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Wein nach Thailand

Erstellt von norberti, 27.06.2010, 10:20 Uhr · 76 Antworten · 10.538 Aufrufe

  1. #41
    Avatar von sombath

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    Hallo maeeutik ,
    die Gesetzeslage ist klar , aber wie ist die Realität ?
    2 Beispiele
    Im Deutschen Weingesetz steht , die Hefe darf nicht ausgepresst werden .
    Bis vor ca. 20 Jahren hat man nach der Gärung den klaren Wein langsam abgezogen und aus dem
    Restwein mit der Hefe wurde Weinbrannt produziert .
    Heute wird die Hefe mit einer Filterpresse aus dem Wein ausfiltriert , die Filterpresse nennt man
    eben Weinhefefilter . Aber es ist ein pressen mit ca 20 bar .
    Oder
    Da der Württemberger Rotwein eine schwache rote Farbe hat , gibt es hier eine Ausnamegenemigung
    vom Weingesetz , daß der Wein mit dunkelrotem Spanischen Wein gefärbt werden darf .
    oder
    ein guter Freund hat in Deidesheim große Lagen " Herrgottsacker " .
    Ein Großabfüller kauft bei ihm 5000 l dieser Lage mit Zertifikat .
    Die Firma braucht eigentlich nur das Zertifikat u. macht dann 50000 l draus .

    Sombath

  2.  
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  3. #42
    Avatar von Helli

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    Zitat Zitat von sombath Beitrag anzeigen
    ...bei Langgut Erben zu tun und habe gesehen was da abging...
    Du meinst die Großkellerei in Traben-Trarbach? Diese Kleinstadt an der Mosel ist schon ein paar Jahrhunderte
    Zentrum des Großhandels mit Moselweinen (die vielen Jugendstil-Villen geben Zeugnis davon). Die Firma
    Langguth ist da schon sehr lange vertreten und mir in erster Linie als Hersteller und Vermarkter von Massen-
    sekten bekannt. Damit hat er die Firma Drahten in Alf abgelöst, der irgendwann die Luft ausgegangen ist. Hier
    wurden bereits in den 50ern die gleichen ausländischen Weine per Kesselwagen auf dem gegenüber liegenden
    Bahnhof in Bullay angeliefert und zu Sekt (und vielleicht auch Schaumwein) verarbeitet.
    Langguth hat auch mit seiner Kreation "Himmlisches Moseltröpfchen" ein gutes Geschäft gemacht, bis er das
    wegen "Unregelmässigkeiten" runter fahren musste (kann sein, dass er da sogar eine Teil-Pleite hingelegt hat,
    denn moselabwärts in Briedern steht bis heute noch ein vergammelnder Rest einer Produktionshalle).
    Ansonsten findet man den Namen in Märkten der REWE- und EDEKA-Gruppe oder Reste in den Ramschläden
    von MEHAKO (ehemals Metzen).
    Wie Maeeutik schon ausgeführt hat, wenn man mit Wein ins große Geschäft (z.B. Export) kommen will, muss
    man größere Mengen der gleichen Lage (Namen) und Qualität anbieten können. Das ist bei den z.T. kleinen
    Lagen an der kurvenreichen Mosel etwas schwieriger als anderswo. Deswegen gab es an der Mosel auch vor
    einiger Zeit eine Bereinigung dieser Namensvielfalt. Die kleinen Winzer (die meisten heute im Nebenerwerb)
    konnten sich lange Zeit mit diesen Großlagen-Namen nicht anfreunden, nachdem die Nachfrage nach guten
    Rieslingweinen das Angebot aber überholt hat, der Tourismus trägt mit dazu bei, haben sie keine Nachteile
    mehr dadurch und sind's zufrieden.
    Übrigens gibt es an der Mosel noch mehr und auch größere Betriebe dieser Art. Einer davon ist die Winzerge-
    nossenschaft in Bernkastel-Kues und der Grösste wohl die Reichsburg-Kellerei in Cochem. Alles, was Du an
    Flaschenweinen bei ALDI-Süd im Regal findest, wird in Cochem abgefüllt - egal woher!

    Letztlich noch eine Anmerkung: Seit der letzten Änderung des Weingesetzes ist es in RPL ja wieder erlaubt,
    Rotweine anzubauen. Das ist jetzt ca. 15 Jahre her aber in dieser Zeit hat sich die Nachfrage auch stark ver-
    ändert. Wollte man damals durch die starke Nachfrage nach Rotweinen den Winzern neue Verdienstmöglich-
    keiten schaffen so hat sich seitdem aber der Rieslingwein mehr als durchgesetzt. Von den vielen Winzern, die
    teilweise auf Rot umgestiegen sind, gibt es einige, wenige Gute, aber andererseits auch eine ganze Menge
    Schrott (nur Füllweine). Bei Neuanlagen sieht man heute wieder fast nur Riesling und das ist gut so!

    Abschließende Bemerkung: Solltest Du mal mit Deiner Frau in die Gegend von Traben-Trarbach kommen, bring'
    ein wenig Zeit mit. Dort ist vor wenigen Jahren in einem ehemaligen Weingut ein Buddha-Museum vom Feinsten
    entstanden. Diese Ansammlung von Originalen findest Du auch in TH nicht! Weiss der Himmel, wie der private(!)
    Eigentümer diese zusammentragen konnte. Ein Besuch lohnt sich wirklich!

  4. #43
    Avatar von Helli

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    Zitat Zitat von sombath Beitrag anzeigen
    Im Deutschen Weingesetz steht , die Hefe darf nicht ausgepresst werden.
    Das wäre aber traurig, wo soll denn dann der gute Hefe-Schnaps (zählt der zu Weinbrand?) noch herkommen?
    Es gibt Leute (wie mein ehem. Chef), die sind süchtig danach und durch den millionenfachen Tourismus an der
    Mosel kriegen die Brennereien kaum genug Nachschub ran, bzw. wird dem Schnaps kaum noch genug Zeit gegeben
    die notwendig Reife (4-5 Jahre) zu bekommen. Dafür findet man Trester (früher der Schnaps für werktags, weil
    preiswert) immer weniger. Den kann man nach 8-10 Jahren Reifezeit aber auch akzeptieren und geniessen.

  5. #44
    Avatar von sombath

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    Ja genau die meine ich .
    Da gibt es unten an der Mosel die alte Kellerei in die man die Besucher führt .
    Die eigentliche Weinfabrik liegt jedoch oben auf dem Berg u. sieht aus wie eine Ölraffinerie .
    Fast den gleichen Betrieb kenne ich in Bernkastel-Kues , die Fa. Mertens .
    Noch was zur Weinhefe .
    Als man den Wein noch langsam abgezogen hat , war unten im Gärtank ein Hefe-Weingemisch
    mit ca. 85% Wein .
    Heute , nachdem man dieses Gemisch auspreßt sind es gerade noch ca. 20%.
    Dh man gewinnt zusätzlichen Wein .
    Die Befürworter dieser Methode behaupten ( kann ich nicht beurteilen ), daß gerade in dem Wein ,
    der sich unten in der Hefe befindet , besonders viele Aromastoffe u. Geschmacksstoffe befinden
    die man so zurückgewinnen würde .

    Sombath

  6. #45
    Avatar von nico52

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    Zitat Zitat von fox Beitrag anzeigen

    P.S. Wenn Du ein paar Flaschen prima Amarone brauchst gib Bescheid
    Echt? Bin interessiert!!! Und wie lageerst Du die edlen Tropfen?

  7. #46
    Avatar von Yogi

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    Zitat Zitat von Helli Beitrag anzeigen
    Dafür findet man Trester (früher der Schnaps für werktags, weil
    preiswert) immer weniger. Den kann man nach 8-10 Jahren Reifezeit aber auch akzeptieren und geniessen.
    Berichtige mich, aber z.B. Grappa = Trester.
    Aus den Resten beim Weinpressen haben jedenfalls meine italienischen Kollegen den Grappa im Iran gebrannt, .

  8. #47
    Avatar von Helli

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    Zitat Zitat von sombath Beitrag anzeigen
    Noch was zur Weinhefe.
    Als man den Wein noch langsam abgezogen hat, war unten im Gärtank ein Hefe-Weingemisch mit ca. 85% Wein.
    Heute , nachdem man dieses Gemisch auspreßt sind es gerade noch ca. 20%. Dh man gewinnt zusätzlichen Wein.
    Die Befürworter dieser Methode behaupten (kann ich nicht beurteilen), daß gerade in dem Wein, der sich unten in der Hefe befindet, besonders viele Aromastoffe u. Geschmacksstoffe befinden, die man so zurückgewinnen würde.
    Das kann durchaus sein, wäre auch nachvollziehbar.
    Letztlich entscheidet der Kellermeister, was ihm mehr in die Kasse bringt: Schnaps oder Wein!

  9. #48
    Avatar von Helli

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    Zitat Zitat von Yogi Beitrag anzeigen
    Berichtige mich, aber z.B. Grappa = Trester. Aus den Resten beim Weinpressen haben jedenfalls meine italienischen Kollegen den Grappa im Iran gebrannt, .
    Soweit mir bekannt, ist der Grappa ein Maischebrand. Das heisst, dass man die Trauben durch die Mühle jagt und die dadurch entstandene Maische (Brühe und Brocken) vergären lässt und dann brennt. (von den Franzosen in Burgund kenne ich das auch so - mir fällt aber die dortige Bezeichnung nicht mehr ein).

    Beim Trester ist das etwas anders. Man nimmt die Rückstände aus der Kelter, also den trockenen Treber (Schalen und Stile), rödelt den unter Zusatz von etwas Wasser wieder auf und lässt den gären (in den Schalen ist ja noch ein wenig Zucker) und brennt das dann.

    Frischen Trester nimmt man zum Einreiben (z.B. gegen Schweißfüße). Nein, er schmeckt erbärmlich (Lao Khao lässt grüßen). Wenn die Flasche aber mal 8-10 Jahre im Keller gelegen hat und der Inhalt goldgelb geworden ist, ist das durchaus eine schmackhafte Angelegenheit.

  10. #49
    Avatar von Chumpae

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    Zitat Zitat von Yogi Beitrag anzeigen
    Berichtige mich, aber z.B. Grappa = Trester.
    Aus den Resten beim Weinpressen haben jedenfalls meine italienischen Kollegen den Grappa im Iran gebrannt, .
    Ich hatte mal das Vergnügen im slowenisch-italienischen Grenzgebiet diesen aus Resten Gebrannten angeboten zu bekommen. Dat Zeugs ist fantastisch-auf meine Frage hin:"Wo man das kaufen kann?"-Die Antwort:"Die gibt der Winzer seinen besten Kunden und normalerweise in der Qualität nicht im Handel zu erhalten!".Recht hamse gehabt, zu technischen Fragen der Herstellung sehen sie bitte unter doc@helli.!!!

  11. #50
    Avatar von nico52

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    Zitat Zitat von Helli Beitrag anzeigen
    Soweit mir bekannt, ist der Grappa ein Maischebrand. Das heisst, dass man die Trauben durch die Mühle jagt und die dadurch entstandene Maische (Brühe und Brocken) vergären lässt und dann brennt. (von den Franzosen in Burgund kenne ich das auch so - mir fällt aber die dortige Bezeichnung nicht mehr ein).

    .
    Italienisch: Grappa
    Franzoesisch: Marc
    Deutsch: Weinbrand

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