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DisainaM

Phuket Thailand im Wandel der Zeit

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von am 01.02.12 um 07:32 (2003 Hits)
Als ich 1992 auf Phuket die Küstenstrasse von Patong nach Karon fuhr,
war diese Strecke ein Abenteuer.
Sie kurvte gefährlich durch höhere Bergkuppen, bevor sie in Karon mündete.
Die Strecke war derartig spektakulär,
dass manche Kurven, mit ihrem Ausblick über die kommende Bucht,
von Selbstmördern missbraucht wurden,
und schliesslich dazu führte,
dass man 1997 begann, die gesamte Streckenführung sicherer zu machen,
soll heissen,
die Kurven mit Ausblick dadurch zu entschärfen, indem man den Ausblick blockierte, entweder durch Bepflanzung, Werbeschilder oder neue Streckenführung,
sodass am Ende nur eine unspektakuläre Strassenverbindung zwischen den beiden Orten übrig blieb.

Die Erinnerung an die ursprüngliche Strecke jedoch,
mit den view to kill Aussichten auf wunderschöne Strände, unbebaute Küste,
eingerahmt noch durch den Umstand, dass an der Felsenstrasse quergewachsene Palmen den Rahmen für diese Bilder gaben,
bleiben unvergesslich.

Erinnert man sich an den chinesischen Turm im englischen Garten in München,
und stellt sich vor, dass all diese chinesischen Türme in Thailand vor 1997 noch nicht abgerissen waren,
alleine an der Küste von Patong zu Karon, war einer, und der andere neben dem berühmten Aussichtspunkt, wo man auf die 3 Buchten sehen kann,

so war es für mich einer meiner liebsten chill outs, als ich 1992 nachts in dem öffentlich zugänglichen Turm zwischen Patong und karon im Dunkeln aufs Meer sah,
und diese Fischerboote in Ferne, die mit Licht fischten, und ihre Boote eine phantastische Silouette, wie beleuchtete Schnecken im Meer hergaben.

All diese Orte, wo man alleine oder zu zweit seinen chill out haben konnte, mit einem phantastischen Panorameblick,
sie gibt es alle nicht mehr.
Die meisten Orte mit panoramablick, sind durch unzählige Hotels, privat Resorts, usw. privatisiert worden,
und drängen den Touristen in Trampelpfade,
wo er fast unendwegt von Händlern zum Konsum animiert wird,

dennoch sind Urlauber, die das erste Mal nach Phuket oder Koh Samui kommen, begeistert,
gut, sie wissen nicht, wie es früher einmal war,
wo die Langsamkeit herrschte, die Einheimischen sich mehr Zeit nehmen konnte,
mit dem Touristen zu kommunizieren und Spässchen zu machen,
diese Kulisse, eingerahmt durch die romantische Thaimusik von Bird, war für die meisten Thailandurlauber die Killer Aplikation im Kopf,
die zu dem einmal Thailand, immer Thailand führte.

Klar gab es auch unschöne Sachen, dazu gehörte der Kampf, wenn einer abseits der Orte einen Unfall hatte,
dass man befürchten musste, von burmesischen Landarbeitern gefunden, und sofort beim Unfallort mit Bambusstangen erstochen zu werden,
damit man in Ruhe ausgeraubt werden konnte, weil der Glaube war, kommt jemand vom Weg ab, kann der Finder den vom karma zur Bestrafung freigegebenen nun ernten.
Aber bereits 1993 galt dies bereits nur abseits von Phuket, auf dem Festland, wo man zu dieser Zeit nachts kaum Auto fuhr.

Auch die Toiletten in den Bungalows brachten den Kontakt zu faustdicken ......laken,
dafür konnte man an den Stränden noch die Papageienrufe aus dem Plamenwäldern hören, eine irre Geräuschkulisse.
(nun wird demnächst wohl Burma mit der Schlachtung anstehen, wo Leute bei Panoramablicken sagen, dass soll mein Panoramablick werden, hier bau ich meinen Schrott hin, aber das ist der Weg der Zeit)
Ich kann mich an meine Verwunderung erinnern, als ich 1997 an den Strassenrändern der Küstenstrasse um Phuket durchgängige deutsche Autobahnbeplankung vorfinden konnte.
Ja, alles wurde sehr sicher, weniger abenteuerlich.

Ohne den Blick auf Deutschland, wo sich die Kulisse in den letzten 25 Jahren kaum verändert hat,
hat sich Thailand komplett gewandelt, und ist ein völlig anderes Thailand geworden.
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Kommentare

  1. Avatar von Klaus_Oz
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    Ich kenne solche Veränderungen von Koh Phangan, wo ich im Jahr 1993 zum ersten Mal hinkam. Da hat der Ausbau der Straße von Tong Sala (wo man mit der Fähre ankommt) nach Haad Rin (wo die mittlerweile völlig kommerzialisierte Full Moon Party monatlich steigt) extreme Veränderungen verursacht. Jetzt kann man nämlich immer dort langfahren, wohingegen damals noch eine Schlammpiste in der Regenzeit war. Dann gings nur noch mit Booten. Auch gab es damals fast ausschließlich die einfachen Bambushütten, meist nicht mal mit dahintergemauertem Badezimmer. Ich fand's damals einfach toll, genau mein Ding. Schade daß der Wandel der Zeit irgendwie immer mit der Zerstörung des speziellen Flairs einhergeht. Ich habe es in Malaysia erlebt, daß nachdem die Meute der Massentouristen weitergezogen war nur noch verlassene Bauruinen zu finden waren und nichts mehr von der einst natürlichen Schönheit der Orte. So bleibt mir dann nur übrig irgendwo anders wieder die schöne Idylle zu entdecken, bis irgendwann der Kommerz einzieht und das Spiel von vorne losgeht...
  2. Avatar von Ingz
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    naja, urlaubsromantik hin oder her, die bauen ihre infrastruktur aus. das vereinfacht den tourismus, ermöglicht schnellere einfachere handhabung der touristenströme und nebenbei, in der offsaison den leuten vor ort den transport etc.
    schade ist es um papageienrufe etc. aber in deutschland findest du ja auch kaum noch schwarzwild & ähnliches in besiedeltem gebiet.
    man kann nur hoffen, das die modernisierung professionell geleitet wird, um das maximum an touristischem potenzial zu erzielen. 1 A infrastruktur/sicherheit bei optimierter kulisse (natur, architektur) was wohl kaum möglich ist :/