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Berliner Langsamkeit

Erstellt von x-pat, 21.06.2006, 08:44 Uhr · 43 Antworten · 3.676 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von x-pat

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    Berliner Langsamkeit

    Das Warten hat sich gelohnt. Ich habe heute einen Bescheid von der Botschaft bekommen, dass die Geburtsurkunde meiner Tochter zur Abholung bereit liegt, gegen Bezahlung versteht sich. Den Antrag dazu hatte ich im Mai letzten Jahres gestellt. Ich hätte nicht geglaubt, dass eine Geburtsurkunde kriegen (13 Monate) mehr Zeit benötigt als Kinder kriegen (9 Monate), aber das Berliner Standesamt hat mich nun eines besseren belehrt. Die Frage die sich daraus ergibt: ist es mentalitätsbedingt (Berliner Langsamkeit?), ist es Methode (Standard-Behandlung von Steuerausländern), oder ist die Effizienz, vielmehr der Mangel derselben, repräsentativ und symptomatisch für den deutschen Amtsschimmel? Die These, dass deutsche Behörden effizienter als ihre thailändischen Pendants sein sollen, habe die Berliner Beamten jedenfalls empirisch widerlegt.

    Cheers, X-Pat

  2.  
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  3. #2
    Avatar von tira

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    Re: Berliner Langsamkeit

    Zitat Zitat von x-pat",p="359145
    ....Die These, dass deutsche Behörden effizienter als ihre thailändischen Pendants sein sollen, habe die Berliner Beamten jedenfalls empirisch widerlegt....
    naja, auf die thailändische geburtsurkunde vom konsulat in fra warten wir mittlerweile auch
    bereits über 3 monate, auf telefonische rückfrage, die auskunft iss noch in bearbeitung :P

    gruss

  4. #3
    Avatar von khon jöhraman

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    Re: Berliner Langsamkeit

    @x-pat

    ich nehme mal an, dass Du von St.Amt I in Berlin schreibst. Die sind nunmal alleine zuständig, Beurkundnungen für sämtliche Personenstandsfälle von Deutschen im Ausland (weltweit) auf Antrag zu erstellen. Die Wartezeit dort betrug schon im Jahr 1994 über 6 Monate. Ich kann mir schon vorstellen, dass die Bearbeitungszeit jetzt noch angewachsen ist, da seit dieser Zeit einige Gesetzesänderungen eingetreten sind, die die Anzahl der Beurkundungen erhöhen.

    Jetzt nicht auf die Geburt Deines Kindes bezogen: Häufig sind auch noch Ermittlungen (weitere Personenstandsurkunden von anderen St.Ämtern anfordern und und) notwendig. Teilweise kann dies schon ganz schön arbeitaufwendig sein.

    Auf der anderen Seite - ohne Dir jetzt zu nahe treten wollen - denke ich, dass diese Möglichkeit, eine deutsche Personenstandsurkunde für Auslandsfälle zu erhalten doch vorteilhaft ist! Nicht alle Staaten räumen diese Möglichkeiten für ihre Staatsangehörigen ein!

    Ich denke nicht, dass dies mit Berliner Langsamkeit zu tun hat. Den Begriff finde ich übrigens gut. Vielleicht mit preußischer Gründlichkeit - Mann was bin ich froh, dass ich Bayer bin.

    Doch nun wieder Spaß bei Seite. Diese Behörde war schon früher etwas personell unterbesetzt!

    Gruß aus Pattaya
    khon jöhraman

  5. #4
    Avatar von Serge

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    Re: Berliner Langsamkeit

    Zitat Zitat von khon jöhraman",p="359162
    dass Du von St.Amt I in Berlin schreibst.
    Ist das in der Rheinstrasse?

  6. #5
    Avatar von khon jöhraman

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    Re: Berliner Langsamkeit

    @Serge

    Nach der Wiedervereinigung sind die umgezogen. Kann Dir leider nicht mehr sagen, wie die Adresse lautet. War auch noch nie dort, nur Schriftwechsel und Telefonate.

    War gerade mal auf deren Seite: Standesamt I in Berlin

    Dort steht als Adresse Rückerstraße 9!

    Gruß in die hiesige Hauptstadt
    khonjoehraman

  7. #6
    Avatar von JT29

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    Re: Berliner Langsamkeit

    Zitat Zitat von khon jöhraman",p="359162
    Diese Behörde war schon früher etwas personell unterbesetzt!
    Das war aber sehr höflich ausgedrückt
    und wird sich auch nicht bessern bei den Schulden der Hauptstadt.

    Kenne es auch nicht anders von früher - die Berlin Ier waren immer etwas Besonderes ;-D


    Juergen

  8. #7
    Avatar von x-pat

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    Re: Berliner Langsamkeit

    kj: ich nehme mal an, dass Du von St.Amt I in Berlin schreibst.

    Ganz richtig. Das STA1 scheint schon gut bekannt zu sein.

    kj: Die Wartezeit dort betrug schon im Jahr 1994 über 6 Monate.

    Ja, die Botschaft hatte mich schon vorher "gewarnt", dass die Damen und Herren vom STA1 nicht für ihre Schnelligkeit berühmt sind.

    kj: Die sind nunmal alleine zuständig, Beurkundnungen für sämtliche Personenstandsfälle von Deutschen im Ausland (weltweit) auf Antrag zu erstellen.

    Das sehe ich kaum als mildernde Umstände an. Die Personalressourcen müssen dementsprechend dimensioniert sein, ebenso wie für eine deutsche Großstadt.

    kj: Auf der anderen Seite - ohne Dir jetzt zu nahe treten wollen - denke ich, dass diese Möglichkeit, eine deutsche Personenstandsurkunde für Auslandsfälle zu erhalten doch vorteilhaft ist! Nicht alle Staaten räumen diese Möglichkeiten für ihre Staatsangehörigen ein!

    Auf die "vorteilhafte" Möglichkeit kann ich gerne verzichten, wenn ich die Beantragung während meines nächsten Deutschlandaufenthalts durchführen könnte. Dies würde offensichtlich sowohl mir als auch dem deutschen Staat Zeit und Geld sparen. Allerdings zwingt mich die deutsche Gesetzgebung die Geburtsurkunde innerhalb eines Jahres nach der Geburt zu beantragen, da meine Tochter sonst den Anspruch auf deutsche Staatsbürgerschaft verlieren kann.

    kj: Ich kann mir schon vorstellen, dass die Bearbeitungszeit jetzt noch angewachsen ist, da seit dieser Zeit einige Gesetzesänderungen eingetreten sind, die die Anzahl der Beurkundungen erhöhen.

    Nein, die Zahl der Beurkundungen ist sogar seit 2002 kontinuierlich gefallen, wie man auf der STA1-eigenen Statistik Seite nachlesen kann.

    Es ist eigentlich keine große Sache. Mir persönlich ist es wurscht ob ich die Geburtsurkunde heute oder Weihnachten 2007 bekomme, da dieses Dokument seine nächsten Jahre ohnehin in einer dunklen Schublade verbringen wird. Ich sehe meine konkrete Erfahrung jedoch als symptomatisch für das Befinden der deutschen Verwaltung an. Wir haben in Deutschland einen Überstaat geschaffen, der -wie die jetzige politische Führung feststellen muss- kaum noch finanzierbar ist.

    Verordnungen und Verwaltungsprozesse sind in den letzten Jahrzehnten einfach zu komplex geworden, und -wie man in der Software-Branche schon lange erkannt hat- wachsen mit Komplexität auch die Kosten, und zwar überproportional. Daher sind Reformen und keine Reförmchen angesagt, und das bedeutet eben dass Legislaturen vereinfacht und nicht verkompliziert werden müssen und das der Exekutive Apparat schrumpfen muss.

    Der Trend ist in DE leider noch nicht abzusehen.

    Cheers, X-Pat

  9. #8
    Avatar von JT29

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    Re: Berliner Langsamkeit

    Zitat Zitat von x-pat",p="359196
    Verordnungen und Verwaltungsprozesse sind in den letzten Jahrzehnten einfach zu komplex geworden
    Tja, da hast du allemal Recht - aber das liegt halt auch an der Gesellschaft. Früher hat man alles selbst irgendwie geregelt, heute schreit man nach dem Staat und die Aufgaben werden nicht weniger.

    Ich sehe es ja an mir, da ich mich mit Vergaberecht beschäftige. Vor ca. 10 Jahren hatte man Streitigkeiten mit einem Handwerker-Handschlag bereinigt, heute brauchst Du ein halbes Jurastudium und statt dem Handwerker kommt der Anwalt - die Luft ist rauher geworden - leider.

    Der grosse Knall wird kommen und es wird uns gehen wie Schweden in den 80er, die damals den Wohlfahrtsstaat abschaffen mussten und dies schmerzhafte Einschnitte für die Bürger bedeutete - heute steht das Land in Europa nicht mal so schlecht da.

    Juergen

  10. #9
    Avatar von Serge

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    Re: Berliner Langsamkeit

    Zitat Zitat von JT29",p="359207
    es wird uns gehen wie Schweden in den 80er, die damals den Wohlfahrtsstaat abschaffen mussten und
    Das ist eine interessante Diskussion.

  11. #10
    Avatar von khon jöhraman

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    Re: Berliner Langsamkeit

    Zitat Zitat von x-pat",p="359196
    ...............
    Verordnungen und Verwaltungsprozesse sind in den letzten Jahrzehnten einfach zu komplex geworden, und -wie man in der Software-Branche schon lange erkannt hat- wachsen mit Komplexität auch die Kosten, und zwar überproportional. Daher sind Reformen und keine Reförmchen angesagt, und das bedeutet eben dass Legislaturen vereinfacht und nicht verkompliziert werden müssen und das der Exekutive Apparat schrumpfen muss.

    Der Trend ist in DE leider noch nicht abzusehen.

    Cheers, X-Pat
    Hierzu keinerlei Einwendungen. Die Verwaltungspraxis wird durch die Gesetze im materiellen Sinne total aufgebauscht. Zuviel Minderzahlregelungen erfolgen durch Verordnungen. Es gibt aber noch andere Beispiele in denen die Legislative (teilweise auch die Judikative mit höchstrichterlichen Rechtsprechungen) die Exekutive mit zu vielen Normen verkompliziert.

    Ja, es bleibt abzuwarten, wie sich der Trend in nächsten 3 oder 4 Jahren entwickelt. Ich denke in diesem Zeitraum wird die weitere Entwicklung absehbar sein.

    Gruß aus Pattaya
    khon jöhraman

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