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Hinterlegung eines Testamentes beim Amtsgericht

Erstellt von waanjai_2, 20.07.2010, 23:08 Uhr · 12 Antworten · 3.591 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von waanjai_2

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    Hinterlegung eines Testamentes beim Amtsgericht

    Folgende Ausgangslage: Sollte ich einmal in Thailand versterben, dann ist mir sehr daran gelegen, dass mein "Testament" in D schnell und zuverlässig gefunden werden wird.

    Auf Anraten eines Freundes habe ich dies heute auch gemacht. Bin zum Amtsgericht - Abt. Nachlaßsachen - Handschriftliches Testament abgegeben, sich ausgewiesen plus Geburtsurkunde vorgelegt. Es kostet etwas. Abhängig von der Vermögenshöhe, aber wer hat wohl noch viel in dieser Welt. 0,25 von 96 Euro Einheitsgebühr. Man wird mir 24 Euro in Rechnung stellen.

    Was passiert ab heute im Todesfalle?

    1. Standardmäßig - und dies ist ja auch wohl allgemein bekannt - muß meine Frau mit der ärztlichen Todesbescheinigung (ins Deutsche übersetzt oder noch nicht?) zur Deutschen Botschaft in Bangkok. Dies wird Sie auch im Eigeninteresse tun wollen, weil es dann auch um die Beantragung der Witwenrente gehen wird.

    2. Standardmäßig schreibt die Deutsche Botschaft das Amtsgericht des Geburtsortes des Verstorbenen an und fragt nach der Existenz eines Testamentes oder eines Erbvertrages. Der Geburtsort ergibt sich aus dem Paß. Ab nächste Woche wird beim Amtsgericht meines Geburtsortes ein Hinweis existieren, dass mein Testament beim Amtsgericht Köln hinterlegt sei.

    3. Mit diesen Voraussetzungen ist die Ausstellung eines sog. "Erbscheins" ein Klacks und insbesondere die Auszahlung von Bankguthaben an die Erben kann erfolgen.

    4. Bei Grundstücken oder grundstücksgleichen Rechten in der Erbmasse wird die Sache ein wenig komplizierter, weil das Grundbuch berichtigt werden muß.

  2.  
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  3. #2
    Avatar von wasa

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    1. Standardmäßig - und dies ist ja auch wohl allgemein bekannt - muß meine Frau mit der ärztlichen Todesbescheinigung (ins Deutsche übersetzt oder noch nicht?) zur Deutschen Botschaft in Bangkok. Dies wird Sie auch im Eigeninteresse tun wollen, weil es dann auch um die Beantragung der Witwenrente gehen wird.

    Ist dieser Weg ueber die deutsche Botschaft zwingend vorgeschrieben?
    Es geht doch auch folgender Weg?
    Wenn in Deutschland ein Sohn oder eine Tochter vorhanden ist,gleichzeitig ja auch mit Haupterbe,hat Vollmachten von der Witwe und ist im Besitz einer Testamentskopie,dem wird der Totenschein zugesandt und der kann dann den Nachlass regeln bei Behoerden (1.Wohnsitz in BRD) Banken und die Witwenrente (zu Lebzeiten schon vorher ausgefuellt) beantragen.

    mfg

  4. #3
    Avatar von Johann

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    a. wird von den thailändischen Behörden, heute jeder Tote an die Botschaft gemeldet.

    b. Muss der thailändische Totenschein von der Botschaft beglaubigt sein.

    Somit führt eigentlich kein Weg an der Botschaft vorbei.

  5. #4
    Avatar von wasa

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    Muss der thailändische Totenschein von der Botschaft beglaubigt sein.

    Okay das leuchtet ein,aber muss der Schein vorher uebersetzt werden?

    mfg

  6. #5
    Avatar von Johann

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    Natürlich!

  7. #6
    Avatar von waanjai_2

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    1. Vielen Dank Johann, für die Ergänzungen!

    2. Will heute noch ein wenig schreiben, warum das alles eigentlich?

    A. Die einen sehen in der Testaments-Hinterlegung einen Schutz des deutschen Staatsbürgers vor irgendwelchen Manipulationen an seinem "Letzten Willen". Die frühe Publizität seines Testaments für die Behörden in D schafft hier in der Tat ein großes Maß an Rechtssicherheit. Was ich persönlich bei thail. Gerichten überhaupt nicht erwarten würde.

    B.Warum finden es thail. Frauen in D eine gute Idee? Mit dieser Frage betritt man das Feld der auch unguten Erinnerungen vieler thail. Witwen deutscher Männer. Heiratet eine thail. Frau einen schon älteren dt. Mann und pflegt diesen - in Thailand - auch bis zu seinem Tode sehr aufopferungsvoll, dann heißt dies noch lange nicht automatisch, das diese Frau zu ihren "vorgesehenen Rechten" nach dem Versterben des dt. Ehemannes gelangt. War Sie und Er in Thailand, der Rest der Sippschaft jedoch in Deutschland, dann ist Sie oft Außenseiterin geblieben. Was im Erbschaftsfalle - nach den mir von meiner Frau berichteten Fällen - nicht selten dazu führte, dass es zu einer regelrechten "Verschwörung" der anderen Verwandten (evtl. auch Erbberechtigten?) gegen die thail. Frau gekommen ist. Da verschwanden Testamente, die im Privatbereich deponiert waren, da erinnerten sich die Blutsverwandten felsenfest an Zusagen und Versprechungen des Verstorbenen, die nie eine Papierform erreichten. Jedenfalls war plötzlich für die "Außenseiterin" kaum noch was da. Gehörte alles den nicht-angeheirateten Verwandten. Schöne Verwandte. Und so kommt es halit oft zu so Überlegungen, seinen letzten Willen ziemlich "offenkundig für die Behörden in D" zu formulieren. Auf diese Weise gerät diese Vorgehensweise auch zu einem "Schutzinstrument" für die thail. Frau.

  8. #7
    Avatar von Johann

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    waanjai_2,

    die Botschaft hat übrigens eine eigene Abteilung für Verstorbene. Testamente können dort aber nicht hinterlegt werden, jedoch eine Verfügung für den Todesfall, was man nicht versäumen sollte, denn dort kann man alle relevanten Dinge zu Lebzeiten verfügen. Wie und wo möchte ich beerdigt werden, wo liegt mein Testament und einiges mehr. Ansonsten dauert es schon einige Tage, manchmal Wochen bis der Angehörige gefunden ist, der darüber bestimmen darf, die Ermittlungen gehen den normalen Dienstweg.

    Noch wichtiger bei Unverheirateten, denn die Lebensgefährtin kann nichts bestimmen! Doch auf diesem Weg kann man ihr Vollmacht erteilen. Natürlich Kopien der Ausweispapiere und des Hausregisters an die Verfügung hängen. Diese Verfügung kann jederzeit geändert werden.

    Gruß

    Johann

  9. #8
    Avatar von wasa

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    Nach dem Todesfall gibt es ja dann,wenn alles glatt laeuft und die Anforderungen erfuellt sind,fuer die hinterbliebene Gattin "die grosse Witwenrente".
    Dazu folgende Fragen:
    1.Die Rente kann ja von der DRV auf ein thailaendisches Konto ueberwiesen werden,ist bekannt was an Gebuehren hierfuer in Abzug gebracht werden?
    2.Ist es eventuell preiswerter auf ein Konto in der BRD uerweisen zu lassen und die Bank transferiert nach Thailand.
    Diese Gebuehr betraegt z.Zt. ca. Euro 15,- per 1000.- Euro.
    3.Nach geaendertem Gesetz gibt es den 30%igen Abschlag an der Witwenrente fuer Leben in Thailand wohl nicht mehr?

    mfg

  10. #9
    Avatar von Extranjero

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    Sehr interessant. Vielen Dank Wannjai und Johann.
    Wie ist es denn wenn man hinterher sein Testament ergaenzen oder komplett neu schreiben möchte?
    Üblicherweise gilt ja das jeweils jüngste. Wenn ich in Thailand bin kann man das über die Botschaft ans Amtsgericht schicken an dem das alte liegt oder wie funktioniert das? Kosten?

  11. #10
    Avatar von Hebbe01

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    Zitat Zitat von wasa Beitrag anzeigen
    Nach dem Todesfall gibt es ja dann,wenn alles glatt laeuft und die Anforderungen erfuellt sind,fuer die hinterbliebene Gattin "die grosse Witwenrente".
    Dazu folgende Fragen:
    1.Die Rente kann ja von der DRV auf ein thailaendisches Konto ueberwiesen werden,ist bekannt was an Gebuehren hierfuer in Abzug gebracht werden?
    2.Ist es eventuell preiswerter auf ein Konto in der BRD uerweisen zu lassen und die Bank transferiert nach Thailand.
    Diese Gebuehr betraegt z.Zt. ca. Euro 15,- per 1000.- Euro.
    3.Nach geaendertem Gesetz gibt es den 30%igen Abschlag an der Witwenrente fuer Leben in Thailand wohl nicht mehr?

    mfg
    Den 30%-Abschlag gibt es nicht mehr.
    Bei den Kosten ist das so ne Sache. Im Prinzip übernimmt das Rentenamt die Überweisungskosten (nach Anfrage).

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