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Frage an die Schweizer

Erstellt von E.Phinarak, 27.09.2007, 19:35 Uhr · 5 Antworten · 1.483 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von E.Phinarak

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    Frage an die Schweizer

    Da es hier ja auch den einen oder anderen Schweizer gibt, hoffe ich ein paar Informationen zu erhalten.

    Folgender Sachverhalt:
    Zur Zeit wohnt eine Freundin unserer Familie bei uns. Sie ist 18 Jahre alt, Vater Schweizer und Mutter Thailänderin, getrennt lebend. Die Mutter lebt in Thailand, der Vater kommt einmal im Jahr für 5-6 Monate zum arbeiten in die Schweiz. Er ist dort nicht mehr gemeldet und wohnt in dieser Zeit bei seinem Bruder.
    Das Mädchen besitzt einen Schweizer-Pass und einen Thai-Pass.

    Sie war jetzt etwa 2 Jahre in Deutschland und ging hier zu Beginn zur Sprachschule und dann knapp 1 Jahr zur Hauswirtschaftsschule mit Abschluss. Wodurch sie auch einen Aufenthaltstitel bekam. Der läuft nun Ende Oktober ab und das AA wird einer Verlängerung nur zustimmen wenn sie ihr Lebensunterhalt alleine bestreiten kann.


    Dazu muß ich noch bemerken, das sie das erste Jahr bei Onkel (deutsch) und Tante (thai) lebte, die sich dann trennten, die Tante nach Süddeutschland entschwand und der Onkel ein Zimmer bei seinen Eltern bezog. Dort ist sie zur Zeit auch gemeldet.
    Damit sie ihre Schule beenden konnte, hatten meine Frau und ich uns bereit erklärt sie bei uns aufzunehmen. Ihr Onkel hatte die Verpflichtungserklärung unterschrieben und ist nun , verständlicherweise, darauf aus, diese Verpflichtung loszuwerden.

    Nun hat sie eigentlich 3 Möglichkeiten:
    1. Zurück nach Thailand, was ihre Mutter fordert, sie aber nicht will.
    2. Hier bleiben und Arbeit finden, was in der verbleibenden Zeit kaum möglich ist. Der Job müßte ja auch >400€ bringen (Krankenversicherung, etc).
    3. In die Schweiz.
    Das wird momentan favorisiert, stellt aber Fragen auf.


    Sie war bisher noch nie in der Schweiz gemeldet. Den Pass hatte sie in der Schweizer Botschaft in Bangkok beantragt und dann während eines Urlaubes in der Schweiz abgeholt.

    Sie könnte vorübergehend bei dem Bruder des Vaters unterkommen und wahrscheinlich erstmal einen Wohnsitz dort anmelden.
    Der Vater (ist noch ca. einen Monat in der Schweiz)könnte ihr einen Job besorgen.

    Welche Chancen hat das Mädel um dort Fuß zu fassen?
    Sollte das mit dem Job nicht sofort klappen, hat sie als Schweizer Staatsbürgerin die Möglichkeit Sozialhilfe zu bekommen?
    Könnte sie eine Sozialwohnung und weitere Starthilfe bekommen?
    Was muß sie bei welchen Ämtern beantragen und wie sieht das mit den erforderlichen Versicherungen aus?

    Mir liegt der "weitere Werdegang" des Mädchens zwar sehr am Herzen, allerdings ist ein längerer "Unterschlupf" bei uns aus reinen Platzgründen nicht mehr möglich.

    Vielleicht kann mir jemand ein paar Tips geben.


  2.  
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  3. #2
    Avatar von PuFoilom

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    Re: Frage an die Schweizer

    Warum hat das Mädel mit dem Schweizerpass den einen Aufenthaltstitel? Schweizer Staatsbürger brauchen doch in D so was nicht (Staatsabkommen).

    Soviel ich weiss gibt es diverse Staatsabkommen (CH-D) bezüglich Sozialhilfe, Schweizer (ist Sie gemäss Pass ja) sollten in D vom deutschen Staat Hilfe vorgeschossen kriegen, welcher dieser dann in CH bei der entsprechenden Bürgergemeinde wieder eintreiben tut. Mal ein bisschen herumgoogeln, werde mich am Wochenende ebenfalls etwas schlauer machen.

    Gruss

  4. #3
    Avatar von schauschun

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    Re: Frage an die Schweizer

    Jeder schweitzer buerger hat anspruch auf den grundbedarf ( 1133 schweitzer franken = 725 € )plus mietkosten einer angemessenen wohnung.
    dazu kommen die monatlichen kosten für die krankenkasse.
    wer monatlich weniger als diese summe - das sogenannte existenzminimum - zur verfuegung hat, hat anspruch auf Sozialhilfe.

    hier gibts weiterfuehrende infos:

    http://www.admin.ch/ch/d/sr/i1/0.142.112.681.de.pdf

    http://www.admin.ch/ch/d/sr/i8/0.831.109.136.1.de.pdf

    Artt. 67-71a EWG-VO 1408/71, die tatsächlich gem. dem Abkommen von 21.6.1999 auch für die Schweiz gelten. Art. 67 besagt, dass Leistungen, die in anderen Vertragsländern erbracht wurden, auf die Anwartschaftszeit gem. §123 SGB III anzurechnen sind.
    sehr gut erklaert findest du alles hier:
    hier

    1. Fürsorgevereinbarung Schweiz - Deutschland

    Zwischen der Schweiz und Deutschland besteht ein Abkommen über die Fürsorge für
    Hilfsbedürftige.1 Gemäss diesem Abkommen kann die Schweiz, welche deutschen
    Staatsangehörigen wirtschaftliche Sozialhilfe gewährt, diese Deutschland verrechnen und
    umgekehrt.2 Dazu müssen die Fürsorgestellen des Aufenthaltsstaates dem Heimatstaat
    Unterstützungen, für die dieser kostenersatzpflichtig ist auf vorgeschriebenem Formular
    binnen 60 Tage nach Kenntnis der Hilfsbedürftigkeit melden. Kann diese Frist infolge besonderer
    Umstände nicht eingehalten werden, so hat die verspätet meldende Fürsorgestelle
    die Verzögerung zu begründen. Geht die Meldung nicht innerhalb einer Ausschlussfrist
    von einem Jahr beim Heimatstaat ein, so werden die bis zum Eingang der Meldung
    angefallenen Kosten nicht ersetzt.3

    1 Vereinbarung zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Bundesrepublik
    Deutschland über die Fürsorge für Hilfsbedürftige (SR 0.854.913.61) [Vereinbarung]; Vereinbarung
    zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Bundesrepublik Deutschland
    über die Verlängerung der Vereinbarung vom 14. Juli 1952 über die Fürsorge für Hilfsbedürftige
    (SR 0.854.913.610); Verwaltungsvereinbarung über die Durchführung der Vereinbarung zwischen
    der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Bundesrepublik Deutschland über die
    Fürsorge für Hilfsbedürftige vom 14. Juli 1952 (SR 0.854.913.611) [Verwaltungsvereinbarung]
    2 Art. 3 Vereinbarung (SR 0.854.913.61)
    3 Art. 3 Abs. 1 Verwaltungsvereinbarung (SR 0.854.913.611)
    - 2 -
    Im gleichen Verrechnungsverfahren kann von der deutschen Behörde die Verwandtenunterstützungspflicht
    geltend gemacht werden.4

  5. #4
    Avatar von E.Phinarak

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    Re: Frage an die Schweizer

    Zitat Zitat von PuFoilom",p="528998
    Warum hat das Mädel mit dem Schweizerpass den einen Aufenthaltstitel? Schweizer Staatsbürger brauchen doch in D so was nicht (Staatsabkommen).
    Vorab erst mal Danke. Zum Aufenthaltstitel: Ist aber so.

    Dies ist kein Aufkleber der in den Reisepass geklebt wird, sonder ein extra Ausweis, der aussieht wie ein Fahrzeugschein.

    Vorn drauf stehr:
    __________________________________________________ ____________
    Bundesrepublik Deutschland
    Aufenthaltserlaubnis - EU


    für Familienangehörige von Staatsangehörigen eines Mitgliedstaates der Europäischen Union oder eines EWR-Staates, die nicht Staatsangehörige eines Mitgliedstaates der EU oder des EWR sind.

    Aufenthaltserlaubnis

    für Staatsangehörige der Schweizerischen Eidgenossenschaft und ihre Familienangehörige, die nicht Staatsangehörige der Schweizerischen Eidgenossenschaft sind.

    (EG-Vertrag, Freizügigkeitsabkommen EU/Schweiz)

    Die Inhaberin bzw. der Inhaber dieses Dokuments ist nach Maßgabe des Rechts der Europäischen Gemeinschaft, des EWR-Vertrages oder des Freizügigkeitsabkommens EU/Schweiz und der geltenden Beschränkungen und Bedingungen zum Aufenthalt in der Bundesrepublik Deutschland berechtigt.
    __________________________________________________ __________


    Und dieses Dokument wurde immer wieder verlängert. Mal für ein Jahr, dann ein halbes Jahr, mal für 3 Monate, mal für 2 Monate und zum Schluß für 6 Wochen.




    schauschun: danke für diese Infos! Ich werde mich jetzt erstmal da durcharbeiten. Mal sehen was kommt.

    Nochmal danke euch beiden

  6. #5
    Avatar von PuFoilom

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    Re: Frage an die Schweizer

    Zitat Zitat von E.Phinarak",p="529499

    für Staatsangehörige der Schweizerischen Eidgenossenschaft und ihre Familienangehörige, die nicht Staatsangehörige der Schweizerischen Eidgenossenschaft sind.
    Komisches Beamtendeutsch, steht da wirklich " für Schweizer, die keine Schweizer sind"?

  7. #6
    Avatar von schauschun

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    Re: Frage an die Schweizer

    Zitat Zitat von PuFoilom",p="535779
    Zitat Zitat von E.Phinarak",p="529499

    für Staatsangehörige der Schweizerischen Eidgenossenschaft und ihre Familienangehörige, die nicht Staatsangehörige der Schweizerischen Eidgenossenschaft sind.
    Komisches Beamtendeutsch, steht da wirklich " für Schweizer, die keine Schweizer sind"?
    nein, da steht:
    fuer schweizer staatsangehoerige und deren familienangehoerigen. auch gueltig, wenn die [highlight=yellow:afcb13ba46]FAMILIENANGEHOERIGEN[/highlight:afcb13ba46](des schweizer staatsangehoerigen) [highlight=yellow:afcb13ba46]KEINE SCHWEITZER STAATSBUERGERSCHAFT HABEN[/highlight:afcb13ba46].

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