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Bikulturelle Kindererziehung

Erstellt von x-pat, 30.12.2006, 07:47 Uhr · 53 Antworten · 8.877 Aufrufe

  1. #21
    Avatar von x-pat

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    Re: Bikulturelle Kindererziehung

    testare: Auf gut 3 Dutzend Stellen, immer die gleiche Antwort: überqualifiziert.

    Naja, ich war selbst mal Arbeitgeber, daher weiss ich das es so etwas wie "überqualifiziert" eigentlich nicht gibt. Das ist eher ein Code-Wort für "zu teuer" oder "zu alt". Das haben bei uns immer die Expats zu hören gekriegt, die sich auf Thai Stellen beworben haben. Ich kann zu deiner Situation nichts sagen, weil ich nicht weiss welche Qualifikationen du hast. Aber wenn z.B. eine Firma nur einen Sandschaufler sucht, dann will sie natürlich kein Bauingenieur-Gehalt zahlen. Nur ein Beispiel.

    Cheers, X-Pat

  2.  
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  3. #22
    Monta
    Avatar von Monta

    Re: Bikulturelle Kindererziehung

    Aber selbst, wenn der Bauingenieur bereit wäre, den Job zum Lohn eines Sandschauflers anzunehmen, den wahren Sandschaufler würde man bevorzugen. Der Bauingenieur wäre nie mit seiner Situation zufrieden, der Sandschaufler da schon viel eher.
    Und wer möchte schon jemand einstellen, der bei Arbeitsantritt schon die "innere Kündigung" ausgesprochen hat?

  4. #23
    Avatar von Claude

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    Re: Bikulturelle Kindererziehung

    Nachdem das mit dem Sandschaufeln geklärt ist (ich wünsche dem Bauingenieur schnelle einen Job!), können wir uns dem Thema wieder zuwenden.

    Zitat Zitat von x-pat",p="431384
    Vielleicht sind wir uns einig darüber, dass wir den Kleinen ihren Aufenthalt auf diesem Planeten so angenehm wie möglich machen wollen.
    Das ist auch meine Meinung.
    Ich möchte hinzufügen, dass eine "europäische" Erziehung eine Schweinearbeit ist, sofern man als Eltern Zeit mit den Kurzen verbringt, sie beim Erlernen neuer Dinge anleitet, ihnen zuhört, ihnen Erklärungen anbietet und ihnen das Gefühl von Geborgenheit gibt. Letzteres kann der normale Thai sehr gut (jaja, furchtbar pauschal). Die vorher genannten Dinge sind in der Regel hier nicht zu sehen - und ich sehe eine Großfamilie mit insgesamt rd. 15 Kindern. Von wenigen Ausnahmen abgesehen, werden bei den Kindern keine Interessen gefördert und häufig wird Angst als Erziehungsmittel eingesetzt ("Komm hierher sonst kommt Onkel Soundso und haut dich"). Als typisches Beispiel mein Neffe:
    18 Jahre, arbeitet als Einweiser an der Fähre. Als er 15 war, wusste seine Mutter nicht, dass er die Schule schwänzte und nie Hausaufgaben gemacht hat - bis sie irgendwann angerufen wurde. Ihre Reaktion: In den Boden geschämt und den Jungen von der Schule runtergenommen. So einfach ist das!!
    Er ist ein lieber Kerl, keine Frage. Neben seiner Arbeit geht er gerne angeln, sonst schläft er oder guckt Kindercartoons. Seine Mutter kennt ihn gar nicht (meiner Meinung nach), es wird nämlich nur belangloses Zeug geredet.

    Wer das erstrebenswert findet, dem ist es auch egal, ob die Erde rund ist oder eine Scheibe. Mir ist das nicht egal, meinen Kindern soll es genauso gehen.

  5. #24
    Avatar von DisainaM

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    Re: Bikulturelle Kindererziehung

    Zitat Zitat von Claude",p="431546
    Ich möchte hinzufügen, dass eine "europäische" Erziehung eine Schweinearbeit ist, sofern man als Eltern Zeit mit den Kurzen verbringt, sie beim Erlernen neuer Dinge anleitet, ihnen zuhört, ihnen Erklärungen anbietet

    ...
    18 Jahre, arbeitet als Einweiser an der Fähre. Als er 15 war, wusste seine Mutter nicht, dass er die Schule schwänzte und nie Hausaufgaben gemacht hat - bis sie irgendwann angerufen wurde. Ihre Reaktion: In den Boden geschämt und den Jungen von der Schule runtergenommen. So einfach ist das!!
    Er ist ein lieber Kerl, keine Frage. Neben seiner Arbeit geht er gerne angeln, sonst schläft er oder guckt Kindercartoons. Seine Mutter kennt ihn gar nicht (meiner Meinung nach), es wird nämlich nur belangloses Zeug geredet.
    .
    Nun gibt es in Thailand nicht die thailändische Kindererziehung,
    sondern es gibt die Erziehung in Traditionsfamilien,
    und es gibt die Erziehung in den Familien, die seit dem Dekret von König Rama dem V überhaupt das Recht erhalten haben,
    ihre Kinder zu erziehen.
    Wir reden also von einem Zeitraum von etwas mehr als 100 Jahren, wo in Thailand den Sklaven plötzlich das Recht gegeben wurde, ihre eigenen Kinder zu erziehen.
    Bis zu diesem Zeitpunkt waren sie als Eigentum ihres Lehnsherrn in seiner Aufzucht,
    nun aber sollten die Sklaven ihre eigenen Kinder erziehen, die nun als frei gelten sollten.

    Dies ist ein gesellschaftlich bedeutender Einschnitt, und daher ist die Frage erlaubt, ob Sklaven ohne Anleitung überhaupt erziehen können, bz. welche Werte und nach welchen Inhalten sie diese Erziehung gestalten wollen.

    Selbst wenn man für eine Generation 20 Jahre ansetzt, so muß man sehen, dass oft die hier dargestellte th. Erziehungskultur das Entwicklungsergebnis von 6 Generationen ist,
    und das die th. Erziehungskultur in Traditionsfamilien hier eher wenig bekannt ist.

    Natrürlich gab es in Thailand nicht nur Herren und Sklaven, sondern dazwischen auch Händler und Exsistenzen, die unabhängig das Recht zur Erziehung ihrer Kinder hatten,
    doch das Lehensherrensystem funktionierte sowohl auf dem Lande, als auch in den Siedlungen und Städten.

  6. #25
    woody
    Avatar von woody

    Re: Bikulturelle Kindererziehung

    Zitat Zitat von DisainaM",p="431593
    .......Natrürlich gab es in Thailand nicht nur Herren und Sklaven, sondern dazwischen auch Händler und Exsistenzen, die unabhängig das Recht zur Erziehung ihrer Kinder hatten,
    doch das Lehensherrensystem funktionierte sowohl auf dem Lande, als auch in den Siedlungen und Städten.
    @DisaiNam

    Du erweckst mit deiner Beschreibung den Eindruck, dass es in Thailand einen Landadel gab, der durch seinen Landbesitz aehnlich wie der Adel und die spaeteren Gutsherren in Europa die Bauern und ihre Familien als Leibeigene auf ihren Guetern einsetzten.

    Einen "Landadel" gab es und gibt es aber in Thailand nicht.

    Die Bauern waren den lokalen Rajas zwar tributpflichtig und deren Willkuer ausgesetzt, aber ansonsten war der Raja nie persoenlich praesent und wurde auch nicht von Adligen vor Ort vertreten. Auf den Grund und Boden, den sie bewirtschafteten hat eigentlich bis in die Neuzeit nie jemand Anspruch erhoben. Erst der moderne Staat hat den Grundbesitz eingefuert und somit 'neue Abhaengigkeiten' geschaffen.
    Die Bauern waren somit mehr oder weniger sich selbst und den Lehren des Sanghas ueberlassen die allerdings von den Rajas gefoerdert wurden, das war im 18. und 19. Jahrhundert aehnlich wie bis in die 2. Haelfte des 20. Jahrhunderts.

    Da das alles wenig mit dem Topic zu tun hat, moechte ich es an dieser Stelle auch nicht weiter vertiefen

  7. #26
    Avatar von DisainaM

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    Re: Bikulturelle Kindererziehung

    Abschaffung der Sklaverei

    Revolutionär war die Abschaffung der Sklaverei. Die damals noch herrschende Sklaverei schaffte er behutsam ab, so das sich Leibeigentümer und Leibeigene mit den reformierten Verhältnissen vertraut machen konnten. Dieser schwierige Prozess begann bereits 1874, als der König auch die anfänglichen Probleme sah, wenn er alle Untertanen zu Thais“, den Freien, machen wollte:
    Von einen Tag auf den anderen wird es die Sklaven um das Nötigste an essen und ein Dach über den Kopf bringen, sie haben ja nie lernen können, für sich selber zu sorgen.“ [highlight=yellow:f8e53b90fe]1874 dekretierte er, dass von nun an niemand mehr als Sklave geboren werden könne[/highlight:f8e53b90fe].

    1875 gab es im Königspalast eine Revolte, da viele die Reformen des Königs ablehnten. Die Revolte war jedoch bald niedergeschlagen. Viele Mitarbeiter des Königs hatten die Zeichen der Zeit nicht erkannt und lehnten jegliche Modernisierung ab.

    Durchgesetzt hat sich das Sklavenverbot deshalb erst 1905, als das mittelalterliche System der Fronarbeit durch die direkte Besteuerung der ehemaligen Sklavenherren und die Bezahlung der ehemaligen Leibeigenen erfolgte. Durch Beendigung des Sklavenhandels festigte sich das Selbstbewusstsein der Bevölkerung und das Vertrauen zum König.
    http://www.wat-thai.ch/Germ/somdetya/chulalongkorn.htm

  8. #27
    Avatar von DisainaM

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    Re: Bikulturelle Kindererziehung

    Zitat Zitat von woody",p="431614
    Du erweckst mit deiner Beschreibung den Eindruck, dass es in Thailand einen Landadel gab, der durch seinen Landbesitz aehnlich wie der Adel und die spaeteren Gutsherren in Europa die Bauern und ihre Familien als Leibeigene auf ihren Guetern einsetzten.
    Die Leibeigenschaft auch von Bauern auf dem Land, die als Eigentum ihres Leibeigenen arbeiten mußten,
    wurde 1874 erstmalig aufgehoben.
    Ob man nun ihren Herren als quasi Landadel bezeichnet, ist Definitionssache, weil die Vergabe der meisten Rechte hirarchisch strukturiert waren und diese Personen vom Provinzfürsten ermächtigt wurden.
    Ob man den Akt dieser Ermächtigung nun als eine Standesvergabe ansieht, wie eine Frau zu Kuhnying werden kann, lassen wir mal dahingestellt,
    da es mir in den Ausführungen um die neue Erziehungsverantwortung der Sklaven ging, die sich fortan begann, zu entwickeln.

  9. #28
    Avatar von tira

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    Re: Bikulturelle Kindererziehung

    Zitat Zitat von Claude",p="431546
    .....Wer das erstrebenswert findet, dem ist es auch egal, ob die Erde rund ist oder eine Scheibe.
    Mir ist das nicht egal, meinen Kindern soll es genauso gehen.
    jo claude,

    x wieder ot, habe acht dass du dir einen schönen taches net eines besseren belehrt wirst ;-D

    meine söhne sind derzeit für monate in thailand um u.a. den hier nicht mehr vorhandenen respekt
    erwachsenen/der familie gegenüber zu erwerben

    gruss

  10. #29
    Chak3
    Avatar von Chak3

    Re: Bikulturelle Kindererziehung

    Tira, und wie soll das von statten gehen, wird ihnen der Respekt eingeprügelt? Und was meinst du ist hier in Deutschland der Mangel, dass sie diesen Respekt nicht haben? Wie alt sind denn deine Söhne?

  11. #30
    Avatar von Claude

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    Re: Bikulturelle Kindererziehung

    Zitat Zitat von tira",p="431695
    meine söhne sind derzeit für monate in thailand um u.a. den hier nicht mehr vorhandenen respekt
    erwachsenen/der familie gegenüber zu erwerben
    Das ist bestimmt eine interessante Erfahrung für deine Söhne.
    Ich verstehe auch, was Du mit fehlendem Respekt meinst. Aber als wir noch in D waren, habe ich das für meine Familie nicht als großes Problem gesehen. Hängt aber auch davon ab,in welchen Viertel von wohnt und mit welchen anderen Kindern die Eigenen zu tun haben.
    Mein Sohn war in D in der 1. Klasse, normale Schule in einem ruhigen Wohnviertel, wenig Ausländerkinder. Dennoch gab es täglich Prügeleien auf dem Schulhof und bei einem Elternabend wurde klar, dass aufgrund einiger Dauerstörer an einen geregelten Unterricht nicht zu denken war. Darunter leiden dann die Kinder, die gerne lernen und gerne in die Schule gehen.
    Woher kommt diese Aggressivität einiger Kinder? Warum können einige Kinder nicht mehr 45 Minuten auf einem Stuhl sitzen?

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