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Geschäftsitz in Thailand, Vertrieb in Deutschland (EU)

Erstellt von mdc82, 24.11.2011, 12:37 Uhr · 31 Antworten · 5.367 Aufrufe

  1. #21
    Avatar von Tschaang-Frank

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    Habe die Frage "Ware aus TH" letztes Jahr mal dem Zoll gestellt, hier die Antwort:



    Sehr geehrter Herr Flamme,
    >
    > zu Ihrer Anfrage teile ich Ihnen Folgendes mit:
    >
    > Die Höchstgrenze für die zollfreie (nicht für die einfuhrumsatzsteuerfreie!) Einfuhr von Kleinsendungen im Postverkehr
    > beträgt 150 Euro je Sendung.
    > Bei der Beurteilung dieser Freigrenze ist lediglich der Warenwert einschließlich ausländischer Umsatzsteuer maßgebend.
    > Versandkosten etc. werden hierbei nicht berücksichtigt.
    > Für die Einfuhrumsatzsteuer bleibt es bei der bisherigen Wertgrenze von 22 Euro.
    >
    > Das bedeutet, dass für Waren in Sendungen, die vom drittländischen Absender entgeltlich an einen Empfänger im Zollgebiet
    > der Gemeinschaft gesandt werden, bis zu einem Wert von 22 Euro vollständig von den Einfuhrabgaben (Zoll und
    > Einfuhrumsatzsteuer) befreit sind.
    >
    > Ist dieser Wert von 22 Euro überschritten, fallen bis zu einem Wert von 150 Euro keine Zölle an. Die Sendung muss jedoch
    > mit dem Einfuhrumsatzsteuersatz von 19 Prozent oder dem reduzierten Satz von 7 Prozent (z.B. bei Büchern) versteuert werden.
    > Wenn der Wert der Sendung 150 Euro übersteigt, erfolgt die Abgabenerhebung für die gesamte Sendung nach dem Zolltarif.
    >
    > Die Höhe der Einfuhrabgaben (Zoll und Einfuhrumsatzsteuer) ist vom Warenwert, der Art und der Beschaffenheit der Ware
    > abhängig und ergibt sich aus den im Gemeinsamen Zolltarif der Europäischen Gemeinschaften und den nationalen
    > Steuergesetzen festgelegten Abgabensätzen.
    >
    > Sie können die Einreihung in den Zolltarif und die Ermittlung des Zollsatzes anhand der Auskunftsanwendung unter
    > http://www.zoll.de/b0_zoll_und_steue...nft/index.html
    > selbstständig durchführen.
    >
    >
    > Grundlage der Berechnung der Einfuhrabgaben bildet der Rechnungsbetrag und Kosten von Porto/Versicherung. Mit der
    > nachfolgenden Beispielrechnung können Sie die zu erwartenden Einfuhrabgaben ermitteln.
    >
    > Berechnung der Einfuhrabgaben
    > A) Abgabenbetrag Zoll
    >
    > Rechnungsbetrag umgerechnet in Euro
    > + (Porto/Versicherung)
    > = Zollwert
    > * Zollsatz = Abgabenbetrag Zoll
    >
    >
    > B) Abgabenbetrag EUSt
    >
    > Rechnungsbetrag umgerechnet in Euro
    > + Abgabenbetrag Zoll aus A)
    > = Einfuhrumsatzsteuerwert
    > • Einfuhrumsatzsteuersatz = Einfuhrumsatzsteuer
    >
    > C) Zu zahlende Einfuhrabgaben
    > Abgabenbetrag Zoll + Einfuhrumsatzsteuer = zu zahlende Einfuhrabgaben
    >
    > (Anmerkung: aktuelle Umrechnungskurse können Sie wie folgt ermitteln: Zoll online - Startseite dann in der rechten Spalte die
    > Rubrik Umrechnungskurse wählen)
    >
    > Ist die Ware für Ihren persönlichen Gebrauch bestimmt, werden die Portokosten nur
    > hinzugerechnet, wenn diese in der
    > Zollanmeldung angemeldet sind. Als Zollanmeldung gilt u.a. die vom Versender ausgefüllte
    > Zollinhaltserklärung, die der
    > Sendung beizufügen ist. Diese Regelung gilt nur für Waren, die im Postverkehr (also durch
    > die Deutsche Post AG, aber
    > nicht durch den Kurierdienst DHL) befördert werden. Bei Kurier- und Expressdiensten werden
    > die Beförderungskosten, also
    > die ausländischen Frachtkosten, immer zum Zollwert hinzugerechnet.
    >
    > Ergänzend habe ich Ihnen folgend das Abfertigungsverfahren dargestellt:
    > Anlässlich der Aufgabe des Paketes bei der ausländischen Postverwaltung ist eine Zollinhaltserklärung vom Absender
    > abzugeben. Diese wird im internationalen Postverkehr außen auf dem Paket/Päckchen angebracht. Es sollte dort vermerkt
    > werden, welche Waren in dem Paket enthalten sind. Die entsprechende Rechnung ist vom Absender dem Paket/Päckchen
    > beizulegen bzw. außen an der Sendung anzubringen.
    >
    > Die Postsendungen werden dann in eine der bundesweit vier sog. Internationalen Auswechslungsstellen der Deutschen Post
    > AG verbracht. Dort fertigt die zuständige Zollstelle die Sendung grundsätzlich zollrechtlich ab, sofern der Sendung alle
    > erforderlichen Angaben bzw. Unterlagen beigefügt sind und die Einfuhr der enthaltenen Waren keinen Verboten und
    > Beschränkungen unterliegt. Die Deutsche Post AG erledigt hierbei alle Zollförmlichkeiten für den Empfänger. Nach
    > Abschluss der zollrechtlichen Abfertigung liefert die Deutsche Post AG die Sendung dem Empfänger direkt aus.
    > Gegebenenfalls entstandene Einfuhrabgaben, für die die Deutsche Post AG Vorkasse geleistet hat, verlangt sie bei der
    > Auslieferung der Sendung vom Empfänger zurück.
    >
    > Kann die Sendung ausnahmsweise nicht abschließend an den Internationalen Auswechslungsstellen abgefertigt werden (z.B.
    > wegen fehlender Rechnung) wird die Sendung an das für den Wohnsitz des Empfängers zuständige Zollamt weitergeleitet. Die
    > Deutsche Post AG benachrichtigt den Empfänger mit der „Benachrichtigung über den Eingang einer Sendung mit
    > Drittlandsware“ von der Weiterleitung an das Zollamt und fordert ihn mit der „Mitteilung über die Zollbehandlung einer
    > Postsendung“ auf, die Zollanmeldung selbst bei der Zollstelle unter Vorlage der fehlenden Unterlagen (z.B. Rechnung)
    > nachzureichen.
    >
    > Sofern die Waren über einen Kurier- bzw. Expressdienste versandt werden, hat der Absender ebenfalls alle erforderlichen
    > Angaben zur Sendung dem Kurier- bzw. Expressdienst bei der Abholung mitzuteilen. Die Sendung wird anschließend bei der
    > Eingangszollstelle in Deutschland durch den Kurier- bzw. Expressdienste in Vertretung für Sie abgefertigt. Sollten sich
    > bei der Abfertigung Unstimmigkeiten ergeben, erfolgt jedoch keine Weiterleitung an das für Sie zuständige Zollamt. Der
    > Kurier- bzw. Expressdienst wird in diesen Fällen direkt mit Ihnen in Verbindung treten und weitere Angaben bzw.
    > Nachweise zur Sendung verlangen. Auch die Kurier- und Expressdienste gehen für die entstandenen Einfuhrabgaben in
    > Vorkasse und verlangen diese bei der Auslieferung von Ihnen zurück. In diesem Zusammenhang möchte ich allerdings darauf
    > aufmerksam machen, dass Kurier- und Expressdienste in der Regel Gebühren für ihre Abfertigungsleistungen verlangen. Über
    > die Höhe der Gebühren können Ihnen aber nur die entsprechenden Kurier- bzw. Expressdienste Auskunft geben.
    >
    >
    > Aus rechtlichen Gründen kann diese Auskunft nur unverbindlich erteilt werden.
    >
    > Mit freundlichen Grüßen
    >
    > Im Auftrag
    >
    > Harder
    >

  2.  
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  3. #22
    Avatar von didi

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    Mal ne Frage am Rande. Hat denn der TS (mdc82) auch eine gültige Arbeitsgenehmigung, um ein solches Geschäft in Thailand ausüben zu können?

  4. #23
    Avatar von mdc82

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    Ja hab ich. Hab auch in DE noch ein Gewerbe gemeldet aber möchte nicht nach De zurück.

    mfg

  5. #24
    Avatar von pegasus

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    Also, mal ein kurzer Überblick über die Anforderungen für den Export aus Thailand und Import nach Deutschland:

    - Zur gewerbsmäßigen Ausfuhr von Waren aus Thailand benötigt man eine Zoll-Lizenz, die beim zuständigen Zollamt beantragt werden muss. Dies kann mit Unterstützung durch einen Spedituer erfolgen, macht die Abwicklung einfacher und schneller.
    - Bei der Ausfuhr muss eine Ausfuhrzollanmeldung beim Thai Zoll erfolgen, die Waren müssen mit Ihrem tatsächlichen Wert dort deklariert werden und die Ausfuhrdeklaration dient später als Nachweis, um die VAT beim Thai Revenue Department wiederzubekommen
    - Die für die Fertigung oder den Zukauf ven Teilen für die auszuführenden Waren in Thailand entrichtete VAT wird aber nicht direkt zurückerstattet (wie in DE), sondern zunächst mit anderen zu entrichtenden Steuern verrechnet. Bleibt nach einem gewissen Zeitraum ein Guthaben, kann die Erstattung beantragt werden. Ob das Revenue Department auszahlt oder nicht, hängt vom Sachbearbeiter ab. Wir hatten vor der ersten Erstattung einen Hausbesuch vom Revenue Department, die wollten sämtliche Firmenunterlagen sehen und wissen, was wir mir unserer Firma in Thailand machen. Seit der Steuerprüfung ist die Erstattung relativ problemlos. Unterstützung durch einen Thai Steuerberater ist dringend erforderlich.
    - Der Versand soll ja wahrscheinlich über einen Spediteur erfolgen, der dann auch die Prozedur der Exportabwicklung erledigt, allerdings gegen Gebühr. Die Gebühr ist meist bereits im Transportpreis enthalten.

    - Import nach Deutschland:
    - da Deine Firma den Sitz in Thailand hat, muss der Deutsche Käufer den Import der Ware selbst durchführen. D.h. Verzollung und Wareneinfuhr mit der damit verbundenen Zahlung von Einfuhrzoll und Einfuhrumsatzsteuer ist durch den Käufer zu entrichten. Wenn der Käufer eine Privatperson ist, besteht kein Anspruch auf Erstattung der Einfuhrumsatzsteuer, bei Firmen ist eine Erstattung möglich. Der Einfuhrumsatzsteuersatz beträgt 19%, der Zolltarif ist Anhand der Warentarifnummer zu ermitteln.
    - Warentarifnummer: einfach mal nach diesem Begriff googeln, es gibt eine offizielle Website vom Deutschen Zoll, bzw. auch der EU, auf der kann man den Warentarif anhand der Warenbeschreibung ermitteln. Die entsprechenden Zolltarifsätze sind dort auch angegeben.

    - Die Rechnungslegung erfolgt in Thailand, d.h. es wird eine Rechnung ohne VAT an den Kunden in Deutschland gestellt. Die Währung kann prinzipiell frei gewählt werden, am besten in THB, USD oder EUR. Der Kunde überweist dann den Betrag in der angegebenen Währung auf Dein Firmenkonto in Thailand, falls der Betrag in einer Fremdwährung (nicht THB) überwiesen wurde, wird zum Tageskurs umgerechnet und dem Konto gutgeschrieben.

    Ich hoffe, das genügt als erster Überblick. Ich würde Dir nicht raten, mal einfach so mit dem Versand anzufangen, das kann zu Problemen mit dem Thai Revenue Department führen. Außerdem sehr wichtig: die Exportlizenz, sonst gibt es keine VAT zurück.

    Gruß

    pegasus

  6. #25
    Avatar von Tschaang-Frank

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    "Warentarifnummer" also die Codenummer findest du hier:

    EZT-online

  7. #26
    Avatar von mdc82

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    Vielen dank für die ausführliche antworten. Hab noch einer frage zu der Rechnung.
    Muss ich da eine Steuernummer angeben oder ist braucht man das nur in Deutschland ?

  8. #27
    Avatar von pegasus

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    Auf der Rechnung muss die Thai Tax ID angegeben werden, ist hier (Thailand) so vorgeschrieben. Ich rate Dir vor der Aufnahme des gewerbsmäßigen Handels mit Waren, einen Thai Steuerberater aufzusuchen. Ist nicht teuer und erspart viele Probleme mit dem Finanzamt.

    Die Rechnung muss übrigens auch formal einigen Anforderungen entsprechen. Also vorher über das Format des Rechnungsformulars erkundigen.

    Gruß

    pegasus

  9. #28
    Avatar von Chak

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    Pegasus, Steuerberater in unserem Sinne gibt es in Thailand noch nicht, einen derartigen Berufsstand einzuführen plant man derzeit.

  10. #29
    Tramaico
    Avatar von Tramaico
    Der Job wird hier von Accountants wahrgenommen und somit gibt es auch unzaehlige Accounting Companies. Kaum wurde eine Firma neu eroeffnet und schon kurz darauf liegen unzaehlige Angebote im Briefkasten. Ein guter thailaendischer Accountant ist auch mit dem hiesigen Steuerrecht vertraut, das nach meiner Einschaetzung aber weitaus unkomplizierter als in D ist.

  11. #30
    Avatar von Chak

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    Diese Accountants sind dann aber meist CPA, oder?

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