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Deutscher Steuerausländer in Thailand

Erstellt von waanjai_2, 02.02.2009, 14:52 Uhr · 92 Antworten · 21.135 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von waanjai_2

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    Deutscher Steuerausländer in Thailand

    Meine Bank hat mir heute nachmittag, also heute morgen Ortszeit D, bestätigt, dass ich nun von Seiten der Bank als Steuerausländer geführt würde. Meine bisherige Postanschrift in D würde auch weiterhin beibehalten.

    Ich hatte gestern meinem Kontoführer einen scan des Gelben Hausbuches nebst Übersetzung ins Deutsche geschickt und zudem darauf hingewiesen, dass ich nie mehr länger als vielleicht 4 Monate im Jahr in D sein würde. (180 Tage-Regel)

    Deshalb eine Frage an die, die dies kennen. Was bedeutet dies ganz konkret?
    Wegfall einiger oder aller Steuereinziehungen, die in D für Inlandsdeutsche von den Banken einbehalten werden, sofern sie die Freibeträge überschreiten?

  2.  
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  3. #2
    Avatar von wasa

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    Re: Deutscher Steuerausländer in Thailand

    180 Tage Regelung bedeutet ja,mann muss ueber diese Zeit hinaus an einem Stueck nicht in der BDR sein.
    Wichtig ist ob man seinen Wohnsitz in der BRD abgemeldet hat beim zustaendigen Einwohnermeldeamt.
    Diese Behoerde verstaendigt auch das Finanzamt bezueglich Abmeldung.
    Diese werden dann sehr schnell aktiv bezueglich Einkommensteuer pflichtig oder nicht mehr in der BRD?
    Ob die Bank von sich aus nichts mehr ans Fi-Amt abfuehrt?

    Weiterhin aufpassen das die thailaendische Finanzbehoerde nicht zur Kasse bittet,da es ja sicher Einkuenfte (Renten) gibt.

    mfg

  4. #3
    Avatar von waanjai_2

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    Re: Deutscher Steuerausländer in Thailand

    Das Thema muß wirklich schwierig sein. Im Sinne der Frage, was passiert eigentlich, wenn meine Hausbank in D mich als Steuerausländer führt.
    Also ich erwarte eigentlich, dass dies bedeutet, dass sie keine Quellensteuer mehr an das Finanzamt abführen. Also nicht die seit Anfang des Jahres geltende Abgeltungssteuer.
    Das obliegt ja bekanntlich den Banken und nur dies könnten sie jetzt seinlassen (sofern erforderlich).

    Wenn ich Zinserträge höher als meinen Freibetrag hätte, könnte ich dies ja schnell selbst feststellen. Habe aber [s:756bc19efa]dummerweise[/s:756bc19efa] keine in dieser Höhe zu erwarten.

    Bin deshalb voll auf die Erfahrungsberichte derjenigen angewiesen, die über höhere Zinserträge als die Freibeträge verfügen. Bei denen also Quellensteuer in D anfallen würde.

    Per e-mail erreichten mich 2 Kommentare zu diesem Thema.

    Das erste beschreibt die Markierung als Steuerausländer eher als Verarschung:
    "Seit einiger Zeit bereits führen mich alle meine dtsch. Banken unter der thailändischen Anschrift "als Steuerausländer"; das bringt mir aber noch keinen sofortigen Geldwert (Abgeltungssteuer wird nach wie vor autom. abgezogen). Erst zum Jahresende könnte ich mit meiner Steuererklärung diese u. andere Steuern vermeiden, so ich denn in Deutschland ganz ohne Wohnsitz, also komplett abgemeldet wäre."
    Mit anderen Worten: Die Banken führen weiterhin die Abgeltungssteuer (Quellensteuer) ab.

    Das zweite beschreibt wiederum eine Praxis bzw. die Voraussetzungen, unter denen die Arbeitgeber deutsche Arbeitseinkünfte steuerfrei auszahlen:
    "Ich habe mit meiner zuständigen Personalabteilung über das Thema Versteuerung deutscher Einkünfte bei Wohnsitz im Nicht-EU Ausland gesprochen. Dabei kam folgende Aussage: Bringen Sie uns die Abmeldung aus Deutschland und die Anmeldebescheinigung der Gemeindebehörde aus Thailand (einfach) und die Anmeldebescheinigung des Finanzamts in Thailand. Dann überweisen wir Ihnen alle Bezüge ab da ohne Steuerabzug. Die Beträge werden auch nicht auf der Lohnsteuerkarte ausgewiesen. Es erfolgt auch keine automatische Meldung an Irgendjemanden. Allerdings findet bei großen Firmen jedes Jahr eine Steuerprüfung statt. Aber das Ganze ist ja legal. Um das Geld dann wirklich nicht in D versteuern zu müssen, darfst du dann aber auch keine 180 Tage in diesem Jahr in D gewesen sein (ich glaube Boris Becker wüsste das jetzt ganz genau"
    Das wäre ja in der Praxis auch eine ganz interessante Konsequenz der Tatsache als "Steuerausländer" beim Arbeitgeber geführt zu werden.

    Wer weiß noch etwas zu diesem Thema und kann es beitragen?

  5. #4
    Avatar von ernte

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    Re: Deutscher Steuerausländer in Thailand

    Solange du deinen Wohnsitz in D hast, bist du in D mit deinem Welteinkommen (und dazu zählen auch Zinserträge) steuerpflichtig.
    Da du mehr als 180 Tage im Ausland bist, bist du auch in TH steuerpflichtig.
    Genau wird das im Doppelbesteuerungsabkommen zwischen D und TH geregelt.
    Ganz global gesagt, die Steuern die du in TH zahlst, werden dir in D angerechnet.
    Um dir aber konkret eine Auskunft zu erteilen muss man deinen Fall näher kennen. Mit diesen Informationen ist eine richtige Auskunft nicht möglich.
    Noch einen Satz zur Abgeltungssteuer. Da du anscheinend noch einen Wohnsitz in D hast, bist du kein Steuerausländer. Da macht die Bank einen Fehler.

  6. #5
    Avatar von waanjai_2

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    Re: Deutscher Steuerausländer in Thailand

    Eigentlich mehr eine Briefkasten-Adresse mit regelmäßiger Postleerung. Nannte man dies nicht auch einmal 2. Wohnsitz? Hauptwohnsitz und Mittelpunkt aller Lebensbeziehungen ist Thailand. Rest - weit unter 180 Tage im Jahr - ist Urlaub in Deutschland.

  7. #6
    Avatar von ernte

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    Re: Deutscher Steuerausländer in Thailand

    Deine Anmeldung beim Amt zählt, bzw. wer eine Wohnung in D innehat. Endweder raus aus D oder Steuern zahlen. Raus aus D bedeutet richtig raus - ende, aus und vorbei.
    Warum denkst du Zumwinkel und co. müssen die Zinsen aus Lichtenstein in D versteuern, weil sie getrickst haben und aufgefallen sind.
    Hast du nur eine Wohnung inne, dann bist du beschränkt steuerpflichtig in D.

  8. #7
    Avatar von reinhh

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    Re: Deutscher Steuerausländer in Thailand

    Von dem bisher Geschriebenem ist manches richtig,aber Etliches falsch.

    Es ist nun tatsaechlich so:

    Wer in Deutschland seinen Wohnsitz oder gewoehnlichen Aufenthalt hat,ist in D unbeschraenkt einkommensteuerpflichtig,und zwar mit seinem Welteinkommen.
    Im Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) sind Regelungen,um eine doppelte Besteuerung in D und Thailand zu vermeiden.

    Es kommt nicht auf die An-oder Abmeldung beim Einwohnermeldeamt an,sondern nur auf den gewoehnlichen Aufenthalt.Wer mehr als 180 Tege sich in Thailand aufhaelt,ist in D nicht unbeschraenkt steuerpflichtig.
    Er ist in D beschraenkt steuerpflichtig,WENN er Einkuenfte lt Par.49 EStG hat,und zwar nur mit diesen Einkuenften.

    Soweit er Einkuenfte lt.Par.49 hat,die dem Steuerabzug unterliegen,ist die deutsche Steuer mit dem Steuerabzug abgegolten.(zB Abgeltungssteuer,Lohnsteuer).

    Beispiele:
    Er hat Dividendenertraege aus Aktien.Da diese in Par.49 aufgefuehrt sind,sind sie im Rahmen der beschraenkten Steuerpflicht steuerpflichtig,die Abgeltungssteuer ist von der Bank einzubehalten,ein Antrag auf Veranlagung und Anrechnung der Steuer ist nicht zulaessig.Die EST ist mit der Abgeltungssteuer abgegolten.

    Er hat Zinsertraege aus Spareinlagen. Diese sind nicht in Par.49 aufgefuehrt,also unterliegen sie in D nicht der beschraenkten Steuerpflicht.Es ist keine Abgeltungssteuer einzubehalten.

    Er hat eine Rente von der gesetzlichen Rentenversicherung (DRV). Sie ist in Par.49 aufgefuehrt,also beschraenkte Steuerpflicht,aber lt.DBA ist das Besteuerungsrecht Thailand zugewiesen worden.(D will in Revisionverhandlungen dies aendern lassen).
    Deshalb in D z.Z.nicht steuerpflichtig.


    Ein haeufig vorkommender Fall:

    Ein deutscher Altersrentner mit Sparguthaben in D lebt dauernd in Thailand.
    Die Rente ist in D nicht steuerpflichtig,siehe oben.
    Die Zinsertraege aus Sparguthaben unterliegen in D nicht der Steuer,siehe oben.


    Hat jemand,der staendig in Thailand lebt,in D Einkuenfte,die der beschraenkten Steuerpflicht unterliegen,so hat er eine Steuererklaerung zur beschraenkten Steuerpflicht abzugeben und die Einkuenfte zu erklaeren.Eine Zusammenveranlagung gibt es dabei nicht.Die Steuer wird (ohne Abzug von Freibetraegen) nach der Grundtabelle berechnet, es gilt eine Mindeststeuer von 25 % !

    Soweit mir bekannt ist,erhebt Thailand (noch) keine Steuer von den hier lebenden Expats.
    reinhh

  9. #8
    Avatar von garni1

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    Re: Deutscher Steuerausländer in Thailand

    Da ich in TH über 300 000 Baht Zinseinkünfte habe, wird mir 15% Abschlagssteuer genommen.
    Jedes Jahr erhalte ich diese 15% vom Finanzamt in Pattaya zurück. Für 2008 wurden über 30000 zurückerstattet.

  10. #9
    Avatar von waanjai_2

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    Re: Deutscher Steuerausländer in Thailand

    Zitat Zitat von reinhh",p="686693
    Es ist nun tatsaechlich so:
    Vielen Dank für diesen längeren Beitrag. Du schreibst ja wirklich nicht oft, aber wenn, dann immer sehr informativ.

  11. #10
    Avatar von ernte

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    Re: Deutscher Steuerausländer in Thailand

    Wenn er in D einen Wohnsitz hat, dann ist unbeschränkt steuerpflichtig in D.

    §8 Abgabenordnung
    Einen Wohnsitz hat jemand dort, wo er eine Wohnung unter Umständen innehat, die darauf schlißen lassen, dass er die Wohnung beibehalten und benutzen wird.

    Auf den gewöhnlichen Aufenthalt kommt es bei einem Wohnsitz nicht an.
    Sollte er keine Wohnung innehaben, dann sind deine Ausführungen korrekt. Deshalb habe ich am Anfang auch gesagt ohne weitere Informationen ist eine korrekte Beurteilung nicht möglich.

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