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Adoption des Enkelkinds

Erstellt von stefan12, 25.08.2013, 18:58 Uhr · 6 Antworten · 1.464 Aufrufe

  1. #1
    Avatar von stefan12

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    Adoption des Enkelkinds

    Hallo,
    dies ist mein erstes Post und vielleicht kann jemand helfen. Ich bin seit vier Jahren glücklich mit meiner Thaifrau verheiratet und wir leben zusammen in Deutschland. Sie hat noch keine dauernde Niederlassungserlaubnis, aber die zweite dreijährige Aufenthaltserlaubnis (sie war beim Ausländeramt zu nervös, um alles auf Deutsch zu beantworten...)

    Jetzt meine Frage: Ihre Tochter (16 Jahre) hat vor 8 Monaten einen kleinen Jungen bekommen und kümmert sich nicht richtig um das Kind, deshalb wollen wir den Kleinen zu uns holen. Vielleicht weiß jemand, wie das am besten geht. Meine Frau meint (sie ist zur Zeit in Thailand und kümmert sich um das Baby) das Einfachste wäre, sie würde das Baby in Thailand adoptieren, was vergleichsweise einfach wäre da sie die Großmutter ist und es dann zu uns nach Deutschland holen.

    Hat da jemand Erfahrung? Kann sie ein nur von ihr adoptiertes Baby nach Deutschland holen? Ich bin mir da nicht sicher.

    Die nächste Möglichkeit wäre natürlich, wír adoptieren den Kleinen gemeinsam und holen ihn dann. Aber das stelle ich mir wesentlich schwieriger vor und dauert bestimmt länger.

    Vielleicht kennt sich jemand aus, ich bin für jeden Tipp dankbar.
    Stefan

  2.  
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  3. #2
    Tramaico
    Avatar von Tramaico
    Versuchen das Kind alleine zu adoptieren und Bestaetigung der alleinigen Sorgerechtsbescheinigung und danach Familienzusammenfuehrung mit der thailaendischen Adoptivmutter.

    Du haettest dann aber als Stiefvater keinerlei Rechte am Kind sondern durch Verpflichtungserklaerung ausschliesslich Pflichten.

    Bei der thailaendischen Adoption handelt es sich auch lediglich um eine "kleine" Adoption, das heisst Rechten und Pflichten gegenueber der leiblichen Familie bleiben erhalten. Durch den Adoptionsprozess entsteht keinerlei Erbrecht.

    Da die Aoptierende bereits in einem Eheverhaeltnis steht, bedarf es ansich der Zustimmung des Ehepartners und da es sich in diesem Fall um einen Auslaender handelt, wuerde es sich im Grunde um eine internationale Adoption handeln, die sehr komplex und langwierig ist (kann sich ueber mehrere Jahre hinziehen). Anders waere der Fall, wenn das Kind vor der Eheschliessung bereits adoptiert worden waere. Hatte diesen Fall in der Vergangenheit und die Familienzusammenfuehrung mit zwei Kindern mit der thailaendischen Aoptivmutter ist reibungslos ueber die Buehne gegangen.

    Wir haben hier sicherlich eine Grauzone, wobei das Interesse des Kindes absolut im Vordergrund stehen sollte. Frage wird sein, ob das thailaendische Amphoe mitspielt und Deine Frau das Kind allein adoptieren laesst (Zustimmung beider Kindeseltern erforderlich) und Deiner Frau das alleinige Sorgerecht dokumentiert.

    Auch bedarf es dann beim Visum zur Familienzusammenfuehrung der Zustimmung der deutschen Auslaenderbehoerde. Es empfiehlt sich somit vorher mit dieser abzuklaeren, wie diese die Sache sieht, wenn Deine thailaendische Frau alleine ihr thailaendisches Enkelkind adoptiert und ein Visum zum Zwecke der Familienzusammenfuehrung beantragt wird. Was sind die Erfordernisse fuer die Zustimmung zu einer Einreiseerlaubnis ihrerseits?

    Viel Erfolg.

  4. #3
    Avatar von Tanha

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  5. #4
    Avatar von stefan12

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    Danke Traimaico, das hilft schon mal weiter. Also wäre der erste Schritt, sie klärt auf der Amphoe ob und wie eine Adaption möglich wäre. Wenn ja, hast du ungefähre Erfahrungen, wie lange so etwas dauert? Meine Frau selbst hat mit der Einreiseerlaubnis keine Probleme. da wir ja bereits vier Jahre in gemeinsam in Deutschland leben und sie zur Zeit nur auf Urlaub in Thailand ist. Oder müsste sie sich erstmal wieder in Thailand melden um das ganze zu beschleunigen und dann das ganze Visa-Procedere noch einmal machen?

    Und gleichzeitig müsste ich schon mal vorweg hier mit der Ausländerbehörde klären, wie die das sehen. Ich habe das Gefühl, das wird ein langer Akt, aber ist für das Kind sicherlich das Beste, gerade da er noch so jung ist.

  6. #5
    Tramaico
    Avatar von Tramaico
    Erst einmal, der Prozess, der angegangen werden soll heisst Adoption, nicht das irgendwann irgendwo Missverstaendnisse aufkommen, wenn Du eine Adaption zur Sprache bringst.

    Eine Adoption in Thailand ist praktisch sehr schnell zu realisieren, wenn sich alle betroffenen Parteien einig sind.

    ABER, um anschliessend einen Visumantrag zum Zwecke der Familienzusammenfuehrung durchfuehren zu koennen, muessen Adoptionsbescheinigung, Geburtsurkunde und Hausregister des Kindes von der Botschaft legalisiert und von einem beeidigten und behoerdlich anerkannten Uebersetzer uebersetzt werden. Bekanntlich kann sich ein Legalisationsverfahren ueber bis zu acht Wochen hinziehen. Danach die Visumsantragsstellung, die sich bei normalen Verfahrensweg ueber 4 bis 8 Wochen hinziehen kann, bis die Zustimmung der Auslaenderbehoerde vorliegt.

    Da durch die beschriebenen Prozesse nicht unerheblicher Aufwand und Kosten entstehen, empfiehlt sich auf jeden Fall die VORHERIGE Ruecksprache mit der zustaendigen Auslaenderbehoerde, da ohne deren Zustimmung ein Visum nicht erteilt werden darf.

    Angenommen die AB wuerde mitspielen und es werden alle Papiere beigebracht, dann muss Deine Frau bzw. das Kleinkind nicht selbst zur Visumantragstellung bei der Botschaft vorstellig werden, sondern sie kann durch amtlich beglaubigte Vollmacht einen Dritten mit Visumantragsstellung beauftragen. Sie muesste erst dann wieder nach Thailand wenn das Visum erteilt worden ist, um nun gemeinsam mit dem Kleinkind die Reise anzutreten.

  7. #6
    Avatar von stefan12

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    Nochmals vielen Dank Tramaico, diene beiden Posts haben uns wirklich sehr geholfen. Viele Unterschiede wie etwa der der Adoption vor oder nach der Eheschließung waren mir überhaupt nicht bewusst. Aber jetzt wissen wir wenigstens, wie wir beginnen können. Es wird mit Sicherheit dauern und einiges kosten, ich denke aber, in einem halben Jahr können wir den Kleinen bei uns haben und der von dir beschriebene Weg mit der Adoption durch meine Frau ist der beste. Später wenn ich es mit dem Ausländeramt geklärt habe, werde ich eventuell auch noch einen Anwalt vor Ort um Rat fragen und dann hier berichten.

    Eine kurze Entschuldigung: der Titel muss natürlich Ad"o"ption und nicht Ad"a"ption heißen, da habe ich mich vertippt und mir gleich zu Recht einen Rüffel der Forumsleitung eingehandelt.

  8. #7
    Avatar von MadMac

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    Hab das dann auch geaendert und wuensche Euch viel Erfolg!

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