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Rueckkauf ausgeschlagener Erbschaft

Erstellt von MadMac, 09.11.2017, 09:29 Uhr · 26 Antworten · 523 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von MadMac

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    Rueckkauf ausgeschlagener Erbschaft

    Ich hab mal eine rechtliche Frage bezueglich DL, evtl. hat jemand sowas ja schonmal durch und kann mich in die richtige Richtung leiten .

    Mein Opa hatte eine Pappenfabrik in der Naehe von Chemnitz. Diese war bis zu seinem Tod 1975 in Privatbesitz und wurde von den Kommunisten so gut es ging kaputtgemacht. Nach seinem Tod hat die Verwandtschaft das Erbe ausgeschlagen, da auch hier Angst mit angeblich hohen Schulden gemacht wurde, die aber nie bestanden.

    Das Objekt ist mittlerweile geteilt, besteht aber aus einem grossen Park mit dem Haupthaus und mit vielen Freiflaechen, direkt gelegen an der Chemnitz (ist ein Fluss, der der Stadt den Namen gab).

    Meine Gedanken drehen sich derzeit um einen evtl. Rueckkauf eines der beiden Teile mit dem grossen Haus. Das ist seit 40 Jahen im Verfall und braucht massive Sanierung. Der Preis muesste sich also am Boden bewegen.

    Was ich nicht weiss, wem das nun genau gehoert, angeblich einer Bank, das laesst sich aber rausfinden.

    Nun zur Frage, meine Eltern behaupten, dass man als ehemaliger Erbe, der Ebendieses ausgeschlagen hat (also auch ich damals mit 5 Jahren), angeblich dieses Objekt nicht zurueckkaufen kann. Die Familie hatte das wohl mal vor vielen Jahren erfolglos probiert. Also, kann ich, so der Preis stimmt, dieses Land+Haus zurueckkaufen zum Marktpreis, oder gibt es da tatsaechlich irgendwelche Beschraenkungen? Zusatzfrage, wird bei Investitionen aus dem Ausland hier noch gefoerdert, speziell in Sachsen?

    Freu mich auf evtl. Antworten, ist aber eher kompliziert .
    Danke!

  2.  
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  3. #2
    Avatar von DisainaM

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    Grundsaetzlich kann im Rahmen der Vertragsfreiheit,
    jeder Kaeufer sich mit einem Verkaeufer ueber einen Vertragsgegenstand einigen,

    im Interesse des Kaeufers ist natuerlich,
    das der angebliche Verkaeufer berechtigt ist, und ueberhaupt Verfuegungsgewalt ueber das gewuenschte Objekt hat.

    nun zu dem Themenkomplex,
    Ansprueche auf einen Grundstuecksrueckkauf aus einem erbschaftlichen Anspruch
    Wenn hier nun ein etwas unklarer Zusammenhang eines Wiederruf einer Erbausschlagung,

    Grundsätzlich ist die Ausschlagung unwiderruflich. Tauchen nach der Erbausschlagung noch bisher unbekannte Vermögenswerte auf, kann die Erbausschlagung innerhalb von sechs Wochen ab Bekanntwerden der Gründe angefochten und somit die Erbschaft angetreten werden (§ 1954 BGB), wenn die Ausschlagung unter Angabe des Grundes Überschuldung erfolgte. Die Rechtsprechung stellt jedoch gewisse Anforderungen an die Ermittlungen des Erben vor der Ausschlagung. Für die Form der Anfechtung gilt das gleiche wie oben.
    neben dem deutschen Recht, nun ev. auch das ehemalige DDR Recht herein spielen,
    wo die Uebernahme durch die Kommunisten unter indirekten Zwang ev. noch stattfanden,
    (Fristen, Verfristung, neue Kenntnisse, Wertung dieser Kenntnisse, und die Frage, welches Recht wie zusammenwirkt)
    haben wir erstmal einen sehr komplizierten rechtlichen Zusammenhang,
    wo man sich an einen Erbrechtsspezialisten fuer West & Ost Recht und ein Recht aus uebergeleiteten Rechten gem Staatsvertrag zur Wiedervereinigung, ...... sich sehr gut auskennen sollte, um die Frage richtig beantworten zu koennen.

    Googeln, wer solche Faelle schon oefter gemacht hat / OstBerliner Top Kanzlei.

  4. #3
    Avatar von MadMac

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    Ja, ich sach ja das ist kompliziert. Enteignet wurde das nicht, sondern tatsaechlich das Erbe vor 40 Jahren ausgeschlagen, halt unter Einwirkung von Druckmitteln, aber diese kann man nicht belegen. Insofern denke ich, da gibt es keinerlei Anfechtungen bezueglich irgendwelcher offener Fragen. Das ist halt weg und gehoert jetzt jemand anderem.

    Die Frage meinerseits war, ob es moeglich ist sowas zum Marktpreis zu kaufen oder ob es irgendwelche Rechtsprechung gibt, die das verhindert. Ganz sicher werde ich da keine Ost-Berliner Top Kanzlei einschalten

  5. #4
    Avatar von DisainaM

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    1.
    Ob Grundstueck oder Auto,
    der Preis ist Verhandlungssache der Beteiligten,
    entweder man einigt sich, oder nicht.

    2.
    Ob aus dem Erbschaftsvorgang noch Rechte abgeleitet werden koennen,
    aus der eine Kaufoption zum Marktpreis erfolgen sollte,
    waere halt Gegenstand einer sachkundigen Pruefung.
    Ohne die, gilt nur 1.

  6. #5
    Avatar von MadMac

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    Ok, das wollte ich hoeren. Also Blindflug der alten Herrschaften. Irgendwie haben die auch Angst, dass ich das Thema aufgegriffen habe. Leichen im Keller sicher nicht, aber alte Geschichten ganz sicher.

  7. #6
    Avatar von rolf2

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    bei einer Erbschaftsausschlagung vor 40 Jahren ist normal keine Anfechtung mehr möglich.

    Du würdest also eine Immobilie erwerben als ein ganz normaler Käufer. Ist ähnlich zu sehen wie bei einer Insolvenmasse nach einem abgeschlossenem Insolvenzverfahren, oder auch während des Insolvenzverfahrens, Angehörige können kaufen und sind rechtlich wie jeder andere Käufer gestellt.

    Das Komplizierte an deinem Fall wäre höchstens wenn Du gegen die Erbausschlagung und deren Rechtmäßigkeit klagen würdest und auf Herausgabe durch Erbschaft klagen würdest.

    Zur Frage der Förderung, hier kämen theoretisch verschiedenste Töpfe oder verbilligte Kredite in Frage dabei wären auch verschiedenste Dinge zu berücksichtigen. Willst Du Arbeitsplätze schaffen und dort eine
    Firma gründen, willst Du nur privat nutzen und sanieren, willst Du Mietraum schaffen zur Vermietung, handelt es sich um ein Gebäude mit Denkmalschutz, usw.?

    Aus der Nutzungsabsicht ergeben sich eventuelle Förderungen, das musst Du zunächst mal abklären.

  8. #7
    Avatar von MadMac

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    Yup, das war auch meine Vorstellung von der ganzen Sache. Macht anders keinen Sinn.

    Das Anzufechten ist wohl wie Don Quichote, evtl. sogar machmar, aber da haengt so eine Riesenfamilie dran, die das damals alle schon ausschlagen mussten. Wahrscheinlich setzen die dann einen Killer auf mich an

    Also danke, soweit geklaert, jetzt muss ich mal sehen, wie ich rausfinde, wem der ganze Spass gehoert.

  9. #8
    Avatar von rolf2

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    Zitat Zitat von MadMac Beitrag anzeigen
    Yup, das war auch meine Vorstellung von der ganzen Sache. Macht anders keinen Sinn.

    Das Anzufechten ist wohl wie Don Quichote, evtl. sogar machmar, aber da haengt so eine Riesenfamilie dran, die das damals alle schon ausschlagen mussten. Wahrscheinlich setzen die dann einen Killer auf mich an

    Also danke, soweit geklaert, jetzt muss ich mal sehen, wie ich rausfinde, wem der ganze Spass gehoert.
    Liegenschaftsamt/Ordnungsamt/Kataster geben darüber Auskunft.

  10. #9
    Avatar von MadMac

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    Ja, ist alles auch irgendwie eine traurige Geschichte. Meine Oma hat da ja noch laenger gewohnt, nachdem alles weg war. Die wurde 96. Nun gibt es da noch ein bisschen lokale Verwandtschaft, lang nicht mehr gesehen, aber wir moegen uns eigentlich. Von denen will das keiner mehr anfassen. Erlebe ich nun auch von meiner Mutter, die haben irgendwie Angst davor. Warum weiss ich nicht. Vielleicht Gespenster im Haus, das waere nun aber wieder richtig cool .

    Na mal sehen, draengt alles nicht, ich sammel Informationen. Wir sind wohl im Maerz oder April wieder in DL, aber erstmal Bali.

  11. #10
    NAN
    Avatar von NAN

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    Könnte doch auch sein das die Bank das Haus verfallen lässt, abreist und dann
    das Grundstück verkauft.
    Wenn die Bank das Haus nicht an Dich verkaufen will, könnte es sicher ein Kumpel
    von Dir erwerben und dann unverzüglich an Dich weiter verkaufen.
    Grundbuch und Notarkosten sind bestimmt zu stemmen.

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