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Adoptionsperspektiven in Deutschland

Erstellt von DisainaM, 18.07.2009, 06:28 Uhr · 8 Antworten · 1.421 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von DisainaM

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    Adoptionsperspektiven in Deutschland

    Zur Zeit wird in den deutschen Medien Stimmung gegen die Auslandsadoption gemacht.

    Ihr Ziel sind die Slums von Manila, ein Kinderheim und das Krankenhaus, in dem sie als Kleinkind ausgesetzt wurde: Weil die 25-jährige Nina sich seit Jahren mit der Frage nach ihrer "wahren Identität" quält, ist sie auf die Philippinen gereist, um ihre leibliche Familie zu finden - eine Suche mit vielen Rückschlägen beginnt.

    Eigentlich fehlt es Nina an nichts: Weil die leiblichen Eltern Nina als Kleinkind auf den Philippinen ausgesetzt haben und sie ständig krank und zudem unterernährt ist, kommt sie nach Deutschland - zu Sonja und Joachim Schmidt. Das Ehepaar will mit der Adoption etwas Gutes tun. Sie wollen Nina eine gute Zukunft geben.

    Doch das Mädchen wird nicht glücklich in der neuen Heimat
    : Die Frage nach ihrer "wahren Identität" treibt Nina um, quält sie. Wer bin ich wirklich? Wo komme ich her? Und warum haben meine Eltern mich verlassen? Verzweifelt versucht Nina seit vielen Jahren, ihren Platz im Leben zu finden. Schon als kleines Mädchen merkt sie, dass sie anders ist und hat das Gefühl, nicht geliebt zu werden. Daran ändern auch die Liebesbeweise ihrer Eltern nichts.


    ---------------------------------------------------------

    Informationen und Kontakte hat die Bundeszentralstelle für Auslandsadoption.
    http://www.bundesjustizamt.de/nn_258...tml?__nnn=true

    http://www.auslandsadoptionen.de/wDeutsch/index.shtml

    Um sicherzustellen, dass die grenzüberschreitende Adoption dem Wohl des Kindes dient und um der Entführung von Kindern und dem internationalen Kinderhandel entgegenzuwirken, wurde schließlich das "Haager Übereinkommen" zum Schutz von Kindern und für eine bessere Zusammenarbeit bei internationalen Adoptionen geschlossen. Deutschland ist dem Vertrag 2002 beigetreten.
    http://www.stern.de/tv/sterntv/:Ein-...05626.html?p=4

    Wer kommt für eine Adoption (im Ausland) in Frage?
    Wer ein Kind adoptieren möchte, muss mindestens 25 Jahre alt sein. Bei Ehepaaren gilt diese Altersgrenze für mindestens einen der beiden. Der zweite Partner muss mindestens 21 sein.

    Wer verheiratet ist, kann grundsätzlich nur gemeinschaftlich ein Kind adoptieren. Unverheiratete dagegen können ein Kind nur alleine annehmen. Das gilt auch für Personen, die in gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaften leben: Sie können gemeinschaftlich nicht adoptieren.

    Welche Probleme können bei den adoptierten Kindern auftreten?
    In der ersten Zeit kommt es häufig zu Anpassungsproblemen, wie etwa:
    - Sprachproblemen
    - Essensproblemen
    - Schlafproblemen
    - Schwierigkeiten im Hinblick auf die Akzeptanz der Familie oder einzelner Familienmitglieder


    Ein großer Teil solcher Probleme sind aber meistens nur Eingewöhnungs- und Übergangsschwierigkeiten.

    Besonders in der Pubertät beginnen dann aber bei vielen Adoptivkindern Identitätsprobleme - denn ab dann setzen sich die Jugendlichen oft intensiv mit ihrer Herkunft auseinander.

    In der Folge kommt es daher möglicherweise zu:
    - Verhaltensauffälligkeiten
    - Schwierigkeiten in der Familie und im gesellschaftlichen Umfeld
    - der Ablösung vom Elternhaus
    - einem geringen Selbstwertgefühl
    - häufigen Fragen nach der Herkunft und den Gründen, die zu ihrer Aussetzung oder Adoptionsfreigabe geführt haben.



    http://www.stern.de/tv/sterntv/:Ein-...ie/705626.html

    Da hier von einem Einzelfall auf die grundsätzliche Situation generalisiert wird,
    mal ein Blick auf die Argumente :

    Mit der Pubertät haben Adoptivkinder in Deutsschland Probleme, weil sie im gesellschaftlichen Umfeld die Ablehnung wegen ihrem anderen Aussehen wahrnehmen,
    sodass es zu Verhaltensauffälligkeiten und Schwierigkeiten innerhalb und außerhalb der Familie kommt, weil man als Kind mit ausländischem Aussehen von der Gemeinschaft mit einem geringeren Selbstwertgefühl versehen wird, was zu einer Rückbesinnung auf die eigenen genetischen Wurzeln führt.

    - meine 5 cents dazu -
    Rückbesinnung auf die eigenen genetischen Wurzeln ist das feedback einer immer mehr rassistisch werdenden Gesellschaft,
    und Adoptiveltern, die nicht bereit sind, wegen dieser Entwicklung in Deutschland aus dem Land auszuwandern, um aus Liebe zu ihrem Adoptivkind, diesem eine Zukunft in einem nicht-rassistischem Land zu ermöglichen,
    lieben nicht wirklich ihr Kind, sondern sind auf einem Egotrip.

  2.  
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  3. #2
    Avatar von franky_23

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    Re: Adoptionsperspektiven in Deutschland

    Zitat Zitat von DisainaM",p="751219
    Zur Zeit wird in den deutschen Medien Stimmung gegen die Auslandsadoption gemacht.



    - meine 5 cents dazu -
    Rückbesinnung auf die eigenen genetischen Wurzeln ist das feedback einer immer mehr rassistisch werdenden Gesellschaft,
    und Adoptiveltern, die nicht bereit sind, wegen dieser Entwicklung in Deutschland aus dem Land auszuwandern, um aus Liebe zu ihrem Adoptivkind, diesem eine Zukunft in einem nicht-rassistischem Land zu ermöglichen,
    lieben nicht wirklich ihr Kind, sondern sind auf einem Egotrip.
    Soviel dummes Gesülze in wenigen Sätzen gibt es kaum

    Entscheidend ist einfach dass die Eltern offen damit umgehen. Vielleicht haben die Adoptiveltern Angst, dasss das Kind dann weg möchte, ....

    WEnn dann die Eltern diese Ängste dem Kind überstülpen dann gibt es Probleme.

  4. #3
    Avatar von DisainaM

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    Re: Adoptionsperspektiven in Deutschland

    Zitat Zitat von franky_23",p="751229

    Entscheidend ist einfach dass die Eltern offen damit umgehen. Vielleicht haben die Adoptiveltern Angst, dasss das Kind dann weg möchte, ....

    WEnn dann die Eltern diese Ängste dem Kind überstülpen dann gibt es Probleme.
    nehmen wir den Aussagekern, und lassen die fehlende Diskussionskompetenz weg, um nicht auf primitives Anmacheniveau abzusteigen,

    die Möglichkeiten der Eltern enden dann, wenn Sie feststellen, das die ausserfamiliäre Umgebung des Kindes rassistisch reagiert, und das Kind trotz aller Bemühung der Eltern nicht damit klar kommt und darunter seelisch leidet.
    (Zitat Barbara Becker - Aufwachsen in Deutschland, das werde ich meinen Kindern nicht antun.)

    Klar, im vorliegenden Fall von sterntv hätten die Eltern, nachdem sie sämtliche Schulen in ihrer Kleinstadtumgebung ausprobiert hatten, einfach dem Kind zu Liebe wegziehen können, was sie aber nicht taten.

  5. #4
    Avatar von franky_23

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    Re: Adoptionsperspektiven in Deutschland

    Zitat Zitat von DisainaM",p="751246
    Zitat Zitat von franky_23",p="751229

    Entscheidend ist einfach dass die Eltern offen damit umgehen. Vielleicht haben die Adoptiveltern Angst, dasss das Kind dann weg möchte, ....

    WEnn dann die Eltern diese Ängste dem Kind überstülpen dann gibt es Probleme.
    nehmen wir den Aussagekern, und lassen die fehlende Diskussionskompetenz weg, um nicht auf primitives Anmacheniveau abzusteigen,

    die Möglichkeiten der Eltern enden dann, wenn Sie feststellen, das die ausserfamiliäre Umgebung des Kindes rassistisch reagiert, und das Kind trotz aller Bemühung der Eltern nicht damit klar kommt und darunter seelisch leidet.
    (Zitat Barbara Becker - Aufwachsen in Deutschland, das werde ich meinen Kindern nicht antun.)

    Klar, im vorliegenden Fall von sterntv hätten die Eltern, nachdem sie sämtliche Schulen in ihrer Kleinstadtumgebung ausprobiert hatten, einfach dem Kind zu Liebe wegziehen können, was sie aber nicht taten.
    Bei Barbara Becker dürften es andere Gründe sein als Rassismus. Wo ist der Themenbezug?

    glaubst Du das wäre im nächsten Ort anders gewesen? Da stimmte was bei der Einstellung innerhalb der Familie nicht.

    Häufig wird auch gerne mal auf das Argument Ausländerfeindlichkeit Rassismus etc. abgestellt um eigenes Unvermögen zu kaschieren.

  6. #5
    Avatar von DisainaM

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    Re: Adoptionsperspektiven in Deutschland

    Zitat Zitat von franky_23",p="751250
    Bei Barbara Becker dürften es andere Gründe sein als Rassismus. Wo ist der Themenbezug?

    glaubst Du das wäre im nächsten Ort anders gewesen? Da stimmte was bei der Einstellung innerhalb der Familie nicht.

    Häufig wird auch gerne mal auf das Argument Ausländerfeindlichkeit Rassismus etc. abgestellt um eigenes Unvermögen zu kaschieren.
    Bei Barbara Becker ging es um das rassistische Klima in Deutschland,
    Rüdgers hatte vor der durchrassten Gesellschaft gewarnt,
    und viele Ausländer zogen sich damals in ihre Parralelgesellschaften zurück.

    Ortswechsel können für betroffende Familien sehr wohl eine Besserung bringen,
    notfalls ein Umzug nach Holland, und das dunkelhäutige Kind an einer Schule mit hohem Molukken-Anteil anmelden, und schon ist die Hautfarbe des Adoptivkindes in ihrem schulischen Umfeld die Norm.

    Im Fall von sterntv war die Adoptivmutter selber Lehrerin und brachte zum Schluss das Kind an der eigenen Schule unter, aber auch dort wurde sie in der Rolle des schwarzen Schafes zur Aussenseiterin.

    Durch den Abkopplungsprozess von den Eltern, reduzieren sich bei der Pubertät die Einflussmöglichkeiten erheblich.



    http://www.stern.de/tv/sterntv/:Ein-...05626.html?p=7

  7. #6
    Avatar von strike

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    Re: Adoptionsperspektiven in Deutschland

    Zitat Zitat von franky_23",p="751250
    ............um eigenes Unvermögen zu kaschieren.
    Es ist wie mit so vielen Dingen im Leben.
    Eine Adoption ist immer ein besonderes Abenteuer.
    In diesem Fall "bereichert" durch die sichtbare Herkunft aus Nichtdeutschland.

    Sicher bzw. hoffentlich haben die Eltern sich darüber vorher Gedanken gemacht.
    Es dann aber "zu leben" sind immer 2 Paar Schuhe.
    Und die theoretische Vorbereitung auf den Umgang mit allgemeinen und dem besonderen Problem wie hier kann noch so gut und diszipliniert sein.
    Die Wirklichkeit trifft so manchen dann doch ziemlich unvorbereitet.

    So eben mal auswandern geht nach meiner Meinung auch nicht.
    Dann wird nämlich möglicherweise zu dem Problem des Adoptivkindes noch die dann neuen Probleme der Adoptiveltern addiert werden müssen.
    Jede Adoption - egal wo und welche Nationen beteiligt sind - ist und bleibt immer eine wirkliche Herausforderung.
    An das Kind.
    Und besonders an die Eltern.
    Wenn deren Beziehung nicht wirklich "stimmt", kann dies in Summe sogar katastrophale Konsequenzen für alle haben.

    Das wir in D mit täglich erlebbaren (selbst wenn subtil und versteckt) und durch die Politik nicht verhinderten Rassismus zu tun haben, ist wohl für alle unstrittig.
    Insofern ist die obige pauschale Beschreibung durch das Amt für mich das übliche BlaBla gewürzt durch die üblichen "Angstkräuter".

    Gruss,
    Strike

  8. #7
    Avatar von franky_23

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    Re: Adoptionsperspektiven in Deutschland

    [quote="DisainaM",p="751253"]
    Zitat Zitat von franky_23",p="751250



    Bei Barbara Becker ging es um das rassistische Klima in Deutschland,
    Wie die Amerikaner mit den Latinos umgehen ist nicht rassistisch, mit ihrem Umgang mit den Arabern in der Weltpolitik???

    Sicherlich gibt es auch in D teilweise Rassismus. Den findest du aber im tiefsten Bayern auch gegen Fischköpfe und und umgekehrt gegenüber den Lederhosen, ...

    Ob die Ausprägung in D stärker ist als in anderen Ländern? Aber deshalb USA auszuwählen wie eine Becker und dies dann mit der Bergründung zu kommunizieren, ...





    Ortswechsel können für betroffende Familien sehr wohl eine Besserung bringen,
    notfalls ein Umzug nach Holland, und das dunkelhäutige Kind an einer Schule mit hohem Molukken-Anteil anmelden, und schon ist die Hautfarbe des Adoptivkindes in ihrem schulischen Umfeld die Norm.
    In Holland gibt es keine Anfeindungen???


    Im Fall von sterntv war die Adoptivmutter selber Lehrerin und brachte zum Schluss das Kind an der eigenen Schule unter, aber auch dort wurde sie in der Rolle des schwarzen Schafes zur Aussenseiterin.
    auch eine Lehrerin muss nicht die Weisheit mit Löffeln gegessen haben.


    Durch den Abkopplungsprozess von den Eltern, reduzieren sich bei der Pubertät die Einflussmöglichkeiten erheblich.
    wo ist das Problem? denke die Ursachen sind weit früher zu suchen, .... und da sind wir wieder bei teils verquerten Vorstellungen der Eltern.

  9. #8
    Avatar von wingman

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    Re: Adoptionsperspektiven in Deutschland

    tatsache sind andere dinge. die hürden, anforderungen und vor allem moneteren hürden werden immer höher.
    die haager konvention und deren umsetzung hatten zur folge das eigentlich normale familien nur noch mit schwierigen entbehrungen adoptieren können.
    ich habe zweimal aus rumänien adoptiert. jede adoption kostete 1998 und 1999 jeweils gut 20000,- DM. heute sind das locker mal so 30000 euro. die gründe dafür sind die erforderlichen sozialarbeiter etc. in den organisationen.
    und eines soll auch nicht verschwiegen werden, in den herkunftsländern wollen die kooperationspartner der organisationen in deutschland vor allem eines.....geld verdienen. auch wenn diesesvehement bestritten wird.
    ich weis es, da ich selbst verhandlungen geführt habe und genau weis wie es läuft..............
    zum wohle des kindes.........das gilt bedingt erst ab der ankunft in deutschland.
    auch an meinen adoptionen wurde in rumänien gut verdient. es ist so und daran kommt kein verein keine organisation vorbei.

    ist das kind hier, hat es alle chancen die es dort nie gehabt hätte. meine töchter haben diese chancen bislang genutzt und ich denke sie schaffen ihren weg. schon darum hat es sich gelohnt.
    zwei kinder die sonst auf der strasse gelandet wären. nur das zählt, zumindest für mich. später muss man loslassen können...............

  10. #9
    Avatar von tira

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    Re: Adoptionsperspektiven in Deutschland

    Zitat Zitat von wingman",p="751268
    ...ist das kind hier, hat es alle chancen die es dort nie gehabt hätte. meine töchter haben diese chancen bislang genutzt und ich denke sie schaffen ihren weg. schon darum hat es sich gelohnt.
    zwei kinder die sonst auf der strasse gelandet wären. nur das zählt, zumindest für mich. später muss man loslassen können.....
    moin,

    so iss es, der ort an dem bereits der lebensunterhalt erarbeitet wird,
    soll in frage gestellt werden, macht für mich keinen sinn. wie geschrieben,
    eher abenteuer und risiko für die familie. iss auch net einzusehen wegen dem
    rassistischen gedankengut in teilen der bevölkerung das feld zu räumen.


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