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In Abzockfalle gelaufen

Erstellt von dutlek, 30.01.2010, 15:56 Uhr · 133 Antworten · 10.325 Aufrufe

  1. #71
    Avatar von strike

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    28.011

    Re: In Abzockfalle gelaufen

    Zitat Zitat von phi mee",p="821106
    Im allgemeinen denke ich nicht so radikal, aber da einen unser Rechtsstaat den Bürger hierbei völlig im Regen stehen lässt, kommt mir schon der Gedanke, dass das Volk die Sache mal in die eigene Hand nehmen müsste.


    phi mee
    Bolivien.
    Geil.
    Endlich etwas mehr Recht für viele.
    Natürlich fallen dort auch Späne

  2.  
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  3. #72
    Avatar von

    Re: In Abzockfalle gelaufen

    Hier ist gerade einer dabei den Spies mal umzudrehen.

    Mitspielen - und Geld verlieren: So ging es in den letzten Jahren vielen Menschen, die auf die Internetseite Onlinequiz.de hereinfielen. Michael Werner nicht. Er verklagte erfolgreich die Münchner Betreiberfirma - und hofft jetzt auf über eine Million Euro.

    Onlinequiz.de sorgt seit vier Jahren für Ärger und Verdruss bei vielen Internetsurfern. Auf der Seite werden Wissensfragen gestellt und jeweils vier Lösungsmöglichkeiten angeboten. Wer auf die richtigen Antworten tippt, rutscht eine Stufe höher. Dabei lockt Onlinequiz.de mit satten Gewinnen. Sieger des Spiels könnten eine glatte Million Euro gewinnen.

    Die Sache hatte allerdings auch einen Haken. Während die erste Runde bei Onlinequiz.de noch kostenlos war, wurden anschließend - nach einer Anmeldung - pro Spielrunde 9,90 Euro fällig. Viele Teilnehmer übersahen diese Kostenpflicht allerdings und beschwerten sich dann über teure Abzocke. Auch Verbraucherschützer warnen schon lange vor der Seite.

    Doch Michael Werner schreckte das nicht ab. Der Kölner Musiker nahm im Herbst 2006 zusammen mit einem Freund an Onlinequiz.de teil - und war höchst erfolgreich. Der Rheinländer beantwortete alle Fragen richtig, zog alle Spielstufen in der vorgegebenen Zeit durch und landete schließlich beim Preisgeld von einer Million Euro.

    Die Ernüchterung folgte prompt. Werner forderte bei Onlinequiz.de seine Million ein - und bekam nach eigenen Angaben keinerlei Antwort, "weder auf Briefe, Emails noch auf Anrufe", berichtet er.

    Davon ließ sich der Kölner ("Vor juristischen Auseinandersetzungen schrecke ich grundsätzlich nicht zurück") aber nicht beirren. Er zog vor das Amtsgericht München und verklagte die Firma. Um das Kostenrisiko im Falle einer Niederlage gering zu halten, forderte Werner zunächst einmal nur 1000 Euro.

    Und das Amtsgericht - wie nun auch in zweiter Instanz das Landgericht München I - gab dem Musiker recht: Er hat Anspruch auf seinen Gewinn.

    Die Betreiber der Internetseite argumentierten zwar vor Gericht, sie betrieben ein "Glücks- und Geschicklichkeitsspiel" im Sinne des § 762 BGB, weshalb kein Anspruch auf Auszahlung des Gewinns bestehe.

    Die Richter sahen das allerdings anders. Onlinequiz.de sei eben kein Glücksspiel oder eine Wette. "Hauptmerkmal ist gerade nicht das Zufallselement, sondern das Wissenselement", heißt es im Urteil des Landgerichts wörtlich. Bei Onlinequiz.de komme nur derjenige weiter, der auch wirklich etwas weiß. Rein rechtlich handle es sich also um eine sogenannte Auslobung eines Preises. Die Folge: Michael Werner habe Anspruch auf seinen Gewinn - zunächst einmal die eingeklagten 1000 Euro.

    Eine Revision gegen ihr Urteil (Az. 34 S 8174/09) ließen die Münchner Richter nicht zu.

    Mit den 1000 Euro will sich der Kölner allerdings nicht zufrieden geben. Werner will die Million Euro, die ihm versprochen wurde. "Mein Mandant ist niemand, der sich auf den Arm nehmen lässt", sagt sein Anwalt Tarek Abdallah. "Er hat eine Million Euro gewonnen und wird diesen Rechtsanspruch auch mit allen Mitteln durchsetzen."

    Ein Mahnbescheid, den Anwalt Abdallah an den Betreiber von Onlinequiz.de verschicken ließ, kam zwar jetzt als "unzustellbar" zurück. Doch auch das schreckt den Juristen und seinen Mandaten nicht ab. Ein weiterer Mahnbescheid ist schon wieder unterwegs. "Egal was die Gegenseite unternehmen sollte: Wir kriegen sie, früher oder später", gibt sich Werner kämpferisch. "Ich habe noch nie in meinem Leben aufgegeben und werde dieses Prinzip ganz sicher nicht wegen einer Handvoll zwielichtiger Gestalten brechen."

    Nur in einem Fall ließe er sich - vielleicht - von seiner Millionen-Forderung abbringen, sagt Werner: "Sollten die sich melden und mir ein akzeptables Vergleichsangebot machen, bin ich durchaus bereit, mich mit ihnen zu einigen." bo
    http://www.augsburger-allgemeine.de/...geid,4289.html

  4. #73
    Doc-Bryce
    Avatar von Doc-Bryce

    Re: In Abzockfalle gelaufen

    zur aktuellen situation des threadstarters.


    Gericht stellt Erlösmodell der Abmahn-Industrie in Frage

    Ein Urteil (PDF ) des Amtsgerichts (AG) Frankfurt (Az. 31 C 1078/09) vom 29. Januar 2010 könnte das lukrative Erlösmodell mit Massenabmahnungen aufgrund von Urheberrechtsverletzungen ins Wanken bringen. Der Amtsrichter verweigerte dem abmahnenden Anwalt die Erstattung der eingeforderten Gebühren durch den Abgemahnten.

    [highlight=yellow:93a0c7c563]Im vorliegenden Fall hatte der Frankfurter Rechtsanwalt Udo Kornmeier wegen eines Download-Angebots in einer Tauschbörse abgemahnt.[/highlight:93a0c7c563] Mandatiert wurde er vom Unternehmen DigiProtect, das nicht nur IP-Adressen von Tauschbörsennutzern erhebt, sondern auch als Inhaber von Nutzungsrechten für einzelne Musikstücke in Tauschbörsen fungiert. Als der Abgemahnte die Zahlung einer Pauschalabgeltung für Schadensersatz und Anwaltshonorar in Höhe von 450 Euro verweigerte, klagte DigiProtect auf Erstattung der Anwaltsgebühren in voller Höhe (651,80 Euro).

    Das Gericht würdigte bei seiner Entscheidungsfindung offensichtlich neue Erkenntnisse, über die auch c´t ausführlich berichtet hat: Einem im November im Web aufgetauchten Fax zufolge, das allem Anschein nach Anwalt Kornmeier im März 2008 an die britische Kanzlei Davenport Lyons geschickt hatte, stellte Kornmeier nicht wie üblich für jeden Einzelfall die entstandenen Kosten in Rechnung, sondern rechnete seine Einschaltung allem Anschein nach pauschal ab.

    Dies bestätigte Kornmeier mittlerweile in einer eidesstattlichen Versicherung gegenüber dem Landgericht Frankfurt. Seiner Mandantin DigiProtect sei es wegen der Vielzahl von Abmahnschreiben aus wirtschaftlichen Gründen unmöglich, für jeden einzelnen Fall eine anwaltliche Vergütung auf Basis einer 1,3-Gebühr nach dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG) zu bezahlen. Experten folgern aus dieser Aussage schon seit längerem, dass Kornmeier gegenüber den Abgemahnten nicht die hohen Gebühren nach dem RVG, sondern nur die tatsächlich vom Auftraggeber erstatteten Kosten verlangen darf.

    Dieser Argumentation folgte nun das AG Frankfurt. DigiProtect sei kein erstattungsfähiger Anspruch in Höhe von 651,80 Euro entstanden, erklärte der Richter in seiner Urteilsbegründung. Das Unternehmen könne allenfalls einen Schaden "gemäß der sich aus dem geschlossenen Beratungsvertrag ergebenen Vermögenseinbuße" geltend machen. Weil weder DigiProtect noch Kornmeier aber die Vereinbarung offenlegten, sei die Klage abzuweisen gewesen.

    Sollte diese Argumentation des Gerichts auch bei anderen, ähnlich agierenden Protagonisten Anwendung finden, könnte dies das "Geschäftsmodell" der Massenabmahner in der bisherigen Form zunichte machen. Die abmahnenden Rechtsanwälte dürften das Interesse daran verlieren, wenn ihnen die Möglichkeit entzogen würde, hohe Summen nach Gebührenordnung zu kassieren, die ihnen laut AG Frankfurt nicht zustehen. Das Urteil ist allerdings noch nicht rechtskräftig.
    Quelle

  5. #74
    Avatar von tomtom24

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    4.421

    Re: In Abzockfalle gelaufen

    Ein interessantes und wichtiges Urteil.

    ich denke, schoen langsam sollte der Gestzgeber die Abmahnungen wirklich einmal stoppen. Und Rechtsanwaelte, die abmahnen, sollte die Erlaubnis zur Rechtsvertretung entsogen werden, da sie ja offensichtlich so schlechte Rechtsanwaelte sind, dass sie von normalen Rechtsstreiten ja anscheindend nicht leben koennen.

    Ausserdem steht hier ja auch ganz deutlich die reine Gewinnabsicht dahinter. ich denke, das Blatt wird sich bald wenden. Zu Ungunsten von diesen asozialen Pseudoanwaelten, die einen ganzen berufsstand in Misskredit bringen (noch mehr).

    Zum Abmahnen sollte so ne Art TUEV-Zertifikat gemacht werden muessen ausserdem.

  6. #75
    Doc-Bryce
    Avatar von Doc-Bryce

    Re: In Abzockfalle gelaufen

    achja, noch einmal zu post #73

    hier noch einmal für den threadstarter die original PDF ausgabe des urteils

  7. #76
    Avatar von Pee Niko

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    2.792

    Re: In Abzockfalle gelaufen

    Mir ist immer noch unverständlich, wie ein Kläger das Vergehen eines illegalen Downloads o. ä. beweist?

    Nehmen wir bspw. an, der Kläger beschuldigt den Beklagten eines solchen Vergehens, indem er behauptet, dass die IP des Beklagten zur fraglichen Zeit auf seiner Website gelogt war.
    Darauf hin fordert der Kläger die Realadresse per Gerichtsbeschluss vom Provider ein und verklagt den Beklagten.

    Wie im Fall "Dutlek" geschehen.

    Behaupten kann man ja viel, aber muss der Kläger nicht irgendeinen Beweis vorlegen, bevor er den Realnamen beim Provider einfordert?
    Oder reicht es, wenn er die Textversion des IP-Logfiles mal eben an das Gericht schickt?

    Irgendwie kommt mir die gaze Beweisführung unheimlich wackelig vor.
    Auch im Zivilrecht muss mir ein Unrecht erst nachgewiesen werden.

  8. #77
    Avatar von Enrico

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    870

    Re: In Abzockfalle gelaufen

    Das downloaden ist nicht Strafbar (bzw. Grauzone), das bei solchen Programmen meist automatische damit verbundene Verbreiten, das ist als solches strafbar und wird verfolgt.

    Die ganze Abmahnerrei ist aber wie andere schon geschrieben, einfach nur lächerlich und Einnahmequelle missglückter Anwälte

  9. #78
    Avatar von Joe70

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    206

    Re: In Abzockfalle gelaufen

    @Pee Niko
    Alles richtig erkannt. Also eine Firma aufmachen, IP Adressen erfassen die Online sind (am besten von T-Home), ob ne Tauschbörse läuft ist egal, einen Freeze Antrag an T-Home senden, das die IP-Adressen Zuordnung nicht gelöscht werden, einen Winkeladvokaten äh Rechtsanwalt suchen, Auskunfts ersuchen übers Gericht an T-Home senden, 25 Euro pro IP Adressenauskunft an T-Home senden und dann die Klarnamen bekommen. Beweise hierfür nicht nötig bzw. einfach angeben das man eine 105% ige Logsoftware besitzt mit nem Gutachten. Nun geht die Abmahnung raus. Die ersten 25% der Beschuldigten zahlen aus Schock sofort, die anderen 25% nachdem Sie beim Rechtsanwalt waren der gesagt geringe Chance zu beweisen, das man es nicht war. Gerichte entscheiden hier in Deutschland meist für den Abmahner.
    Schade das es nicht mehr wie früher ist. War zwar unangenehm, so ne Hausdurchsuchung von der Kripo morgens um 6Uhr, aber wann man unschuldig war, also keine Tauschbörse bzw. die betreffenden mp3 auf dem Rechner war mein raus. Jetzt keine Chance. Deutschland halt.

    Mfg
    Joe70

  10. #79
    Avatar von Enrico

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    870

    Re: In Abzockfalle gelaufen

    Was auch gerne übersehen wird in der ganzen Geschichte: Jemand läd in seiner Tauschbörse was hoch, loggt sich aus, ein anderer loggt sich ein und bekommt dessen IP, Pakete von dem anderen Nutzer sind aber noch unterwegs. Bingo, auch dann biste schuldig heut zu Tage, aber erklär das mal nen Richter wie das Internet funktioniert

    Für die ist leider immer alles klar, scheinbar nur damit sie es vom Tisch haben...

  11. #80
    Avatar von Thai2009

    Registriert seit
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    Beiträge
    175

    Re: In Abzockfalle gelaufen

    Mal so zur Info für die ganzen Raubkopierer hier! http://www.anwalt24.de/fachartikel/a...at-is-love-2k9

Seite 8 von 14 ErsteErste ... 678910 ... LetzteLetzte

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