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Rechtliche Frage zur Immobilien-Schenkung in D (Beschenkter lebt in TH)

Erstellt von chang di, 24.10.2012, 15:07 Uhr · 9 Antworten · 1.983 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von chang di

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    Rechtliche Frage zur Immobilien-Schenkung in D (Beschenkter lebt in TH)

    Falls man als in TH lebender Deutscher in D eine Immobilie geschenkt bekommt, wie lässt sich sowas am einfachsten abwickeln?

    Auf die Schenkungsurkunde gehört ja auch die Unterschrift des Beschenkten. Müsste der deshalb nach D fliegen? Oder kann man sowas auch über einen hiesigen Notar oder die Botschaft oder einfach auf dem Postweg erledigen?

    Vielen Dank vorab!



  2.  
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  3. #2
    Bukeo
    Avatar von Bukeo
    Zitat Zitat von chang di Beitrag anzeigen
    Falls man als in TH lebender Deutscher in D eine Immobilie geschenkt bekommt, wie lässt sich sowas am einfachsten abwickeln?

    Auf die Schenkungsurkunde gehört ja auch die Unterschrift des Beschenkten. Müsste der deshalb nach D fliegen? Oder kann man sowas auch über einen hiesigen Notar oder die Botschaft oder einfach auf dem Postweg erledigen?

    Vielen Dank vorab!

    du kannst vom Anwalt oder Notar eine Vollmacht erstellen lassen und diese dann in TH bei der Botschaft unterschreiben und beglaubigen.
    Ich habe das anders rum vor Jahren gemacht, als ich meiner Tochter unser Haus überschrieben habe.

  4. #3
    Avatar von DisainaM

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    am einfachsten abwickeln,

    es geht um sehr viele Aspekte,

    Steuerrecht,
    Erbrecht - Erbverzicht, Schenkung, Pflichtteilsverzicht, Überlassung: Schenkungssteuer Deutschland Freibetrag Steuersatz

    aufgrund der sagen wir mal 30% Schenkungssteuer, stellen viele strategische Überlegungen an,
    in wie weit man die Bewertung der Immobilie dem Finanzamt überlassen will.


    Am Ende wird daraus ein Immobilienkauf, auf Grundlage eines Wertgutachtens, das den hohen Renovierungsbedarf voll Rechnung trägt,
    und deshalb sagen wir mal lax, halb so hoch ausfällt, als wenn das Finanzamt den Wert blind schätzen würde,
    und ein seperater Darlehensvertrag, wo der Verkäufer dem Käufer ein unbefristetes Darlehen gibt,
    (ob dann noch eine Rückzahlquittung in irgendeinem ausländischen Schliessfach liegt, lassen wir mal aussen vor).

    Für den Verkauf entstehen Grunderwerbssteuer und Grundbuch und Notarkosten, von 5% des Gutachterwertes/Verkaufpreises,

    und ist deshalb die gängige Variante.

  5. #4
    Avatar von chang di

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    Zitat Zitat von DisainaM Beitrag anzeigen
    Am Ende wird daraus ein Immobilienkauf, ...

    @DisainaM, danke für diese kreative Variante :-) Aber bei 400.000 € Freibetrag ist alles noch im grünen Schenkungs-Bereich.

    @Bukeo, danke auch an dich! Habt ihr die Notars-Pflichten zur Belehrung und Vertragserläuterung in der Vollmacht ausdrücklich eingeschränkt oder darauf verzichtet?

  6. #5
    Avatar von DisainaM

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    Zitat Zitat von chang di Beitrag anzeigen
    @DisainaM, danke für diese kreative Variante :-) Aber bei 400.000 € Freibetrag ist alles noch im grünen Schenkungs-Bereich.
    aber nur, wenn
    Sie sind Sohn oder Tochter des Schenkenden
    ansonsten, zB. unter Geschwistern ist man ähnlich aufgestellt, wie unter Nichtverwandten, und ist mit 30% Schenkungssteuer dabei.

  7. #6
    Avatar von chang di

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    Zitat Zitat von DisainaM Beitrag anzeigen
    aber nur, wenn [...]
    ansonsten, zB. unter Geschwistern ist man ähnlich aufgestellt, wie unter Nichtverwandten, und ist mit 30% Schenkungssteuer dabei.

    Danke, auch hier alles bestens. (Die Freibeträge gelten übrigens nur alle 10 Jahre.)

    Meine Frage bezieht sich allein auf die notarielle Abwicklung.

  8. #7
    Avatar von DisainaM

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    Zitat Zitat von chang di Beitrag anzeigen
    Danke, auch hier alles bestens. (Die Freibeträge gelten übrigens nur alle 10 Jahre.)

    Meine Frage bezieht sich allein auf die notarielle Abwicklung.
    leider kann man das so pauschal nicht sagen,
    es gibt notarielle Schenkungsverträge, die einen passus enthalten, dass es sich bei der Schenkung um eine vorweggenommende Erbschaft mit warmer Hand handelt,
    da könnten deswegen gesetzliche Verpflichtungen entstehen, dass eine notarielle Beurkundung bei gleichzeitiger Anwesenheit erforderlich ist.


    Um eins klar zu stellen,
    ein Schenkungsvertrag ist eine Sache,
    und die § 925 BGB Auflassung eines Grundstückes, eine andere,
    um hier Verwechslungen zu vermeiden.

    Willst Du auch in das Grundbuch eingetragen werden ?
    oder willst Du das Grundstück gleich, ohne Grundbucheintrag, verkaufen ?

  9. #8
    Avatar von chang di

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    Zitat Zitat von DisainaM Beitrag anzeigen
    es gibt notarielle Schenkungsverträge, die einen passus enthalten, dass es sich bei der Schenkung um eine vorweggenommende Erbschaft mit warmer Hand handelt,
    da könnten deswegen gesetzliche Verpflichtungen entstehen, dass eine notarielle Beurkundung bei gleichzeitiger Anwesenheit erforderlich ist.
    Das klingt etwas bedrohlich. Könnte es passieren, dass das Finanzamt später daherkommt, mir eine "vorweggenommende Erbschaft mit warmer Hand" unterstellt und die Schenkung steuerlich dann mit dem Erbe zusammenlegt? (Es handelt sich hier um eine Schenkung von meiner schon recht betagten Mutter)

    Willst Du auch in das Grundbuch eingetragen werden ?
    oder willst Du das Grundstück gleich, ohne Grundbucheintrag, verkaufen ?
    Es handelt sich um eine Wohnung. Ich möchte ins Grundbuch und sie erstmal behalten.

  10. #9
    Avatar von DisainaM

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    die Vorweggenommende Erbschaft ist im Innenverhältniss, bei mehreren Geschwistern und der Gefahr, späterer Erbschaftsprozesse von bedeutung,
    ansonsten ist sie ein Weg, Erbschaftssteuer zu sparen, indem man zu Lebzeiten, alle 10 Jahre, die Freibetragsgrenzen ausnutzt.

    Sie stellt den Beschenkten jedoch besser, als einen reinen Beschenkten,
    wenn z.B. die Mutter in Zukunft einmal entmündigt wird, sprich einen Pfleger bekommt,
    und die Person, die die vermögensrechtliche Pflegschaft inne hat,
    lässt nun die damalige Schenkung wegen groben Undanks wiederrufen,
    (es gibt sehr viele Varianten, kenne eure Situation nicht)


    Ein seriöser Anwalt vor Ort, der mit der Sache zu einem Festpreis betraut wird,
    ev. sogar ein Bekannter des notars, wenn ihr dem vertrauen könnt.

    Der Anwalt sollte dich jedenfalls nicht mehr kosten, als wenn Du selber nach Deutschland fliegst,
    Festpreis vereinbaren, aber keinen Jung Anwalt, der die Wohnung vor der Auflassung auf eigene Rechnung verkauft, und von dannen zieht.

  11. #10
    Avatar von chang di

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    Vielen Dank für die Infos! Der guten Form halber und falls mal ein anderer Expat in die Situation kommen sollte, in D zu erben, hier die Auskunft des Notariats im Grundbuchamt.

    Eine Immobilien-Schenkung kann auch in Abwesenheit des Beschenkten vorgenommen werden. Dazu unterschreibt der Schenkende zunächst eine spezielle Schenkungsurkunde beim Notar des Grundbuchamts (kann vom Notar zur Verfügung gestellt werden), woraufhin der Notar per Email eine 'Genehmigungserklärung' an den Beschenkten schickt. Dieser unterschreibt die Erklärung, lässt diese bei der Botschaft geglaubigen und schickt sie dann per Post zum Notar. Daraufhin kann die Umschreibung im Grundbuch erfolgen.

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