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Persönlichkeitsrechte unterliegen Nutzerechten

Erstellt von antibes, 24.06.2009, 14:08 Uhr · 8 Antworten · 672 Aufrufe

  1. #1
    antibes
    Avatar von antibes

    Persönlichkeitsrechte unterliegen Nutzerechten

    Wr möchte heute noch Lehrer sein?
    Schüler dürfen nach einem Urteil des Bundesgerichtshofes weiterhin Lehrer im Internet auf Webseiten wie spickmich.de benoten. Es könnte eine Grundsatzentscheidung auch für den Streit um andere Bewertungsportale, wie den geplanten Ärzte-TÜV, sein. Doch dabei gibt es ein Problem.

    http://www.spickmich.de/schule/leipz...nasium-leipzig

    Der Bundesgerichtshof (BGH) hat die Benotung von Lehrern durch Schüler im Internetforum „spickmich.de“ erlaubt. Das Recht der Schüler auf Meinungsaustausch und freie Kommunikation überwiege das Recht der klagenden Lehrerin auf informationelle Selbstbestimmung, hieß es in dem am Dienstag in Karlsruhe verkündeten Urteil.

    Der Zivilsenat des BGH befand, die Bewertungen auf „spickmich.de“ stellten „Meinungsäußerungen“ dar, welche die berufliche Tätigkeit der Klägerin beträfen. In solchen Fällen habe der Einzelne grundsätzlich nicht den gleichen Schutz wie etwa bei einem Eingriff in die Privatsphäre. Die von den Schülern abgegebenen Bewertungen seien „weder schmähend noch der Form nach beleidigend“.

    Die Lehrerin hatte geltend gemacht, die Veröffentlichung ihres Namens und ihrer Unterrichtsfächer in dem Schülerportal sei ein Verstoß gegen das Bundesdatenschutzgesetz und verletze ihr Persönlichkeitsrecht. Die Pädagogin hatte für das Unterrichtsfach Deutsch von den Schülern eine Gesamtnote von 4,3 erhalten.

    Der Konflikt zwischen zu schützenden Persönlichkeitsrechten und dem Interesse der Nutzer schwelt dabei an vielen Stellen.

    Nun stelle ich mir vor, wie die Privatsphäre des "Getesteten" erhalten bleibt, wenn der Nachbar um die Ecke seine Bewertung im Netz nachlesen kann. Wie die Bewertungen der Schüler zustande kommen können, wissen wir doch aus unserer Schulzeit. Lieblingslehrer war doch ein geläufiges Wort.


    http://www.wiwo.de/politik/lehrerbew...rlaubt-400935/

  2.  
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  3. #2
    Avatar von AndyLao

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    Re: Persönlichkeitsrechte unterliegen Nutzerechten

    Da bin ich ja beruhigt, dass wenigstens die Persönlichkeitsrechte von Straftätern gewahrt bleiben! Danke Deutschland.

  4. #3
    Avatar von Thaimax

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    Re: Persönlichkeitsrechte unterliegen Nutzerechten

    Zitat Zitat von antibes",p="740685

    Nun stelle ich mir vor, wie die Privatsphäre des "Getesteten" erhalten bleibt, wenn der Nachbar um die Ecke seine Bewertung im Netz nachlesen kann. Wie die Bewertungen der Schüler zustande kommen können, wissen wir doch aus unserer Schulzeit. Lieblingslehrer war doch ein geläufiges Wort.


    http://www.wiwo.de/politik/lehrerbew...rlaubt-400935/
    Well, wie die Bewertung von Schülern durch Lehrer zustandekommt sollte uns dabei aber auch noch in Erinnerung sein, das Wort "Lieblingsschüler" ist ein nicht minder geläufiges Wort

    Wenn ein Lehrer durch die Bank bei Schülern unbeliebt ist macht er entweder etwas falsch, oder er ist für diesen Beruf einfach nicht geeignet. Und ich halte die Schüler durchaus für fair genug gute Leistungen eines Lehrers auch gut zu benoten.....

    Im Gegensatz zu den Schülern, die durch unfaire Bewertungen von Lehrern beruflich und somit auch finanziell schlechtere Karten haben, wirkt sich die Benotung für die Lehrer finanziell überhaupt nicht aus, die Kritik dieser schlecht benoteten Lehrerin ist lediglich von Eitelkeiten geprägt.

  5. #4
    Avatar von Lille

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    3.481

    Re: Persönlichkeitsrechte unterliegen Nutzerechten

    bei einer guten benotung haette diese person nie geklagt, von aussen betrachtet sieht das aus wie "getroffener hund bellt".
    wenn es dann auch noch eine jung und dynamische alleswissende ist.....

    und solche menschen werden auch noch auf die jugend losgelassen, kann sein das wir deshalb so gut bei pisa abschneiden.


    mfg lille

  6. #5
    Avatar von kcwknarf

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    Re: Persönlichkeitsrechte unterliegen Nutzerechten

    Zitat Zitat von antibes",p="740685
    Nun stelle ich mir vor, wie die Privatsphäre des "Getesteten" erhalten bleibt, wenn der Nachbar um die Ecke seine Bewertung im Netz nachlesen kann. Wie die Bewertungen der Schüler zustande kommen können, wissen wir doch aus unserer Schulzeit. Lieblingslehrer war doch ein geläufiges Wort.
    Ich finde das Urteil klasse.
    Warum sollten nur Lehrer das Recht haben, Schüler benoten zu dürfen. Und gehen diese Schüler mit den sehr subjektiven Noten (meistens eben nur durch einen lehrer im Fach) zum Vorstellungsgespräch werden sie dadurch ja auch öffentlich.

    Lehrer sollen gefälligst ihren Job ernst nehmen.
    In der Wirtschaft geht jeder drauf, der schlechte Leistung bringt. Lehrer mit schlechten Noten über das Portal können trotzdem bis zur Rente weiterarbeiten. Das ist der eigentliche Skandal. Und daher ist es sogar ganz gut, wenn zumindest ein gewisser öffentlicher Druck vomn Nachbarn besteht.

    Leute wie Ackermann & Co. stehen ja auch auf der "Anklagebank" der Nachbarn.

    Andererseits sollte man aber auch privat und geschäftlich auseinanderhalten. Und somit hat eben das Lehrertum nichts mit der Privatsphäre des Einzelnen zu tun. Wer mies zu Schülern ist kann ja zu Hause ganz lieb zu seinen eigenen Kindern sein. Also alles in Ordnung. Es gibt noch kluge Richter.

  7. #6
    antibes
    Avatar von antibes

    Re: Persönlichkeitsrechte unterliegen Nutzerechten

    Wir hatten in der 12. Klasse einen Lehrer für Chemie, der wie Stan Laurel aussah. Der hatte, obwohl fachlich gut und auch sonst fair, überhaupt keine Chance. Er wurde rausgemobbt.

    Nachfolger, nach dessen Nervenzusammenbruch, war ein wilder Feger, der sein Hauptbetätigungsfeld eher in der Betreuung nach dem Unterricht der Schülerinnen sah.

    Bei den Mädels hätte er bestimmt eine 1+ eingefahren.

  8. #7
    Avatar von Charly

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    Re: Persönlichkeitsrechte unterliegen Nutzerechten

    Ja bei uns wars der <athe Lehrer, extrem hart, was ihm sicher einige Minuspunkte gebracht haette, aber er was saugut.

    Meine ersten EDV Kentnisse habe ich ihm zu verdanken.

  9. #8
    Avatar von Nokhu

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    Re: Persönlichkeitsrechte unterliegen Nutzerechten

    Persönlichkeitsrechte in D-Land???

    5555

    war wohl nix, bzw. nur mit entsprechender Lobby. :P

  10. #9
    Avatar von kcwknarf

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    Re: Persönlichkeitsrechte unterliegen Nutzerechten

    Zitat Zitat von Charly",p="740884
    Ja bei uns wars der <athe Lehrer, extrem hart, was ihm sicher einige Minuspunkte gebracht haette, aber er was saugut.
    Extrem hart und saugut ist für mich ein Widerspruch.
    Aber genau das ist halt das Problem. Manche Schüler mögen lieber die harten, manche die soften Lehrer.

    Das ganze Wertungssystem bringt ohnehin nur etwas, wenn es eine freie Lehrerwahl geben würde. Und dafür plädiere ich.
    Als ich in der Schule war und erfuhr, wer mein Lehrer wurde, war mir klar, dass das nur ein 4 oder 5 geben würde. Da konnte ich mich anstrengen, wie ich wollte Manche Lehrer mögen bestimmte Schülertypen einfach nicht (und umgekehrt).

    Dasselbe Fach, ein anderer Lehrer und schwupps hatte ich eine 2 auf dem Zeugnis bei gleichen Leistungen (und trotzdem ähnliche Notenspiegel über die Klases hinweg).

    Lehrer und Schüler sollten harmonieren. Und daher muss es möglich sein, mir meine Lehrer wählen zu dürfen. Wenn ich als erwachsener Privatunterricht nehme, dann wähle ich ihn mir ja auch selber aus. Ebenso sollte es natürlich möglich sein, dass Lehrer Schüler ablehnen.

    Ich glaube, ich sollte mal ein Buch über ein neues Schulkonzept schreiben.