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Aufziehen von thailändischen Enkelkinder

Erstellt von DisainaM, 01.01.2005, 19:44 Uhr · 7 Antworten · 1.107 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von DisainaM

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    Aufziehen von thailändischen Enkelkinder

    Aufgrund diverser Berichte aus den Medien zeichnet sich ab, daß sich dt. Großeltern mit dem Aufziehen der th. Enkelkinder auseinandersetzen müssen, da der eigene Sohn mit seiner thailändischen Ehefrau vermutlich ums Leben gekommen sind.

    Der Begriff 'thailändische' Enkelkinder scheint insbesondere dann angebracht, wenn die Kinder gemäß der thailändischen Kultur erzogen wurden.

    Da sich oft Großeltern nicht mit den Besonderheiten der kulturellen Unterschiede auseinandergesetzt haben, und man sich nicht in die Erziehung der Familie des Sohnes einmischte,

    wartet nun ein Kulturschock der besonderen Art auf diese Familien.

    Da es diesbezüglich kaum Hilfe von offizieller Seite geben wird,
    werden die Großeltern wohl versuchen, sich mit Hilfe des Net sachkundig zu machen.

    Vielleicht können wir hier sowas, wie ein Unterstützungsangebot organisieren, wo eine Deutsch-Thail. Familie ihr Hilfsangebot für solche kulturellen Problemfälle anbietet,
    welches sich für Suchende leicht ergoogeln läßt.

  2.  
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  3. #2
    Avatar von Loso

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    Re: Aufziehen von thailändischen Enkelkinder

    Schock ist zwar ein negativ besetztes Wort, aber Kultur-Schock ist etwas Zwangläufiges, Unvermeidbares. Vielleicht hat mancheiner das bei der Familienzusammenführung gemerkt, wenn Kinder aus der thailändischen Vorehe nachgeholt werden. Oftmals äussert sich in den ersten Wochen oder Monaten eine totale innere Verweigerungshaltung der Sprache und dem Land gegenüber, die dann, wenn der Knoten platzt sehr rasch umschlägt. Dann lernt das Kind in wenigen Wochen mehr und besseres Deutsch als die mia und schliesst zahlreiche Freundschaften in der Schule. Der "Schock" kann da mE. vielleicht sogar hilfreicher sein als einfühlsames, überbehütendes Begleiten -und damit Verschleppen- dieses Lernprozesses.

    Davon abgesehen, ist es für die wenigen dt. Kinder wo beide Elternteile verstorben sind wohl schwieriger, evt. ohne Eltern aufzuwachsen und die traumatischen Ereignisse zu verkraften. Sind so meine ersten Gedanken zu der Problemstellung.

  4. #3
    Avatar von DisainaM

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    Re: Aufziehen von thailändischen Enkelkinder

    Zitat Zitat von Loso",p="202678
    Schock ist zwar ein negativ besetztes Wort, aber Kultur-Schock ist etwas Zwangläufiges, Unvermeidbares. Vielleicht hat mancheiner das bei der Familienzusammenführung gemerkt, wenn Kinder aus der thailändischen Vorehe nachgeholt werden. Oftmals äussert sich in den ersten Wochen oder Monaten eine totale innere Verweigerungshaltung der Sprache und dem Land gegenüber, die dann, wenn der Knoten platzt sehr rasch umschlägt. Dann lernt das Kind in wenigen Wochen mehr und besseres Deutsch als die mia und schliesst zahlreiche Freundschaften in der Schule. Der "Schock" kann da mE. vielleicht sogar hilfreicher sein als einfühlsames, überbehütendes Begleiten -und damit Verschleppen- dieses Lernprozesses.

    Davon abgesehen, ist es für die wenigen dt. Kinder wo beide Elternteile verstorben sind wohl schwieriger, evt. ohne Eltern aufzuwachsen und die traumatischen Ereignisse zu verkraften. Sind so meine ersten Gedanken zu der Problemstellung.
    Teil der westlichen Kultur ist es, über Probleme zu sprechen,
    Teil der asiatischen Kultur ist es, die Probleme erst überhaupt nicht noch aussprechen zu müssen.
    Th. Kinder, die schon in Deutschland gelebt haben, kennen die Abwehrmechanismen, sich einerseits abzugrenzen,
    andererseits sich selber zu definieren.
    Wichtigste Bezugsperson, der th. Elternteil, wo man sich entweder durch Gestik verständlich macht, oder überhaupt nicht mitteilt, wenn es erforderlich ist, fällt nun weg.
    Gegenüber den 'alten' Aussenstehenden, wenn auch Familie des Vaters, sind die Abgrenzungsmechanismen schon eingefahren,
    sie werden nun in dieser Situation nicht aufgehoben.

  5. #4
    Steve-HH
    Avatar von Steve-HH

    Re: Aufziehen von thailändischen Enkelkinder

    Zitat Zitat von DisainaM",p="202654
    Aufgrund diverser Berichte aus den Medien zeichnet sich ab, daß sich dt. Großeltern mit dem Aufziehen der th. Enkelkinder auseinandersetzen müssen, da der eigene Sohn mit seiner thailändischen Ehefrau vermutlich ums Leben gekommen sind.

    Wir müssen so etwas nun als Realität hinnehmen, so schlimm die Sache auch ist. Gibt es schon konkrete Fälle, bei denen Handlungsbedarf besteht?

    Da es diesbezüglich kaum Hilfe von offizieller Seite geben wird,
    werden die Großeltern wohl versuchen, sich mit Hilfe des Net sachkundig zu machen.

    Wenn Du Dich da man nicht täuschst, denn die meisten Großeltern haben kaum Zugang zum Internet und kommen bestimmt nicht auf die Idee Nittaya anzuklicken.

    Vielleicht können wir hier sowas, wie ein Unterstützungsangebot organisieren, wo eine Deutsch-Thail. Familie ihr Hilfsangebot für solche kulturellen Problemfälle anbietet,welches sich für Suchende leicht ergoogeln läßt.

    Deine Idee in Ehren, aber es wird kaum zur Anwendung kommen.
    Der Grund ist nicht etwa darin zu suchen, daß die Großeltern für ihre Enkel (egal ob deutsch oder mit Thai-Ursprung) nicht sorgen wollen, sondern liegt an den gesetzlichen Bestimmungen.
    Beim Tod der leiblichen Eltern werden die zurückgelassenen Kinder
    n i c h t automatisch den Großeltern bzw. anderen Verwandten in die Obhut übergeben, die logischerweise die engsten Bindungen zu den Kindern haben.
    Auch wenn es für Euch ein Schock sein sollte:
    Die Kinder würden wahrscheinlich sofort einen Amtsvormund erhalten und in eine Pflegefamilie gegeben. Dies ist gängige Praxis der Kinderklaubehörden (Jugendämter).
    Wer sich kundig machen möchte, soll Kontakt mit der Großeltern Intiative aufnehmen, die sich für die Wahrung der Umgangskontakte zwischen Großeltern und Enkelkindern aus Trennungs- und Scheidungsfamilien engagiert. Infos auf Anfrage!
    Es ist ein sehr wichtiges Thema, vor allem für Kinder aus binationalen Partnerschaften.
    Tja, die Kinder würden also nicht nur die Eltern verlieren, sondern auch noch den Kontakt zur restlichen Verwandtschaft.

    Das Gesetz erlaubt den Jugendämtern und dem Vormundschaftsgericht eine solch unmenschliche Vorgehensweise, weil sich die sgn. "Inobhutnahme" von Kindern und die Unterbringung in Pflegefamilien als lukrative Einnahmequelle herausgestellt hat.

    Wieso die betroffenen Familienangehörigen sich nicht massiver zur Wehr setzen, ist mir ein Rätsel.

    Leider muß man deshalb auch manchen Antrag auf Adoption etwas kritisch hinterfragen (Wingman, bitte nicht böse sein!).

    Wenn das Forum dazu etwas Konstruktives beitragen könnte, wäre es sehr gut und die Mühe und Ausdauer hier hätte sich gelohnt!

    Steve

  6. #5
    Avatar von wingman

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    Re: Aufziehen von thailändischen Enkelkinder

    Hallo,
    es gibt trotzdem die Möglichkeit evtl. diese Kinder wieder ausfindig zu machen. Da auch in Thailand die Vergabe von Pflegekindern sehr akribisch amtlich erfasst wird. Die amtliche zentrale Stelle befindet sich in BKK.
    Interessant wäre in diesem Zusammenhang in Erfahrung zu bringen, in wie weit die Familienangehörigen Vorrechte vor der Pflegefamilie behalten. Vielleicht könnte jemand in Thailand das Pflegekind / Adoptionsrecht / Gesetz beschaffen. Ich kann mir nicht vorstellenn das hier die Rechte einfach erlöschen / übergangen werden.
    Ich bin nicht böse das Adoptionen kritisch betrachtet werden, die Ratifizierung der Haager Konvention war ein Schritt in die richtige Richtung und erschwert schwarzen Schafen erheblich das Verschachern von Kindern. Unser Verein Zukunft für Kinder e.V. arbeitet legal nach diesen Richtlinien. www.zukunftfuerkinder.de

    Liebe Grüsse
    Wingman

  7. #6
    Avatar von DisainaM

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    Re: Aufziehen von thailändischen Enkelkinder

    N 24 hatte z.B. von dem Fall einer D-T Familie berichtet,

    wo 2 Kinder das Auto verlassen konnten,

    und 1 Kind mit den Eltern im Auto aller wahrscheinlichkeit nach umgekommen sind.

    Die interviewten Großeltern müßten, wenn sie das Sorgerecht für die Kinder beantragen, eine positive Bewertung des Jugendamtes bekommen.

    Sollten hier keine gravierenden Mängel hervortreten, wird diese Bewertung positiv ausfallen, und die Großeltern bekommen das Sorgerecht.

    Anders gelaufende Fälle mag es zwar geben, doch bezieht das Familiengericht bei der Entscheidung über das Sorgerecht zusätzlich auch den Wunsch der Kinder in seine Entscheidung mit ein.

    Daher scheint die grundsätzliche Übertragung des Sorgerechts nicht so problematisch /Ausnahmefälle dahingestellt.

    Probleme entstehen IMO später, wenn es darum geht,

    Zugang zu den Kindern zu bekommen,

    oder erzieherisch auf sie einzuwirken.

  8. #7
    Avatar von wingman

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    Re: Aufziehen von thailändischen Enkelkinder

    Hallo liebe leute,
    im Fall von deutschen Kindern deren Eltern umgekommen sind, ist der Ablauf relativ einfach. Fast immer wird das Jugendamt die nähere Verwandschaft prüfen. Den Grosseltern wird im allgemeinen wenn keine gravierenden Gründe dagegensprechen (als Gründe wären gegeben, Gewalttätigkeit, 5exueller Missbrauch) durchaus das Sorgerecht zugesprochen.
    Der entscheidende Satz da lautet, zum Wohle des Kindes entschieden.
    Es wird normalerweise immer der eigenen Familie der Vorzug gegeben bevor das / die Kinder in eine Pflegefamilie oder in eine Adoptionspflege mit dem Ziel der Adoption kommt.
    Das Pflege und Adoptionsgesetz kann unter www.moses.org nachgelesen werden.
    Anders und komplizierter ist das ganze bei den thailändischen Kindern die nun zu Waisen geworden sind. Diese Kinder werden in Pflegefamilien oder wahrscheinlicher in Kinderheime verteilt.
    Sollte Thailand endlich einmal die Haager Konvention ratifizieren, können diese Kinder teils den Weg in deutsche Adoptioptivfamilien finden, die sehr gern ein Kind aus Thailand aufnehmen würden, wenn es denn möglich wäre. Bislang nur in Einzelfällen auf privater Initiative möglich, ein langer nervenaufreibender Weg durch die thailändischen Behörden. Zudem muss hier der Generalbundesanwalt seine Zustimmung erteilen (deren Behörde seit dem das Adoptionsrecht geändert wurde).
    Ich habe Kontakt mit der zentralen Adoptionsbehörde in BKK aufgenommen, Antwort nach immerhin 3! Monaten. Kein weiterer Kommentar. Nun ich werde dran bleiben und vielleicht gelingt es mir sogar irgendwann die Arbeit dort zu ermöglichen. Eines steht fest, die Heime in BKK und Umgebung waren schon damals gefüllt. Den älteren Kinder läuft quasi die Zeit davon (in Rumänien ähnliche Situation). Denn ältere Kinder haben kaum die Chance auf eine Adoption. Wir haben unsere Töchter mit 5 und 7 Jahren adoptiert (aus RO) aber das wagen und wollen nur wenige Familie.

    In diesem Sinne
    Wingman

  9. #8
    Steve-HH
    Avatar von Steve-HH

    Re: Aufziehen von thailändischen Enkelkinder

    Zitat Zitat von DisainaM",p="202722
    Die interviewten Großeltern müßten, wenn sie das Sorgerecht für die Kinder beantragen, eine positive Bewertung des Jugendamtes bekommen.

    Sollten hier keine gravierenden Mängel hervortreten, wird diese Bewertung positiv ausfallen, und die Großeltern bekommen das Sorgerecht.

    Anders gelaufende Fälle mag es zwar geben, doch bezieht das Familiengericht bei der Entscheidung über das Sorgerecht zusätzlich auch den Wunsch der Kinder in seine Entscheidung mit ein.

    Daher scheint die grundsätzliche Übertragung des Sorgerechts nicht so problematisch /Ausnahmefälle dahingestellt.

    Probleme entstehen IMO später, wenn es darum geht,

    Zugang zu den Kindern zu bekommen,

    oder erzieherisch auf sie einzuwirken.
    Wenn es doch so einfach wäre und das Jugendamt dem logischen Menschenverstand folgen würde!

    Leider ist es nicht so, denn die Kinder werden zwar manchmal angehört, ihr Wunsch aber selten respektiert.

    Ist die Unterbringung in einem Heim oder bei einer Pflegefamilie erst einmal erfolgt, besteht kaum noch Chance auf eine andere Entscheidung, denn angeblich soll es dem Kindeswohl dienen, wenn man die Kinder in der Pflegefamilie beläßt.

    Die Großeltern haben nur rein theoretisch ein Recht auf Umgang (nicht etwa auf Übertragung der Vormundschaft, das ist ein Irrglaube) mit den Enkelkindern.

    Ich rate Euch dringend auf folgender Website etwas Zeit zu verbringen und ggfs. Frau Boegershausen zu kontaktieren:

    [url=http://www.grosseltern-initiative.de]

    Die mit "NEU" gekennzeichneten Seiten geben einen guten Einblick in die skandalöse Art der Mißachtung von Kinderrechten und der Ignoranz von Behörden und Gerichten.

    Das Thema könnte man auch in folgendem Forum zur Sprache bringen:
    [url=http://mitglied.lycos.de/jugendamtslupe/]

    Sollten aktuelle Fälle auftreten und Betroffene Unterstützung brauchen, muß sofort gehandelt werden, bevor die Behörden Tatsachen schaffen und der Kontakt zu den Kindern unterbundenn wird.

    Auch unsere Elterninitiative steht für die Beratung zur Verfügung und arbeitet mit der BIGE eng zusammen.

    Steve

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