Seite 1 von 2 12 LetzteLetzte
Ergebnis 1 bis 10 von 14

Bildung

Erstellt von Harakon, 25.08.2002, 11:27 Uhr · 13 Antworten · 1.534 Aufrufe

  1. #1
    Harakon
    Avatar von Harakon

    Bildung

    Wie wichtig ist es eigentlich, daß in einer "Traumbeziehung" der Bildungsunterschied gering ist?

    Ist das mit den eigenen Kindern vergleichbar, mit denen man eine (fast?) genauso enge Beziehung hat, die aber natürlich anfangs mit dem angeeigneten Allgemeinwissen überhaupt nicht mithalten können? Darf man denn die kindliche Seite in seinem Partner sehen oder muß er in diesem Gebiet ebenbürtig sein, muß er eigentlich überhaupt ebenbürtig (blöder Begriff) sein?

  2.  
    Anzeige
  3. #2
    Avatar von

    Re: Bildung

    Also meiner Meinung nach ist das wohl stark vom persönlichen Empfinden abhängig. Wenn natürlich in einer Beziehung für Dich intellektuelle Gespräche wichtig sind, ist es schon von Vorteil, wenn das Bildungsniveau vergleichbar ist. Andererseit läßt sich auch so argumentieren, daß gerade eine Person mit "geringerer" (Tschuldigung) Bildung durch die ungetrübte Sichtweise wertvolles zu so einer Diskussion beitragen kann.

    Sind diese Gespräche aber nicht lebensnotwendig für Dich, dann macht ein Bildungsunterschied egal wie gross nix aus, meine ich. Soll heißen gleicher Bildungsstand ist nach meiner Erfahrung (aus dem Bekannten- und Verwandtenkreis) absolut kein muß für ein zufriedenes Miteinander.

    Ray

  4. #3
    Avatar von Mang-gon-Jai

    Registriert seit
    12.02.2002
    Beiträge
    3.479

    Re: Bildung

    Bildung?
    Bildung, Vorgang und Ergebnis einer geistigen Formung des Menschen, in der er zur vollen Verwirklichung seines Menschseins, seiner ›Humanität‹, gelangen soll. – Alle Bildungsbegriffe der europ. Tradition gehen auf die griechisch-röm. Antike zurück. Der Vergleich der ›Formung‹ des Menschen mit der künstler. Formung einer Plastik ist auf Platon zurückzuführen. Der Mensch wird Mensch, wenn er sich selbst zum Abbild dessen gestaltet, was göttlich ist. Die Lehre, dass das wahre Wesen des Menschen (›humanitas‹ ) sich in der Harmonie seiner Person manifestiert, hat v. a. die Renaissance und die Klassik beeinflusst: B. und Humanismus sind identisch; in diesem Sinne unterscheidet sich der Begriff der allgemeinen B. von der speziellen Berufsausbildung.
    Das gibt Meyers Lexikon her.

    Ich glaube nicht, dass Bildung in zwischenmenschlicher Beziehung sehr wichtig ist. Die Frage ist einfach, was man unter Bildung versteht. Auf Schulwissen kann ich jedenfalls verzichten!
    Jindi ist in ihrem Leben nicht zur Schule gegangen. All das, was wir lernen müssen ist ihr fremd.
    Trotzdem geht uns der Gesprächsstoff nie aus und ich kann unwahrscheinlich viel von ihr lernen. Sie weiß alles über die Tiere und Pflanzen in ihrem Land. Sie ist in der Lage, die meisten Viecher (auch Schlangen) mit bloßen Händen zu fangen.
    Sie weiß, wie man Pflanzen ansticht, um frisches Wasser gegen den Durst zu bekommen.
    Ich hatte mich einmal in einem Wald, bei einbrechender Dunkelheit, rettungslos verlaufen. Jindi fand den Weg problemlos.
    All das ist auch Bildung, oder?

    @Harakon
    Hättest du nach Intelligenz gefragt, wäre meine Antwort anders ausgefallen.


    Gruß

    Mang-gon Jai



  5. #4
    MrLuk
    Avatar von MrLuk

    Re: Bildung

    @Mang-gon-Jai,

    Wirklich gut recherchiert und ergänzt...
    Ich lobe hier ganz selten:-) Den Ausspruch: dem ist nichts mehr hinzuzufügen, "hasse ich"...allerdings, denn wer "dem nichts mehr zuzufügen weiß", der hällt besser den Rand:-)

    Man braucht auch nicht zu fragen was mit Intelligenz gemeint ist...denn das ist wieder so ein multiparametraler Begriff:-)

    Wie sich beide Partner ergänzen und auf was die Beziehung nun schlußendlich aufgebaut ist, das ist eine weitere Frage...
    Überdies stellt sich die Frage der Machtverhälltnisse in der Verbindung, und auf was die basiert - hier spielen die intellektuellen Fähigkeiten und Potenzen ebenfalls eine große Rolle. Und Wissen ist bekanntlicherweise Macht!

    Wenn zwei Liebende sich zu sehr ergänzen, ob es sich nun um Intelligenz, Wissen, Können, Talent oder einfach nur um Bargeld oder materielle Dinge handelt,- dann ist dies wiederum gefährlich. Alleine deshalb weil nur Defizite ergänzt werden können. Bei "zu guter" Ergänzung (ergo großen Defiziten) können folglich leicht Abhängigkeiten entstehen ...die dann auf kurz oder lang zu emotionellen Turbulenzen oder falschem Stolz führen, die die natürlichen Hochs und Tiefs einer Beziehung leicht in Extreme führen können:-)

    Am besten müßten sich also Menschen verstehen die in den diversen Bereichen des "Menschseins" soweit "geformt", entwickelt und gereift sind daß ihre Defizite und "Fehler" nicht mehr so sehr auffallen daß sie von anderen Menschen ergänzt werden müssen...:-)
    Und hier beißt der Drache sich in den Schwanz...

    Wie ist eigentlich die symboliche Bedeutung des Drachen, in der Thailändischen, Chinesischen und abendländischen Mythologie, Mang-gon-Jai? Überschneiden die 3 sich oder laufen sie weit auseinander?


  6. #5
    Avatar von Mang-gon-Jai

    Registriert seit
    12.02.2002
    Beiträge
    3.479

    Re: Bildung

    @MrLuk
    Wie ist eigentlich die symboliche Bedeutung des Drachen, in der Thailändischen, Chinesischen und abendländischen Mythologie, Mang-gon-Jai? Überschneiden die 3 sich oder laufen sie weit auseinander?
    Sehr schwierige Frage.
    Der Drache der abendländischen Mythologie, der ‚Siegfried-Drache’ unterscheidet sich ja wesentlich von den asiatischen Drachen.
    Der Siegfried Drache, als Bewacher von Schätzen und Wissen, ist ein ‚böser’ Drache. Er verwüstet, er tötet.
    Die asiatischen Drachen, China, Thailand, Japan, Korea usw. sind hingegen ‚gute’ Drachen. Sie sind zwar ebenfalls mächtig und äußerst gefährlich, letztlich jedoch ‚gut’.
    Der thailändische ‚Mang-gon’ war ja immerhin (nach seiner Bekehrung) ein Gefährte ‚Buddhas’ was ihm natürlich enorme Macht verlieh. Trotzdem wird ihm eine gewisse Brutalität nachgesagt.
    Über den chinesischen Drachen weiß ich leider zu wenig.
    Den Namen ‚Mang-gon’ gibt es wohl in Thailand nicht oft. Ich kenne nur einen Thai, der so heißt (ein etwa 3-jähriger Junge in unserem Dorf). Ob ich für den Namen dieses Kindes als Vorbild gedient habe, weiß ich nicht.
    Unser Dorflehrer hält meinen Namen (unseren Namen, Mang-gon Noi ja auch) jedenfalls für gefährlich.
    Er befürchtet, dass dieser Name böse Geister geradezu auf uns aufmerksam macht und empfahl uns mehrfach, den Namen zu wechseln.

    Na ja, bislang ist jedoch alles gut gegangen.


    Gruß

    Mang-gon Jai

  7. #6
    Iffi
    Avatar von Iffi

    Re: Bildung

    @Mfg,
    soll es auch weiterhin...

  8. #7
    Kali
    Avatar von Kali

    Re: Bildung

    Um noch mal auf die Bildung zurückzukommen, wie Harakon sie eingangs anschnitt, und ohne diese Floskeln, die sich im Grunde - sobald von sich gelassen - von selbst auflösen, wie:...dem ist nichts mehr hinzuzufügen... oder:...ich wiederhole mich ungern ..., zitiere ich einfach einmal Kali, der neulich dies rausließ: "Während ich vermutlich über genug Bildung und Intelligenz verfüge, um in dieser unseren westliche Hemisphähre zu überleben, verfügt Suay über soviel Bildung und praktische Intelligenz, daß wir beide In Thailand überleben könnten."
    Natürlich, Abhängigkeit pur, solange wir beide allerdings über gut funktionierende Abwehrmechanismen verfügen, wird unser beider Seelchen keinen Schaden nehmen. Von daher liegen wir also wieder in der Norm.

  9. #8
    Harakon
    Avatar von Harakon

    Re: Bildung

    Original erstellt von Mang-gon-Jai:
    @Harakon
    Hättest du nach Intelligenz gefragt, wäre meine Antwort anders ausgefallen.
    Wie, hast du nicht gesagt, kann ich mir aber vorstellen...

    Gerade erst mache ich mir klar, daß die Fähigkeit, ein Huhn zu rupfen wahrscheinlich mehr wert ist, als die, siebzehn von hundert zu substrahieren. Jedenfalls mir ist sie mehr wert. Wer sagt aber, daß das keine Bildung ist? Irgendeine Form von Bildung sollte wohl vorhanden sein, damit man sich austauschen kann!

    Original erstellt von MrLuk:
    Bei "zu guter" Ergänzung (ergo großen Defiziten) können folglich leicht Abhängigkeiten entstehen ...die dann auf kurz oder lang zu emotionellen Turbulenzen oder falschem Stolz führen, die die natürlichen Hochs und Tiefs einer Beziehung leicht in Extreme führen können.

    Am besten müßten sich also Menschen verstehen die in den diversen Bereichen des "Menschseins" soweit "geformt", entwickelt und gereift sind [...]
    Ein sehr interessanter Ansatz. Nur da frage ich mich: Aufgrund der Verschiedenheit zwischen der deutschen und der thailändischen Kultur wird es immer einen sehr großen Austausch von Erfahrungen geben. Also gibt es dann auch häufig extreme Hochs und Tiefs in den Beziehungen?

    Wenn die Menschen bereits geformt sein sollen, dann heißt das doch auch, daß sie sich erst spät entscheiden sollen, wenn die die nötige Reife haben. Und was sollen dann wir jungen Menschen machen? Warten?

    Vielen Dank für eure Antworten... Sehr aufschlußreich. Nur von Meiers Lexikon bin ich etwas enttäuscht Der Knaur sagt übrigens: "mit Urteilsvermögen, Geschmack verbundene Gesamtheit von Kenntnissen, Erkenntnissen, Erfahrungen". Naja.

    PS: Gemessen an meinem Freundeskreis kam ich mir langsam richtig alt vor... Ihr habt es geschafft, daß ich schreibe: "wir jungen Menschen", und das stimmt wahrscheinlich sogar

  10. #9
    Kali
    Avatar von Kali

    Re: Bildung

    ...ich muß da noch 'ne Kleinigkeit nachschieben. Nicht, daß ich eine theoretische Diskussion scheuen würde, bin derer lediglich ein wenig müde geworden.
    Doch wer sagt uns eigentlich, wie wir eine Beziehung gestalten, was sie für Voraussetzungen haben sollte, welche Erwartungen erfüllt sein sollten ? Wer bestimmt, auf welcher Ebene Kommunikation zwischen zweien, die sich - aus welchen Gründen auch immer - entschließen, zusammen zu bleiben, stattzufinden hat ? Kann es nicht sein, daß der ein oder andere immer noch mit einem Auge danach schielt, was denn seine Umwelt zu seinem Tun und Treiben sagt, mit wem er sich denn da einläßt ? Ist da nicht doch schon mal so ein klein wenig Angst vor dem Urteil, vor der Bewertung der anderen, die unter Umständen mit Liebesentzug drohen, wenn man denn selbst nicht so, wie sie denn wollen ?

    Selbstverwirklichung heißt für mich auch ein Stück Emanzipation, Loslösung aus dem Korsett der Umwelt, des Umfeldes, der Mitmenschen. Das erklärt vielleicht, wenn ein habilitierter Jurist, Mediziner oder sonst wer sich in einen Kral oder eine ostfriesische Deichhütte verzieht - weil er vielleicht auch gar nicht mehr hören mag, daß er sich so ja gar nicht wohl fühlen kann, darf usw.....


  11. #10
    MrLuk
    Avatar von MrLuk

    Re: Bildung

    Ein sehr interessanter Ansatz. Nur da frage ich mich: Aufgrund der Verschiedenheit zwischen der deutschen und der thailändischen Kultur wird es immer einen sehr großen Austausch von Erfahrungen geben. Also gibt es dann auch häufig extreme Hochs und Tiefs in den Beziehungen?
    Alter Junge, junger Mann, wie auch immer...., das was ich geschrieben habe war nicht als Ansatz gemeint, sondern ist bereits eine "ausgereifte" Schlußfolgerung:-)
    Zu der Frage ob es in der Art Beziehung häufig extreme Hochs und tiefs gibt, kann ich nur folgendes sagen:

    Es ist nicht das Ausmaß an Austausch oder die Erfahrungen, sondern es sind die Defizite die früher oder später, erst als "Kondensator" und später als "booster" einwirken. Wenn es dir an verschiedenen Qualitäten fehlt, dann bewunderst du deinen Partner der das so locker und leicht hinkriegt. Wenn "Nähe" besteht, empfindest du das als Wohltat - wenn dein Partner sich allerdings (emotional) im Fall von Streit oder Stress, etc. von dir entfernt, dann ist es eher schmerzhaft:-)
    Das meinte ich als ich sagte daß Defizite die Hochs und Tiefs einer Beziehungskiste verstärken.
    Aber hier gibt es ein Rezept: nicht faul sein und die Qualitäten des Partners an- und übernehmen...
    Leider ist der Mensch von Natur aus bequem und läßt den Anderen diese Dinge vorleben und auf Lebensdauer übernehmen...so deckt man allerdings keine Defizite!

    Übrigens kann man mit sagen wir einmal 20, schon recht ausgereift sein bzw. mit 40 bereits ein menschliches Wrak sein...
    Das hat übrigens viel mit der "guten Kinderstube" zu tun - nicht zu vergessen daß ein Kind bereits mit 5-6 Jahren emotional voll entwickelt ist. Aber nicht nur das, sondern seine emotionellen Reaktionen sind fest eingebrannt und nur schwer zu modifizieren... Eine weitere Ausführung würde aber zu weit führen.

    Es besteht auch eine Theorie nachdem eine "alte Seele" oder eine "junge Seele" wiedergeboren wird.
    Und so muß eine junge Seele eher die groben Erfahrungen machen und eine ältere die Nuancen und die feinstofflichen Dinge lernen. Die Junge lernt allerdings wesentlich schneller, ähnlich wie ein 4 jähriges Kind - wobei die ältere, reifere, sich beim Feinschliff aufreibt:-)


Seite 1 von 2 12 LetzteLetzte

Ähnliche Themen

  1. Bildung an Thailands Schulen
    Von Chak im Forum Treffpunkt
    Antworten: 50
    Letzter Beitrag: 08.11.17, 20:40
  2. Altersvorsorge, Schulen, Bildung usw!
    Von Heinrich Friedrich im Forum Treffpunkt
    Antworten: 65
    Letzter Beitrag: 10.09.11, 08:47
  3. BILDung wird verweigert
    Von strike im Forum Politik und Wirtschaft außerhalb Thailands
    Antworten: 0
    Letzter Beitrag: 25.02.11, 20:38
  4. Die Sache mit der Bildung.
    Von lucky2103 im Forum Treffpunkt
    Antworten: 45
    Letzter Beitrag: 16.08.09, 12:44