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Ehe und Steuerklasse

Erstellt von RemyM, 01.07.2008, 00:18 Uhr · 14 Antworten · 6.238 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von RemyM

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    Ehe und Steuerklasse

    Hallo,

    wie wird mich eigentlich das Finanzamt behandeln, d.h. mit welcher Steuerklasse führen, wenn ich meine (Noch)-Freundin heirate und die Ehe sowohl in Thailand als auch in Deutschland anerkennen lasse? Und wie sieht es steuerlich aus, wenn meine Frau samt Kindern in Thailand wohnt und ich grösstenteils weiter in Deutschland wohne und arbeite? Und vielleicht ist ja hier der eine oder andere Geschiedene: was passiert dann mit dem Unterhalt für die (deutsche) Ex? Mit anderen Worten: gibt es eine Chance, jemals wieder auf einen grünen Zweig zu kommen?

  2.  
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  3. #2
    Avatar von kcwknarf

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    Re: Ehe und Steuerklasse

    Wohnen und arbeiten Frau und Kinder in Thailand gilt man in Deutschland für das Finanzamt praktisch weiterhin als Single.
    Wurde mir leider so vom Finanzamt bestätigt.

    Ich hoffe ja immer noch, dass das eine Fehlinformation war.
    Sollte mal jemand ein Schlupfloch gefunden haben, wäre ich über eine Info dankbar.

  4. #3
    Avatar von Joerg_N

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    Re: Ehe und Steuerklasse

    Jo,

    du kannst erst Steuerklasse 3 bekommen wenn deine Frau hier wohnt und gemeldet ist,
    und sie muss hier im Jahr laenger als die Haelfte des Jahres wohnen.

  5. #4
    Avatar von Küstennebel

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    Re: Ehe und Steuerklasse

    Zitat Zitat von kcwknarf",p="605232
    Wohnen und arbeiten Frau und Kinder in Thailand gilt man in Deutschland für das Finanzamt praktisch weiterhin als Single.
    Wurde mir leider so vom Finanzamt bestätigt.

    Stimmt, sagt mein Steuerberater auch.

    Schlupfloch? Mal hier, mal da wohnen. Wie soll das gehen mit Kindern und Schule?
    Und zudem nur eine Menge zusätzlicher Kosten für Flüge und doppelte Haushaltsführung. Das rechnet sich auch nicht.
    Ich bin für klare Entscheidungen, entweder Deutschland oder Thailand, alles andere ist halber Kram.

  6. #5
    Avatar von RemyM

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    Re: Ehe und Steuerklasse

    Klingt nicht gut. Lässt sich so was wie doppelte Haushaltsführung, Unterhalt etc. geltend machen?
    Kontrolliert eigentlich irgend jemand, wer sich in welchem Land wie lange aufhält? Mit anderen Worten: wie gut arbeiten die Ein-/ Ausreisebehörden, Finanzämter, Einwohnermeldeämter etc. zusammen?

    Das mit den halben Sachen stimmt übrigens. Nur sind gute Jobs in Thailand nicht eben dicht gesät, oder? Bin übrigens auch da für Tipps dankbar.

  7. #6
    Willi
    Avatar von Willi

    Re: Ehe und Steuerklasse

    Zitat Zitat von RemyM",p="605314
    Klingt nicht gut. Lässt sich so was wie doppelte Haushaltsführung, Unterhalt etc. geltend machen?
    Kontrolliert eigentlich irgend jemand, wer sich in welchem Land wie lange aufhält? Mit anderen Worten: wie gut arbeiten die Ein-/ Ausreisebehörden, Finanzämter, Einwohnermeldeämter etc. zusammen?
    Doppelte Haushaltsführung,Unterhalt kann man von der Steuer absetzen.

    Wie lange sich jemand im Ausland aufhält ist an den Aus-und Einreisestempeln im Reisepass zu erkennen.Also nach dem Motto "Wer lesen kann is klar im Vorteil"!

    Zu dem Unterhalt zu Deiner Ex Frau hast Du nur eine Selbstbehaltsgrenze.Diese ist verschieden.Hier hast mal ein Link dazu.
    http://www.internetratgeber-recht.de...nterhalt_7.htm

    Bei erneuter Heirat ändert sich demzufolge nichts.Deine Selbstbehaltsgrenze bleibt gleich.

    Willi

  8. #7
    ffm
    Avatar von ffm

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    Re: Ehe und Steuerklasse

    Zitat Zitat von Willi",p="605323
    Wie lange sich jemand im Ausland aufhält ist an den Aus-und Einreisestempeln im Reisepass zu erkennen.Also nach dem Motto "Wer lesen kann is klar im Vorteil"!
    Nicht ganz. Bei Reisen ins Schengen-Gebiet bekommt man keinen Ausreisestempel, gibt ja auch keine Grenzkontrollen. Auch wird bei Ausreisen aus dem Schengenraum auf dem Landweg häufig kein Stempel in den Pass gedrückt. Es ist also durchaus möglich, sich dauerhaft im Ausland aufzuhalten ohne dass das bemerkt wird. Bei der Steuerersparnis kann es schon sinnvoll sein den einen oder anderen Umweg zu machen.

    Schwieriger wird es allerdings in der Zeit in Thailand aufhalten möchte. Dann braucht man auf jeden Fall einen zweiten Reisepass in den die Thai-Stempel kommen.

  9. #8
    Avatar von kcwknarf

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    Re: Ehe und Steuerklasse

    Zitat Zitat von Willi",p="605323
    Doppelte Haushaltsführung,Unterhalt kann man von der Steuer absetzen.
    An welcher Stelle in der Steuererklärung kann ich das genau machen und muss ich das irgendwie belegen.
    Ich hatte vor zwei Jahren mal einen Steuerberater diesbezüglich konsultiert. Aber der hatte anscheinend keine Ahnung.

  10. #9
    Willi
    Avatar von Willi

    Re: Ehe und Steuerklasse

    Zitat Zitat von kcwknarf",p="605374
    Zitat Zitat von Willi",p="605323
    Doppelte Haushaltsführung,Unterhalt kann man von der Steuer absetzen.
    An welcher Stelle in der Steuererklärung kann ich das genau machen und muss ich das irgendwie belegen.
    Ich hatte vor zwei Jahren mal einen Steuerberater diesbezüglich konsultiert. Aber der hatte anscheinend keine Ahnung.
    Hab das hier mal aus meiner Steuersoftware rauskopiert @kcwknarf.

    Steuerliche Auswirkung beim Unterhaltspflichtigen
    Ist nach Trennung oder Scheidung die günstige Ehegattenbesteuerung mit dem Splittingtarif nicht mehr möglich, mindern Unterhaltsverpflichtungen die Leistungsfähigkeit des Unterhaltspflichtigen erheblich. Als Ausgleich dafür gibt es die Möglichkeit, nachgewiesene Unterhaltsleistungen an den getrennt lebenden oder geschiedenen Ehegatten als Sonderausgaben abzuziehen und so eine Steuerentlastung ähnlich dem früheren Splittingtarif zu erreichen - daher auch die Bezeichnung Realsplitting.

    Steuerlich abzugsfähig sind immer nur Unterhaltszahlungen im Rahmen der nicht intakten Ehe. Unterhaltsleistungen an den noch nicht geschiedenen Ehegatten können damit bereits vom Zeitpunkt der dauernden Trennung an als Sonderausgaben abgezogen werden (sogenannter »Trennungsunterhalt«). Wird allerdings im Jahr der Trennung noch die Zusammenveranlagung gewählt, macht das Realsplitting keinen Sinn, da ja die Einkünfte der Ehegatten zusammengerechnet werden.


    Höchstbetrag für den Ehegattenunterhalt (§ 10 Abs. 1 Nr. 1 EStG)

    Unterhaltsleistungen sind jährlich abziehbar bis zu
    13.805 €


    Der Höchstbetrag gilt für jeden früheren Ehegatten gesondert. Er wird nicht zeitanteilig gekürzt. Auch wenn der Höchstbetrag durch eine hohe einmalige Unterhaltsabfindung überschritten wird, ist der Sonderausgabenabzug immer auf € 13.805,00 im Jahr begrenzt.

    Voraussetzung für den Sonderausgabenabzug ist grundsätzlich, dass der Unterhaltsempfänger unbeschränkt steuerpflichtig ist, das heißt in Deutschland lebt. Es sind jedoch auch Zahlungen abziehbar, wenn der Empfänger in einem Mitgliedsstaat der EU oder des EWR wohnt. Voraussetzung ist, dass die Besteuerung der Unterhaltszahlungen beim Empfänger durch eine Bescheinigung der ausländischen Steuerbehörde nachgewiesen wird (§ 1 a Abs. 1 Nr. 1 EStG). Falls, wie in Österreich, die Unterhaltsleistungen nicht steuerpflichtig sind, lehnt das deutsche Finanzamt den Sonderausgabenabzug ab (bestätigt durch EuGH, Urteil vom 12.7.2005, T - 403/03, DStR 2005 S. 1265). Ferner ist ein steuerlicher Abzug möglich, wenn dies in einem Doppelbesteuerungsabkommen vorgesehen ist (H 10.2 EStH 2006; Verfügung der OFD Frankfurt vom 21.2.2007, DStR 2007 S. 1034).

    Der Unterhaltspflichtige kann seine Unterhaltsleistungen aber auch als außergewöhnliche Belastung besonderer Art (§ 33a Abs. 1 EStG) geltend machen. Eine Kombination von Sonderausgabenabzug und Abzug als außergewöhnliche Belastung gibt es jedoch nicht (BFH-Urteil vom 7.11.2000, BStBl. 2001 II S. 338). Sie können sich aber jedes Jahr neu entscheiden, welchen Abzug Sie vornehmen wollen. Müssen Sie Unterhalt für ein bestimmtes Jahr nachzahlen, sind die Nachzahlungen so abzuziehen, wie Sie damals die laufenden Unterhaltszahlungen abgezogen hatten.

    Nur wenn man die steuerlichen Auswirkungen sowohl beim Unterhaltspflichtigen als auch beim Unterhaltsempfänger in die Betrachtung einbezieht, kann man die tatsächliche Entlastung durch das Realsplitting genau ermitteln:

    Steuervorteil beim Unterhaltspflichtigen

    ./. auszugleichender Steuernachteil beim Unterhaltsempfänger

    = endgültiger Vorteil aus dem Realsplitting beim Unterhaltspflichtigen

    Der Unterhaltspflichtige kann frei entscheiden, wie viel er von seinen gesamten Unterhaltszahlungen als Sonderausgaben abziehen will. Setzt er in seiner Steuererklärung nur einen Teil seiner Unterhaltsleistungen als Sonderausgaben an, weil der Unterhaltsempfänger nur diesem Teil zugestimmt hat - die darüber hinausgehenden Unterhaltsleistungen sind nicht zusätzlich als außergewöhnliche Belastung abziehbar -, dann ist beim Unterhaltsempfänger nur der als Sonderausgaben geltend gemachte Teil zu versteuern. Oft fällt nämlich die Einigung mit dem geschiedenen Ehegatten leichter, wenn nur so viel abgezogen wird, dass das Finanzamt beim Unterhaltsempfänger außen vor bleibt.




    Bezüglich der doppelten Haushaltsführung kann ich Dir das hier sagen,

    Eine doppelte Haushaltsführung wird nur anerkannt, wenn Sie auswärts beschäftigt sind und aus beruflichen Gründen an Ihrem auswärtigen Arbeitsort oder in dessen näherer Umgebung eine Wohnung oder Unterkunft haben.

    "Als zweite Voraussetzung neben dem eigenen Hausstand muss die Hauptwohnung der Lebensmittelpunkt sein. Bei Verheirateten ist der Lebensmittelpunkt dort, wo die Familienangehörigen wohnen. Das Finanzamt verlangt mindestens sechs Heimfahrten im Jahr (R 42 Abs. 1 Satz 5 LStR 2005), anzugeben in der Steuererklärung. Bei einer Hauptwohnung im Ausland genügt auch eine Heimfahrt im Jahr, wenn in der Wohnung auch bei Abwesenheit des Arbeitnehmers hauswirtschaftliches Leben herrscht, an dem sich der Arbeitnehmer sowohl durch persönliche Mitwirkung als auch finanziell maßgeblich beteiligt (R 43 Abs. 3 Satz 5 und 6 LStR 2005)."

    Ich selber habe es nicht probiert.Habe nur unter Werbungskosten diese Möglichkeit gesehen.Mann müßte es einfach mal ausprobieren.

    Willi

  11. #10
    Avatar von kcwknarf

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    Re: Ehe und Steuerklasse

    Danke für die Mühe, Willi.
    Wenn ich das alles so lese dann ist es wohl doch sinnvoller, meine Firma und Hauptwohnsitz in ein Drittland zu verlegen und komplett auf Steuern zu verzichten.
    Schaun mer mal....

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