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Bikulturelle Kindererziehung

Erstellt von x-pat, 30.12.2006, 07:47 Uhr · 53 Antworten · 8.898 Aufrufe

  1. #31
    Avatar von martinus

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    Re: Bikulturelle Kindererziehung

    @ x-pat
    ...können nicht-körperliche Sanktionen (z.B. verbale Maßnahmen, "Anschreien", Strafsanktionen, oder sogar Liebesentzug) viel verletzender für das Kind sein als körperliche Züchtigung...
    da erinnere ich mich an meinen Klassenlehrer, der 1977 genau über dieses Dilemma berichtete.
    ...nun hab ich dich eine Woche nicht mehr lieb...
    trifft beileibe die Seele eines Kindes ziemlich hart.
    Aber nach einer oder zwei Wochen hat es diesen Liebesentzug wieder vergessen.
    Einen schmerzenden Hosenboden wird es aber nicht so schnell vergessen.

    Ich rede aber nicht von Mißhandlungen, ein wehrloses Kind grün und blau zu hauen, sei es mit der Hand oder mit einem Gürtel, oder stundenlang in einen dunklen Keller zu sperren, daß es Rotz und Wasser heult.

    Auch wenn ich mit dem Teppichklopfer und meine Frau mit dem Ledergürtel von unseren Vätern geschlagen wurden, ist das noch lange kein Grund, unserer Tochter das Gleiche anzutun.

    Wenn sich unsere 1-jähr. Tochter über mich ärgert, wenn sie wiedermal das Wort "NEIN" zu oft hören muß, krabbelt sie an meinen CD-Turm und fängt an ihn auszuräumen.
    Wegen so ner Lappalie sehe ich keine Veranlassung, gleich heftig auf ihre Finger zu schlagen oder dem kleinen Wurm irgendwelche Schmerzen zuzufügen.

    Martin

  2.  
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  3. #32
    Avatar von DisainaM

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    Re: Bikulturelle Kindererziehung

    Nun gehörte in bestimmten th. Schichten zur Kindererziehung nunmal der Pfahl.

    Ein ungehorsames Kind oder ein Heranwachsender wurde an den Pfahl gebunden, und mußte dort einige Tage zubringen.

    Diese besonders wirksame Erziehungsmethode stammt von den Mahuts, die die Elefantenkinder solange pfählen, bis ihre Persönlichkeit einbricht, und sie ab diesem Tage nicht mehr der Mutter, sondern dem Mahut folgen werden, - ihr Leben lang.

    Anfang der 90 Jahre wurde dann über die th. Medien verbreitet, dass man Kinder weniger mit pfählen und mit Stockschlägen erziehen sollte.
    Für die Erziehung mit starker väterlicher Hand sollte eine mehr psychologisch geführte Erziehung eintreten, die jedoch nicht überall verstanden wurde.

    Aus meiner Sicht würde ich sagen, dass der Pfahl beim th. Mittelstand so ab 1995 kein Rolle mehr spielte.

  4. #33
    Monta
    Avatar von Monta

    Re: Bikulturelle Kindererziehung

    Die körperliche Züchtigung in Schulen mit Rohrstock u.ä. wurde erst vor wenigen Jahren per Gesetz verboten. Und auch weiterhin wurde/wird gezüchtigt, wenn auch mit fallender Tendenz.

  5. #34
    Avatar von x-pat

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    Re: Bikulturelle Kindererziehung

    Claude: Von wenigen Ausnahmen abgesehen, werden bei den Kindern keine Interessen gefördert und häufig wird Angst als Erziehungsmittel eingesetzt ("Komm hierher sonst kommt Onkel Soundso und haut dich").

    Ja, leider wahr. Eine gezielte Förderung der Talente und Interessen von Kindern ist eher die Ausnahme. Sie ist auf die Bevölkerungsschicht beschränkt, in der die Eltern selbst gebildet sind, welche in Thailand eine kleine Minderheit darstellt. Das spiegelt sich auch in den Schulen wieder. Kreativität und Individualität werden eher unterdrückt als gefördert. Es werden Raster und Schablonen angelegt, Wissen wir reproduziert statt ergründet. Glücklicherweise ist die Prügelstrafe in Thai Schulen mittlerweile abgeschafft worden, aber ältere Lehrer -so höre ich- greifen immer noch darauf zurück. Darüberhinaus gibt es alle möglichen anderen Formen von Bestrafungen in Thai Schulen von in-die-Ecke-stellen, über Bloßstellung bis zum Haare-Abschneiden. Kein Wunder, dass die die es sich leisten können Privatschulen und Übersee Colleges vorziehen.

    Claude: Wer das erstrebenswert findet, dem ist es auch egal, ob die Erde rund ist oder eine Scheibe.

    Das Problem, dass ich dabei sehe ist folgendes: wie kann ein Kind, dass sich ständig in der Gesellschaft von cartoon-guckenden Flacherdlern befindet, ein Interesse für die feineren Dinge des Lebens entwickeln? Die Familie kann zwar eine Art Insel der Zuflucht darstellen, aber eine ständige Isolierung von der umgebenden Gesellschaft ist kaum möglich.

    DisainaM: Wir reden also von einem Zeitraum von etwas mehr als 100 Jahren, wo in Thailand den Sklaven plötzlich das Recht gegeben wurde, ihre eigenen Kinder zu erziehen.

    Ja, es gab bis in das 19te Jahrhundert Sklaverei in Thailand, aber ob dies einen nennenswerten Einfluss auf die thailändische Erziehung, bzw. das Erziehungssystem hatte, wage ich zu bezweifeln.

    DisainaM: Aus meiner Sicht würde ich sagen, dass der Pfahl beim th. Mittelstand so ab 1995 kein Rolle mehr spielte.

    Kinderpfählung in den 90ern? Wohl kaum! Dies mag es zwar vereinzelt gegeben haben, aber das ist wirklich überhaupt nicht representativ und völlig aus dem Zusammenhang gerissen.

    Tira: meine söhne sind derzeit für monate in thailand um u.a. den hier nicht mehr vorhandenen respekt
    erwachsenen/der familie gegenüber zu erwerben


    Tira, du glaubst das funktioniert?

    martinus: Wenn sich unsere 1-jähr. Tochter über mich ärgert, wenn sie wiedermal das Wort "NEIN" zu oft hören muß, krabbelt sie an meinen CD-Turm und fängt an ihn auszuräumen. Wegen so ner Lappalie sehe ich keine Veranlassung, gleich heftig auf ihre Finger zu schlagen oder dem kleinen Wurm irgendwelche Schmerzen zuzufügen.

    Martinus, ich gebe dir vollkommen Recht; würde ich auch nicht tun. Ein anderes Beispiel: Meine zweijährige Tochter spielt gerne mit ihrer 2-Monate alten Schwester. Meistens vorsichtig und liebevoll. Manchmal geht sie allerdings zu weit. Zum Beispiel wenn sie versucht dem Baby mit ihrem Finger in die Augen zu stechen. Das können wir aus offensichtlichen Gründen nicht zulassen. Sie ist aus diesem Grund häufig ermahnt worden und sie wurde jedesmal vom Baby getrennt, wenn sie dies versuchte. Sie versucht es trotzdem weiter (sie ist halt ein wenig stur) und nun kriegt sie eins auf die Finger.

    In Deutschland würde ich mich damit bereits außerhalb des gesetzlichen Rahmens bewegen. Meine Tochter versteht die Gefahren des Fingerstechens nicht. Sie hat noch nicht den Verstand, dass ich es ihr erklären könnte. Sie versteht allerdings negatives und positives Feedback, und es hält sie (zumindest temporär) davon ab, es noch einmal zu versuchen. Ich bin selbst überhaupt kein Freund von körperlicher Züchtigung. In diesem Fall sehe ich darin jedoch das kleinere Übel zum Schutz ihrer jüngeren Schwester.

    Ich denke, dass die Änderung des BGB P.1631 hauptsächlich Symbolwirkung haben sollte, denn bisher ist mir keine Klage wegen einer Ohrfeige oder eines Klaps bekannt geworden. Ich kann auch die Motivation des Gesetzgebers verstehen, denn der Verzicht auf körperlichen Züchtigung macht tatsächlich pädagogischen Sinn. Jedoch bewegt sich der Staat hier nicht nur auf sehr dünnem Eis, sondern geht meiner Meinung nach einen Schritt zu weit. Die generellen Vorteile der Wirkung einer solchen Gesetzgebung wird bei weitem durch das massive Eindringen in die Privatsphäre der Familie aufgehoben.

    Nehmen wir an ich wäre in Deutschland. Irgendein Hobby-Pädagoge sieht wie meine Tochter eins auf die Finger bekommt. Dieser Hobby-Pädagoge, der vielleicht dazu noch ein völliges Weich-Ei ist, die eigenen Versenbeißer kaum in den Griff bekommt, und laissez-faire nicht von anti-autoritär unterscheiden kann, darf sich nun auf ein Podest stellen und mir die gesetzliche Lage erläutern. Damit habe ich tatsächlich ein Problem. Und ich bin vermutlich nicht der einzige.

    Cheers, X-Pat

  6. #35
    Avatar von DisainaM

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    Re: Bikulturelle Kindererziehung

    Zitat Zitat von x-pat",p="431777
    DisainaM: Wir reden also von einem Zeitraum von etwas mehr als 100 Jahren, wo in Thailand den Sklaven plötzlich das Recht gegeben wurde, ihre eigenen Kinder zu erziehen.

    Ja, es gab bis in das 19te Jahrhundert Sklaverei in Thailand, aber ob dies einen nennenswerten Einfluss auf die thailändische Erziehung, bzw. das Erziehungssystem hatte, wage ich zu bezweifeln.

    DisainaM: Aus meiner Sicht würde ich sagen, dass der Pfahl beim th. Mittelstand so ab 1995 kein Rolle mehr spielte.

    Kinderpfählung in den 90ern? Wohl kaum! Dies mag es zwar vereinzelt gegeben haben, aber das ist wirklich überhaupt nicht representativ und völlig aus dem Zusammenhang gerissen.
    X
    Der Zusammenhang zwischen Aufhebung der Sklaverei und der Kindererziehung besteht in einer sehr jungen Historie, wo sich ehemalige Sklaven nun selber mit der Erziehung ihrer Kinder beschäftigen mußten, und sich dabei recht brachialer Erziehungsmethoden bedienten.

    Im Westen bekam der Durchschnittsbürger von diesen gesellschaftsschicht abhängigen Erziehungsunterschieden recht wenig mit,
    wohl aber der interessierte Pederast, der eine Nachfrage nach derartigen Bildzeugnissen im Web schuf.
    Die Strafverfolgungsbehörden mußten sich in diesem Zusammenhang zwangsläufig mit kulturellen Erziehungsentwicklungen in anderen Ländern beschäftigen, weil die Frage, wo Kindesmißbrauch anfängt, in verschiedenen Kulturen recht unterschiedlich gesehen wird.


    Heute gibt es rund 35.000 solcher Newsgroups (elektronischer schwarzer Bretter),
    von denen rund 27.000 sich um das Thema 5ex drehen. Ein Großteil davon
    dient als Kontakt- und Tauschbörse für perverse ........ und Pädophile. Da werden
    Bilder gepfählter Körper und Tips für Mißbraucher ausgetauscht oder – siehe
    die Beispiele zu Beginn – ungeschminkt Kontakte zu Kindern oder solchen
    Kriminellen gesucht, die Kontakte zu Minderjährigen herstellen können. Die gezeigten
    Bilder, die aufgelisteten „Hinweise“ (Wie führt man die Pfählung einer
    Frau durch?) sind derart krass, daß sogar die sonst gar nicht zimperlichen Internet-
    Provider in Deutschland inzwischen nur noch selektiert das Usenet anbieten.
    http://www.hss.de/downloads/politisc...ssbrauch_e.pdf

  7. #36
    Sioux
    Avatar von Sioux

    Re: Bikulturelle Kindererziehung

    DisainaM, wer hat denn deiner Meinung nach die Kinder von Sklaven erzogen?

    Und welchen prozentualen Anteil an der Bevoelkerung betraf die Sklaverei ueberhaupt?

    Sioux

  8. #37
    Avatar von DisainaM

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    Re: Bikulturelle Kindererziehung

    Zitat Zitat von Sioux",p="431833
    DisainaM, wer hat denn deiner Meinung nach die Kinder von Sklaven erzogen?

    Und welchen prozentualen Anteil an der Bevoelkerung betraf die Sklaverei ueberhaupt?

    Sioux
    Vor der Abschaffung der Sklaverei, waren die Kinder der Sklaven die Früchte des Leibherrn Eigentums, und gehörten selbstverständlich ihm, er sorgte auch dafür, wo und wie die Kinder aufwachsen sollten.

    Mag vor über 100 Jahren ca. die Hälfte der Bevölkerung als Sklaven gelebt haben, so war es hauptsächlich dieser Bevölkerungsanteil, der dafür sorgte, dass innerhlab von 100 Jahren aus einem 8 Mio. Volk ein 60 Mio. Volk wurde.

    Bis durch Wohlstand und Erziehungskultur eine Familienplanung und eine weitsichtige Ausbildungsplanung auch in den unteren sozialen Thaischichten ( den Nachfahren der Sklavenkinder) ankommt, wird wohl noch etwas Zeit vergehen, doch dank des Fernsehens und des täglichen TV Angebotes, ist im ganzen Land eine clevere Art der Erwachsenenbildung entstanden, dass den Menschen auf unterhaltsame Art vermittelt, wie eine optimale Thaierziehung auszusehen hat.
    Das in unteren soz. Thaischichten ein TV verfügbar ist, ist auch erst seit ca. 10 Jahren der Fall,
    und deshalb verändert sich die th. Kultur in viellerlei Hinsicht in einem erstaunlichen Tempo.

  9. #38
    Avatar von seven

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    Re: Bikulturelle Kindererziehung

    Wir stehen vor dem selben Problem für einen kleinen Knirps verantwortlich zu sein und zwei unterschiedliche "Erziehungsmuster" erlebt zu haben.

    In der Familie meiner Frau haben Kinder einen besonderen Status. Sie können, wie oben schon geschildert - so ziemlich alles machen und wenn man es bezahlen kann, bekommen sie auch alles gekauft. Klar, dass dazu weder Bücher noch irgendwelche Spielsachen gehören, die ihnen etwas beibringen könnten. Pampers tragen sie auch nicht, was aber eine finanzielle Sache ist. Dafür sind sie aber eindeutig schneller sauber. Schläge gehören auch mal dazu.
    Trotzdem wird allen ein besonderer Respekt vor den Eltern vermittelt und das die Familie wichtig ist. Zwei Werte, die in unserer Gesellschaft nur noch am Rande eine Rolle spielen.

    Wir versuchen beide Systeme der Erziehung irgendwie unter einen Hut zu bringen. Das heißt bei uns gibt es feste Einschlafriten und Regeln. Es wird auch sinnvolles Spielzeug und Bücher gekauft, die auch genauso gern angenommen werden.
    Gleichzeitig vermittelt meine Frau ihm das, was ich unter thailändischer Kultur und Lebensweise zusammenfassen würde. Bisher klappt das ganz gut, sofern man das bei unseren Lausbuben sagen kann.

    Ich würde diese zwei Sichtweisen auf die Kindererziehung aber eher als Chance sehen. Man kann sich aus beiden Systemen das beste heraussuchen und hat auch jeweils einen, der das auch vermitteln kann.

  10. #39
    Avatar von x-pat

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    Re: Bikulturelle Kindererziehung

    DisainaM: Mag vor über 100 Jahren ca. die Hälfte der Bevölkerung als Sklaven gelebt haben, so war es hauptsächlich dieser Bevölkerungsanteil, der dafür sorgte, dass innerhlab von 100 Jahren aus einem 8 Mio. Volk ein 60 Mio. Volk wurde.

    Diese Behauptungen sind nicht nur off-topic, sondern auch absurd, d.h. sie entsprechen nicht den Tatsachen. Sklaverei hat in Thailand in kleinerem Maßstab und unter ganz anderen Voraussetzungen existiert, als beispielsweise in den europäischen Kolonien. Da es so gut wie gar nichts mit "bikultureller Erziehung" zu tun hat, können wir das ja in einem "Sklaverei" Thread diskutieren, falls Interesse besteht.

    Seven: Ich würde diese zwei Sichtweisen auf die Kindererziehung aber eher als Chance sehen. Man kann sich aus beiden Systemen das beste heraussuchen und hat auch jeweils einen, der das auch vermitteln kann.

    Endlich jemand der auch einmal das Positive sieht. Ich finde auch, dass eine bikulturelle Erziehung viele Vorteile haben kann, vor allen Dingen für die Kinder. Die Frage die sich ergibt: Wie macht man sich die Vorteile zu eigen und vermeidet Probleme?

    Cheers, X-Pat

  11. #40
    Avatar von Mr_Luk

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    Re: Bikulturelle Kindererziehung

    so war es hauptsächlich dieser Bevölkerungsanteil, der dafür sorgte, dass innerhlab von 100 Jahren aus einem 8 Mio. Volk ein 60 Mio. Volk wurde.
    Abenteuerliche demographische Rückschlüsse sind aber jetzt etwas zu weit vom Thema entfernt, - obwohl ich bereits Probleme habe den Zusammenhang zwischen Sklaverei und heutiger bikultureller Kindererziehung zu sehen.

    Tatsache ist doch viel eher dass man es heute in Thailand meist mit einer Erziehungsmethode zu tun hat, bei der die Kinder für unsere Begriffe einesteils zu sehr verwöhnt werden und andererseits (wie schon erwähnt) man ein eventuelles Potential nicht sonderlich zu fördern weiß. Letzteres ist aber eher auf eine noch existierende Klassengesellschaft zurückzuführen und wohl auch auf eine ganz andere Pedagogik - und unter anderem auch auf schlichtes Unwissen. Ein Nebenaspekt davon ist wohl auch dass die Kids teilweise noch immer hinsichtlich eines späteren "Versorgers" hin erzogen werden. Das steht allerdings wieder im direkten Zusammenhang mit der sprichwörtlichen "Verwöhntheit".

    Die Zusammenhänge von guter Ausbildung und fördern von Potentialen hat man aber in den meisten Befölkerungsschichten wohl nicht wirklich erkannt. Und das ist wohl wirklich eine Frage der Erkenntnis und nicht landesspezifisch! Wenn ich an meine Erziehung zurückdenke, dann haben meine Eltern trotz bestem Willen wohl auch nur das anwenden können was sie selbst kannten. Oder aber auch (wie ebenfalls bereits erwähnt) versucht haben das zu vermeiden, was bei ihnen vergeigt wurde und das zu unterlassen, unter was sie gelitten haben. Auch wenn sogenanntes psychologisches Spielzeug wohl erst dann erfunden wurde- bzw. populär war, als ich bereits zu "gross" dafür war, kaufte meine Mom mir eine Menge Zeugs zum Basteln und Bauen. Ganz einfach weil (wie sie selbst meinte) sie später keine ZWEI ungeschickte Männer im Haus haben wollte. Und ihre Rechnung ist auch mehr oder weniger aufgegangen. Den Thaimüttern ist zweifelsohne auch zuzutrauen derartige pragmatische Überlegungen anzustellen hinsichtlich der Kindererziehung, trotz Mangel an ausgedehneten pädagogischen und psychologischen Kenntissen. Vergessen wir doch bei alldem nicht: die Mütter die wir lieben sind schlussendlich Frauen die in Thailand erzogen wurden

    Das Problem einer bikulturellen Erziehung dürfte aber noch einen ganz anderen Angelpunkt haben, nämlich das aufeinaderprallen der eventuell ganz verschiedenen Vorstellungen von Erziehung beider Partner. Oder anders ausgedrückt muss sich erst in der Praxis herausstellen, inwiefern sich beide Elternteile (sofern sich der Vater überhaupt um Erziehung bemüht) übereinstimmen und natürlich ergänzen. Das ist, wie könnte es anders sein letztendlich eine Frage der Übereinstimmung von Individuuen. Der "Standpunkt" spielt dabei aber auch eine wesentliche Rolle. Die Erziehung in Thailand dürfte in jeder erdenklichen Weise anders ausfallen, als etwa die im Heimatland des Mannes. Jetzt einmal vom Regelfall Farangmann ausgehend.

    Und nicht zuletzt der "externe Teil der Erziehung", im Englischen bedeutet education ja sowohl Erziehung wie auch Ausbildung, wird geografisch gesehen sehr differieren. Wie oft höre ich in bikulturellen Ehen von den bedenken, bzw. den Meinungsverschiedenheiten über das Thema, wo die Kinder denn nun aufwachsen, bzw. erzogen und schliesslich ausgebildet werden sollten. Im Grunde genommen fängt genau da die interne Diskussion an und ist im WESENTLICHEN bestimmend für die Zukunft der Kinder.

    Zum Schluss sollte man eventuell noch bemerken dass wir hier im Grunde von einer glücklichen und gutfunktionierenden Ehe ausgehen, - und nicht vom wirklichen (statistischen) Normalfall....

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