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Angst vor Altersarmut in Deutschland - Auswanderung nach Kambodscha

Erstellt von tigerewi, 28.08.2013, 14:10 Uhr · 111 Antworten · 11.927 Aufrufe

  1. #101
    Avatar von tigerewi

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    Zitat Zitat von Derk Beitrag anzeigen
    Der Grund in diesem Beitrag war aber die Scheidung des Selbständigen die die entsprechenden Rentenanteile gekostet hat.
    Sonst würde er besser da stehen - Schuld ist also das miese deutsche Scheidungsgesetz
    Aber anscheinend hat kaum jemand die Sendung aufmerksam verfolgt sondern "Forismus" ist mal wieder das was Spass macht.

    Bye,
    Derk
    Deine Feststellung ist ja nicht verkehrt; er würde in der Tat besser dastehen, hätte er nie geheiratet oder wäre er nie geschieden worden; aber darum geht es doch nicht. Sollen die Menschen jetzt nicht mehr heiraten, um im Alter besser dastehen zu können, weil dann auch der Versorgungsausgleich mit der Ex-Ehefrau entfällt?

    Es gibt leider viele Gründe, im Alter arm zu sein:

    - wäre jemand nicht vor Jahren arbeitslos geworden und dauerhaft arbeitslos geblieben, dann hätte er auch mehr in die Rentenversicherung einzahlen können;
    - wäre jemand nicht in jungen Jahren erkrankt, dann ......;
    - hätte jemand nicht einen Unfall gehabt, dann .....;
    - hätte eine Frau nicht Kinder in die Welt gesetzt und sich dann um ihre Erziehung gekümmert, dann .....;
    - hätte eine Frau (oder auch ein Mann) sich nicht um pflegebedürftige Verwandte gekümmert, dann .... usw. usw.

    Fakt ist und das ist meines Erachtens letztlich der Aufhänger zu den Beiträgen: In einem so reichen Land, wo für Gangster (Banken, bankenähnliche Finanzinstitute) Milliarden eingesetzt werden, damit diese nicht dank ihrer eigenen Betrügereien pleite gehen, gibt es Menschen, die im Alter arm sind, obwohl sie alles getan haben, was die Gesellschaft von ihnen erwartet konnte. Diese Menschen und ebenso die, die unter die obigen Beispiele fallen, haben sich nichts zu Schulden kommen lassen, haben nicht gelogen, nicht betrogen und werden trotzdem bestraft, weil ein inhumanes, korruptes System, das sich auch noch Sozialstaat nennt (der blanke Hohn!), in dem denjenigen, die Geld haben, noch mehr Geld in den A.... geschoben wird (oftmals mit dem Hinweis, es würden Arbeitsplätze auf dem Spiel stehen), während die, die keines haben, hängen gelassen werden. Wieviele Menschen werden noch gehen müssen, weil der Sozialstaat sich für sie nicht zuständig fühlt; dafür aber für den Profit von Unternehmen. Wieviele etablierte Politiker werden noch in Talkshows von der Vorteilhaftigkeit der Schrott-Riester-Rente als Quasi-Allheilmittel gegen Altersarmut schwadronieren und dabei vergessen, daß sie selber und ihre Vorgänger in ihren Parteien die betroffenen Menschen erst in die Situation erst gebracht haben, weil sie über 40 Jahre einen miesen Job abgeliefert haben.

    1973 - Ölkrise: Seit dem haben wir in Deutschland keine Vollbeschäftigung mehr. Bis dahin konnte man mit einem normalen Schulabschluß einen Beruf erlernen, der einem Sicherheit für ein ganzes Berufsleben und auch die Möglichkeit bot, eine Familie aufzubauen und ein normales Leben leben zu können. Ab seit dem waren Schulabgänger gezwungen, noch länger zur Schule zu gehen und zusätzliche Qualifikationen zu erwerben, weil es sonst für einen Ausbildungsplatz nicht gereicht hätte. Und irgendwann war es sogar notwendig zu studieren, damit man einen brauchbaren Job bekommen konnte; einen Job, für den früher beispielsweise im kaufmännsichen Bereich Hauptschulabschluß und eine normale kaufmännische Ausbildung ausreichte. Später erlaubten sich die Unternehmen sogar, immer häufiger nur mies bezahlte Praktikantenjobs oder befristete Jobs zu vergeben, statt den Menschen eine Perspektive zu bieten. Wieviele Menschen sind dabei auf der Strecke geblieben und haben nicht einmal einen Ausbildungsplatz bekommen und haben somit auch keine Zukunft und konnten auch nie in die Rentenversicherung einzahlen bzw. nur wenig?! Wieviele Menschen wurden mit 40 (!) Jahren arbeitslos und galten fortan als zu alt fürs Berufsleben, konnten fortan auch nicht mehr fürs Alter vorsorgen und bekamen nach 12 Monaten gar nur Hartz IV und zwar ungeachtet dessen, wieviel sie vorher in die Arbeitslosenkasse eingezahlt hatten?! Was haben unsere Politiker getan, um die Situation ihrer Wähler; also der Menschen, für die sie eigentlich da zu sein haben; zu verbessern? Nichts?! Sprüche klopfen?! Fördern und fordern?! Wo waren denn die Jobs, damit auch gefördert werden konnte? Sich beschweren, daß die Menschen zu lange zur Schule gehen und somit zu spät erst Geld verdienen und in die Sozialversicherungssystem einzahlen?! Beschweren, daß die Menschen keine Kinder mehr in die Welt setzen; also ob sie egoistisch wären und nur an sich selber und den Konsum denken würden; und somit nicht in die Zukunft ihres Landes investieren würden?! Angesichts der eigenen Probleme, einen Fuß auf den Boden zu bekommen; angesichts der eigenen Zukunftsaussichten, muß es einen doch nicht wundern, wenn man diese "Investition" hinausschiebt oder gar nie tätigt. Was haben unsere Politiker getan außer permanent herum zu klugscheißern, sich um die eigentlichen Problemen herum zu lavieren, von der Verantwortung zu palavern und dann, wenn es darum ginge, sie auch zu übernehmen, weit von sich zu schieben?! Welche Leistung haben die Politiker in den letzten 40 Jahren wirklich erbracht? Welche Aufgaben haben sie denn gut erfüllt? Welche Leistungsbeurteilung würde man ihnen den ausstellen? "... waren stets bemüht ...? Wie nahe standen sie denen, denen sie zu Gunsten der Menschen in diesem Land eigentlich auf die Füsse hätten steigen müssen, nämlich den Unternehmen, die unsere Politiker auch noch regelmäßig mit dem Abbau von Arbeitsplätzen erpressten, z.B. wenn es um Subventionen ging.

    Wir alle, die in Deutschland leben und wählen gehen/"dürfen" unterstützen mit unserer Stimme sogar noch dieses System, in dem Politiker nicht Politik für die Menschen machen, sondern für die Unternehmen, in deren Aufsichtsräten sie selber sitzen. Kein Politiker wird mit seiner Politik den Unternehmen schaden wollen, deren Vergütungen aus Aufsichtsratstätigkeit er kassiert. Jeder Politiker wird lieber Lieschen Müller hinten runterfallen lassen, als sich selber den Ast abzusägen.

    Ich war mal selber CDU-Mitglied, aber heute finde ich dieses Weichspülergelaber unserer Politiker zum Kotzen! Wie gerne würde ich selber mit dem Knüppel dazwischen schlagen. Nicht selten wünschte ich mir einen "starken Mann"; wohl wissend, welche Gefahren damit verbunden sind; damit sich in unserem Land wirklich mal was ändert, d.h. Unternehmen von der Politik nicht immer mit Samthandschuhen angefasst werden, sondern diese endlich auch für die Folgen ihres Handeln einstehen müssen und wenn dies auch bedeutet, daß Unternehmen fallen gelassen werden, dicht machen, Vorstände in den Bau gehen. Das wird zwar anfangs Arbeitsplätze kosten, aber irgendwann werden die Unternehmen kapieren, daß sich der Wind gedreht hat und das sie nicht ohne die Menschen existieren können, denn die sollen ja auch ihre Produkte kaufen. Und irgendwann werden sie auch verstehen, daß die Verlagerung nach China ihnen nichts bringt, wenn die Menschen hier keine Jobs haben und somit auch kein Geld, um die Produkte zu kaufen.

    Tagtäglich hören wir in den Nachrichten, daß wir eine Facharbeiterkrise haben. Wir hören aber auch, daß wir 2,9 Millionen Arbeitslose haben. Heute ist man mit 40 wohl nicht mehr zu alt für das Berufsleben, mit 50 aber sehr wohl. Man könnte sicherlich nicht alle der 2,9 Millionen qualifizieren, aber viele sehr wohl. Investieren Staat und Unternehmen in deren Qualifizierung oder will man lieber jüngere Arbeitskräfte aus dem Ausland holen, die erst noch die Landessprache lernen müssen?! Die 2,9 Millionen Arbeitslose werden dauerhaft auf der Strecke bleiben, weil keiner sich ernsthaft für sie interessiert. So sieht "fördern und fordern" aus! Einige dieser 2,9 Millionen werden irgendwann auch in Kambodscha, Kenia, Türkei .... und anderen Länder mit geringen Lebenshaltungskosten aufschlagen! Und wenn sie mal weg sind, wer wird sich dann den Erfolg der geringen Arbeitslosenzahlen und der "Vollbeschäftigung" ans Revers heften: Schwätzer wie von der Leyen, Gabriel, Rösler ...... ?! Ganz besonders übel wird mir, wenn ich an die wandelnde Luftblase namens Norbert Blüm denke!!!

    Sollte jetzt aber kein Plädoyer sein, mich zu wählen. Obwohl mit mir könnte es auch nicht schlimmer werden!

  2.  
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  3. #102
    Avatar von sombath

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    Ja , ist schon klar , aber es gibt auch das gleiche Problem auf der Seite der Frau .
    Auch sie hat nur die halbe Rente und muß damit auskommen .
    Wie willst du denn das Scheidungsgesetz ändern ?
    Das Problem liegt eindeutig auf der Einkommensseite !
    Allen , Männlein u. Weiblein muß klar sein , wenn genügend Einkommen vorhanden ist , muß was für solche Fälle
    zur Seite gelegt werden .
    Ist das Einkommen gering , ist leider Alles zu spät .
    Wer nichts zur Seite bringt , ist später angeschissen !
    Aber es gibt doch auch sehr viele , die können noch so große Einkommen haben , das Geld geht raus wie es reingeht .
    Der Staat kann nur die Rahmenbedingungen setzen , organisieren muß jeder selbst .

    Sombath


    Zitat Zitat von Derk Beitrag anzeigen
    Der Grund in diesem Beitrag war aber die Scheidung des Selbständigen die die entsprechenden Rentenanteile gekostet hat.
    Sonst würde er besser da stehen - Schuld ist also das miese deutsche Scheidungsgesetz
    Aber anscheinend hat kaum jemand die Sendung aufmerksam verfolgt sondern "Forismus" ist mal wieder das was Spass macht.

    Bye,
    Derk

  4. #103
    Avatar von tigerewi

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    Zitat Zitat von sombath Beitrag anzeigen
    Ja , ist schon klar , aber es gibt auch das gleiche Problem auf der Seite der Frau .
    Auch sie hat nur die halbe Rente und muß damit auskommen .
    Wie willst du denn das Scheidungsgesetz ändern ?
    Das Problem liegt eindeutig auf der Einkommensseite !
    Allen , Männlein u. Weiblein muß klar sein , wenn genügend Einkommen vorhanden ist , muß was für solche Fälle
    zur Seite gelegt werden .
    Ist das Einkommen gering , ist leider Alles zu spät .
    Wer nichts zur Seite bringt , ist später angeschissen !
    Aber es gibt doch auch sehr viele , die können noch so große Einkommen haben , das Geld geht raus wie es reingeht .
    Der Staat kann nur die Rahmenbedingungen setzen , organisieren muß jeder selbst .

    Sombath
    Ich habe nicht geschrieben, daß die Situation für Frauen besser ist. Habe doch extra auf Frauen mit Ausfallzeiten wegen Kindererziehung oder Pflege von Angehörigen hingewiesen.
    Natürlich ist es ein Einkommensproblem, sonst würden die Menschen ja genügend haben und natürlich gibt es immer Menschen, die selbst mit den dicksten Gehältern nicht auskommen, sondern alles zum Fenster rausschaufeln.

    Was Du aber offensichtlich noch nicht realisiert hast, ist, daß das Gesamtsystem funktionieren muß und es funktioniert seit 40 Jahren nicht mehr. Ich bin Jahrgang 1961. Warum konnten Menschen damals viele Kinder in die Welt setzen? Weil sie Perspektiven hatten. Arbeitslosigkeit war weitgehend unbekannt. Konsum war zweifellos geringer, weil man ja auch nicht von allen Seiten bearbeitet wurde, um dieses oder jenes zu kaufen. Andererseits zieht Konsum eben auch wieder Einkommen nach sich.
    In Zeiten von Arbeitslosigkeit gehen die Einkommen zurück, Geburtenraten ebenso. Folge: geringere Einnahmen in der Rentenversicherung. Durch Geburtenrückgang geringer Anzahl an Zahlern von Versicherungsbeiträgen absolut; durch Arbeitslosigkeit zeitweise noch weniger Zahler von Versicherungsbeiträgen; Anzahl von Rentnern steigt dank des medizinischen Fortschritts. Folge: immer weniger Beitragszahler müssen immer mehr Rentner versorgen, da man in der Rentenversicherung nicht für sich selber vorsorgt, sondern für die Vorgeneration. Heutige Beitragszahler müssen länger Beiträge zahlen, um am Ende weniger zu erhalten als die heutige Rentnergeneration. Trotz teilweise Einkommensausfälle wegen längerer Schulzeiten und Arbeitslosigkeit müssen sie auch noch verstärkt Eigenvorsorge leisten.

    Alle reden von der Eigenvorsorge; ohne würde es nicht gehen. Stimmt. Seit dem das staatliche Rentensystem sich immer mehr dem Untergang zubewegt, geht es nicht mehr ohne Eigenvorsorge. Aber irgendwo ist die Leistungsfähigkeit der Menschen begrenzt. Um zusätzliche Eigenvorsorge leisten zu können, muß man Einkünfte haben. Diese werden aber auch immer unsicherer.

    Das gesamte System steht und fällt mir den Zukunftsaussichten der Menschen. Je sicherer diese sind, desto mehr Jobs und weniger Arbeitslose, sicherere Zukunft erlaubt mehr Familiengründung, d.h. mehr Kinder werden geboren, die wiederum Beitragszahler sein werden. Je unsicherer die Zukunftsaussichten, desto .... (das Ergebnis kennen wir). Und für bessere Zukunftsaussichten müssen eben die Weichen entsprechend gestellt werden.

    Richtig: Der Staat kann nur die Rahmenbedingungen setzen. Aber hat er sie auch gesetzt? Und wenn ja, wie und für wen; zu wessen Vorteil? Zum Vorteil der Bürger oder zum Vorteil der Unternehmen?

    Schaue mal nach Thailand: Will ein Unternehmen dort einen Farang beschäftigen, so hat das Unternehmen für diesen Farang vier Thais zu beschäftigen. Ich will nicht behaupten, daß dies die allein seelig machende Lösung ist, aber es ist wenigstens ein Ansatz, um seine Bürger zu fördern.
    Oder in der Schweiz war es bis vor ein paar Jahren für die Unternehmen nicht möglich, so einfach mal jemanden aus dem Ausland einzustellen. Da gab es Quoten. Erst durch die bilateralen Verträge mit der EU hat sich da etwas geändert, wobei die Schweiz immer noch zum alten System der "Abschottung" des Arbeitsmarktes zurückkehren kann. Wir in Deutschland machen unseren Arbeitsmarkt aber für immer mehr Menschen aus anderen Ländern auf, d.h. es findet verstärkt ein Verdrängungswettbewerb statt. Man kann nicht sagen, daß deutsche Arbeitnehmer dank ihrer Qualifikation sicherer sind als Zuzügler aus Rumänien, Bulgarien ...., denn auch dort gibt es qualifiziertes Personal, das vorrangig das eigene Land verläßt. Folge im Inland: Angebot und Nachfrage regeln den Preis und das gilt auf für den Arbeitsmarkt. Folge im Ausland: Dort verliert man die qualifiziertes Personal und die, die zurückbleiben müssen irgendwann mittels Steuergelder der EU unterstützt werden (Erinnert mich sehr an die Situation der untergegangen DDR. Nach der Wende sind auch viele Richtung Westen abgehauen, weil im Osten massiv Arbeitplätze verloren gingen. Der Rest konnte aus eigener Kraft nichts aufbauen und mußte und muß nach wie vor vom Westen unterstützt werden!)

    Wenn Du dir die Arbeitslosenquote der Schweiz anschaust = davon können wir in Deutschland nur träumen. Die Altersvorsorge der Schweiz aus Rentenversicherung (Pflicht), Pensionskassen (Pflicht) und freiwillige Versicherung ist glänzend. Und wir in Deutschland quälen uns mit der Riester-Rente ab. Wenn wir in Deutschland das Schweizer Rentensystem einführen wollten, würden die Unternehmen aufschreien und mit Wegfall von Arbeitsplätzen drohen, worauf die Politiker ihre Schwänze einziehen würden. Weshalb Wegfall der Arbeitsplätze? Die Schweiz ist genauso Hochlohnland und Exportnation wie Deutschland und dort funktioniert es.

    In unserem Land gibt doch schon einen Aufschrei, wenn man das absolut unüberschaubare Steuerrecht entrümpeln will, weil dann würden ja auch Abschreibungsmöglichkeiten, Vergünstigungen .... für jede noch so kleine und unbedeutende Interessensgruppe wegfallen. Welcher Politiker traut sich denn daran? Alle Politiker bejammern die Macht der Interessensverbände (Lobbyisten). Dabei wird aber übersehen, daß Politiker selber Teil dieser Interessensverbände sind. Ein Blick auf die Liste der Aufsichtsratsmandate eines Politikers reicht völlig aus. Wo ist die Unabhängigkeit der Politiker? Wo können die wirklich nach bestem Wissen und Gewissen entscheiden? Im Interesse ihrer Partei können sie es nicht, im Interesse ihres Wahlkreises können sie es nicht, im Interesse der Unternehmen und Verbände, denen sie nahe stehen können sie es nicht .....

    Welche Partei traut sich mal an die Begrenzung von Praktikumsplätzen, damit Unternehmen nicht dauerhaft reguläre Arbeitskräfte gegen gering entlohnte Praktikanten eintauschen? Welche Partei traut sich an die Begrenzung von befristeten Arbeitsplätzen zugunsten von auf Dauer angelegter Beschäftigung? Eine Partei wie die FDP wohl kaum, denn wenn es nach denen ginge, könnten Unternehmen machen was sie wollen.

    Man sieht doch schon bei der Diskussion um Mindestlöhne, wie wenig Bereitschaft in der Politik besteht, diese einzuführen und dies immer mit dem Hinweis, daß es Arbeitplätze kosten würde. Hatte vor einiger Zeit mal mit einem Schweizer über dieses Thema gesprochen. Der meinte mit Hinweis auf den Mindestlohn für Briefträger (9,xx €) doch ernsthaft, daß Mindestlöhne unsozial wären. Ist es denn sozial, wenn Beschäftigte ergänzende Sozialhilfe (Hartz IV) beziehen müssen, um leben zu können? Immerhin müßten dann nicht bloß die Versender von Briefen über höhere Preise für die Löhne aufkommen, sondern alle Steuerzahler! Und das eine solche Aussage auch noch von einem Schweizer kommt, wo die Briefträger einen Mindestlohn von über 25 Franken pro Stunde haben, und der dank des Entlohnungs- und Rentensystems seines Heimatlandes glänzend dasteht; in Deutschland aber weniger gut aufgestellt wäre. Eine solche Aussage halte ich für eine bodenlose Unverschämtheit!

    http://www.lohnanalyse.de/ch/loehne/...ostbotein.html

    http://oeffentlichespersonal.ch/down...011_alle_D.pdf

  5. #104
    Avatar von joachimroehl

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    Zitat Zitat von tigerewi Beitrag anzeigen
    Es gibt leider viele Gründe, im Alter arm zu sein:
    - wäre jemand nicht vor Jahren arbeitslos geworden und dauerhaft arbeitslos geblieben, dann hätte er auch mehr in die Rentenversicherung einzahlen können;
    - wäre jemand nicht in jungen Jahren erkrankt, dann ......;
    - hätte jemand nicht einen Unfall gehabt, dann .....;
    - hätte eine Frau nicht Kinder in die Welt gesetzt und sich dann um ihre Erziehung gekümmert, dann .....;
    - hätte eine Frau (oder auch ein Mann) sich nicht um pflegebedürftige Verwandte gekümmert, dann .... usw. usw.
    Entschuldigung, aber die meisten Gründe sind vorgeschobene Schutzbehauptungen, denn nicht erst seit kurzem leben wir Europäer in einem selbst gewählten narzisstisch-egoistischem Käfig. Während vor hundert Jahren gerade mal 6% unserer Urgroßeltern in den Städten lebte, sind es heute über sechzig Prozent die anonyme Vereinsamung bevorzugen. Nachwuchs galt vor dem 1.Weltkrieg auch zweistellig als nicht asozial, mehrere Generationen übernahmen in eherner Tradition die Pflege ihrer Alten. Das hat sich gewandelt, in Berlin lebt heute ein Drittel der Deutschen in Singlehaushalten während ganze Stadteile wie Neukölln und Wedding zu moslemischen Ghettos versinken, wo voll gefüllte Bäuche im Stundentakt mit den Krankenwagen zu den Entbindungsstationen gefahren werden..

    Wer diesen Trend erkennt muss dann auch bereit sein Eigenverantwortung zu übernehmen, sprich Geld beiseite legen oder mangels dessen auf zahlreiche Angebote der Kirchen und sonstiger Hilfsorganisationen hoffen oder meist widerwillig eben der Versicherungswirtschaft vertrauen. Da gib es das Krankengeld, die Unfallversicherung, die private Pflegeversicherung, das Pflegetagegeld, die Berufsunfähigkeitsversicherung, die freiwillige Arbeitslosenversicherung (sogar für Selbstständige) die private Rentenversicherung ff. und wem viele Kinder zu teuer sind, der kaufe sich gefälligst Kondome oder kehre zurück zu traditionellen Lebensformen..

    Fazit: wir können faseln so viel wir wollen, die Natur wird wie zu allen Zeiten auch das Altersproblem brutal regeln und wer nicht vorsorgt, muss sehen wo er bleibt oder vertraut auf Caritas und andere Samariter oder dem zahlreichen moslemischen Nachwuchs, auf das er uns mal den Hintern abwischt, füttert und den Katheder einführt..

  6. #105
    Avatar von tmm.633

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    Zitat Zitat von joachimroehl Beitrag anzeigen
    Entschuldigung, aber die meisten Gründe sind vorgeschobene Schutzbehauptungen....
    Nein, sind sie nicht und es gab sie auch in der Vergangenheit, nur das sie nie von Bedeutung waren, da es sich immer irgendwie leben lies. Nur ist das heute definitiv auf Grund der deutlich höheren Kosten und des ganzen Einzelkämpfertums vorbei.

    Auf Eigenverantwortung zu pochen ist nichts anderes wie die Augen vor all den einzelnen Problemen zu verschließen die eigentlich keine sein müssten. Früher war es kein Problem einen Job im gehobenen Alter anzugehen, heute ist man mit >50 abgeschrieben. Ist das Eigenverantwortung? Wohl kaum.....

    Mein Fazit: Wir müssen das Ruder wieder rumreisen und gegen die "Zweiklassengesellschaft" und die Aufspaltung zwischen Arm und Reich ankämpfen, da alles andere, egal wie wir es drehen wollen nicht funktionieren wird.....

  7. #106
    Avatar von tigerewi

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    Heute Abend im ZDF: Wie geht's Deutschland? (siehe Links unten)

    Texte zur Sendung: Die Dokumentation (20.15 - 21.00 Uhr) Deutschland geht es gut. Das zumindest sagen die Statistiken. Im europäischen Vergleich haben wir gerade wirtschaftlich wenig zu klagen. Aber spiegelt sich das auch im Alltag der Menschen wider? Wie geht's, Deutschland? Das will "heute-journal"-Moderatorin Marietta Slomka herausfinden und begibt sich auf eine Spurensuche. Wie sehen die Lebensverhältnisse der Menschen wirklich aus? Was ist aus der sozialen Gerechtigkeit in Deutschland geworden? Immer mehr Meldungen berichten von einer Schere zwischen Arm und Reich, von sozialer Ungleichheit und von einer verschwindenden Mittelschicht. Auf ihrer Reise durch die Republik trifft Marietta Slomka auf Menschen, denen es gut geht, die aber auch mit Sorge in die Zukunft blicken. Zwei Schwestern aus Mönchengladbach wohnen mit ihren Familien in jeweils einer Hälfte des gemeinsamen Doppelhauses. Sie fühlen sich als Teil der so genannten Mittelklasse, können sich einiges leisten. Doch gestiegene Lebenshaltungs- und Energiepreise fressen immer mehr ihres Verdienstes auf. Von den Betreuungskosten für die Kinder ganz zu schweigen. Sie sorgen sich um die Zukunft, denn höhere Besteuerung oder Verdienstausfälle könnten den sozialen Abstieg bedeuten. Dass überall steigende Kosten drohen und immer mehr vom eigentlich guten Einkommen fressen, diese Erfahrung hat auch ein junges Paar aus Köln gemacht. Zusammen mit ihrer sechs Monate alten Tochter sind sie auf Wohnungssuche. Aber obwohl sie mittlerweile bereit sind, mehr als ein Drittel ihres Einkommens für die Miete auszugeben, finden sie keine passende Wohnung. Die Angst vor dem Abrutschen kennen vor allem alleinerziehende Mütter. Sie sind am stärksten vom Armutsrisiko betroffen. Marietta Slomka trifft in Elmshorn eine Frau, die ihren Alltag voller Elan und Kraft meistert - und sich doch von der Politik allein gelassen fühlt, denn flexible Betreuungsangebote fehlen. Gerade die Jobsuche gestaltet sich für Alleinerziehende schwierig. Arbeitgeber scheuen sich davor, sie einzustellen. Ein Beispiel für neue Wege und gutes Gelingen findet Marietta Slomka in Schwerin. Hier gibt es eine 24-Stunden-Kita. Wie gefragt diese Art der flexiblen Betreuung ist, erzählt ein Arztehepaar, dem die Entscheidung für das zweite Kind angesichts guter Kita-Versorgung leicht fiel. Anderswo wären Karriere und Kinder nicht so einfach zu vereinbaren gewesen. In der Kita sind auch die Kinder eines ganz anderen Paares. Beide arbeiten in einem Fast Food-Restaurant im Schichtdienst und verdienen so viel Geld, als würden sie Hartz IV beziehen. Aber sie sind stolz darauf, arbeiten zu gehen, wollen den Kindern ein gutes Vorbild sein. Auf ihrer Reise durch Deutschland trifft Marietta Slomka auf eine Rentnerin, die verzweifelt einen Job sucht, da sie sich ohne ein Zubrot ihre bescheidene Ein-Zimmer-Wohnung in München nicht länger leisten könnte. Für sie ist Altersarmut keine Zukunftsmusik mehr. Vor einer solchen Situation fürchten sich jetzt schon viele, die noch mitten im Arbeitsleben stehen, u. a. auch die langjährigen Zeitarbeiter, die trotz guter Ausbildung den Sprung in die Festanstellung nicht schaffen. Der Film zeigt ein facettenreiches Bild der Stimmung vor der Bundestagswahl. Marietta Slomka trifft Menschen, die dieses Land am Laufen halten. Dabei geht es nicht nur um Probleme, sondern auch um das, was gut läuft, um Sorgen genauso wie um Zufriedenheit, um Ängste, wie um Träume. Live (21.00 - 22.15 Uhr) "Wie geht's, Deutschland?" - Dieser Frage stellen sich auch Spitzenpolitiker von Regierung und Opposition direkt im Anschluss an die Reportage-Reise live im Studio in Potsdam-Babelsberg. Decken sich die Einschätzungen der politischen Akteure mit den Alltagserfahrungen der Menschen? Die Protagonisten der filmischen Begegnung werden prominenten Vertretern aller im Bundestag vertretenen Parteien live im Studio begegnen und ein direktes Feedback geben: Politik und Alltag treffen sich auf Augenhöhe. Moderiert von Marietta Slomka und Mitri Sirin

    Im zweiten Teil wird die Begegnung von Politik und Alltag unter der Fragestellung "Wie geht's, Deutschland?" fortgesetzt. Rund um die aktuellen Themen Energiewende und Zuwanderung werden auch hier Menschen und ihre Geschichten in kurzen Filmen vorgestellt. Die Protagonisten der Reportagen werden auch am zweiten Abend live im Studio führende Politiker der Republik auf Augenhöhe live im Studio treffen. Moderiert von Marietta Slomka und Mitri Sirin werden sich die politischen Akteure den Fragen und Sorgen der Bürger und des Publikums stellen und Lösungen anbieten. Mit dabei sind Hermann Gröhe (CDU), Andrea Nahles (SPD), Jürgen Trittin (Bündnis 90/Die Grünen), Wolfgang Kubicki (FDP), Katja Kipping (Die Linke) und Markus Söder (CSU).

    Wie geht's, Deutschland? - Die Doku - Wie geht's, Deutschland? - ZDFmediathek - ZDF Mediathek

    "Wie geht's, Deutschland?", ZDF, 03.09.2013, 20:15 Uhr - Sendung im TV-Programm - TV & Radio - rtv.de

  8. #107
    Avatar von Phommel

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    Zitat Zitat von tmm.633 Beitrag anzeigen
    Auf Eigenverantwortung zu pochen ist nichts anderes wie die Augen vor all den einzelnen Problemen zu verschließen die eigentlich keine sein müssten.
    Die Eigenverantwortungskeule ist Teil des Gehirnwasch-Gesamtpaketes um noch mehr Kundschaft für Versicherungen zu generieren. Die alle hoffen, dass die Kunden zwar fleißig einbezahlen aber nie Ansprüche stellen werden.

  9. #108
    Avatar von wingman

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    für die spd ist diese bundestagswahl wahrscheinlich die letzte chance zu beweisen wieviel sozialdemokratie noch in der spd steckt. die wähler haben die fehler unter altkanzler schröder noch nicht vergessen.
    leih/zeitarbeit, 400,- eurojobs sind die schlüssel zur altersarmut. diese fehler zu beseitigen, zumindest aber sehr stark kontrolliert zu begrenzen ist der job der nächsten bundesregierung.
    dies wäre ein anfang.

  10. #109
    Avatar von tuxluchs

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    Zitat Zitat von wingman Beitrag anzeigen
    für die spd ist diese bundestagswahl wahrscheinlich die letzte chance zu beweisen wieviel sozialdemokratie noch in der spd steckt. die wähler haben die fehler unter altkanzler schröder noch nicht vergessen.
    leih/zeitarbeit, 400,- eurojobs sind die schlüssel zur altersarmut. diese fehler zu beseitigen, zumindest aber sehr stark kontrolliert zu begrenzen ist der job der nächsten bundesregierung.
    dies wäre ein anfang.
    Teilweise fand ich das Geschwurbel um die Zeitarbeit als Comedy, vor allem die Witze Zeitarbeit bringt Festanstellung bei Entleihfirma, ist nur begrenzt, bringt flexibilität bei Personalengpässen, also wenn Firmen 10 Jahre Engpässe haben, dann aber Hallo.
    Und der Unternehmer, welcher meinte Zeitarbeiter wären für ihn teurer als eigene Leute, entweder kann der Typ nicht rechnen oder er zahlt den Festen so wenig das sie weglaufen.

  11. #110
    Avatar von tmm.633

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    Zitat Zitat von tigerewi Beitrag anzeigen
    Heute Abend im ZDF: Wie geht's Deutschland? (siehe Links unten)
    Schade um die Dokumentation die nur die eine Seite in "Deutschland" erfasst hat und leider ganz ohne die "Unternehmer" und Pensionäre auskam. Freiberufler sind keine Alternative. Vorallem der Bereich der Unternehmer der steuerlich am besten abschneidet und sein Vermögen locker verdoppeln kann habe ich vermisst. Ebenso hat mir der direkte Vergleich zw. dem Rentner und einem Pensionär gefehlt.

    Daher nur 4 von 10 Punkten.....

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