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Was ist im Krankheitsfall ,wenn man in Thailand lebt

Erstellt von Thaibruder, 20.01.2006, 22:53 Uhr · 78 Antworten · 7.879 Aufrufe

  1. #61
    Avatar von mipooh

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    Re: Was ist im Krankheitsfall ,wenn man in Thailand lebt

    Bezweifle, dass wirklich jemals alle erfasst werden (sollen).
    Nein, das ist politisch sicher nicht erwünscht. Wovon sollten denn die Privatversicherungen ihre Paläste bauen und Dividenden zahlen.
    Dieses Land (D) ist lediglich unter politischer Verwaltung, gehören tut es wie fast die ganze Welt den Superreichen.
    Und die politische Verwaltung singt mit den Kirchen das Lied von der Demokratie und der Freiheit (nach dem Tod, wenn Du brav warst).
    Viel mehr ist das alles nicht als Kasperletheater.

  2.  
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  3. #62
    Tramaico
    Avatar von Tramaico

    Re: Was ist im Krankheitsfall ,wenn man in Thailand lebt

    Zitat Zitat von Sioux",p="316840

    Wenn jeder Buerger den gleichen Prozentsatz seines Einkommens bezahlen muesste, ohne Beitragsbemessungsgrenze und ohne Privatversicherung waere das Problem schnell geloest.

    Sioux
    Und alle wuerden dann die gleiche Rente bekommen, unabhaengig von dem, was sie eingegezahlt haben?

    Sagen wir mal der einheitliche Prozentsatz ist 10%. Jetzt arbeitet jemand seine laecherliche Regelarbeitszeit von 35,5 Stunden oder was immer in der Woche und verdient im Monat Euro 2.000. Bezahlt also Euro 200 ein.

    Nun ist da der andere, der 70 Stunden in der Woche arbeitet und ein Einkommen von Euro 8.000 erzielt. Dieser zahlt Euro 800 ein.

    Wie hoch sind dann die Renten der beiden nach 40 Jahren Zwangseinzahlung?

    Auch was ist mit den Damen und Herren Mitgliedern des Bundestages, die teilweise in einer Legislaturperiode von 4 Jahren bereits hoehere Rentenanwartschaften haben, als jemand der 40 Jahre gearbeitet und eingezahlt hat?

    Das ganze System hinkt und wie jedes Schneeballsystem (welches oft in der freien Wirtschaft sogar illegal ist) kann die ganze Sache einfach nicht funktionieren und Generationenvertrag heisst in Uebersetzung schlicht Schneeballsystem.

    Gerne wird auf die Gutverdienenden geschimpft und dass sie staendig etwas fuer die Gemeinschaft tuen muessten. Meist von den Leuten, die Sonntags mit ihrer Familie den gemeinsamen Spaziergang machen, waehrend die (= die Gutverdienendnen) als Manager im Buero sitzen und arbeiten, denn fuer die guten Bezuege wird auch einiges vom Arbeitgeber eingefordert.

    Hatte damals in Deutschland ein recht gutes Gehalt und habe eine Menge Steuern und Abgaben geleistet. Dafuer habe ich dann sehr viel Verantwortung in der Firma getragen und dort viel, viel Zeit zugebracht, teilweise auch an den Wochenenden. Einmal habe ich sogar von morgens 8.00 Uhr bis zum naechsten Tag morgens um 2.00 Uhr durchgearbeitet und an diesem Tag (einem Samstag) ging es dann mittags auch noch auf Geschaeftsreise. Ohne Zeifel hatte das gute Gehalt seinen Preis und nicht eine einzige DM wurde geschenkt.

    Damals hatte ich keine Kinder und wurde deswegen auch schon mal gescholten, weil ich nichts fuer das Rentensystem tuen wuerde. Meine recht hohen monatlichen Rentenzahlungen kamen natuerlich nicht in Anrechnung.

    20 Jahre habe ich kraeftig in die deutschen Zwangskassen eingezahlt und als ich dann bei meiner Auswanderung um Rueckerstattung der Beitragszahlungen (natuerlich 2 Jahre zinslose Wartezeit, die abzuwarten sind, wenn man nicht mehr rentenversicherungspflichtig ist) bat, (es ging nur um die von mir selbst geleisteten Beitraege UNVERZINST), da verweigerte man diese, weil zwischenzeitlich in der maroden Situation ein neues "Sozial"(?)gesetz implementiert worden ist.

    "Wer das Recht(???!!!) hat freiwillig in die deutsche gesetzlichen Rentenkassen einzuzahlen (hat natuerlich jeder mit deutscher Staatsbuergerschaft), hat nicht mehr das Recht auf Beitragserstattung."!!!!

    Eine groteske Situation, da erstmalig die "Ratten" nicht das sinkende Schiff verlassen, sondern den loechrigen Kahn mit allen Mittel noch ein wenig laenger schwimmend erhalten wollen.

    Noch grotesker die Unterschriften von fuenf [s:d9a4c0b8a3]Kaspern[/s:d9a4c0b8a3] aeh Vertretern, verschiedensten Sozialgruppierungen, unter der erklaerenden offiziellen Absage, dass ich nicht davon ausgehen koenne, dass mir durch die Mitgliedschaft in den gesetzlichen Rentenkassen ausschliesslichen Nachteilen entstehen wueden??!!! Habe im Umschlag vergebens gesucht, aber eine Kneifzange fuer meine Hose hatte man erstaunlicherweise nicht beigelegt (vermutlich fehlte das Geld hierfuer).

    Hier in Thailand zahle ich zur Zeit Baht 1.500 monatlich (Arbeitgeber und Arbeitnehmeranteil, die beide von mir getragen werden) in die thailaendische Sozialversicherung ein, da die Beitragsbemessungsgrenze bei Baht 15.000 liegt. Diese Woche habe ich von Montag bis Samstag insgesamt 72 Stunden gearbeitet und musste mich dann am Sonntag wegen erheblicher Verspannungen massieren lassen.

    Die Massage (Baht 200 plus Baht 50 Trinkgeld) habe ich aus eigener Tasche gezahlt. Ich bin froh in Thailand zu wohnen und geniesse das "ungeordnete, chaotische' Leben hier. Ist es die Freiheit ohne Versicherungen, Genossenschaften und staatlichen "Guttuern" leben und sterben zu duerfen? Aus meiner eigenen persoenlichen Perspektive ein wesentliches Kriterium dafuer, dieses Land als meine Heimat gewaehlt zu haben.

    Manchmal schuetteln mancher meiner thailaendischen Freunde fassungslos den Kopf, wenn ich ihnen von den [s:d9a4c0b8a3]Zwaengen[/s:d9a4c0b8a3]
    Leben in den hochentwickelten Industriestaaten erzaehle.

    Ich sehe es als ein Privileg an, im Land der Freien leben und arbeiten zu duerfen und somit bedanke ich mich mit Respekt anstatt staendig nach faulen Stellen zu suchen. Somit ist meine derzeitige Wunschliste auch sehr sehr Thai und vielleicht auch fuer viele unverstaendlich: Nein, eine Premiere Krankenversicherung ist nicht dabei, sondern nur der Wunsch eines Tages einmal Seiner Majestaet, dem Koenig von Thailand zu begegnen und eine bat bprachachon (thailaendische ID-Karte) mein eigen nenen zu duerfen.

    Viel Glueck und nicht vergessen ein wenig in der Luft zu schnuppern, wenn einmal das goldene Gefaengnis fuer kurze Zeit fuer einen Freigang verlassen wird. Natuerlich kann man auch dann auf Nummer sichergehen und darauf beharren, das der Zellenwaechter auch hierbei die Begleitung uebernimmt, denn man weiss ja nie.

    Sarkasmus, Kritik, Verbitterung? Nein, ist nicht so gemeint und auch nicht (mehr) notwendig, sondern nur als kleiner Denkanstoss von einem, der schon vor laengerer Zeit ueber das Kuckucksnest geflogen ist.

    Richard

  4. #63
    Sioux
    Avatar von Sioux

    Re: Was ist im Krankheitsfall ,wenn man in Thailand lebt

    Richard, ich kann in deinem Post nur eine Bestaetigung meines Standpunktes erkennen.

    Die goldene Ananas, die du bekommen hasst, genauso wie die Privilegien fuer die MDBs gehoeren abgeschafft.

    Jeder zahlt gleich viel Prozent, erhaelt auch aus der Rentenkasse im prozentualen Verhaeltnis gleichviel.
    Ohne Privileg und Ausnahmen nach oben und unten.

    Sioux

  5. #64
    Avatar von mipooh

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    Re: Was ist im Krankheitsfall ,wenn man in Thailand lebt

    @ Tramaico,

    mir kommen die Tränen bei dem Bild, das Du vom Unternehmer zeichnest. Ich war selber einer und von daher kannte ich auch so einige. Ich habe auch manchmal extrem lange gearbeitet, zu anderen Zeiten wieder extrem wenig. Die anderen, die ich so kannte waren auch nicht anders.
    Die kleinen Krauter, die noch alles selber machen und tatsächlich viel arbeiten, die verdienen auch nicht mehr als ein normaler Angestellter, nur fühlen die sich vielleicht freier. In der Diskussion über Beiträge kommen die aber eigentlich nicht vor.
    Ich empfand die Privilegien, die ich als Unternehmer hatte ungerecht. Dass ich sie trotzdem in Anspruch genommen habe, zumindest finanziell, begründe ich für mich damit, dass ich als Arbeitnehmer gnadenlos ausgebeutet worden bin, oft unter meiner Würde behandelt wurde und einen Weg da raus suchte. Was vor meinen Mitmenschen das Maß der Privilegien aber nicht rechtfertigt, lediglich vor´m System. Denn legal war immer alles und sogar Steuern habe ich bereitwillig gezahlt. Blieb ja mehr als genug übrig.

    Ich stamme aus einer Arbeiterfamilie und für mich bedeutet Solidarität etwas. In D, der Ellenbogengesellschaft, wo Steuerhinterziehung oder Versicherungsbetrug zum guten Ton gehören, kann ich aber weder mit meiner Solidarität noch mit meinem Weltbild etwas anfangen, darum lebe ich auch unter Armen und helfe hier und da so gut es geht (ohne Selbstgefährdung).

    Die Welt gehört Mammon bzw seinen Vertretern. Und da gilt nicht ein Leistungsprinzip, sondern das Absahnerprinzip. Das muss man nicht hinter einem romantisch verklärten Unternehmerbild verstecken, das verwirrt nur unnötig.

  6. #65
    Tramaico
    Avatar von Tramaico

    Re: Was ist im Krankheitsfall ,wenn man in Thailand lebt

    Zitat Zitat von Sioux",p="316863
    Richard, ich kann in deinem Post nur eine Bestaetigung meines Standpunktes erkennen.

    Die goldene Ananas, die du bekommen hasst, genauso wie die Privilegien fuer die MDBs gehoeren abgeschafft.

    Jeder zahlt gleich viel Prozent, erhaelt auch aus der Rentenkasse im prozentualen Verhaeltnis gleichviel.
    Ohne Privileg und Ausnahmen nach oben und unten.

    Sioux
    Sioux,

    okay, dies waere dann gerecht, aber wie am besten zu realisieren?

    Derzeit haben sich die gesetzlichen Kassen in eine finanzielle Kopflastigkeit hineinbefoerdert, die immer extremer wird.

    Privatkassen muessen immer auf Sicherheit und Ruecklagen bauen, waehrend die gesetztlichen geaast haben wie die Geier. Am Anfang des System flossen fette Gelder, die dann zweckentfremded (fast natuerlich vehemment verleugnet wird) verwendet wurden. Dann setzte Schritt fuer Schritt die natuerlich bedingte Ueberalterung der Versicherungsnehmer ein und parallel dazu eben auch immer weniger Einzahler.

    Die Pyramide verjuengt sich immer mehr nach unten bis sie letztendlich voll auf dem Kopf steht, eben die klassische Situation des Schneeballsystems.

    Durch die Wiedervereinigung wurde die Situation nur noch weiter beschleunigt, denn es mussten noch mehr Auszahlungen geleistet werden, fuer die es groesstenteils vorher keine Einlagen ins Sparschwein gab.

    Als erstes muss in der jetztigen Situation die finanzielle Kopflastigkeit abgeschafft werden, wobei aber staendige Erhoehungen der Beitraege bzw. Hochsetzung der Altersgrenzen nicht die Loesung sein kann. Die Pyramidenumkehrung wuerde sich weiter fortsetzen bis wir bei einem Rentenalter von 100 Jahren sind, dass dann nur noch von 0.5% erreicht wird. Dieses haelt man dann eine Generation aufrecht, bis sich wieder finanzielle Ruecklagen gebildet haben. Dies kann es wohl kaum sein, weil dann eben eine ganze Generation von Einzahlern schlichtweg besch.ssen wird.

    Sehe da nur einen Ansatz mit Steuergeldern die Kopflastigkeit Schritt fuer Schritt zu reduzieren und dann das Thema Generationenvertrag und gesetzliche Kassen abzuschaffen. Umschwenkung in reine private Absicherungen, wie sie bereits von betrieblichen Pensionskassen betrieben wird. Also keine NEUEN Mitglieder in die gesetzlichen Kassen aufnehmen, sondern diese sich rein privat absichern lassen.

    Das offene Geschwuer "gesetzliche Kassen" unabhaengig behandeln und zwar mit Steuergeldern und es langsam und allmaehlich zuheilen lassen. Das Problem mit staatlich gesteuerten Institutionen ist immer, dass sie nicht wie die freie Wirtschaft haushalten muss, denn wird es in der Haushaltskasse knapp, dann werden einfach Beitragserhoehungen zwangsverordnet. Ist praktisch wie das verwoehnte reiche Goer, das mit Geld nur um sich schmeist und dann zu Papa geht "Taschengeld hat wieder nicht gereicht" und Senior greift einfach nur wortlos in die Schatulle, bis es am Ende auch fuer ihn nichts mehr zu greifen gibt.

    Kristallklare Logik und eigentlich leicht zu verstehen und hierauf und auf harter Arbeit hatte sich dann einmal in der Nachkriegszeit ein voellig am Boden zerschmettertes kleines Land zum wirtschaftlichen Musterkind hochgerackert und ist dann irgendwann einmal in das verwoehnte, ueberhebliche und rotznasige Goer transferiert, das nicht mehr weiss, oder wissen will, was ein Mahl aus Pellkartoffeln und Butter (thailaendischen Equivalent Reis mit Salz) ist.

    Kann Germanien seine Labrigkeit und Jammerlappenmenthalitaet ueberwinden und zur Abwechslung einmal wieder echte Naegel mit Koepfen produzieren? Schauen wir mal.

    Zwischenzeitlich liegen wir, die Schwellenlaender Asiens, natuerlich auf der Lauer und je mehr sich das Goer ziert, je besser unsere eigenen Chancen Nutzen hieraus zu ziehen. Ja, dies ist eine sehr selbstbezogene Denke, aber gegebenenfalls aber auch nur der einzige Weg das trotzige Balg zur Raeson zu bringen, naemlich auf die harte Tour.

    Kann Deutschland den Wechsel vom Sozialismus (bewusst dieses Wort gewaehlt) zum Kapitalismus (= freie Marktwirtschaft) schaffen? Eine absolute Notwendigkeit, speziell in den jetzigen Zeiten einer unaufhaltsamen immer weiter fortschreitenden Globalisierung.

    Wenn nicht, ich stehe in den Startloechern um Deutschland/Europa mit thailaendischen Produkten und Dienstleistung zu ueberschwemmen, waehrend die Seifenblase China frueher oder spaeter einfach zerplatzen wird.
    Nicht selten hat der Underdog dem traege gewordenen blasierten Champion schon zur Ueberraschung aller kraeftig einen auf den Ruessel gegeben und einmal hat es sogar lediglich einer einfachen Steinschleuder bedarft.

    Viele Gruesse,
    Richard

  7. #66
    Tramaico
    Avatar von Tramaico

    Re: Was ist im Krankheitsfall ,wenn man in Thailand lebt

    @mipoo
    Okay, ich habe mich jetzt extrem fuer den Unternehmer ausgesprochen, waehrend Du dieses jetzt fuer den armen "gebeutelten" Arbeitnehmer tust.

    Ich war damals in Deutschland irgendwo in der Mitte. Leitender Angestellter, ein Zwitter zwischen Unternehmer und dem Arbeiter. Einmal sagte mir ein Vorgesetzter am Telefon "Sie stehen doch in Ihrer Position auf Seiten des Arbeitgebers", was ich dahingehend beantwortete, dass ich mir immer erst einmal BEIDE Seiten in einem Fall anhoere, ehe ich dann entscheide. Eine grundsaetzliche Seitenbeziehung wuerde es nicht geben. Danach war Schweigen am Telefon.

    Leitete eine Abteilung von 20 Personen und nun ja, mehr als einmal wurden wichtige Aufgaben nicht zu Ende gebracht weil ein Zahnarzt-, Friseurtermin oder was auch immer private Prioritaet hatte, anstand. Oft war die Einstellung einfach, was tut die Firma fuer mich, ist sowieso schon reich genug.

    Aus meiner Sicht absolut nicht haltbar und hier in Thailand wuerde ich jemand mit dieser Einstellung ganz einfach fuer die Tuer setzen, was ich in Deutschland nicht konnte und darum dort auch niemals Unternehmenr sein wollte bzw. sein werde.

    Es gibt unzweifelhaft Nassauer auf Unternehmer- wie auch Arbeitnehmerseite. Ein Unternehmen, also eine Firma hat im Prinzip nur einen Zweck: Geld verdienen, es sei denn es handelt sich um eine nicht profitorientierte Institution. Diese Verantwortung hat sie ihren Geldgebern gegenueber.
    Ja, da ist auch so etwas wie soziale Verantwortung, aber dies kommt eben in einem wirtschaftlichen Unternehmen erst an zweiter Stelle. Es ist schoen und erstrebenswert, wenn sich Firmenziel und soziale Verantwortung so gut wie moeglich unter einen Hut bringen lassen, doch wenn es hart auf hart geht, dann muss zu Gunsten des Firmenzieles entschieden werden, denn sonst wird der Laden frueher oder spaeter seine Tore schliessen muessen.

    Wuerde es mir wuenschen wenn sich Arbeitgeber- und Arbeitnehmerverbaende nicht immer nur ankeifen mit der Mogelpackung spielen wuerden, sondern sich fair und wie Menschen mit entsprechendem zu erwartenden Verstand an einen Tisch setzen wuerden. Offene Karten von beiden Seiten. Okay, bei fetten Jahren gibt es einen Bonus und bei mageren wird der Guertel eben engergeschnallt, aber wie gesagt OFFENE Karten und keine Schauspielerei ala Traenendruese.
    Dieses ist vermutlich Wunschdenken und somit koche ich jetzt eben hier mein eigenes Sueppchen.

    Ich bin immer bereit fuer gute Leistung zu bezahlen aber anderseits auch gnadenlos vor die Tuer zu setzen, wenn jemand Spielchen spielt und durch bewusste Nachlaessigkeit etwas in die Hose gehen laesst. Niemand haelt mir die Hand oder nimmt mir Entscheidungen ab sondern auf meiner Spielwiese definiere ich die Regeln selbst und zwar nachdem ich mir BEIDE Seiten der Medaille angeschaut habe. Eigentlich ist alles sehr sehr simpel und es laeuft immer darauf hinaus, dass es so aus dem Wald herausschallt wie man hineinruft. Manchmal hat das Echo zwar etwas Verspaetung, aber es kommt unweigerlich.

    Einmal in einem Fuehrungskraeftetrainingseminar, als wieder einmal das uebeliche Gezettere "die oben lassen uns nicht und somit koennen wir keine Aenderung erreichen" fragte der Psychologe jeden der teilnehmenden Abteilungsleiter, wie viele Mitarbeiter er haette. Es kamen ca. 150 Personen zusammen. "So", sagter er daraufhin, "dies sind 150 Personen, auf die SIE Einfluss nehmen und hierdurch Veraenderung herbeifuehren koennen". Es herrschte betretenes Schweigen im Unterrichtsraum.

    Wir koennen immer nur unseren eigenen Weg gehen und uns "richtig" verhalten, selbst wenn es die anderen alle nicht tuen. Meine Philosophie ist Fairplay und dieses versuche ich so weit wie moeglich anzuwenden.

    Ja, ich bin auf einer Seite sicherlich Unternehmer und andererseits aber auch Arbeitnehmer. Ziel MEINES Unternehmens ist wirtschaftlich zu sein und nun ja, aber andererseits auch ein guter Arbeitgeber. Privilegien habe ich in meiner Zwitterposition nicht. Der GUTE Chef macht abends das Licht aus und bringt den Muell runter, wenn alle anderen gegangen sind, doch gibt er aber auch schon mal einen herben Klapps, wenn die Mitarbeiter meinen diese Situation ausnutzen zu koennen.

    Mipoo, hoffe nicht, dass Du jetzt nicht "frevelhaftes frueheres Unternehmertum" durch Geisselung in Armut auszugleichen, denn was haette dies fuer einen Zweck? Man koennte meinen, Dich ausnutzen zu koennen. Arm sein ist keine Schande aber auch nicht erstrebenswert. Ja, da waren fette Jahre und ja, da waren auch sehr magere Jahre, doch sie stehen nicht im Gegensatz sondern harmonieren zusammen und machen dann das Ganze, das jetzt, was letztendlich doch nur zaehlt.

    Habe reiche und auch arme Bekannte, doch ziehe ich keine, den anderen vor und schon gar nicht nach dem Motto die Armen sind gut und die Reichen sind schlecht, denn am Ende ist es doch nur die Persoenlichkeit, die zaehlt.

    Also beweinen wir nicht die armen Unternehmer und auch nicht die armen Arbeitnehmer, sondern verkneifen uns das Weinen einfach, denn wir beide haben doch zumindest die Moeglichkeit in einer Wunschheimat zu leben, was wir vielen anderen voraus haben.

    Mit vielen Gruessen an den "Baeren im Dorf",
    Richard

  8. #67
    Avatar von Dieter1

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    Re: Was ist im Krankheitsfall ,wenn man in Thailand lebt

    Wenn Deutschland ein trotziges Balg ist , weil es sich der unter dem Decknamen "Globalisierung" vollziehenden Diktatur des puren Kapitalismus erwehrt, dann ist das gut so.

    Wo Du Deinen Frust auf Deutschland her hast ist mir nicht ganz klar. Wenn Du Dich in Thailand wohlfuehlst ist das doch prima, ich fuehl mich auch in Deutschland wohl.

    Nur versteh ich nicht, warum Du Deutschland fuer ein Sozialsystem angreifst, ueber das sich fast jeder Thai freuen wuerde.

    Wir muessen nicht alle zu Raubtieren werden, nur weil der Raubtierkapitalismus im Moment die besten Renditen abwirft und wir sollten dafuer sorgen, dass Deutschland auch in Zeiten der Globalisierung als solchs erkennbar bleibt.

  9. #68
    Tramaico
    Avatar von Tramaico

    Re: Was ist im Krankheitsfall ,wenn man in Thailand lebt

    Nein Dieter,
    ich GREIFE Deutschland nicht an, wovon ich auch gar nichts haette, doch derzeit steckt Deutschland in einer ziemlich schweren Krise wie noch nie und es ist keine Loesung in Sicht. Die Arbeitslosigkeit steigt eher an, als das sie sinkt.

    Derzeit weiss keiner genau, ob er morgen tatsaechlich noch seinen Arbeitsplatz hat und nun ja, die Renten sind alles andere als sicher. Kenne nicht Deine Situation und ob Du in irgendeiner Weise betroffen bist, aber die Zeiten "Deutschland, Deutschland Du mein sicher Land" sind sicherlich absolut vorbei. Deutschland hat ein gewaltiges Potential doch steckt es in einer unverleugbaren Krise, die auch bei Vogelstraussverhalten nicht verschwinden wird.

    Weiss von frueheren Postings, dass Du Stammwaehler der Sozies bist (und das als Muenchner) aber welche Perspektiven siehst Du in der derzeitigen Situation. Frage mal Wingman, der vor einiger Zeit seinen Job veloren hat.

    Deutschland hat auch ganz gute Seiten. Schoene Landschaften, thueringer Mett, Waren von noch gutem Qualitaetsstandard aber ein korridierendes Sozialsystem. Deutschland ist keine Insel und dafuer fehlt ihm auch ein einfach die Rohstoffresourcen.

    Es ist nicht das Land selbst, womit ich meine Schwierigkeiten hatte/habe, sondern das Dasein im goldenen Kaefig und der Staat wird schon alles fuer mich schaukeln Menthalitaet.

    Auf Deutschand zeig Dich und mache den Euro stark, dies ist, was ich derzeit brauche. Ein dreifaches Chaiyo fuer Germanien. :bravo:

    Viele Gruesse,
    Richard

    P.S.: Wuerde mich freuen, wenn die Meldungen kommen, dass die Arbeitslosenzahlen zurueckgehen und auch in Bezug auf die Sozialversicherungskassen Perspektiven auftun, aber derzeit ist da nichts als hoffen.

  10. #69
    Avatar von mipooh

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    Re: Was ist im Krankheitsfall ,wenn man in Thailand lebt

    Nein, ich bestrafe mich jetzt nicht mit Armut. Ich habe mir auch tatsächlich nichts vorzuwerfen. War immer fair zu allen Seiten.
    Nur bin ich aus dem Geschäft und habe eigentlich keine weiteren Ambitionen. Wenn ich mal drüber stolpern sollte...
    Nur wenn, dann ohne jeden K(r)ampf.
    Ich denke mal, wir sind uns eigentlich recht ähnlich, denn auch ich kritisiere so manches Arbeitnehmerverhalten. Ich hab zB meinen Leuten die Sachen hingeschmissen, weil sie nach 5 Jahren noch immer meinten, mir nicht trauen zu können. Sowas ist, wenn es ungerechtfertigt ist, eine Sauerei.
    Nachher mussten sie sich mit meiner Exfrau herumschlagen, und die kann zickig sein...
    Ich trauere dem allen nicht nach, ich hatte immer gut was auszuhalten. Aber ich hatte auch nie Grund mich großartig zu beklagen, ich hatte zu der Zeit Freude daran und genügend Kraft all das zu tun, was mir wert erschien getan zu werden.
    Der Welt, die ich mir wünsche bin ich dabei nicht nähergekommen, oder ich habe es nicht bemerkt. Aber für mich selbst und meinen engeren Umkreis habe ich eine Lebensweise gefunden, die jetzt passt.
    Was noch wird, wer weiss...

  11. #70
    Avatar von Dieter1

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    Re: Was ist im Krankheitsfall ,wenn man in Thailand lebt

    Richard,

    ich bin Freiberufler und sehe das als eine der bestmoeglichen Absicherungen gegen Erwerbslosigkeit.

    Was mir gewaltig stinkt ist, dass zur Zeit eine Entwcklung stattfindet, bei der man die sozialen Errungenschaften der letzten 100 Jahre dadurch umgeht, dass man den Standort Deutschland als unrentabel geisselt, die Produktion ins billige Osteuropa auslagert (mit freundlicher Unterstuetzung durch Steuergelder der EU, also Steuergeldern Deutschlands), aber trotzdem mit dem Hintern in Deutschland sitzt und hier meckernd den sozialen Frieden geniesst.

    Deutschland wuerde es mit Sicherheit viel besser gehen und die ganze Diskussion waere laecherlich, wenn wir uns die Wiedervereinigung nicht zu dem von der Regierung Kohl ausgehandelten Preis haetten aufschwatzen lassen.

    Gruss Dieter

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