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Geschäftsitz in Thailand, Vertrieb in Deutschland (EU)

Erstellt von mdc82, 24.11.2011, 12:37 Uhr · 31 Antworten · 5.365 Aufrufe

  1. #11
    Avatar von franky_23

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    mdc, gehe doch einfach mal zur Thai-deutschen Handelskammer und frag nach.

    du scheinst blutiger Anfänger zu sein. Wieso sollte ein Zoll für dich günstiger sein? Auch bei Leder gibt es bestimmte Sorten, bei denen es Probleme geben kann.

  2.  
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  3. #12
    Tramaico
    Avatar von Tramaico
    Internationaler Handel ist ein sehr komplexes Thema bei dem Warenart, Zielland, Ursprungsland, Versandart, Versandbedingungen eine gewichtige Rolle Spielen. Auch besteht zwischen der EU und Thailand ein Praeferenzabkommen, dass heisst es werden guenstigere Zollsaetze eingeraeumt. Hierzu ist aber zwingend notwendig, dass der tatsaechliche Ursprung nachgewiesen wird, was im Regelfall durch ein Ursprungszeugnis, Typ A, geschieht. Solch ein Ursprungszeugnis kann beim thailaendischen Handelsministerium beantragt werden aber auch nur dann, wenn bestimmte Dokumentation seitens des Herstellers und des Exporteurs beigebracht werden. Ausserdem muss der beantragende Exporteur als Mitglied beim Handelministerium registriert sein und erhaelt nach Beantragung eine entsprechende ID-Karte.

    Frueher war es notwendig im thailaendischen Import-/Exportgeschaeft ebenfalls eine Import-/Exportlizenz beim thailaendischen Zoll zu beantragen. Doch nachdem Missbrauch von manchen Speditionen dahingehend betrieben wurde, dass diese unter dem Namen von lizensierten Unternehmen Exporte von unlizisierten Exporteuren durchfuehrten wurde das System eingestellt. Nunmehr muss ein Exportunternehmen ein oder mehrere Speditionsunternehmen als offizieller Versandabwickler beim Zoll registrieren. Somit empfiehtl es sich hierfuer nur Speditionsfirmen in Erwaegung zu ziehen, die eine Komplettservice anbieten, das heisst Zollabwicklung in Thailand, Versand und Zollabwicklung im Zielland.

    Manche Produkte unterliegen Handelsbeschraenkungen oder gar Handelsverbot im Export- und/oder Importland. Gegebenenfalls muessen im VORFELD entsprechende Lizenzen beantragt werden. Weiterhin gibt es ebenfalls Beschraenkungen z. B. durch das World Trading Abkommen z. B. in Sachen Reis, Zucker, Kaffee etc. Auch Antiquitaeten, Kulturgueter und selbst Buddhastatuen, egal aus welchem Material, beduerfen einer speziellen Exportlizenz, da sonst die Sendung bereits schon nicht vom thailaendischen Zoll freigegeben wird.

    Ueberschreitet der Rechnungswert der Sendung THB 500.000, dann ist vor Freigabe der Nachweis zu erbringen, dass die Zahlung vom auslaendischen Empfaenger erfolgt ist, da sonst auf Basis von Geldwaeschegesetzen die Sendung ebenfalls vom thailaendischen Zoll nicht freiggeben wird.

    Wesentlich ist auch der Haftungsuebergang von der Sendung vom Versender auf den Empfaenger und ob unter der Versandbedingung (INCO Term) FOB, C&F, CIF, DDU, DDP verschickt wird. Sicherlich empfiehlt es sich, dass bestenfalls unter der Klausel DDU (delivery duty unpaid) geliefert wird, dass heisst praktisch alle Kosten bis zum Empfaengerort werden vom Versender getragen mit Ausnahme von Zoll und Einfuhrsteuer im Empfaengerland. Deutsche Einfuhrsteuer sollte in Deutschland bezahlt werden, damit sie in Deutschland als Vorsteuer vom Warenempfaenger gegengerechnet werden kann.

    Fuer einen absoluten Neueinsteiger im internationalen Handelsgeschaeft empfiehlt sich folgende Schritte:

    - Ruecksprache mit dem thailaendischen Handelsministerium bezueglich des Vorhabens. Speziell nachfragen, ob und wenn ja welche Auflagen es moeglicherweise gibt
    - Identifizierung eines qualifizierten Speditionsunternehmens
    - Gegebenenfalls Ruecksprache mit dem Zoll im Empfaengerland zwecks Einholung von Informationen, welche Dokumente fuer eine reibungslose Zollabwicklung im Importland benoetigt werden. Hierzu sollte man sich bereits ueber die TARIC-Klassifizierung TARIC-Konsultation der zu verschickenden Warenart bewusst sein, denn diese ist fuer die Zollbehoerde wesentlich, um Auskuenft erteile zu koennen

    Im uebrigen ist es voellig egal, ob die logistische Kosten von Exporteur oder Importeur getragen werden. Zwar betraegt die thailaendische MWST nur 7% im Gegensatz zu den 19% in Deutschland, aber erreicht die Sendung deutschen Boden und es kommt zu Leistungen auf deutschem Boden, dann kommt natuerlich hierfuer deutsche Saetze und deutsche MWST zum Tragen und zwar auch dann, wenn diese aus Thailand bezahlt wird. Dieses gilt speziell fuer innerdeutsche Rollgelder (Verbringung der Ware vom deutschen Hafen zum Empfaengerort), die manchmal die Seefrachtkosten BKK-deutscher Seehafen deutlich uebersteigen koennen. Die Euros werden dann einfach in THB umgerechnet, die dann vom Exporteur an den thailaendischen Spediteur abzufuehren sind.

    Im Regelfall unterliegen in Thailand exportierte Waren und Dienstleistungen dem thailaendischen MWST-Satz von 0%, doch kommt selbstverstaendlich die volle Einfuhrsteuer im Importland zum Tragen. Und zwar auf Basis Warenwert, logistische Kosten plus Versicherung, hierauf der Zollsatz und ganz oben drauf dann die Einfuhrsteuer.

    In Thailand fallen im Regelfall fuer viele Produkte keine Steuern an, bis gegebenenfalls die 7% Vorsteuer beim Wareneinkauf fuer den Exporteur, falls der thailaendische Verkaeufer den thailaendischen MWST-System unterliegt. Natuerlich kann der Exporteur diese Vorsteuer so wie in Deutschland in Abzug bringen, falls er selbst im thailaendischen MWST-System gelistet ist, ueber eine thailaendische MWST-Nr. verfuegt und monatliche MWST-Meldungen mittels Formular PorPor 30 an das thailaendische Finanzamt abgibt. Falls er keine MWST-Nummer hat, koennte er gegebenenfalls durch Vorlage der thailaendischen Steuerrechnung und Quittung des Verkaeufers und dokumentellen Nachweises der Verbringung der Ware in's Ausland die gezahlte MWST zurueckfordern, was sich aber manchmal ueber einen langen Zeitraum hinziehen kann, da das Finanzamt zwar gerne Geld einnimmt, aber weniger gerne auszahlt.

    So, dieses erst einmal eine kurze allgemeine Einfuehrung in das internationale Handelgeschaeft fuer Anfaenger. Was Du jetzt daraus machst, liegt an Dir.

    Letztendlich stellt sich natuerlich auch die Frage ob es Sinn macht in dieses Geschaeftssegment einzusteigen, wenn man in der Thematik praktisch voellig unbeleckt ist. Aehnlich Eroeffnung einer Autowerkstatt wenn man Baecker und nicht KFZ-Mechaniker ist.

    Ach ja, noch was. Wenn Du deutsche Kunden hast, dann empfiehlt sich auf jeden Fall auch ein deutschen Bankkonto, auf welches Du aus Thailand online Zugriff haben solltest. Viele Kunden ziehen es naemlich vor lieber einen innerdeutschen Zahlungsausgleich zu taetigen, als in's Ausland zu uberweisen. Dieses funktioniert aber natuerlich auch nur dann, wenn der Wert Deiner Rechnung nicht THB 500.000 uebersteigt, denn dann brauchst Du ja den Nachweis, dass vom auslaendischen Warenempfaenger eine Devisenzahlung nach Thailand erbracht worden ist, damit der thailaendische Zoll Deine Sendung zur Verbringung in's Ausland freigibt.

  4. #13
    Avatar von traveler1000

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    Was spricht gegen eine offshore company in einem Drittland?
    Thailand ist dann nur das Land wo Du einkaufst(wenn überhaupt, ggf einfach nur das Land wo die Ware produziert wurde!), Deutschland nur das Land wo du verkaufst. Solltest Du die Verkäufe übers Internet generieren, ließe sich auch noch der dafür notwendige Server in einem weiteren Land platzieren.Danach ist erst mal für Dich Ruhe . Für Deine Kunden aber evtl nicht, da es fraglich ist, ob das deutsche Finanzamt Rechnungen aus offshore Ländern akzeptiert. Sollten Deine Geschäfte eh nur einmalig pro Kunde sein, könnte Dir das aber ggf auch wurscht sein.....oder..oder ...oder....es gibt viele Wege die nach Rom führen...

  5. #14
    Avatar von mdc82

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    Ok vielen Dank für die Antworten *kopfschmerzen*, ja ich glaub ich werde dann mal zur Thai-Deutschen handelskammer gehen.

  6. #15
    Avatar von berti

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    Zitat Zitat von mdc82 Beitrag anzeigen
    muss ich da auf etwas achten oder kann ich einfach wild drauf lossenden da ich ja direkt aus Thailand die Ware vertreibe
    wild drauf lossenden ist bei Deinem Geschäftsmodell schon i.O. - Du sagst ja selbst später hier:

    "Wie wird das denn nun gerechnet ich kaufe hier was ein sagen wir
    20 000 bath + verdandkosten 5000 bath und verkauf es für 100 000"

    also, da kann doch eigentlich nichts schiefgehen,oderrr?

  7. #16
    Avatar von DisainaM

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    100.000 Baht Verkaufspreis
    ist für den deutschen Zoll dies eine glaubwürdige Besteuerungsgrundlage (ca. 2.500 Euro),
    oder stellen sie fest, dass der deutsche Wert wesentlich höher ist.

    wenn sie akzeptieren,
    2.500 Euro + 19% Einfuhrumsatzsteuer + Zoll (keine Angabe ohne Wissen, was es ist, ins Blaue 15%) also +34% = 850 Euro
    3.350 Euro komplettpreis für den Kunden, + Speditionskosten

  8. #17
    Avatar von Chak

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    So ist die Rechnung nur für Privatkunden gültig, DisainaM, weil ein Unternehmer die Einfuhrumsatzsteuer (EUSt) als Vorsteuer geltend machen kann.

  9. #18
    Avatar von DisainaM

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    der Kunde, der vom Fredstarter was kauft, wird wohl Privatkunde sein,
    es sei denn, er stellt eine engl Ltd in Deutschland auf, die für ihn den Vertrieb macht,
    oder eine Firma kauft von ihm.

  10. #19
    Avatar von franky_23

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    hat er dies nicht schon am Anfang eher verneint, da es sich um höhere Beträge handelt?

  11. #20
    Avatar von DisainaM

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    da ich ja direkt aus Thailand die Ware vertreibe.
    ist klar, nur seine Überschrift sollte dann nicht lauten, Vertrieb in Deutschland, sondern Vertrieb nach Deutschland.

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