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Einbürgerung: pro und contra

Erstellt von Tommy, 21.06.2006, 12:11 Uhr · 7 Antworten · 4.010 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von Tommy

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    Einbürgerung: pro und contra

    Hallo,

    laut unserer Einbürgerungsstelle im Bezirksamt, kann meine Frau sofort eine Antrag auf Einbürgerung stellen (alle Voraussetzungen sind erfüllt). Leider wird verlangt, dass die thail. Staatsangehörigkeit aufgegeben wird.

    Sie ist unentschlossen, ob sie das machen soll, oder nicht, denn sie besitzt ein bisschen Land (dass von ihrer Oma, direkt auf sie überschrieben wurde).

    Sicher ist, dass wir nicht nach Thailand unsiedeln wollen. An einen Altersruhesitz ist auch kein Gedanke zu verschwenden, da dies wohl nach gegenwärtiger Gesetzeslage erst in 35 Jahren ein Thema werden könnte.

    Reisemäßig wäre es natürlich eine deutliche Erleichterung. Diese ewige VISA Beschaffung außerhalb der EU ist schon lästig.

    Würde gerne Meinungen hören/lesen.

    Gruß Tommy

  2.  
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  3. #2
    Avatar von PengoX

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    Re: Einbürgerung: pro und contra

    Hallo

    Meine Frau hat letztes Jahr die deutsche Staatsbürgerschaft erhalten. Hauptgrund waren auch die Visas und Sicherheit die du im Ausland als deutscher Staatsbürger im Gegensatz zu einem thailändischen Staatsbürger hast. Ausserdem wollte meine Frau wählen gehen (=CSU wählen, da wir in Bayern wohnen und da ist Einheitsliste)

    Das Aufgeben der thailändischen Staatsbürgerschaft ist übrigens garn icht so einfach und kann sich zwischen 5-20 Jahre hinziehen. Ausserdem kann deine Frau jederzeit wieder die thailändische Staatsbürgerschaft annehemen da sie dort geboren ist. D.H. wenn ihr also mal im Alter übersiedeln wollt ist das kein Hinderungsgrund.

    Mit dem Ausfüllen des Einbürgerungsformulars ist es übrigens noch nicht getan. Das ist nur der erste von vielen Schritten die teilweise mit vielen Gebühren verbunden sind. Du kannst so an die 500 Euro an Gebühren rechnen.
    Du musst noch Deine deutsche Abstammung nachweisen (also die Linie Väterlicherseits bis 1930 - daher höchstwahrscheinlich auch noch Deine Großeltern) und sie muss einen Sprach und Sozialkundetest machen (also so fragen wie z.B. was bedeutet Demokratie, was bedeutet freie und geheime Wahl, was ist der Bundesrat und der Bundestag usw.)

    Wenn Du Fragen zu dem ganzen Prozess hast dann frag einfach hier.

    PengoX

  4. #3
    Avatar von Tommy

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    Re: Einbürgerung: pro und contra

    Am meisten beschäftigt uns die Frage des Landbesitzes. Was passiert damit, wenn sie die thail. Staatsbürgersachaft aufgibt?

    Deutsch ist kein Problem. Sozialkunde werden wir wohl nochmal etwas über müssen.

    Gruß Tommy

  5. #4
    Avatar von PengoX

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    Re: Einbürgerung: pro und contra

    Also wenn sie die thailändische Staatsangehörigkeit aufgibt ist das Land natürlich weg.

    Allerdings wäre der Landbesitz auch ein Grund für eine doppelte Staatsangehörigkeit. In welcher Phase der Einbürgerung dies den Behörder am besten mitgeteilt werden sollte weiss ich aber nicht.


    PengoX

  6. #5
    Avatar von Tommy

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    Re: Einbürgerung: pro und contra

    Zitat Zitat von PengoX",p="359256
    Allerdings wäre der Landbesitz auch ein Grund für eine doppelte Staatsangehörigkeit.
    Habe ich auch gedacht und bei mehreren Einbürgerungsstellen nachgefragt: Das ist kein Grund für eine doppelte Staatsbürgerschaft, da sie das Land ja verkaufen könne, bevor sie sich einbürgern lässt..... haben die gesagt.

    Es gibt aber wohl eine Ausnahme: Wenn das Land mehr Wert ist, als ein Jahreseinkommen der Eheleute. Dies müsste aber gutachterlich bestätigt, übersetzt und beglaubigt werden. Und dann müsste der thailändische Gutachter hier anerkannt werden....... :O

    Gruß Tommy

  7. #6
    SinSin
    Avatar von SinSin

    Re: Einbürgerung: pro und contra

    Zitat Zitat von PengoX",p="359256
    Also wenn sie die thailändische Staatsangehörigkeit aufgibt ist das Land natürlich weg.

    Allerdings wäre der Landbesitz auch ein Grund für eine doppelte Staatsangehörigkeit.
    PengoX
    Ich bin Thai und habe das auch versucht, aber:
    - Im Einzelfall muss nachgewiesen werden, dass der Wert des Landes mindestens 10.000 € übersteigt. Was teilweise im Isaan dann viel, viel Land wäre.
    - Es kein wirtschaftlicher Nachteil ist, wenn das Land verkauft wird und der Erbe dann das Geld erhält.

    Das zuständige Landesverwaltungsamt (zuständig für Mehrstaatigkeit bei Einbürgerung) forderte hierzu Informationen über die bfai (Bundesagentur für aussenwirtschaft) an. Da wurde ausführlich von Anwaltsdkanzlei Lorenuz & Partners Bangkok Möglichkeiten über den Erwerb von Grundstücken und Gebäuden verdeutlicht.

    Von mir wurde verlangt ein Gutachten über die Lage und den Wert des zu erwartenden Erbes beizubringen. Es ist mir aber nicht möglich meine Eltern um so etwas zu bitten.
    Das machen wir in Thailand nicht.

    Ich habe bisher auf die dt. Staatsangehörigkeit verzichtet, wird wohl auch so bleiben. Viele Threads zu diesem Thema hier im Forum beinhalten Tipps. Doch ist die Hinnahme von Mehrstaatigkeit immer nur vorübergehend bei Thais, weil wir erst ausgebürgert werden können, wenn wir schon wieder woanders eingebürgert sind.
    Wenn das nicht von vornherein ein Verfahren zur Zustimmung von Mehrstaatigkeit ist, so ist der Doppelpass immer illegal und kann noch so mancher/m auf die Füße fallen.

    Viele Grüße
    SinSin

  8. #7
    Bukeo
    Avatar von Bukeo

    Re: Einbürgerung: pro und contra

    Am meisten beschäftigt uns die Frage des Landbesitzes. Was passiert damit, wenn sie die thail. Staatsbürgersachaft aufgibt?
    da gibt es keine Probleme, da lediglich der Thai-Pass eingezogen wird, nicht aber die Thai-ID-Karte, die ja als Nachweis beim Landkauf erforderlich ist.
    Weiters wird zuerst eingebürgert, danach erfolgt die Auflage - sich um die Ausbürgerung zu bemühen.
    Das ist aber so gut wie nicht finanzierbar, da deine Frau Zeugen aus Thailand benötigt, die z.B. bei der Botschaft in Berlin oder sonstwo unterschreiben müßen.
    Es gibt einen Erlaß des Innenministeriums, wonach bei Thailänder eine Doppelstaatsbürgerschaft hinzunehmen ist.
    Diese Info hab ich direkt vom Ausländeramt Hamburg.

  9. #8
    Bukeo
    Avatar von Bukeo

    Re: Einbürgerung: pro und contra

    Wenn das nicht von vornherein ein Verfahren zur Zustimmung von Mehrstaatigkeit ist, so ist der Doppelpass immer illegal und kann noch so mancher/m auf die Füße fallen.
    nicht unbedingt.
    Folgender Fall vor ein paar Monaten im Familienbereich:

    Thai hat die Einbürgerung beantragt. Sie befand sich in einer Lehre. Die Einbürgerung ging anstandslos über die Bühne.
    Nach Aushändigung des deutschen Passes wurde der Thai-Pass mit der Erklärung abgenommen, sich um die Ausbürgerung zu bemühen und dies dann der Ausländerbehörde (Rosenheim/Bayern) mitzuteilen.
    Dazu wurde kein Termin fixiert, also irgendwann mal :-)
    Die Thai hat sich dann beim Konsulat in Frankfurt erkudnigt und auch ein Merkblatt erhalten.
    Die gesamte Ausbürgerung hätte ihr einige tausend EURO gekostet, war also nicht finanzierbar. Somit ist eine Weiterverfolgung der Ausbürgerung für diese Thai nicht zumutbar.

    Ich habe mich mal eine Zeitlang darüber in einem Forum - spez.für Mitarbeiter der Ausländerbehörden - mit einigen Beamten darüber unterhalten.
    Es gibt wohl bundesweit sehr, sehr wenig tatsächlich ausgebürgerte Thais.

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