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Haus-Landbesitz Erbrecht

Erstellt von Samuirai, 29.08.2009, 07:01 Uhr · 6 Antworten · 1.739 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von Samuirai

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    Haus-Landbesitz Erbrecht

    Ein Bekannter hat vor 10 Jahren Land gekauft über eine Companygründung. Jetzt isser Tot.
    Ein Testament ist nicht vorhanden. Einziger potentieller Erbe wäre seine Schwester in Canada.
    Ich habe folgende Fragen, vieleicht kennt sich ja jemand aus.
    Was passiert mit der Company. Wer hat Asprüche auf Land und Haus? Schwester, Teilhaber, Vorheriger Besitzer?

    R.G.

  2.  
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  3. #2
    Avatar von DisainaM

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    Re: Haus-Landbesitz Erbrecht

    gesetzliche Erbfolge - die Schwester,
    Nachlassverwalter muss es umsetzen, dass aus Ltd Ansprüche Geld wird, bz. das der Firmenanteil auf sie übertragen wird.

  4. #3
    Avatar von Samuirai

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    Re: Haus-Landbesitz Erbrecht

    Würde das bedeuten Sie müsse erst die Partnernachfolge antreten um Rechtsanspüche auf den Besitz anzumelden?

  5. #4
    Avatar von DisainaM

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    Re: Haus-Landbesitz Erbrecht

    zuerst muss sie sich beim zuständigen Nachlassgericht legitimieren,
    dort wird über die deutsche Botschaft geklärt, ob es noch andere Verwandte, Kinder aus früheren Ehen o.ä. in Deutschland gibt,
    erst wenn feststeht, dass sie Alleinerbin ist,
    kommt es zu den Firmenanteilen,

    dort dann die Möglichkeit, Verwertung (Verkauf), oder Übernahme.

  6. #5
    Avatar von Tschaang-Frank

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    Re: Haus-Landbesitz Erbrecht

    Sowas sollte man eigentlich im Vorfeld in den entsprechenden Companypapieren und/oder Miet-, Pachtvertraegen festlegen.
    Natuerlich Bloed wenn man sich da jetzt im nachhinein mit auseinander setzen muss.
    In meinem Mietvertag fuers Grundstueck sind klare Regelungen ( rechtlich zulaessige ) wer welche Rechte nach meinem Tod an dem Grund waehrend der vereinbarten Mietzeit hat.

  7. #6
    Avatar von DisainaM

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    setze es mal in den Fred rein,

    die aktuelle EUGH Rechtssprechung macht es bei Testamenten von Auslandsdeutschen erforderlich,
    falls sie ein Erbrecht nach deutschem Recht wünschen,
    dass sie einen entsprechenden Zusatz in ihr Testament aufnehmen,
    da der EUGH das Nationalstatut gekippt hatte.

    ZU ERWARTENDE (EUROPÄISCHE) NEUERUNGEN IM BEREICH DES
    ERBRECHTS UND ERBSCHAFTSSTEUERRECHTS
    Das Erb- und Erbschaftssteuerrecht wird uns in den nächsten Jahren des Öfteren mit
    neuen europäischen Regeln überraschen. Die EU-Kommission hat z.B. am 15.
    Dezember 2011 erneut Änderungsvorschläge hinsichtlich grenzüberschreitender
    Erbschaftssteuersachverhalte vorgelegt.
    Hintergrund ist das Diskriminierungsverbot innerhalb Europas. Zunächst sollte man
    wissen, dass die Erbschaftssteuer in Europa wohl ein Auslaufmodell ist. 18 EU-Staaten
    haben noch die Erbschaftssteuer. 9 EU-Staaten (Österreich, Zypern, Estland, Lettland,
    Malta, Portugal, Rumänien, Slowakei und Schweden) haben bereits keine
    Erbschaftssteuer mehr.
    Kritisiert wird die mangelnde Koordination der Staaten, die noch
    Erbschaftssteuerregelungen haben. So gibt es zum Beispiel zwischen Spanien und
    Deutschland kein Doppelbesteuerungsabkommen. Deswegen kommt es zu ungerechten
    Lösungen in der Besteuerung und öfters auch zur Doppelbesteuerung. Der Grundsatz
    der Freizügigkeit und des freien Kapitalverkehrs sind damit verletzt. Eventuell werden
    wir in einigen Jahren eine einheitliche Erbschaftssteuer für Europa haben.
    1. Hierfür sprechen auch rein materiell-rechtliche Regelungen, die Europaweit im
    Gespräch sind, wie z.B.
    a) europäischer Erbschein. Es ist geplant in Europa einen einheitlichen
    Erbschein einzuführen. Dies wäre in der Tat eine Erleichterung.
    b) Weiterhin ist geplant, das geltende materielle, nationale Erbrecht bei
    „cross-border“ Fällen an den Aufenthalt von mehr als 183 Tagen pro
    Jahr zu koppeln.

    Bisher galt das so genannte Nationalstatut, das heißt, wenn man einen deutschen
    Pass hat gilt das deutsche Erbrecht, auch für spanische Testamente und
    umgekehrt. Bald soll für einen deutschen Staatsbürger, falls er mehr als 183
    Tage pro Jahr in Spanien residiert, das Erbrecht des spanischen „codigo
    civil“ gelten.
    Diese Regelung ist unsinnig, da die Aufenthaltsdauer in einem
    Land nicht kontrolliert werden kann. Es wird dann natürlich ein Mangel an
    Rechtssicherheit entstehen.
    2. Für den Mandanten bedeutet dies, dass evtl. in der Zukunft aus
    erbschaftsplanerischen Gründen Testamente angepasst werden müssen
    .
    http://www.wohlfahrt-abogados.com/im...20ERBRECHT.pdf

    eine weitere Änderung in Erbsachen von einigen Auslandsdeutschen

    Bei sogenannten Auslandsdeutschen, also deutschen Staatsangehörigen, deren Geburt von keinem deutschen Standesamt beurkundet wurde, ergibt sich in Anbetracht dieser Gesetzesregelung allerdings ein Problem. Da kein deutsches Standesamt als Geburtsstandesamt über die Existenz einer Verfügung von Todes wegen informiert werden kann, muss dies an anderer Stelle geschehen. Zu diesem Zweck hat der deutsche Gesetzgeber die Hauptkartei für Testamente beim Nachlassgericht Berlin vorgesehen. Diese wird vom Amtsgericht Berlin Schöneberg geführt, so dass Testamente, deren Verfasser außerhalb des Geltungsbereichs des deutschen Grundgesetzes geboren wurden, in der Berliner Hauptkartei für Testamente erfasst werden. Das Nachlassgericht in Berlin nimmt in einigen Erbfällen zudem eine Sonderrolle ein.

    Neuregelung des Testamentsregisters in Deutschland

    Bislang hat die Hauptkartei für Testamente in Berlin für sogenannte Auslandsdeutsche die Rolle des Geburtsstandesamtes übernommen, sofern es um die Erfassung einer letztwilligen Verfügung geht. Zum 1. Januar des Jahres 2012 fand allerdings eine Neuregelung statt, in deren Rahmen das Zentrale Testamentsregister eingeführt wurde. Dieses neugeregelte Testamentsregister wird von der Bundesnotarkammer geführt und verzeichnet alle öffentlichen Testamente sowie anderweitigen Verfügungen von Todes wegen, die in amtliche Verwahrung genommen wurden.
    Neben der Hauptkartei für Testamente in Berlin sollen in dem neuen zentralen Testamentsregister die bislang mehr als 5.000 Testamentsverzeichnisse der örtlichen Standesämter zusammengefasst werden, so dass ein zentrales Register für amtlich verwahrte Verfügungen von Todes wegen entsteht. Bis zum Ende des Jahres 2016 soll die Umstellung abgeschlossen sein. Schon jetzt sorgt jeder Sterbefall in Deutschland für eine Prüfung des zentralen Testamentsregisters der Bundesnotarkammer. So wird durch die Neuregelung der amtlichen Verwahrung von Testamenten sichergestellt, dass vorhandene Verfügungen von Todes wegen Vermächtnis und Erbe im Nachlassverfahren berücksichtigt werden. Lediglich für eigenhändige Testamente, die vom künftigen Erblasser nicht in amtliche Verwahrung gegeben wurden und stattdessen beispielsweise zu Hause aufbewahrt werden, erfolgt naturgemäß keine Eintragung ins zentrale Testamentsregister und könnte auf diese Weise bei der Testamentseröffnung nicht berücksichtigt werden.
    Sarah Greszat am 02.10.2012

    Hauptkartei für Testamente in Berlin

    Das Zentrale Testamentsregister ZTR

  8. #7
    Avatar von Claude

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    Zitat Zitat von Samuirai Beitrag anzeigen
    Ein Bekannter hat vor 10 Jahren Land gekauft über eine Companygründung. Jetzt isser Tot.
    Ein Testament ist nicht vorhanden. Einziger potentieller Erbe wäre seine Schwester in Canada.
    Ich habe folgende Fragen, vieleicht kennt sich ja jemand aus.
    Was passiert mit der Company. Wer hat Asprüche auf Land und Haus? Schwester, Teilhaber, Vorheriger Besitzer?

    R.G.
    Rein logisch betrachtet:
    Seine Firmenanteile gehen an den rechtlichen Erben, die company muss aber einen neuen managing director waehlen - und da wird es kompliziert, wenn die Erbin den Lebensmittelpunkt in Kanada hat und an einem thailaendischen Workpermit nicht interessiert ist.
    Praktisch gesehen bedeutet das Verkauf des Land lease (also Land mit Haus drauf) und einen Haufen Stress.

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