Sachverstand, den er aus der Ferne gewann, machten ihn für mich bis vor wenigen Wochen zum besten Bundespräsidenten, den Deutschland je hatte. Mit einem Schlag hat er sich diese Auszeichnung zunichte gemacht (zumindest bei mir). Man könnte fast denken, der Mann lebt jetzt schon wieder zu lange in Deutschland
    Well, das ist halt DEINE Auffassung der Sache!

    Ohne "fundierten Sachverstand" und ein gewisses Fingerspitzengefuehl, waere er mit Sicherheit nie Vorstand der WB geworden!

    Dir scheint entgangen zu sein das der BP eher eine repraesentative Funktion vertritt als eine Exekutive.

    Entscheidungen faellen immer noch per Abstimmung, die Parlamentarier, der Bundestag etc.!

    Bestimmt nicht der Koehler allein!

    Hat halt Jeder so sein Weltbild.....


    Gilt wohl abzuwarten ob diese "Gesetzesnovellierung" durch gefuehrt werden kann.

  9. #268
    Sioux
    Avatar von Sioux

    Re: Deutsch als Vorraussetzung für Ehegattennachzug?

    Zitat Zitat von Samuianer",p="520137
    Entscheidungen faellen immer noch per Abstimmung, die Parlamentarier, der Bundestag etc.!
    Koehler hat aber bereits zweimal GEsetze wegen Verfassungsbedenken nicht unterschrieben.

    Er ist der bei weitem politischte Bundespraesident den Deutschland bisher hatte. So wie er hat sich noch keiner in die allgemeine Politik eingemischt. Deswegen war ja auch die Hoffnung, dass er nicht unterschreibt durchaus berechtigt.

    Sioux

  10. #269
    Avatar von kcwknarf

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    Re: Deutsch als Vorraussetzung für Ehegattennachzug?

    Zitat Zitat von Samuianer",p="520137
    Dir scheint entgangen zu sein das der BP eher eine repraesentative Funktion vertritt als eine Exekutive.
    Entscheidungen faellen immer noch per Abstimmung, die Parlamentarier, der Bundestag etc.!
    Bestimmt nicht der Koehler allein!
    Das ist mir schon klar. Aber der Köhler segnet das Gesetz ab, wenn er es für rechtmässig hält.
    Und in diesem Thread wurde ja auch schon festgestellt, warum er das getan hat. Weil das Grundgesetz Auslegungssache ist - was mir (wie anscheinend vielen hier) vorher auch nicht in all dieser Deutlichkeit klar gewesen war.

    In der einen verlinkten Anhörung hatten sich ja scheinbar nur zwei "Experten" (aus meiner Sicht dubiose Uni-Professoren, die natürlich viel Wert auf ihre Sprachkultur legen) für die Sprachregelung ausgesprochen und haben keinen Verstoß gegen das Grundgesetz gesehen, während andere das eben doch sahen.
    Der Bundespräsident hatte jetzt also durchaus die Möglichkeit, sich der Meinung der anderen Experten anzuschliessen und das Gesetz zu kippen. Es wäre ja nicht das erste Mal gewesen.
    Er hat sich aber zwei Professoren mit subjektiver Auffassung angeschlossen.

    Und auch eine Klage beim Verfassungsgericht wird eine Art Glücksspiel sein, da sollten wir uns nichts vormachen. Sehen die Richter auch das Gemeinwohl höher an als den Schutz der Ehe oder umgekehrt?

    Es gibt im Grundgesetz so viele Schlupflöcher - das wird jetzt klar. Z.B. wird dort auch festgelegt, dass die Vorbereitung auf einen Angriffskrieg von deutscher Seite nicht erlaubt ist. Über einen Angriffskrieg selber wird kein Wort verloren. Das ist vor einigen Wochen jemanden aufgefallen, der daraufhin eine Petition einreichte, um diesen Passus mit einzufügen. Ist mir auch nur aufgefallen, weil ich ab und zu mal einige Petitionen im Internet mit unterschreibe.

  11. #270
    Paddy
    Avatar von Paddy

    Re: Deutsch als Vorraussetzung für Ehegattennachzug?

    Das heiraten in LOS kann nicht verhindert werden.

    Wie aber sieht es denn dann nach der Legalisierungsprozedur mit der Unterhaltspflicht aus?

    Kann nun ein ALG II Bezieher zusätzlichen Unterhalt für seine Angetraute in Thailand beantragen und regelmässig nach Thailand überweisen?

    Wie steht es um die Mehrkosten, die für Reise, Wohnung, Aufenthalt und Kursgebühren für den Sprachkurs in Bangkok fällig werden?

    Wie mit den Mehrkosten für doppelte Haushaltsführung? Wie steht's um den Versicherungsschutz im Krankheitsfall in Thailand?

    Was wäre, wenn der deutsche Ehepartner pflegebedürftig wird
    und sich für häusliche Pflege entscheidet? Muss er dann mit Dekubitus leben, weil seine Ehefrau kein deutsch spricht und der alternative Pflegedienst nicht die notwendige Zeit aufbringen kann?

    Laut GG besteht ein besonderer Schutz der Ehe (die angeführten Beispiele sind eherelevant).

    Genau das Gegenteil aber wird doch von der Politik praktiziert. Alles Verfassungsfeinde in Berlin?

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